
Im Kloster Ilsenburg stellt der Historiker Dr. Uwe Lagatz am Donnerstag, 26. Februar, um 18 Uhr die erweiterte Neuauflage seiner Monografie „Der Brocken“ vor. Der Förderverein des Klosters lädt zur öffentlichen Buchvorstellung in den Gartensaal ein. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des höchsten Harzgipfels – und die Frage, wie ein Berg zum kulturellen Symbol einer ganzen Region wurde.
Ilsenburg, 15. Februar 2026 – Der Termin ist klar gesetzt: Donnerstagabend, 18 Uhr, Gartensaal. Das Kloster Ilsenburg öffnet seine Türen für eine Buchvorstellung, die weit über eine reine Lesung hinausweist. Der Förderverein des Klosters hat den Historiker Dr. Uwe Lagatz eingeladen, seine überarbeitete Monografie „Der Brocken – Die Entdeckung und Eroberung eines Berges“ vorzustellen. Es ist eine Neuauflage eines Werkes, das in der regionalen Geschichtsschreibung seit Jahren als Standard gilt – und das nun in erweiterter Form zurückkehrt.
„Der Brocken“ als historisches Panorama
Im Zentrum der Veranstaltung steht das Buch „Der Brocken“. Die Monografie zeichnet nach, wie sich der höchste Berg des Harzes vom schwer zugänglichen Naturraum zum touristischen Anziehungspunkt entwickelte. Lagatz beschreibt die frühen Besteigungen, die naturwissenschaftlichen Expeditionen, die romantische Verklärung im 19. Jahrhundert und die wachsende Infrastruktur rund um den Gipfel. Die Neuauflage ergänzt frühere Forschungsergebnisse um zusätzliche Bildmaterialien und aktualisierte Einordnungen.
„Der Brocken“ ist keine reine Chronik von Jahreszahlen. Das Werk entfaltet vielmehr ein historisches Panorama: Wanderer, Forscher, Naturkundler, Reisende – sie alle haben den Berg geprägt. Der Brocken erscheint darin als Projektionsfläche, als geografischer Fixpunkt und als kulturelles Symbol zugleich. Wer verstehen will, wie sich der Harz touristisch, wirtschaftlich und mentalitätsgeschichtlich entwickelte, kommt an dieser Monografie kaum vorbei.
Eine überarbeitete Standard-Monografie
Die erste Ausgabe des Buches erschien vor mehr als einem Jahrzehnt und war zuletzt nur noch antiquarisch erhältlich. Mit der nun vorliegenden zweiten, erweiterten Auflage reagiert Lagatz auf die anhaltende Nachfrage. Ergänzt wurden unter anderem zusätzliche Fotografien sowie neue Forschungsperspektiven zur touristischen Erschließung des Brockens im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Der Brocken, mit 1141 Metern die höchste Erhebung Norddeutschlands, war über Jahrhunderte ein Ort der Legenden, wissenschaftlicher Neugier und politischer Symbolik. Die Monografie beleuchtet diese Ebenen nüchtern und quellennah. Sie schildert, wie aus einem schwer zugänglichen Gipfel ein Reiseziel wurde – und wie sich der Blick auf die Landschaft wandelte.
Buchvorstellung im historischen Ambiente
Dass die Buchvorstellung im Kloster Ilsenburg stattfindet, ist mehr als eine organisatorische Entscheidung. Die ehemalige Benediktinerabtei, gegründet im 11. Jahrhundert, zählt zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken Sachsen-Anhalts. Der Gartensaal, in dem die Veranstaltung stattfindet, ist Teil eines Ensembles, das seit Jahren als Ort für Vorträge, Konzerte und Lesungen genutzt wird.
Das Kloster Ilsenburg ist Teil der „Straße der Romanik“ und gilt als kulturhistorischer Ankerpunkt im nördlichen Harz. Neben dem Gartensaal gehören der Kapitelsaal, das Refektorium und weitere historische Räume zu den heute öffentlich zugänglichen Bereichen. Hier wird Geschichte nicht nur bewahrt, sondern diskutiert – in Veranstaltungen wie dieser Buchvorstellung, die regionale Themen in einen größeren Zusammenhang stellt.
Der Förderverein als kultureller Akteur
Organisiert wird der Abend vom Förderverein des Klosters Ilsenburg. Der Verein unterstützt seit Jahren kulturelle Formate, die historische Bildung mit öffentlichem Austausch verbinden. Lesungen, Vortragsreihen und Gesprächsabende gehören zum festen Programm. Die Buchvorstellung am 26. Februar fügt sich in diese Reihe ein.
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Das Format ist bewusst offen gehalten: Nach der Präsentation des Buches besteht Gelegenheit zum Gespräch mit dem Autor. Der Gartensaal bietet dafür den passenden Rahmen – historisch geprägt, zugleich überschaubar und dialogorientiert.
Dr. Uwe Lagatz und die Harz-Geschichtsschreibung
Dr. Uwe Lagatz, geboren 1962 in Elbingerode, ist seit Jahrzehnten in der regionalen Geschichtsforschung tätig. Nach seinem Studium mit Schwerpunkt Geschichte und Deutsch promovierte er im Fach Geschichte. Als Dozent beschäftigte er sich unter anderem mit Landes- und Regionalgeschichte. Seine Publikationen widmen sich vor allem historischen Entwicklungen im Harzraum.
Mit „Der Brocken“ hat Lagatz ein Werk vorgelegt, das in der regionalen Fachwelt als grundlegende Darstellung der touristischen Erschließung des Berges gilt. Die Verbindung aus quellengestützter Analyse und gut nachvollziehbarer Darstellung macht das Buch sowohl für historisch Interessierte als auch für ein breiteres Publikum zugänglich.
Der Brocken als Identifikationsort
Der Brocken ist mehr als ein geografischer Punkt auf der Landkarte. Er ist literarischer Schauplatz, Ziel von Wanderbewegungen, Objekt naturwissenschaftlicher Beobachtung und touristischer Magnet. Seit Jahrhunderten zieht er Besucher an. In der Romantik wurde er mystifiziert, in der Moderne infrastrukturell erschlossen, in politischen Umbrüchen symbolisch aufgeladen.
Die Monografie „Der Brocken“ zeichnet diese Entwicklungen chronologisch nach. Sie zeigt, wie sich Wahrnehmungen veränderten – vom sagenumwobenen Gipfel zur Aussichtsterrasse des Harzes. Damit liefert das Buch nicht nur regionale Geschichte, sondern auch ein Beispiel dafür, wie Natur- und Kulturgeschichte ineinandergreifen.
Ein Abend für Regionalgeschichte und Gegenwartsfragen
Die Buchvorstellung im Kloster Ilsenburg richtet sich an ein Publikum, das sich für Harz-Geschichte, Regionalforschung und Kulturgeschichte interessiert. Gleichzeitig berührt das Thema breitere Fragen: Wie entstehen touristische Räume? Wie wird Landschaft kulturell aufgeladen? Und wie verändert sich die Wahrnehmung eines Ortes im Lauf der Zeit?
Im Gartensaal des Klosters sollen diese Aspekte zumindest angerissen werden. Die Veranstaltung bietet Raum für Einordnung und Diskussion. Der Brocken, so viel steht fest, bleibt ein Thema – nicht nur als Ausflugsziel, sondern als historischer Spiegel einer Region.
Zwischen Tradition und öffentlichem Dialog
Mit der Buchvorstellung setzt das Kloster Ilsenburg seine Rolle als kultureller Treffpunkt fort. Historische Architektur bildet den Rahmen, aktuelle Forschung den Inhalt. Der Förderverein versteht solche Abende als Beitrag zur lebendigen Auseinandersetzung mit regionaler Identität.
Wenn am Donnerstag um 18 Uhr die Türen des Gartensaals öffnen, geht es also nicht allein um ein Buch. Es geht um die Geschichte des Brockens, um die Erzählung eines Berges und um die Frage, wie regionale Vergangenheit in der Gegenwart verhandelt wird. Die Monografie „Der Brocken“ liefert dafür das Material – das Gespräch darüber entsteht im Raum.







