Das Kreative Kinderfest in Goslar zieht in diesem Jahr erstmals ins AQUANTIC um und erhält damit einen deutlich erweiterten Rahmen. Am 21. Juni präsentieren Vereine, Jugendinitiativen und Einrichtungen dort ein großes Mitmachprogramm für Familien – ergänzt um Wasseraktionen und neue Bewegungsangebote. Für die traditionsreiche Veranstaltung bedeutet der Standortwechsel mehr als nur einen organisatorischen Umzug: Er könnte die Zukunft des Kinderfestes dauerhaft verändern.
Goslar, 27. Mai 2026.
Wer in Goslar über generationsübergreifende Veranstaltungen spricht, kommt am Kreativen Kinderfest kaum vorbei. Seit Jahrzehnten gehört das Familienfest zu den festen Terminen im Sommerkalender der Stadt. In diesem Jahr allerdings beginnt für die Veranstaltung eine neue Phase: Das Kreative Kinderfest verlässt erstmals die vertraute Kaiserpfalzwiese und zieht in das Freibad des AQUANTIC Schwimmparks am Osterfeld.
Am 21. Juni sollen dort zwischen 13 und 17 Uhr Kinder, Jugendliche und Familien zusammenkommen. Die Veranstalter sprechen von einem erweiterten Konzept, das klassische Mitmachaktionen mit Angeboten rund um Wasser, Bewegung und Freizeit verbinden soll. Der Ortswechsel schafft dafür neue Möglichkeiten – organisatorisch ebenso wie inhaltlich.
Das diesjährige Motto lautet: „Goslar – dein Ort – 1000 Möglichkeiten“. Dahinter steckt ein Gedanke, der weit über ein gewöhnliches Familienfest hinausgeht. Vereine, Verbände und Einrichtungen der Jugendarbeit wollen zeigen, welche Freizeit- und Beteiligungsangebote Kinder und Jugendliche in Goslar tatsächlich nutzen können.
Das Kreative Kinderfest bekommt ein neues Gesicht
Der Umzug ins AQUANTIC verändert den Charakter der Veranstaltung sichtbar. Über viele Jahre war die Kaiserpfalzwiese eng mit dem Kreativen Kinderfest verbunden. Die Fläche gehörte beinahe selbstverständlich zum Erscheinungsbild des Events. Nun entsteht ein anderer Rahmen – offener, bewegungsorientierter und deutlich stärker auf sommerliche Freizeitaktivitäten zugeschnitten.
Nach Angaben der Organisatoren war der Wechsel notwendig geworden, weil auf der bisherigen Veranstaltungsfläche Baumaßnahmen geplant sind. Gleichzeitig eröffnet das Freibad neue Spielräume. Größere Bewegungsflächen, Wasserangebote und zusätzliche Aktionsbereiche lassen sich dort einfacher umsetzen als am bisherigen Standort.
Besonders Familien mit jüngeren Kindern dürften davon profitieren. Die Veranstalter kündigen große Wasserspielgeräte und verschiedene Aktionen im Freibadbereich an. Besucher werden ausdrücklich gebeten, Badesachen mitzubringen. Damit erhält das Kreative Kinderfest erstmals einen deutlichen Freizeit- und Sommercharakter.
Der Eintritt zum Kinderfest bleibt kostenlos. Für den regulären Badebetrieb im AQUANTIC gelten jedoch weiterhin die üblichen Eintrittspreise des Freibads. Auch der Kiosk des Schwimmparks wird geöffnet sein.
19 Vereine und Einrichtungen beteiligen sich
Im Mittelpunkt des Kreativen Kinderfestes stehen erneut die zahlreichen Mitmachangebote. Nach Angaben der Stadtjugendpflege beteiligen sich insgesamt 19 Vereine, Verbände und Einrichtungen der Jugendarbeit an der Veranstaltung. Einige davon sind erstmals vertreten.
Gerade dieser Aspekt macht das Kinderfest seit Jahren besonders: Statt einer klassischen Bühnenveranstaltung entsteht ein weitläufiges Mitmachgelände, auf dem Kinder selbst aktiv werden können. Bastelaktionen, sportliche Herausforderungen, kleine Spiele oder kreative Stationen sollen über das gesamte Gelände verteilt sein.
Das Prinzip bleibt dabei bewusst niedrigschwellig. Kinder sollen Angebote ausprobieren können, ohne Leistungsdruck oder feste Abläufe. Viele Vereine nutzen das Kreative Kinderfest deshalb auch als Gelegenheit, direkt mit Familien ins Gespräch zu kommen und ihre Jugendarbeit vorzustellen.
Für die Stadt besitzt die Veranstaltung damit auch eine soziale Funktion. Sie schafft Begegnungen zwischen Initiativen, Ehrenamtlichen und Familien – und macht sichtbar, wie breit das Freizeitangebot in Goslar inzwischen aufgestellt ist.
Mitmachaktionen statt Dauerbühne
Anders als viele große Familienveranstaltungen setzt das Kreative Kinderfest weiterhin nicht auf ein dichtes Bühnenprogramm. Die Organisatoren halten bewusst am Mitmachgedanken fest. Kinder sollen den Nachmittag nicht konsumieren, sondern gestalten.
Dazu gehört auch das traditionelle Stempelsystem. Wer mindestens acht Mitmachstationen besucht, kann an der Tombola teilnehmen. Die ausgefüllten Karten müssen bis kurz vor Veranstaltungsende bei der Jugendpflege abgegeben werden.
Die Preisverleihung beginnt um 17 Uhr. Eröffnet wird sie von Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner. Nach Angaben der Veranstalter wurden die Tombolapreise in diesem Jahr erstmals von Kindern selbst ausgewählt – ein Detail, das gut zum Beteiligungsgedanken des Festes passt.
Unterstützt wird die Tombola von mehreren regionalen Unternehmen und Institutionen. Dazu zählen unter anderem die Bürgerstiftung Goslar sowie die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine.
Tanzgruppen ergänzen das Programm
Komplett ohne Bühnenprogramm kommt das Kreative Kinderfest dennoch nicht aus. Für den musikalischen und tänzerischen Rahmen sorgen mehrere Gruppen aus der Region.
Zum Auftakt treten die „Diamond Dance Kids“ des VfL Oker auf. Später folgt ein weiterer Programmpunkt mit der Tanzabteilung J.E.T. des MTV Goslar. Die Auftritte sollen das Fest begleiten, ohne den Schwerpunkt von den Mitmachaktionen wegzulenken.
Gerade diese zurückhaltende Dramaturgie unterscheidet die Veranstaltung von vielen kommerziellen Familienevents. Das Kreative Kinderfest bleibt bewusst lokal geprägt – getragen von Vereinen, Jugendarbeit und ehrenamtlichem Engagement.
Eine Veranstaltung mit langer Tradition in Goslar
Das Kreative Kinderfest findet 2026 bereits zum 54. Mal statt. Damit zählt die Veranstaltung zu den traditionsreichsten Familienfesten in Goslar. Viele Besucher kennen das Fest noch aus ihrer eigenen Kindheit und kommen inzwischen mit ihren Kindern oder Enkeln zurück.
Über Jahrzehnte hat sich das Konzept dabei immer wieder verändert, ohne seinen Kern zu verlieren. Noch immer steht die aktive Beteiligung von Kindern im Mittelpunkt. Gleichzeitig reagieren die Organisatoren regelmäßig auf neue Anforderungen – sei es bei Sicherheitsfragen, Flächennutzung oder Programmgestaltung.
Der Wechsel ins AQUANTIC dürfte deshalb nicht nur organisatorisch relevant sein. Er zeigt auch, wie flexibel sich das Kreative Kinderfest inzwischen weiterentwickelt. Der neue Standort ermöglicht zusätzliche Angebote und schafft Raum für weitere Vereine und Initiativen.
Ob das Freibad langfristig zur neuen Heimat der Veranstaltung wird, bleibt offen. Vieles dürfte davon abhängen, wie das neue Konzept von Familien angenommen wird.
Warum das Kinderfest für Goslar mehr ist als ein Sommertermin
Das Kreative Kinderfest erfüllt in Goslar inzwischen mehrere Funktionen zugleich. Für Familien ist es ein Freizeitangebot zum Beginn des Sommers. Für Vereine und Einrichtungen ist es eine Bühne, um sichtbar zu werden. Und für die Stadt ist es ein Ort der Begegnung.
Gerade in Zeiten, in denen viele Vereine um Nachwuchs werben und ehrenamtliche Strukturen unter Druck geraten, gewinnen solche Veranstaltungen an Bedeutung. Kinder erleben dort Vereine nicht abstrakt, sondern unmittelbar – beim Spielen, Ausprobieren und Mitmachen.
Der Umzug ins AQUANTIC könnte diesen Ansatz sogar stärken. Mehr Platz, zusätzliche Bewegungsangebote und die Verbindung mit dem Freibadbetrieb geben dem Kreativen Kinderfest einen neuen Rahmen, ohne den Charakter der Veranstaltung grundsätzlich zu verändern.
Am Ende bleibt genau das entscheidend: Dass Kinder einen Ort vorfinden, an dem sie sich frei bewegen, Neues entdecken und gemeinsam Zeit verbringen können. Das Kreative Kinderfest versucht seit mehr als fünf Jahrzehnten genau diesen Raum zu schaffen – nun erstmals im AQUANTIC.


















