Bei Benneckenstein ist eine Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen an einem unbeschrankten Bahnübergang mit einem Traktor und Anhänger kollidiert. Der 65 Jahre alte Traktorfahrer wurde schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht, während die rund 20 Fahrgäste unverletzt blieben. Nach dem Unfall auf der Harzquerbahn sind die Ursache und der genaue Ablauf weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Benneckenstein, 17. Juli 2026. Der schwere Unfall auf der Harzquerbahn ereignete sich am Mittwoch gegen 13 Uhr an einem schienengleichen Wegübergang bei Benneckenstein. Ein 65-jähriger Landwirt war dort mit einem Traktor und einem Anhänger auf einem Feldweg unterwegs. Als das Gespann die Gleise überquerte, näherte sich aus Richtung Benneckenstein eine Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen.
Der Zug fuhr in Richtung Ilfeld und damit auf den Landkreis Nordhausen zu. Der 40 Jahre alte Lokführer leitete nach Angaben der Polizei noch eine Gefahrenbremsung ein. Für einen Stillstand reichte die verbleibende Strecke jedoch nicht mehr aus. Die Dampflok kollidierte mit dem Traktor-Gespann und schleifte es mehrere Meter mit.
Die Wucht des Zusammenstoßes beschädigte beide Fahrzeuge erheblich. Der Traktorfahrer erlitt schwere Verletzungen. Rettungskräfte versorgten ihn zunächst an der Unfallstelle, anschließend wurde er mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Sein Zustand war nach einer späteren Mitteilung der Polizei stabil.
Unfall auf der Harzquerbahn löst Großeinsatz aus
Im Zug befanden sich neben dem Lokführer ein 24-jähriger Heizer und rund 20 Fahrgäste. Sie blieben bei dem Unfall auf der Harzquerbahn nach bisherigem Stand unverletzt. Einsatzkräfte brachten die Reisenden aus dem beschädigten Zug und betreuten sie im Bereich der Unfallstelle.
Insgesamt waren 53 Kräfte umliegender Freiwilliger Feuerwehren im Einsatz. Sie sicherten den Bahnübergang, unterstützten die medizinische Versorgung und halfen bei der Bergung des Traktors, des Anhängers und der Lokomotive. Während dieser Arbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht an der Hand.
Die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen waren aufwendig. Sowohl das landwirtschaftliche Gespann als auch die Dampflok waren nach dem Zusammenstoß nicht mehr fahr- beziehungsweise betriebsbereit. Angaben dazu, wann die Strecke vollständig geräumt und wieder freigegeben werden konnte, lagen zunächst nicht vor.
Rund 300.000 Euro Schaden nach Kollision
Der Sachschaden ist beträchtlich. Die Polizei beziffert die Schäden am Traktor und am Anhänger auf rund 250.000 Euro. An der Dampflok entstand vor allem im Frontbereich ein Schaden von schätzungsweise 50.000 Euro. Insgesamt beläuft sich die vorläufige Schadenssumme damit auf etwa 300.000 Euro.
Die beschädigte Lokomotive fällt vorerst aus. Reparaturen am Frontbereich sind notwendig, bevor sie wieder eingesetzt werden kann. Wie lange die Arbeiten dauern, ist noch nicht bekannt.
Der Ausfall hat zeitweise Folgen für den Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen. Bei einer mittäglichen Verbindung auf der Brockenbahn soll vorübergehend eine Diesellokomotive eingesetzt werden. Diese Ersatzregelung war zunächst bis Donnerstag, 23. Juli, vorgesehen. Ob darüber hinaus Änderungen notwendig werden, hängt vom Verlauf der Reparatur ab.
Unfallort liegt bei Benneckenstein
Der Unfall geschah bei Benneckenstein, einem Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz. Der Zusammenstoß ereignete sich damit in Sachsen-Anhalt und nicht im Landkreis Nordhausen. Die Verbindung nach Thüringen ergibt sich aus der Fahrtrichtung des Zuges: Die Dampflok war nach Polizeiangaben auf dem Weg in Richtung Ilfeld.
Ilfeld gehört zur Gemeinde Harztor im Landkreis Nordhausen. Eine genauere Bezeichnung des Bahnübergangs, des betroffenen Feldwegs oder des Streckenabschnitts veröffentlichte die Polizei bislang nicht.
Bei der Unfallstelle handelt es sich um einen unbeschrankten, schienengleichen Wegübergang. Solche Übergänge verbinden häufig landwirtschaftlich genutzte Wege über die Schienenstrecke. Welche Sichtverhältnisse dort zum Zeitpunkt der Kollision herrschten, ist nicht bekannt. Auch zu möglichem Bewuchs, anderen Sichthindernissen oder den örtlichen Warnhinweisen machten die Ermittler keine Angaben.
Warum der Traktor auf die Gleise fuhr, ist ungeklärt
Der genaue Hergang des Unfalls auf der Harzquerbahn wird weiter untersucht. Bislang steht lediglich fest, dass der Traktorfahrer den Übergang befuhr, während sich die Dampflok näherte. Warum es zur Überschneidung der Fahrwege kam, ist offen.
Die Polizei hat bisher keine Angaben zur Geschwindigkeit der beiden Fahrzeuge gemacht. Ebenso unklar ist, aus welcher Entfernung der Lokführer den Traktor erkennen konnte und wie viel Zeit zwischen der Gefahrenbremsung und dem Zusammenstoß verging.
Auch die Frage, ob technische Umstände, eingeschränkte Sicht oder menschliches Fehlverhalten eine Rolle spielten, ist noch nicht beantwortet. Eine Schuldzuweisung wäre deshalb verfrüht. Gesichert ist nur, dass der Lokführer vor der Kollision versuchte, die Dampflok durch eine Notbremsung zum Stillstand zu bringen.
Für die Ermittlungen dürften die Spuren am Bahnübergang, die Endpositionen der Fahrzeuge und die Schäden an Traktor und Lokomotive ausgewertet werden. Ob zusätzlich ein Sachverständiger eingeschaltet wurde, teilten die Behörden bislang nicht mit.
Schwer verletzter Fahrer, unverletzte Fahrgäste
Der 65-jährige Traktorfahrer ist der am schwersten Betroffene des Unfalls. Über die Art seiner Verletzungen wurden keine Einzelheiten veröffentlicht. Bekannt ist, dass er per Rettungshubschrauber in eine Klinik kam und sich sein Zustand später stabilisiert hatte.
Für die Insassen des Zuges endete die Kollision dagegen ohne körperliche Verletzungen. Dass Lokführer, Heizer und die rund 20 Reisenden unverletzt blieben, begrenzte die unmittelbaren Folgen des Unfalls. Dennoch war der Einsatz für Feuerwehr, Rettungsdienst und Bahn umfangreich.
Auch für den Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen ist die Kollision spürbar. Dampflokomotiven lassen sich bei einem Ausfall nicht ohne Weiteres ersetzen. Selbst wenn einzelne Verbindungen mit einer Diesellok aufrechterhalten werden können, bleibt die beschädigte Maschine bis zum Abschluss der Reparaturen außer Betrieb.
Die entscheidenden Fragen bleiben offen
Der Unfall bei Benneckenstein zeigt, wie schwer die Folgen einer Kollision an einem unbeschrankten Bahnübergang sein können. Innerhalb weniger Sekunden trafen ein landwirtschaftliches Gespann und eine schwere Dampflok aufeinander. Der Traktorfahrer wurde schwer verletzt, zwei Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt und Dutzende Einsatzkräfte waren über Stunden gebunden.
Was zu dem Zusammenstoß führte, lässt sich derzeit nicht abschließend beantworten. Erst die weiteren Ermittlungen können klären, wann der Traktor auf die Gleise fuhr, welche Sichtmöglichkeiten beide Fahrer hatten und ob der Unfall vermeidbar gewesen wäre. Bis dahin bleibt der belegbare Kern: Die Dampflok war in Richtung Ilfeld unterwegs, als sie bei Benneckenstein mit dem Traktor kollidierte – trotz einer eingeleiteten Gefahrenbremsung.


















