
Die Stadt Goslar bereitet die Anschaffung eines mobilen Spielgeräts für die Innenstadt vor und bindet die Bevölkerung in die Auswahl ein. Mehrere Entwürfe sollen öffentlich vorgestellt werden, bevor eine Entscheidung fällt. Das Projekt ist Teil der Initiative „Spielraum Altstadt Goslar“, mit der die Aufenthaltsqualität im historischen Zentrum verbessert werden soll. Offen ist noch, welche Gestaltung sich am Ende durchsetzt und wo das Spielgerät künftig eingesetzt wird.
Goslar, 17. März 2026 – Mit einem neuen Beteiligungsverfahren setzt die Stadt Goslar ihre Bemühungen fort, die Innenstadt familienfreundlicher zu gestalten. Geplant ist ein mobiles Spielgerät, das flexibel im Stadtgebiet eingesetzt werden kann und insbesondere in der Altstadt zusätzliche Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten schaffen soll. Bevor die Anlage umgesetzt wird, will die Stadt mehrere Entwürfe öffentlich zur Diskussion stellen und die Entscheidung bewusst nicht allein in der Verwaltung treffen.
Mobiles Spielgerät soll flexibel in der Goslarer Innenstadt eingesetzt werden
Das geplante Spielgerät unterscheidet sich von klassischen Spielplatzanlagen durch seine mobile Bauweise. Es soll nicht dauerhaft an einem festen Standort installiert werden, sondern an verschiedenen Orten innerhalb der Innenstadt genutzt werden können. Damit reagiert die Stadt auf die besonderen Anforderungen des historischen Stadtkerns, in dem feste Installationen häufig nur eingeschränkt möglich sind.
Die Altstadt von Goslar ist durch enge Platzverhältnisse, denkmalgeschützte Bereiche und eine vielfältige Nutzung geprägt. Plätze dienen gleichzeitig als Veranstaltungsorte, Aufenthaltsflächen, Verkehrsraum und Treffpunkt. Ein transportables Spielgerät ermöglicht es, zusätzliche Angebote zu schaffen, ohne dauerhaft in die bestehende Struktur einzugreifen.
Nach Angaben der Stadt soll die Anlage so konzipiert werden, dass sie bei Bedarf schnell auf- und abgebaut werden kann. Dadurch kann das Spielgerät bei Veranstaltungen, in Ferienzeiten oder an besonders frequentierten Orten eingesetzt werden, ohne andere Nutzungen dauerhaft zu beeinträchtigen.
Bürgerinnen und Bürger sollen über Entwürfe mitentscheiden
Bevor das mobile Spielgerät ausgewählt wird, setzt die Stadt auf ein Beteiligungsverfahren. Mehrere Entwürfe werden vorgestellt, über die Bürgerinnen und Bürger abstimmen oder Rückmeldungen geben können. Die Verwaltung will die Ergebnisse in die endgültige Entscheidung einfließen lassen.
Mit diesem Vorgehen verfolgt die Stadt ein Ziel, das in den vergangenen Jahren bei verschiedenen Projekten erprobt wurde: Maßnahmen im öffentlichen Raum sollen nicht nur geplant, sondern gemeinsam mit den späteren Nutzern entwickelt werden. Die Verantwortlichen erwarten, dass dadurch sowohl die Akzeptanz als auch die Qualität der Umsetzung steigt.
Gleichzeitig soll die Beteiligung sicherstellen, dass das Spielgerät möglichst unterschiedliche Anforderungen erfüllt. Neben Kindern und Familien spielen dabei auch die Interessen von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Besuchern der Innenstadt eine Rolle.
Projekt gehört zur Initiative „Spielraum Altstadt Goslar“
Das mobile Spielgerät ist Teil des Projekts „Spielraum Altstadt Goslar“, mit dem die Stadt seit einiger Zeit neue Spiel- und Aufenthaltsangebote im Zentrum schafft. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Innenstädte zunehmend nicht nur als Einkaufs- oder Verkehrsraum wahrgenommen werden, sondern als Lebensraum für unterschiedliche Generationen.
Mit zusätzlichen Spielmöglichkeiten sollen Familien stärker in die Innenstadt gezogen werden. Gleichzeitig soll das Angebot dazu beitragen, dass sich Kinder und Jugendliche häufiger im öffentlichen Raum aufhalten können, ohne auf klassische Spielplätze außerhalb des Zentrums angewiesen zu sein.
In der Vergangenheit wurden im Rahmen des Projekts bereits mehrere Spielbereiche neu gestaltet oder erweitert. Dabei wurden häufig Kinder direkt in die Planung einbezogen. Ihre Ideen wurden aufgenommen, geprüft und anschließend in konkrete Entwürfe umgesetzt. Die Stadt sieht darin einen wichtigen Baustein für nachhaltige Stadtentwicklung.
Externer Designer entwickelt mehrere Vorschläge
Für die Gestaltung des mobilen Spielgeräts wurde ein spezialisierter Spiel- und Lerndesigner beauftragt. Er soll verschiedene Varianten entwickeln, die sowohl gestalterisch als auch funktional den Anforderungen der Innenstadt entsprechen. Die Entwürfe werden anschließend im Beteiligungsverfahren vorgestellt.
Die Entscheidung für eine externe Planung soll sicherstellen, dass das Spielgerät nicht nur optisch zur historischen Umgebung passt, sondern auch sicher, langlebig und vielseitig nutzbar ist. Gerade im stark frequentierten innerstädtischen Bereich müssen Spielanlagen besonderen Belastungen standhalten.
Nach Abschluss der Beteiligung wird festgelegt, welcher Entwurf umgesetzt wird. Erst danach beginnt die konkrete Planung der Beschaffung und der späteren Nutzung.
Familienfreundlichkeit als Ziel der Innenstadtentwicklung
Die Einführung eines mobilen Spielgeräts ist Teil einer breiteren Strategie der Stadt Goslar, die Aufenthaltsqualität im Zentrum zu erhöhen. Neben baulichen Maßnahmen setzt die Kommune zunehmend auf Angebote, die den öffentlichen Raum für unterschiedliche Altersgruppen attraktiver machen.
Vor allem Familien gelten als wichtige Zielgruppe. Wenn Kinder in der Innenstadt spielen können, halten sich Eltern länger dort auf, nutzen Gastronomie und Einzelhandel und tragen damit zur Belebung bei. Gleichzeitig entsteht ein lebendigeres Stadtbild, das über reine Einkaufsfunktionen hinausgeht.
In vielen Städten wird deshalb versucht, Spiel- und Bewegungsangebote stärker in zentrale Bereiche zu integrieren. Mobile Anlagen gelten dabei als besonders geeignet, weil sie flexibel eingesetzt werden können und sich an wechselnde Anforderungen anpassen lassen.
Beteiligung wird in Goslar zunehmend zur Regel
Die aktuelle Abstimmung über das mobile Spielgerät folgt einem Verfahren, das in Goslar inzwischen regelmäßig angewendet wird. Bei verschiedenen Projekten – etwa bei Spielplätzen, Verkehrsplanungen oder Stadtentwicklungsmaßnahmen – wurden Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einbezogen.
Die Stadt nutzt dafür digitale Beteiligungsplattformen und öffentliche Präsentationen. Ziel ist es, Rückmeldungen möglichst früh zu erhalten, bevor Entscheidungen endgültig getroffen werden. Dieses Vorgehen soll verhindern, dass Planungen später auf Widerstand stoßen oder an den Bedürfnissen der Nutzer vorbeigehen.
Auch beim Projekt „Spielraum Altstadt Goslar“ wurde bereits mehrfach auf diese Weise gearbeitet. Besonders bei Spielplatzprojekten wurden Kinder gezielt beteiligt, weil sie die Anlagen später selbst nutzen. Ihre Vorschläge flossen in die Planung ein und wurden teilweise direkt umgesetzt.
Mobile Lösungen für eine historische Innenstadt
Die Entscheidung für ein mobiles Spielgerät hängt eng mit den besonderen Rahmenbedingungen der Goslarer Altstadt zusammen. Als historischer Stadtkern mit zahlreichen denkmalgeschützten Gebäuden bietet sie nur begrenzte Möglichkeiten für dauerhafte bauliche Veränderungen.
Gleichzeitig wird der öffentliche Raum intensiv genutzt. Veranstaltungen, Märkte, touristische Angebote und Gastronomie benötigen Platz, der nicht dauerhaft belegt werden kann. Ein fest installiertes Spielgerät würde diese Nutzungsmöglichkeiten einschränken.
Eine mobile Anlage kann dagegen zeitweise aufgebaut und bei Bedarf wieder entfernt werden. Dadurch lassen sich Spielangebote schaffen, ohne die Flexibilität des Stadtraums aufzugeben. Die Stadt sieht darin einen praktikablen Weg, unterschiedliche Interessen miteinander zu verbinden.
Weitere Schritte nach Abschluss der Abstimmung
Wann das Spielgerät erstmals in der Innenstadt eingesetzt wird, hängt vom Verlauf des Beteiligungsverfahrens ab. Nach Abschluss der Abstimmung muss der ausgewählte Entwurf technisch ausgearbeitet und beschafft werden. Erst danach kann die Anlage aufgebaut werden.
Die Stadt geht davon aus, dass das Spielgerät künftig an verschiedenen Orten innerhalb der Altstadt eingesetzt wird. Dadurch sollen immer wieder neue Spielmöglichkeiten entstehen, ohne dass ein fester Standort festgelegt werden muss.
Langfristig könnte das Konzept auch auf weitere Projekte übertragen werden. Mobile Angebote gelten als Möglichkeit, Innenstädte flexibel zu gestalten und gleichzeitig neue Aufenthaltsqualität zu schaffen.
Innenstadt soll lebendiger und vielseitiger werden
Mit dem Beteiligungsverfahren für das mobile Spielgerät setzt die Stadt Goslar ihren Kurs fort, die Altstadt schrittweise weiterzuentwickeln. Statt großer baulicher Eingriffe stehen dabei zunehmend kleinere, flexibel nutzbare Maßnahmen im Mittelpunkt. Ziel ist es, den historischen Stadtraum zu erhalten und gleichzeitig neue Nutzungen zu ermöglichen.
Ob das mobile Spielgerät diesen Anspruch erfüllt, wird sich nach Abschluss der Beteiligung zeigen. Die Entscheidung darüber liegt nicht allein bei der Verwaltung, sondern auch bei den Bürgerinnen und Bürgern, die das Angebot später nutzen sollen. Damit wird das Projekt zugleich zu einem weiteren Beispiel dafür, wie Stadtentwicklung in Goslar zunehmend gemeinsam gestaltet wird.







