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Selbstbewusst frühstücken! Inspiration, Austausch und Musik beim Frauenfrühstück in Halberstadt
Symbolisches Foto eines Frühstückstisches mit Kaffee, Brötchen und frischem Obst. Das Bild dient als Nachstellung und zeigt kein echtes Veranstaltungsmotiv.
Halberstadt, 3. November 2025 –Schon beim Betreten des hellen Saals in den Diakonie Werkstätten duftet es nach frischem Kaffee und warmen Brötchen. Stimmengewirr, Gelächter und das Klingen von Tassen erfüllen den Raum, während die ersten Sonnenstrahlen durch die großen Fenster fallen. Ein ganz gewöhnlicher Samstagmorgen im Harz? Keineswegs. Hier beginnt ein besonderer Vormittag, der Frauen verbindet, stärkt und inspiriert.
Ein Treffpunkt für Frauen, die ihr Licht auf den Scheffel stellen wollen
Am Samstag, dem 8. November 2025, wird Halberstadt zum Zentrum weiblicher Inspiration in der Harzregion. Das beliebte Frauenfrühstück, organisiert von der Initiative „Frauen für Halberstadt“ in Kooperation mit den Diakonie Werkstätten Halberstadt, lädt Frauen jeden Alters ein, einen Vormittag voller Austausch, Musik und Genuss zu erleben. Beginn ist um 9 Uhr, Einlass ab 8:30 Uhr – und wer pünktlich kommt, wird mit einem reich gedeckten Frühstücksbuffet empfangen, das keine Wünsche offenlässt.
Das Motto in diesem Jahr lautet: „Stell dein Licht mal AUF den Scheffel – Das Ende des Tiefstapelns“. Referentin Lucia Parthen, Diplom-Pädagogin, Mediatorin und erfahrene Kommunikationscoachin, nimmt die Gäste mit auf eine humorvolle, aber auch tiefgehende Reise in die Welt weiblicher Bescheidenheit. „Viele Frauen neigen dazu, ihre Leistungen herunterzuspielen“, erklärt Parthen. „Doch gerade im beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld ist es wichtig, das eigene Können sichtbar zu machen.“
Mehr als Frühstück – ein Erlebnis für Sinne und Seele
Was das Frauenfrühstück im Harz besonders macht, ist die Verbindung von Kulinarik, Kultur und Gespräch. Zwischen Croissants und Kaffee erklingen sanfte Melodien eines ukrainischen Chors, der den Vormittag musikalisch begleitet. Die Buchhandlung Schönherr präsentiert aktuelle Frauenliteratur – Bücher über Mut, Lebensfreude und Selbstbewusstsein – und die Werkstätten der Diakonie bieten handgefertigte Produkte an, liebevoll gestaltet, perfekt als kleine Geschenkidee für die anstehende Weihnachtszeit.
Die Stimmung ist dabei eine Mischung aus Leichtigkeit und Nachdenklichkeit. Viele Teilnehmerinnen schätzen genau das: eine Atmosphäre, in der man sich begegnen kann – ohne Konkurrenz, ohne Bewertung. „Ich gehe jedes Jahr hin, weil ich neue Frauen kennenlerne und gestärkt nach Hause komme“, sagt eine Teilnehmerin aus der Harzregion, die seit der ersten Veranstaltung dabei ist.
Ein Teil der Halberstädter Frauenwoche
Das Frühstück ist gleichzeitig der Auftakt zur 3. Halberstädter Frauenwoche, die bis zum 24. November mit zahlreichen Aktionen, Workshops und Diskussionsrunden fortgesetzt wird. Ihr gemeinsames Ziel: Frauen in der Harzregion sichtbar machen, vernetzen und stärken. Der Frauenanteil in Führungspositionen liegt laut aktuellen Studien in Deutschland bei nur rund 28 Prozent – ein Wert, der sich seit Jahren kaum verändert hat. Veranstaltungen wie das Frauenfrühstück setzen genau hier an: Sie bieten Raum für Begegnungen, in denen Selbstvertrauen wächst und neue Ideen entstehen können.
„Wir wollen zeigen, dass Empowerment auch im Kleinen beginnt“, so eine Sprecherin der Initiative. „Wenn Frauen sich gegenseitig unterstützen und inspirieren, entsteht eine Energie, die weit über den Vormittag hinauswirkt.“
Warum Netzwerke im Harz immer wichtiger werden
Die Bedeutung solcher Veranstaltungen wird auch durch Zahlen untermauert. Laut einer Erhebung des Netzwerks „Frau und Beruf“ sind rund 75 Prozent der Frauen in Deutschland in keinem aktiven Netzwerk tätig. Dabei sind Netzwerke entscheidend für Karriereentwicklung, Austausch und Sichtbarkeit. Besonders im ländlichen Raum wie dem Harz, wo berufliche Strukturen oft kleiner und informeller sind, können solche Treffen zum Schlüsselfaktor werden.
Das Frauenfrühstück bietet hier eine niedrigschwellige Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen – ganz ohne Business-Dresscode oder Hierarchien. Stattdessen stehen persönliche Gespräche, gemeinsames Lachen und gegenseitige Ermutigung im Vordergrund. „Manchmal reicht ein gutes Gespräch bei einer Tasse Kaffee, um eine neue Richtung im Leben einzuschlagen“, sagt Lucia Parthen in einem ihrer Vorträge. Ein Satz, der vielen Frauen an diesem Vormittag im Gedächtnis bleiben dürfte.
Die kleinen Details, die Atmosphäre schaffen
Die Diakonie Werkstätten am Bahndamm 9 in Halberstadt sind ein Ort, der Wärme ausstrahlt – Holzdecken, handgefertigte Dekorationen, frische Blumen auf den Tischen. Die Mitarbeitenden haben alles bis ins Detail vorbereitet. Servietten in sanften Herbstfarben, duftender Tee, Marmeladen aus der Region. Der Harz zeigt sich an diesem Morgen von seiner gastfreundlichsten Seite.
„Es ist diese Mischung aus Regionalität und Gemeinschaft, die das Frauenfrühstück so besonders macht“, beschreibt eine Helferin des Frauenzentrums Lilith, das den Kartenvorverkauf organisiert. Die Karten kosten 15 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder zwischen 4 und 12 Jahren – ein symbolischer Preis, der möglichst vielen Frauen den Zugang ermöglicht. „Wir wollen, dass keine draußen bleibt“, sagt sie.
Musik, Literatur und Handwerk – drei Säulen des Programms
Musik: Ukrainischer Chor mit traditionellen und modernen Liedern.
Literatur: Buchvorstellung durch die Buchhandlung Schönherr, Fokus auf weibliche Lebenswege.
Handwerk: Ausstellung handgefertigter Produkte aus den Diakonie Werkstätten.
Gerade diese Verbindung aus Kultur und Kulinarik spricht viele Frauen an, die nicht nur einen Vortrag hören, sondern inspiriert werden wollen. Die Veranstaltung schafft es, Themen wie Selbstbewusstsein, Rollenbilder und Gleichberechtigung in eine warmherzige, gemeinschaftliche Atmosphäre einzubetten – ein Konzept, das in der Harzregion immer mehr Zuspruch findet.
Herausforderungen und neue Perspektiven
In Online-Foren wird allerdings auch diskutiert, wie sich klassische Formate wie das „Frauenfrühstück“ modernisieren lassen. Einige jüngere Frauen empfinden den Begriff als altmodisch, wünschen sich modernere Formate wie „Ladies Brunch“ oder „Networking Lunch“. Auch der Veranstaltungsort spielt eine Rolle: Ein Gemeindehaus könne abschreckend wirken, heißt es in Diskussionen. Die Organisatorinnen in Halberstadt nehmen solche Rückmeldungen ernst – und setzen zunehmend auf Social Media, um neue Zielgruppen zu erreichen. Auf Facebook und Instagram wird die Veranstaltung inzwischen regelmäßig beworben, und die Resonanz ist groß.
„Wir müssen uns weiterentwickeln, um auch die jüngere Generation anzusprechen“, so eine Vertreterin des Frauenzentrums. „Aber das Herzstück bleibt: Gemeinschaft unter Frauen.“
Empowerment mit Herz – warum es im Harz besonders wirkt
Im Harz, wo viele Orte noch stark von traditionellen Strukturen geprägt sind, entfalten solche Veranstaltungen eine besondere Kraft. Sie sind Orte, an denen Frauen ihre Geschichten erzählen, über Erfolge sprechen und sich gegenseitig Mut machen. Studien zeigen, dass Frauen, die regelmäßig an Netzwerkveranstaltungen teilnehmen, sich im beruflichen Alltag selbstbewusster zeigen und häufiger Führungsverantwortung übernehmen. Der Austausch im vertrauten Rahmen – ohne Konkurrenzdruck – wirkt wie ein Katalysator für persönliches Wachstum.
Und genau das spürt man auch in Halberstadt. Zwischen den Frühstückstischen entsteht ein stilles Verständnis: Jede hier hat ihre eigene Geschichte, und jede kann etwas beitragen. „Ich bin heute gekommen, weil ich mich neu orientieren möchte“, erzählt eine Teilnehmerin. „Es tut gut, zu sehen, dass man mit seinen Fragen nicht allein ist.“
Zwischen Croissant und Courage – ein Vormittag, der nachwirkt
Wenn gegen Mittag die letzten Tassen gespült sind und der Raum sich leert, bleibt ein Gefühl zurück, das sich schwer in Worte fassen lässt. Es ist die Mischung aus Inspiration, Dankbarkeit und der leisen Erkenntnis, dass kleine Begegnungen Großes bewirken können. Das Frauenfrühstück in Halberstadt ist weit mehr als eine Veranstaltung – es ist ein Symbol für Zusammenhalt, für Mut und für den Wandel, der im Kleinen beginnt.
Die Harzregion zeigt mit diesem Format, wie lokale Gemeinschaften wachsen können, wenn Menschen sich öffnen und unterstützen. Vielleicht ist das der eigentliche Erfolg dieses Vormittags: dass jede Frau ein Stück gestärkter nach Hause geht – mit einem Lächeln, neuen Gedanken und dem Gefühl, nicht länger ihr Licht unter den Scheffel zu stellen.
Ein starkes Signal aus Halberstadt
Halberstadt sendet mit dem Frauenfrühstück ein deutliches Signal in die Region: Gemeinschaft, Solidarität und weibliche Stärke gehören zusammen. In einer Zeit, in der viele Menschen nach Orientierung suchen, zeigt die Veranstaltung, dass es Orte gibt, an denen Begegnung und gegenseitige Unterstützung mehr zählen als Status oder Karriere. Der Harz, oft als still und traditionsbewusst beschrieben, beweist hier einmal mehr, dass Veränderung auch mit einem Brötchen, einer Tasse Kaffee – und einer guten Portion Selbstbewusstsein beginnen kann.
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