Nahe der Rappbodetalsperre ist am Dienstag ein Wald- und Vegetationsbrand ausgebrochen. Die Feuerwehr rückte mit rund 60 Einsatzkräften, mehreren Tanklöschfahrzeugen und dem Harzer Löschflugzeug „Hexe 1“ an. Nach mehreren Wasserabwürfen aus der Luft war der Brand am Nachmittag gelöscht – die Ursache ist bislang nicht gesichert bekannt.

Neuwerk/Rappbodetalsperre, 24. Juni 2026 – Der Rauch war im Bereich des Bodetals sichtbar, die Einsatzstelle lag am Schieferberg nahe Neuwerk und damit unweit der Rappbodetalsperre. Gegen 12.37 Uhr wurden die Feuerwehren alarmiert. Vor Ort fanden die Einsatzkräfte brennende Bodenvegetation und Waldboden vor. Es handelte sich nicht um einen ausgedehnten Großbrand, doch die Lage war für die Einsatzkräfte anspruchsvoll: Das Gelände war schwer zugänglich, die Umgebung bewaldet, die Vegetation trocken.

Gerade diese Kombination kann im Harz schnell kritisch werden. Ein Feuer, das zunächst nur eine begrenzte Fläche betrifft, kann sich bei Trockenheit und Wind rasch ausbreiten. Deshalb setzte die Feuerwehr früh auf eine breite Bekämpfung am Boden und Unterstützung aus der Luft. Neben rund 60 Feuerwehrleuten waren etwa 20 Fahrzeuge im Einsatz, darunter drei Tanklöschfahrzeuge. Zusätzlich wurde das Harzer Löschflugzeug „Hexe 1“ angefordert.

„Hexe 1“ unterstützt die Feuerwehr an der Rappbodetalsperre

Das Harzer Löschflugzeug „Hexe 1“ spielte bei dem Einsatz eine zentrale Rolle. Die Maschine flog nach den vorliegenden Angaben fünf Wasserabwürfe über dem Brandgebiet. Besonders in unwegsamem Gelände kann ein Löschflugzeug helfen, Zeit zu gewinnen und Brandstellen zu erreichen, die für Einsatzkräfte am Boden nur mit erheblichem Aufwand zugänglich sind.

Die Arbeit aus der Luft ersetzt die Brandbekämpfung am Boden nicht. Sie ergänzt sie. Während die Feuerwehrleute vor Ort Brandränder sichern, Glutnester ablöschen und ein erneutes Aufflammen verhindern, kann das Löschflugzeug größere Wassermengen gezielt über schwer erreichbaren Bereichen abwerfen. Am Schieferberg nahe der Rappbodetalsperre war genau diese Kombination entscheidend: Löschwasser aus der Luft, Tanklöschfahrzeuge auf den Zufahrtswegen, Einsatzkräfte direkt am Brandbereich.

Warum die Lage trotz kleinerer Brandfläche ernst genommen wurde

Die Angaben zur betroffenen Fläche bewegten sich nach den vorliegenden Informationen zwischen rund 100 Quadratmetern brennendem Waldboden und Vegetation sowie einem betroffenen Bereich von etwa 500 Quadratmetern. Für die Einsatzbewertung war jedoch nicht allein die Größe entscheidend. Wichtiger war, dass der Brand in einem Waldgebiet ausgebrochen war, das nicht einfach zu erreichen ist.

Im Harz sind solche Einsatzlagen besonders sensibel. Hänge, enge Wege, Waldboden, trockenes Unterholz und begrenzte Zufahrten erschweren die Löscharbeiten. Selbst wenn Flammen zunächst nur lokal auftreten, müssen Einsatzkräfte verhindern, dass sie sich über den Boden, Reisig, Gras oder angrenzende Vegetation weiterfressen. Deshalb wurde der Waldbrand an der Rappbodetalsperre mit erheblichem Aufwand bekämpft.

Waldbrandgefahr im Harz bleibt ein Dauerthema

Der Einsatz fiel in eine Phase erhöhter Waldbrandgefahr. In Sachsen-Anhalt und im Harz hatten trockene Witterung, warme Temperaturen und ausbleibender Regen die Lage zuletzt verschärft. Der Deutsche Wetterdienst bewertet die Waldbrandgefahr in fünf Stufen: von sehr geringer Gefahr bis zu sehr hoher Gefahr. Für Teile des Harzes wurden zuletzt mittlere bis hohe Werte ausgewiesen.

Für Feuerwehren bedeutet das: Alarmierungen wegen Rauchentwicklungen oder kleiner Vegetationsbrände werden sehr ernst genommen. Der Wald im Harz ist durch Trockenperioden, Schädlingsbefall und geschädigte Bestände ohnehin belastet. Kommt ein Feuer hinzu, kann sich eine zunächst überschaubare Lage unter ungünstigen Bedingungen rasch verändern.

Der Waldbrand an der Rappbodetalsperre zeigt deshalb, warum frühe Meldungen und schnelle Reaktionen entscheidend sind. Je früher ein Brand erkannt wird, desto größer ist die Chance, ihn einzugrenzen, bevor er sich in schwer kontrollierbare Bereiche ausbreitet. Am Dienstag gelang das: Gegen 16 Uhr war der Einsatz beendet, der Brand gelöscht.

Was Besucher und Anwohner jetzt beachten sollten

Bei erhöhter Waldbrandgefahr kommt es auf konsequente Vorsicht an. Schon kleine Unachtsamkeiten können Brände auslösen. Das gilt besonders in touristisch stark besuchten Regionen wie dem Gebiet rund um die Rappbodetalsperre. Wanderer, Ausflügler und Autofahrer sollten Waldwege freihalten, Rauchentwicklungen sofort melden und alles vermeiden, was Funken oder Hitze verursachen kann.

  • Kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe entzünden.
  • Zigarettenreste niemals in die Natur werfen.
  • Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras oder trockener Vegetation abstellen.
  • Zufahrten, Waldwege und Rettungswege für Einsatzfahrzeuge freihalten.
  • Rauch, Brandgeruch oder Flammen sofort über den Notruf melden.

Ein Löschflugzeug als Teil der Harzer Waldbrandvorsorge

Die „Hexe 1“ steht seit 2023 für Einsätze im Harz bereit. Das Harzer Löschflugzeug wurde nach den schweren Waldbrandlagen am Brocken in die regionale Vorsorge eingebunden. Stationiert ist die Maschine während der Saison am Verkehrslandeplatz Ballenstedt. Von dort aus kann sie bei Waldbränden im Harz schnell starten und Einsatzstellen aus der Luft unterstützen.

Bei der Maschine handelt es sich um ein einmotoriges Löschflugzeug vom Typ PZL M18 Dromader. Es kann mehr als 2.000 Liter Löschwasser aufnehmen und über Brandflächen abwerfen. Für eine Mittelgebirgsregion wie den Harz ist diese Fähigkeit besonders wertvoll. Denn nicht jedes Feuer liegt an einer Straße, nicht jede Einsatzstelle ist mit großen Fahrzeugen erreichbar, und nicht überall steht Löschwasser unmittelbar bereit.

Der Einsatz an der Rappbodetalsperre verdeutlicht, wie die regionale Waldbrandbekämpfung heute organisiert ist: klassische Feuerwehrarbeit, Tanklöschfahrzeuge, Lageerkundung und Luftunterstützung greifen ineinander. Entscheidend bleibt dennoch die Arbeit der Einsatzkräfte am Boden. Sie beurteilen die Lage, sichern die Ränder, kontrollieren Glutnester und stellen sicher, dass das Feuer nicht wieder aufflammt.

Die wichtigsten Einsatzdaten im Überblick

Bereich Angabe
Einsatzort Neuwerk am Schieferberg, nahe der Rappbodetalsperre
Alarmierung Dienstag, 23. Juni 2026, gegen 12.37 Uhr
Lage Wald- und Vegetationsbrand in schwer zugänglichem Gelände
Einsatzkräfte rund 60 Feuerwehrleute
Fahrzeuge etwa 20 Fahrzeuge, darunter drei Tanklöschfahrzeuge
Luftunterstützung Harzer Löschflugzeug „Hexe 1“ mit fünf Wasserabwürfen
Einsatzende gegen 16 Uhr

Schwer zugängliches Gelände fordert die Einsatzkräfte

Die Rappbodetalsperre gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen im Harz. Die Landschaft ist geprägt von Wald, Hanglagen und tief eingeschnittenen Tälern. Für Besucher ist das Teil der Attraktivität der Region. Für Rettungs- und Einsatzkräfte kann genau diese Topografie zur Herausforderung werden.

Wenn es in solchen Bereichen brennt, zählt nicht nur die Entfernung zur nächsten Straße. Entscheidend sind Zufahrten, Wassertransport, sichere Standorte für Fahrzeuge, Wege für Schlauchleitungen und die Frage, wie Einsatzkräfte an die Flammen gelangen, ohne sich selbst zu gefährden. Bei dem Waldbrand nahe der Rappbodetalsperre kamen diese Faktoren zusammen. Die Feuerwehr musste schnell handeln, aber zugleich kontrolliert vorgehen.

Dass der Brand nach wenigen Stunden gelöscht war, spricht für das abgestimmte Vorgehen. Die Einsatzkräfte verhinderten eine größere Ausbreitung, die „Hexe 1“ unterstützte aus der Luft, Tanklöschfahrzeuge stellten zusätzlich Löschwasser bereit. Eine gesicherte Angabe zur Brandursache liegt bislang nicht vor.

Der Einsatz macht die Verwundbarkeit des Oberharzes sichtbar

Der Waldbrand an der Rappbodetalsperre war nach bisherigen Informationen begrenzt. Trotzdem bleibt er ein Warnsignal. Der Oberharz ist in trockenen Phasen anfällig für Vegetationsbrände, weil Gelände, Waldzustand und Wetterbedingungen die Einsatzlage schnell verschärfen können. Kleine Feuer dürfen deshalb nicht unterschätzt werden.

Am Dienstag griffen die Schutzmechanismen: Die Alarmierung erfolgte früh, die Feuerwehr rückte mit starken Kräften aus, das Harzer Löschflugzeug „Hexe 1“ wurde eingebunden. So konnte verhindert werden, dass aus einem Brand in schwer zugänglichem Gelände eine deutlich größere Lage wurde. Für die kommenden Tage bleibt entscheidend, wie sich Wetter, Trockenheit und Waldbrandgefahr entwickeln – und wie aufmerksam Menschen in der Region mit der Natur umgehen.