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Artenschutz im Harz

Drei Luchsjunge im Nationalpark Harz sollen 2027 ausgewildert werden

Ein Eurasischer Luchs steht aufmerksam in einem dichten Wald
Symbolbild: Der Nachwuchs im Harzer Luchsprogramm soll später Wiederansiedlungsprojekte unterstützen.

Im Nationalpark Harz gibt es neuen Luchsnachwuchs: Die Luchsin Rikki hat drei Jungtiere bekommen. Die Tiere sollen nicht als Besucherattraktion aufwachsen, sondern langfristig Wiederansiedlungsprojekte in Deutschland unterstützen.

Nach einem Bericht der Welt teilte der Nationalpark Harz mit, dass Rikki drei Kätzchen zur Welt gebracht hat. Für das Artenschutzprogramm ist das ein wichtiger Schritt, weil die Jungtiere später an eines der laufenden Wiederansiedlungsprojekte abgegeben werden sollen. Genannt werden unter anderem der Thüringer Wald, das Erzgebirge und der Schwarzwald. Die Abgabe ist demnach für Anfang 2027 vorgesehen.

Rikki lebt mit dem Luchsmännchen Reto in einem abgeschirmten Freigehege des Nationalparks. Das Gehege ist nach den Angaben nicht öffentlich zugänglich und auch nicht einsehbar. Diese Trennung ist Teil des Konzepts: Die Jungtiere sollen möglichst wenig Kontakt zu Menschen haben, damit sie später bessere Chancen haben, sich in einer natürlichen Umgebung zurechtzufinden.

Warum der Nachwuchs für das Luchsprogramm wichtig ist

Der Eurasische Luchs war in weiten Teilen Mitteleuropas lange verschwunden. Das Luchsprojekt Harz beschreibt die Wiederansiedlung seit dem Jahr 2000 als einen der ersten entsprechenden Versuche in Deutschland. Inzwischen gilt der Luchs im Harz wieder als etabliert, breitet sich aber nur langsam aus. Genau deshalb sind Nachwuchs, genetische Vielfalt und die Vernetzung einzelner Vorkommen für den Artenschutz so wichtig.

Der aktuelle Nachwuchs ist dabei nicht nur eine regionale Nachricht aus dem Harz. Er steht auch für eine größere Aufgabe: Luchspopulationen brauchen langfristig Austausch zwischen verschiedenen Gebieten. Isolierte Bestände können anfälliger für genetische Verarmung sein. Jungtiere aus kontrollierten Erhaltungsprogrammen können helfen, neue Populationen aufzubauen oder bestehende Projekte zu stärken.

Rikki und Reto bleiben im Hintergrund

Rikki kam 2025 aus dem Zoo in Kyiv in den Harz. Reto stammt aus einem Schweizer Tierpark. Zusammen bilden sie im Harz ein Zuchtpaar, dessen Nachwuchs für die Wiederansiedlung vorgesehen ist. Dass die Geburt zunächst nicht sofort eindeutig war, passt zu der zurückhaltenden Betreuung im Gehege. Laut Bericht wurde der Verdacht auf Nachwuchs erst bestätigt, als ein Tierpfleger Mitte Mai Laute eines Jungtiers aus der dichten Vegetation hörte.

Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Die drei Jungtiere sind kein Ausflugsziel. Wer im Harz Luchse erleben möchte, sollte offizielle Angebote und Beobachtungsmöglichkeiten nutzen und zugleich respektieren, dass Schutzprojekte oft gerade dann funktionieren, wenn die Tiere möglichst wenig gestört werden.

Harz bleibt wichtiger Ort für die Rückkehr des Luchses

Der Harz spielt bei der Rückkehr des Luchses seit Jahren eine besondere Rolle. Das Luchsprojekt Harz verweist darauf, dass die Art in Mitteleuropa durch intensive Verfolgung vor rund 200 Jahren verschwand und seit Anfang der 2000er Jahre im Harz wieder angesiedelt wurde. Heute steht das Projekt nicht mehr nur für die Rückkehr einer seltenen Tierart in eine Region, sondern auch für die Frage, wie Naturschutz über Grenzen einzelner Schutzgebiete hinaus funktionieren kann.

Ob die drei Jungtiere 2027 tatsächlich in eines der genannten Wiederansiedlungsgebiete kommen, hängt vom weiteren Verlauf der Aufzucht und den Anforderungen der Projekte ab. Die Richtung ist aber klar: Der Nachwuchs aus dem Nationalpark Harz soll nicht im Schaufenster stehen, sondern später draußen helfen, Luchse in Deutschland stabiler zu vernetzen.

Quellen

  1. Drei Luchsjunge für Wiederansiedlung im Nationalpark HarzWelt
  2. Das Luchsprojekt HarzLuchsprojekt Harz
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