Kultur im Harz
Alte Post in Blankenburg öffnet für Lesefestival mit Live-Musik

Kultur im Harz

Ein historisches Postamt wird für einen Tag zur Bühne für Literatur und Live-Musik. Am 7. November 2026 laden zwei Kulturinitiativen zum Lesefestival in die Alte Post in Blankenburg ein. Das Programm reicht von Angeboten für Familien bis zu abendlichen Lesungen und Konzerten – und lenkt zugleich die Aufmerksamkeit auf die ungeklärte Zukunft des seit Jahren weitgehend ungenutzten Gebäudes.
Blankenburg, 2. November 2026. Mehr als zwei Jahrzehnte ist es her, dass die Post das historische Gebäude an der Löbbeckestraße 10 verlassen hat. Am kommenden Samstag sollen sich die Räume wieder mit Besuchern füllen. Wo einst Briefe und Pakete über die Schalter gingen, stehen dann Literatur, Musik und Gespräche im Mittelpunkt. Der Verein Kulturmotor Harz und das Frauenschreibkollektiv Harz veranstalten am 7. November ein Lesefestival in der Alten Post in Blankenburg.
Unter dem Motto „Hier geht die Post ab – zieht euch warm an!“ wollen die Organisatoren regionale Kulturschaffende und ihr Publikum zusammenbringen. Geplant sind Lesungen, musikalische Auftritte, kreative Schreibangebote und ein eigenes Familienprogramm. Die Veranstaltung beginnt am Nachmittag und wird am Abend mit Literatur und Live-Musik fortgesetzt.
Die Stadt Blankenburg bestätigt den Termin in ihrem offiziellen Veranstaltungskalender. Während die wesentlichen Programmpunkte und Einlasszeiten feststehen, sind einzelne organisatorische Fragen noch offen. Dazu gehören insbesondere die konkreten Eintrittspreise und die Bedingungen für einen möglichst barrierearmen Zugang.
Das Lesefestival in Blankenburg ist als Veranstaltung für unterschiedliche Altersgruppen angelegt. Statt einer durchgehenden Reihe von Autorenlesungen sieht das Konzept mehrere Programmabschnitte vor. Familien erhalten am Nachmittag ein eigenes Angebot. Abends stehen literarische Beiträge und Musik im Vordergrund.
Der Einlass für das Familienprogramm beginnt um 15.30 Uhr. Eine halbe Stunde später startet der erste Veranstaltungsblock, der bis 18 Uhr vorgesehen ist. Kinder können nach Angaben der Stadt kostenlos daran teilnehmen. Ergänzt wird das literarische Angebot durch kreative Schreibimpulse, bei denen sich Besucher selbst mit Sprache und Texten beschäftigen können.
Um 18.30 Uhr beginnt der Einlass zur Abendveranstaltung. Ab 19 Uhr sind Lesungen und Live-Musik geplant. Anschließend soll Gelegenheit für Gespräche und einen musikalischen Ausklang bleiben. Eine verbindliche Schlusszeit wurde bislang nicht veröffentlicht.
| Uhrzeit | Programmpunkt |
|---|---|
| 15.30 Uhr | Einlass zum Familienprogramm |
| 16.00 Uhr | Beginn des Familienprogramms |
| 18.00 Uhr | Ende des Familienblocks |
| 18.30 Uhr | Einlass zur Abendveranstaltung |
| 19.00 Uhr | Lesungen und Live-Musik |
| Im Anschluss | Gespräche und musikalischer Ausklang |
Für das Festival sind sowohl Tageskarten als auch Eintrittskarten für einzelne Programmblöcke angekündigt. Konkrete Preise gehen aus den bislang vorliegenden offiziellen Informationen nicht hervor. Wer die Veranstaltung besuchen möchte, sollte die aktuellen Hinweise der Organisatoren berücksichtigen.
Die ungewöhnliche Kulisse ist ein wesentlicher Bestandteil des Veranstaltungskonzepts. Das ehemalige Kaiserliche Postamt stammt aus dem Jahr 1905. Seine ursprüngliche Funktion hat das Gebäude längst verloren. Seit dem Auszug der Post vor gut 20 Jahren wird es nicht mehr dauerhaft als Postamt genutzt.
Am 7. November 2026 findet in der historischen Alten Post in Blankenburg ein Lesefestival mit Live-Musik und Familienprogramm statt. Organisiert wird es vom Kulturmotor Harz und dem Frauenschreibkollektiv Harz.
Ganz verschwunden ist das Haus aus dem öffentlichen Blick allerdings nicht. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtete, wurde die Alte Post bereits mehrfach als Filmkulisse verwendet. Unter anderem fanden dort Dreharbeiten für die ARD-Krimiserie „Alles Klara“ und die Produktion „Die Schule der magischen Tiere“ statt.
Für das Lesefestival sollen nun erneut die historischen Räume genutzt werden. Besonders das Foyer, die frühere Schalterhalle und die großen Fenster prägen das Innere des Gebäudes. Die Architektur ist damit nicht bloß Hintergrund für das Programm. Sie gehört zum Charakter der Veranstaltung, die bewusst außerhalb eines herkömmlichen Kulturhauses stattfindet.
Wer nach verlassenen Gebäuden im Harz sucht, stößt häufig auf den Begriff „Lost Place“. Auch die Alte Post in Blankenburg lässt sich wegen ihrer langen Nutzungspause in diesen Zusammenhang einordnen. Ganz zutreffend ist die Bezeichnung jedoch nicht.
Das ehemalige Postamt ist weder nachweislich vollständig aufgegeben noch ein allgemein zugänglicher Ort für Erkundungen. Die Nutzung als Filmkulisse und das geplante Lesefestival zeigen vielmehr, dass das Gebäude zeitweise für andere Zwecke geöffnet werden kann.
Gerade dieser Unterschied ist für die Veranstaltung entscheidend. Die Organisatoren setzen nicht auf den Reiz eines unzugänglichen Gebäudes, sondern auf eine organisierte kulturelle Nutzung. Das historische Umfeld bleibt erhalten, während die Räume vorübergehend eine neue Funktion bekommen.
Ein Lesefestival in einem lange nicht regulär genutzten Gebäude verlangt andere Vorbereitungen als eine Veranstaltung in einem bestehenden Kulturzentrum. Technische Einrichtungen, Versorgung und Zugänglichkeit müssen für den vorgesehenen Betrieb berücksichtigt werden.
Nach Recherchen des MDR waren im Vorfeld unter anderem Arbeiten an der Wasserversorgung notwendig. Hinzu kamen organisatorische und technische Fragen, die sich aus der Nutzung des historischen Gebäudes ergeben.
Auch die Zugänglichkeit spielt eine Rolle. Die Veranstalter verfolgen das Ziel, einen möglichst barrierearmen Zugang zu ermöglichen. Ob und in welchem Umfang entsprechende Maßnahmen bis zum Veranstaltungstag umgesetzt werden, ist anhand der bislang veröffentlichten Angaben nicht abschließend zu beurteilen.
Für Menschen, die auf einen barrierefreien Zugang angewiesen sind, bleibt eine vorherige Klärung deshalb sinnvoll. Eine verbindliche Aussage über die uneingeschränkte Zugänglichkeit sämtlicher Veranstaltungsbereiche liegt nicht vor.
Inhaltlich setzen der Kulturmotor Harz und das Frauenschreibkollektiv Harz auf die Verbindung verschiedener kultureller Ausdrucksformen. Literatur bildet den Ausgangspunkt, wird aber durch Musik, Kunst und eigene Schreibangebote ergänzt.
Hendrikje Wiards vom Kulturmotor Harz gehört zum Organisationsteam. Evelyn Gebhardt vom Frauenschreibkollektiv Harz erläuterte gegenüber dem MDR den Gedanken, Schreibenden einen direkten Austausch mit ihrem Publikum zu ermöglichen. Die Lesungen sollen damit nicht ausschließlich der Präsentation fertiger Texte dienen. Auch Reaktionen und Gespräche gehören zum Konzept.
Die musikalischen Beiträge sollen von Künstlern aus der Region kommen. Eine vollständige, verbindlich bestätigte Liste aller auftretenden Bands sowie Autorinnen und Autoren liegt bislang allerdings nicht vor. Einzelne Namen lassen sich deshalb nicht zuverlässig einem konkreten Programmpunkt zuordnen.
Fest steht hingegen die inhaltliche Ausrichtung: Das Festival soll verschiedene Generationen ansprechen und kulturelle Begegnungen ermöglichen. Dazu passt die Aufteilung zwischen Familienprogramm und Abendveranstaltung. Auch die Präsentation regionaler Kunstwerke ist vorgesehen.
Mit dem Lesefestival erhält ein Gebäude Aufmerksamkeit, dessen ursprüngliche Aufgabe seit Langem entfallen ist. Die Alte Post steht damit beispielhaft für historische Bauten, die zwar weiterhin zum Stadtbild gehören, im Alltag aber keine vergleichbare öffentliche Funktion mehr erfüllen.
Für einen Veranstaltungstag ändert sich das. Besucher können das ehemalige Postamt im Rahmen eines organisierten Kulturprogramms erleben. Die frühere Schalterhalle wird zum Veranstaltungsraum, das historische Umfeld zum Treffpunkt für Literatur- und Musikinteressierte.
Eine dauerhafte Wiedereröffnung ist damit allerdings nicht verbunden. Weder eine langfristige kulturelle Nutzung noch ein verbindliches Konzept für die weitere Entwicklung des Gebäudes sind bislang bekannt. Das Festival ist zunächst ein zeitlich begrenztes Projekt.
Ob daraus weitere Veranstaltungen entstehen, hängt von Entwicklungen ab, über die derzeit keine gesicherten Angaben vorliegen. Auch über eine mögliche künftige Nutzung der Alten Post lässt sich aus dem Festival allein keine Entscheidung ableiten.
Am 7. November steht in Blankenburg zunächst das konkrete Programm im Mittelpunkt: Lesungen, Live-Musik, kreative Angebote und Begegnungen zwischen regionalen Kulturschaffenden und ihrem Publikum. Das historische Postamt bietet dafür einen Rahmen, der sich deutlich von üblichen Veranstaltungsräumen unterscheidet.
Wie viele Menschen das Angebot nutzen werden, ist offen. Ebenso wenig steht fest, ob das Gebäude künftig häufiger für Kulturveranstaltungen zur Verfügung stehen könnte. Das Lesefestival schafft dafür noch keine dauerhafte Grundlage.
Es zeigt jedoch, dass die Alte Post weiterhin öffentlich genutzt werden kann – zumindest für einen begrenzten Zeitraum und unter den dafür notwendigen organisatorischen Voraussetzungen. Für Blankenburg ist das zunächst ein zusätzlicher Kulturtermin. Für das historische Gebäude ist es eine weitere Nutzung jenseits seiner ursprünglichen Aufgabe und seiner bisherigen Rolle als Filmkulisse.
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