Tourismus-Ranking 2026
Bad Harzburg und Braunlage: Harzorte liegen im Kleinstädte-Ranking vor Oberhof

Tourismus-Ranking 2026

Bad Harzburg und Braunlage gehören zu den meistgesuchten Kleinstädten Deutschlands. Im aktuellen Tourismus-Ranking des Ferienhausportals Holidu erreichen die beiden Harzorte bundesweit die Plätze vier und fünf. Oberhof führt zwar die Rangliste der ostdeutschen Kleinstädte an, liegt im deutschlandweiten Vergleich aber hinter beiden Orten aus dem Harz. Auch bei den durchschnittlichen Unterkunftspreisen zeigen sich deutliche Unterschiede – doch wie aussagekräftig ist das Ranking tatsächlich?
Bad Harzburg, 29. Oktober 2026 – Der Harz ist im bundesweiten Kleinstädte-Ranking gleich zweimal unter den ersten fünf vertreten. Bad Harzburg belegt mit durchschnittlich 1.370 monatlichen Google-Suchanfragen den vierten Platz, Braunlage folgt mit 1.320 Suchanfragen auf Rang fünf. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Ferienhausportals Holidu hervor, über die das Touristikfachmedium fvw am 26. Oktober berichtete.
Besonders bemerkenswert ist der Vergleich mit Oberhof. Der bekannte Wintersportort im Thüringer Wald gilt innerhalb der Untersuchung als meistgesuchte ostdeutsche Kleinstadt, kommt deutschlandweit jedoch nur auf Platz acht. Mit 1.030 monatlichen Suchanfragen liegt Oberhof deutlich hinter Bad Harzburg und Braunlage.
Die Ergebnisse zeichnen ein aufschlussreiches Bild des touristischen Online-Interesses. Während bekannte Reiseziele in Bayern und Nordrhein-Westfalen die ersten drei Plätze besetzen, behaupten sich zwei niedersächsische Harzstädte unmittelbar dahinter. Beim Preisniveau für Ferienunterkünfte schneiden beide zudem günstiger ab als Oberhof.
Angeführt wird das bundesweite Ranking von Füssen in Bayern. Für die Stadt wurden durchschnittlich 2.720 Google-Suchanfragen pro Monat ermittelt. Winterberg in Nordrhein-Westfalen folgt mit 2.000 Suchanfragen, Dinkelsbühl in Bayern erreicht mit 1.620 den dritten Platz.
Unmittelbar dahinter steht bereits Bad Harzburg. Der Abstand zum drittplatzierten Dinkelsbühl beträgt 250 monatliche Suchanfragen. Gegenüber Braunlage liegt Bad Harzburg mit 50 Suchanfragen vorn.
Grundlage der Holidu-Untersuchung ist das Google-Suchvolumen deutscher Kleinstädte mit weniger als 20.000 Einwohnern. Die Auswertung erfasst damit, wie häufig nach den jeweiligen Orten gesucht wird. Sie bildet weder tatsächliche Besucherzahlen noch die Anzahl gebuchter Übernachtungen ab.
| Platz | Kleinstadt | Suchanfragen pro Monat |
|---|---|---|
| 1 | Füssen | 2.720 |
| 2 | Winterberg | 2.000 |
| 3 | Dinkelsbühl | 1.620 |
| 4 | Bad Harzburg | 1.370 |
| 5 | Braunlage | 1.320 |
| 6 | Rothenburg ob der Tauber | 1.320 |
| 7 | Bad Tölz | 1.090 |
| 8 | Oberhof | 1.030 |
| 9 | Miltenberg | 1.020 |
| 10 | Bad Schandau | 1.020 |
Die Platzierungen zeigen, wie dicht einige Reiseziele beieinanderliegen. Braunlage und Rothenburg ob der Tauber erreichen mit jeweils 1.320 Suchanfragen denselben Wert. Auch zwischen Oberhof, Miltenberg und Bad Schandau liegen lediglich zehn monatliche Suchanfragen.
Bad Harzburg setzt sich dagegen deutlicher von Oberhof ab. Die Differenz beträgt 340 Suchanfragen pro Monat. Das entspricht einem um rund 33 Prozent höheren Suchvolumen gegenüber dem Thüringer Wintersportort.
Bad Harzburg und Braunlage erreichen im Holidu-Kleinstädte-Ranking 2026 bundesweit die Plätze vier und fünf. Oberhof führt die ostdeutschen Kleinstädte der Auswertung an, liegt deutschlandweit aber nur auf Rang acht.
Im Osten Deutschlands führt Oberhof die veröffentlichte Rangfolge an. Der Thüringer Ort erreicht 1.030 monatliche Google-Suchanfragen und belegt damit bundesweit den achten Platz. Unter den zehn bestplatzierten Kleinstädten ist Oberhof mit 1.592 Einwohnern zugleich die kleinste Gemeinde.
Dass ein Ort dieser Größe deutschlandweit unter den ersten zehn erscheint, ist ein auffälliges Ergebnis. Allerdings misst die Untersuchung nicht das Suchinteresse je Einwohner, sondern die absolute Zahl der erfassten Suchanfragen. Aus der geringen Einwohnerzahl allein lässt sich deshalb kein zusätzlicher Rangvorteil ableiten.
Auf Platz zehn folgt mit Bad Schandau eine weitere ostdeutsche Kleinstadt. Der sächsische Ort kommt auf 1.020 monatliche Suchanfragen und liegt damit nur knapp hinter Oberhof. Die beiden Städte trennen gerade einmal zehn Suchanfragen im veröffentlichten Durchschnitt.
Die Schlagzeile, Oberhof sei Ostdeutschlands beliebteste Kleinstadt, trifft den Kern des Rankings nur mit einer wichtigen Einschränkung: Gemeint ist die Spitzenposition beim ausgewerteten Google-Suchvolumen. Eine allgemeine Rangliste der beliebtesten Reiseziele ist die Untersuchung nicht.
Wer nach Oberhof, Bad Harzburg oder Braunlage sucht, muss nicht zwangsläufig einen Urlaub planen. Eine Suchanfrage kann ebenso der allgemeinen Information dienen. Ob daraus eine Buchung oder eine tatsächliche Reise entsteht, bleibt offen.
Auch die Zufriedenheit der Gäste, die Aufenthaltsdauer und die Zahl touristischer Übernachtungen gehen nicht in die veröffentlichte Rangfolge ein. Solche Kennzahlen wären erforderlich, um die touristische Bedeutung der Orte umfassender zu vergleichen.
Das Ranking zeigt somit vor allem eines: Welche deutschen Kleinstädte im untersuchten Zeitraum besonders häufig Gegenstand von Google-Suchen waren. Für Oberhof ist die ostdeutsche Spitzenposition nach diesem Maßstab belegt. Bei den tatsächlichen Besucherzahlen lässt sich daraus kein entsprechender erster Platz ableiten.
Für Urlauber enthält die Untersuchung neben dem Suchvolumen eine weitere interessante Größe: die durchschnittlichen Übernachtungspreise für Ferienunterkünfte. Dabei liegen Bad Harzburg und Braunlage unter dem für Oberhof ausgewiesenen Preisniveau.
Nach Angaben von Holidu kostet eine Ferienunterkunft in Bad Harzburg durchschnittlich 94 Euro pro Nacht. Für Braunlage nennt die Auswertung 99 Euro, für Oberhof 114 Euro. Zwischen Bad Harzburg und Oberhof ergibt sich damit ein Unterschied von 20 Euro je Übernachtung.
Innerhalb der fünf meistgesuchten Kleinstädte weist Bad Harzburg sogar den niedrigsten durchschnittlichen Unterkunftspreis auf. Die Stadt verbindet in der Untersuchung damit eine hohe Platzierung beim Online-Suchinteresse mit einem vergleichsweise niedrigen Preisniveau.
Die genannten Beträge sind allerdings keine verbindlichen Übernachtungsangebote. Sie beschreiben Durchschnittswerte der ausgewerteten Ferienunterkünfte. Was eine konkrete Buchung kostet, hängt von der gewählten Unterkunft und dem Reisezeitraum ab.
Ein Preis von durchschnittlich 94 Euro bedeutet also nicht, dass zu jedem Termin eine entsprechende Unterkunft in Bad Harzburg verfügbar ist. Ebenso wenig lässt sich daraus schließen, dass jede Ferienwohnung in Oberhof teurer wäre als eine vergleichbare Unterkunft im Harz.
Für eine erste Orientierung sind die Zahlen dennoch hilfreich. Im Rahmen der Untersuchung fallen die durchschnittlichen Übernachtungskosten in Bad Harzburg und Braunlage niedriger aus als in Oberhof. Ob sich dieser Unterschied bei einer bestimmten Reise tatsächlich ergibt, muss anhand konkreter Angebote geprüft werden.
Ein Blick auf frühere Ergebnisse zeigt, dass Oberhof bereits im vergangenen Jahr weit oben in einer Holidu-Auswertung stand. Damals erreichte der Thüringer Wintersportort mit 1.640 monatlichen Suchanfragen bundesweit Platz vier.
In der aktuellen Untersuchung sind es 1.030 Suchanfragen und Platz acht. Die niedrigeren Werte und die veränderte Rangposition könnten zunächst den Eindruck erwecken, dass das Interesse an Oberhof deutlich nachgelassen hat.
Ein solcher Schluss wäre jedoch nicht ausreichend belegt. Die beiden Untersuchungen verwendeten unterschiedliche Auswahlkriterien, insbesondere bei der Einwohnergrenze der berücksichtigten Orte. Damit ist die Zusammensetzung der untersuchten Kleinstädte nicht identisch.
Für einen belastbaren zeitlichen Vergleich müssten außerdem die zugrunde liegenden Erhebungszeiträume und Suchbegriffe übereinstimmen. Ohne diese Voraussetzungen lässt sich aus den veröffentlichten Rangplätzen keine gesicherte Entwicklung der touristischen Nachfrage ableiten.
Das gilt ebenso für die Frage, ob Bad Harzburg und Braunlage gegenüber früheren Jahren an Beliebtheit gewonnen haben. Ihre aktuellen Platzierungen sind dokumentiert. Eine langfristige Entwicklung der Besucherzahlen ist damit jedoch nicht nachgewiesen.
Die wichtigste Nachricht für die Region ist die doppelte Spitzenplatzierung. Bad Harzburg erreicht bundesweit Rang vier, Braunlage folgt unmittelbar dahinter auf Platz fünf. Beide Orte gehören damit nach den ausgewerteten Google-Suchanfragen zu den meistgesuchten Kleinstädten Deutschlands.
Oberhof behauptet sich seinerseits als höchstplatzierte ostdeutsche Kleinstadt innerhalb der Untersuchung. Die Bezeichnung als ostdeutscher Spitzenreiter ist deshalb nachvollziehbar, solange sie ausdrücklich auf das gemessene Suchvolumen bezogen wird.
Für Bad Harzburg kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Mit durchschnittlich 94 Euro pro Nacht liegt das ausgewiesene Preisniveau für Ferienunterkünfte unter dem der anderen vier führenden Orte. Braunlage erreicht ebenfalls eine Top-Fünf-Platzierung und bleibt beim durchschnittlichen Übernachtungspreis unter Oberhof.
Ob sich das hohe Suchinteresse in steigenden Gästezahlen niederschlägt, beantwortet die Untersuchung nicht. Dafür wären zusätzliche, vergleichbare Tourismusdaten notwendig. Fest steht jedoch: Im aktuellen Kleinstädte-Ranking sind Bad Harzburg und Braunlage bundesweit prominent vertreten – und liegen bei der digitalen Aufmerksamkeit beide vor dem ostdeutschen Spitzenreiter Oberhof.
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