Wenige Wochen vor der Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt liegt die AfD in zwei aktuellen Umfragen deutlich vor der CDU. Beide Institute messen an der Spitze exakt dieselben Werte, während sich bei SPD, Grünen, BSW und FDP ein wesentlich unsichereres Bild ergibt. Für Wähler im Landkreis Harz und im übrigen Sachsen-Anhalt bleibt damit vor allem offen, welche Parteien am Ende in den Landtag einziehen.

Magdeburg, 2. August 2026. Die Ausgangslage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wirkt auf den ersten Blick eindeutig. In den beiden jüngsten Erhebungen kommt die AfD auf 41 Prozent, die CDU auf 24 Prozent. Der Abstand beträgt damit 17 Prozentpunkte. Dahinter beginnt jedoch eine Zone großer Unsicherheit.

Während sich die Institute bei den beiden stärksten Parteien vollständig einig sind, liegen mehrere kleinere Parteien unmittelbar an oder unter der Fünf-Prozent-Hürde. Schon geringe Verschiebungen könnten deshalb erheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung des Landtags und mögliche Regierungsmehrheiten haben. Das betrifft auch die politische Vertretung des Harzes mit Städten wie Wernigerode, Halberstadt, Quedlinburg und Blankenburg im künftigen Landesparlament.

Aktuelle Umfragen zur Landtagswahl zeigen klares Bild an der Spitze

Die jüngste Umfrage zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stammt von Infratest dimap. Das Institut befragte zwischen dem 23. und 28. Juli insgesamt 1.149 Wahlberechtigte telefonisch und online. Auftraggeber waren der MDR, der WDR, die Mitteldeutsche Zeitung und die Volksstimme.

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Das Ergebnis: Die AfD erreicht 41 Prozent, die CDU 24 Prozent. Die Linke kommt auf 13 Prozent, die SPD auf 7 Prozent. Die Grünen werden bei 5 Prozent gesehen, das Bündnis Sahra Wagenknecht bei 4 Prozent. Weitere Parteien erreichen zusammen 6 Prozent. Die FDP wurde in der veröffentlichten Übersicht nicht gesondert ausgewiesen.

Fast zeitgleich legte INSA eine weitere Umfrage zur Landtagswahl 2026 vor. Dafür wurden zwischen dem 14. und 21. Juli 1.000 Wahlberechtigte online befragt. Auch hier liegt die AfD bei 41 Prozent, die CDU bei 24 Prozent.

Bei den übrigen Parteien weichen die Werte allerdings ab. INSA sieht die Linke bei 14 Prozent. Die SPD erreicht 5 Prozent, Grüne, BSW und FDP jeweils 4 Prozent.

ParteiInfratest dimapINSA
AfD41 Prozent41 Prozent
CDU24 Prozent24 Prozent
Linke13 Prozent14 Prozent
SPD7 Prozent5 Prozent
Grüne5 Prozent4 Prozent
BSW4 Prozent4 Prozent
FDPnicht einzeln ausgewiesen4 Prozent

Das Wichtigste in Kürze

Zwei aktuelle Umfragen sehen die AfD in Sachsen-Anhalt bei 41 Prozent und die CDU bei 24 Prozent. Offen bleibt vor allem, welche kleineren Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden.

Was ist passiert?
Das Ergebnis: Die AfD erreicht 41 Prozent, die CDU 24 Prozent.
Wann?
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist für Sonntag, den 6. September 2026, angesetzt.
Wer ist betroffen?
Voraussichtlich sind rund 1,69 Millionen Menschen wahlberechtigt.
Was ist bestätigt?
Laut MDR sind 29 Prozent der Befragten mit der Arbeit der amtierenden Landesregierung zufrieden oder sehr zufrieden.

Stand: · Quellen

Vier Parteien kämpfen um den Einzug in den Landtag

Politisch besonders relevant sind die Unterschiede bei den kleineren Parteien. In der Umfrage von Infratest dimap liegt die SPD mit 7 Prozent vergleichsweise deutlich über der Sperrklausel. Bei INSA erreicht sie dagegen nur 5 Prozent.

Bei den Grünen zeigt sich das umgekehrte Bild. Infratest dimap misst sie genau bei 5 Prozent, INSA nur bei 4 Prozent. Das BSW liegt in beiden Erhebungen bei 4 Prozent. Auch die FDP erreicht bei INSA diesen Wert.

Damit bewegen sich gleich mehrere Parteien in einem Bereich, in dem schon kleine Veränderungen über Einzug oder Ausscheiden entscheiden könnten. Für die spätere Sitzverteilung wäre das von erheblicher Bedeutung. Scheitern mehrere Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde, entfallen ihre Stimmen bei der Verteilung der Mandate. Die im Landtag vertretenen Parteien erhalten dadurch rechnerisch einen größeren Anteil der Sitze.

Umgekehrt kann bereits eine zusätzliche Partei oberhalb von 5 Prozent die Mehrheitsverhältnisse deutlich verändern. Aussagen über sichere Koalitionen oder eine feststehende Regierungsbildung wären deshalb verfrüht.

Umfragewerte sind keine Vorhersage

Die aktuellen Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigen politische Stimmungen, kein künftiges Wahlergebnis. Sie beruhen auf Stichproben und unterliegen statistischen Schwankungen. Besonders bei Parteien, die bei 4, 5 oder 6 Prozent gemessen werden, ist eine punktgenaue Interpretation kaum möglich.

Nach Angaben von Infratest dimap liegt die statistische Schwankungsbreite bei einem gemessenen Wert von etwa 10 Prozent ungefähr bei zwei Prozentpunkten. Bei größeren Parteien kann sie noch höher ausfallen.

Ein Unterschied von einem oder zwei Punkten zwischen zwei Umfragen muss daher keine tatsächliche Verschiebung der politischen Stimmung bedeuten. Ebenso wenig lässt sich aus einem gemessenen Wert von 4 Prozent sicher schließen, dass eine Partei den Einzug verpasst. Auch 5 Prozent garantieren ihn nicht.

AfD verdoppelt Wert gegenüber der Landtagswahl 2021

Der Vergleich mit der vergangenen Landtagswahl verdeutlicht, wie stark sich die politische Lage in Sachsen-Anhalt verändert hat. Bei der Wahl 2021 wurde die CDU mit 37,1 Prozent stärkste Kraft. Die AfD erreichte damals 20,8 Prozent.

In den aktuellen Umfragen liegt die AfD mit 41 Prozent damit annähernd doppelt so hoch wie bei der vergangenen Wahl. Die CDU bleibt zugleich deutlich unter ihrem Ergebnis von 2021. Damals betrug der Abstand zwischen beiden Parteien mehr als 16 Prozentpunkte zugunsten der CDU. In den jüngsten Erhebungen liegt nun die AfD 17 Punkte vor der Union.

Die Linke hatte 2021 einen Stimmenanteil von 11 Prozent erzielt. In den aktuellen Umfragen wird sie mit 13 beziehungsweise 14 Prozent gemessen. Die SPD kam damals auf 8,4 Prozent, die FDP auf 6,4 Prozent und die Grünen auf 5,9 Prozent.

Der Vergleich zeigt die Größenordnung der Verschiebungen, erlaubt aber keine direkte Prognose. Das Ergebnis von 2021 beruht auf abgegebenen Stimmen. Die aktuellen Werte bilden lediglich den Stand der Meinungsbildung mehrere Wochen vor der Wahl ab.

Unzufriedenheit mit der Landesregierung bleibt hoch

Der Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest dimap enthält neben der klassischen Sonntagsfrage weitere Angaben zur politischen Stimmung im Land. Laut MDR sind 29 Prozent der Befragten mit der Arbeit der amtierenden Landesregierung zufrieden oder sehr zufrieden. 66 Prozent äußern sich weniger oder gar nicht zufrieden.

Auch bei der Frage nach der gewünschten politischen Führung zeigt sich eine nahezu ausgeglichene Verteilung. 44 Prozent sprechen sich für eine von der AfD geführte Landesregierung aus, 43 Prozent bevorzugen eine Führung durch die CDU.

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Diese Werte sind nicht identisch mit der persönlichen Wahlabsicht. Wer eine bestimmte Partei an der Spitze einer Regierung sehen möchte, muss sie nicht zwangsläufig selbst wählen. Dennoch geben die Zahlen einen Hinweis darauf, wie eng das Rennen um die politische Führungsrolle wahrgenommen wird, obwohl die Umfragen zur Landtagswahl bei den Parteiwerten einen klaren Abstand zeigen.

Mehrheiten bleiben trotz klarer Rangfolge offen

Bei möglichen Koalitionen fällt die Ablehnung in der Bevölkerung hoch aus. 60 Prozent sprechen sich gegen ein Bündnis von CDU und AfD aus. Eine Koalition aus CDU und Linken lehnen 61 Prozent ab. Unter den befragten CDU-Anhängern sind 82 Prozent gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD.

Damit treffen rechnerische Möglichkeiten auf deutliche politische und gesellschaftliche Vorbehalte. Welche Koalitionen nach der Wahl tatsächlich infrage kommen, hängt jedoch zunächst davon ab, welche Parteien den Sprung in den Landtag schaffen.

Was die Landtagswahl für den Harz bedeutet

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist für Sonntag, den 6. September 2026, angesetzt. Nach Angaben der Landeswahlleiterin öffnen die Wahllokale um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr. Voraussichtlich sind rund 1,69 Millionen Menschen wahlberechtigt. Die endgültige Zahl steht erst nach Abschluss der Wählerverzeichnisse fest.

Jeder Wahlberechtigte verfügt über eine Erst- und eine Zweitstimme. Der Landtag besteht regulär aus mindestens 83 Abgeordneten. 41 Mandate werden direkt in den Wahlkreisen vergeben, die übrigen über die Landeslisten der Parteien.

Für die Sitzverteilung gilt grundsätzlich die Fünf-Prozent-Hürde. Diese Regel könnte 2026 besondere Bedeutung gewinnen, weil mehrere Parteien in den aktuellen Umfragen genau in diesem Bereich liegen. Für den Landkreis Harz und das nördliche Harzvorland entscheidet die Wahl damit nicht nur über die Stärke der Parteien, sondern auch darüber, wie viele politische Kräfte künftig im Magdeburger Landtag vertreten sind.

Die entscheidende Frage liegt hinter AfD und CDU

Die aktuellen Umfragen zur Landtagswahl 2026 liefern ein ungewöhnlich stabiles Bild an der Spitze. Zwei unterschiedliche Institute messen AfD und CDU jeweils mit denselben Werten. Der Vorsprung der AfD ist damit deutlich und in beiden Erhebungen identisch.

Offen bleibt jedoch, wie der nächste Landtag zusammengesetzt sein wird. SPD, Grüne, BSW und FDP kämpfen nach den derzeitigen Zahlen um den Einzug. Ihr Abschneiden dürfte für die Regierungsbildung entscheidender sein als kleinere Verschiebungen bei den beiden führenden Parteien.

Auch für den Harz ist die politische Lage deshalb zugleich klar und unübersichtlich: klar beim Abstand zwischen AfD und CDU, unübersichtlich bei den Mehrheiten. Erst am Wahlabend wird sich zeigen, wie viele Parteien tatsächlich im Landtag vertreten sein werden und welche Bündnisse daraus entstehen könnten.