Besondere Unterkunft im Harz
Schlafen bei Bienen im Harz: Unterkunftsprojekt in Ballenstedt erhält Zustimmung

Besondere Unterkunft im Harz

Im Harz soll eine Unterkunft entstehen, die Übernachtungsgäste in die unmittelbare Nähe von Bienenvölkern bringt. Das Projekt „Schlafen im Bienenstock“ in Ballenstedt-Opperode hat bereits ein regionales Förderauswahlverfahren durchlaufen und dabei breite Zustimmung erhalten. Wie die Unterkunft aussehen wird und wann die ersten Gäste dort schlafen können, ist allerdings noch offen.
Ballenstedt, 13. Oktober 2026. Ein Bett in der Nähe eines Bienenvolks statt eines gewöhnlichen Hotelzimmers: Im Ballenstedter Ortsteil Opperode ist ein Übernachtungsangebot geplant, das sich von klassischen Unterkünften im Harz unterscheiden soll. Unter dem Namen „Schlafen im Bienenstock“ wurde das Vorhaben in ein regionales Förderauswahlverfahren aufgenommen. Die Projektidee ist offiziell dokumentiert, ihre praktische Umsetzung bislang jedoch nicht bestätigt.
Hinter dem Vorhaben steht Dipl.-Ing. Frederic Preuß. Er wird in den Unterlagen der Lokalen Aktionsgruppe Nordharz–Aschersleben–Seeland als Projektträger genannt. Bereits im Juli 2025 erhielt das Konzept eine positive Bewertung. Auch die Mitgliederversammlung sprach sich für das Vorhaben aus.
Damit ist die ungewöhnliche Unterkunft mehr als eine unverbindliche Idee. Sie hat einen dokumentierten Schritt im regionalen Förderverfahren durchlaufen. Ob inzwischen gebaut wird, welche Ausstattung vorgesehen ist und wann Gäste dort übernachten könnten, lässt sich aus den verfügbaren Unterlagen allerdings nicht entnehmen.
Die entscheidenden Angaben finden sich in der offiziellen Prioritätenliste der Lokalen Aktionsgruppe Nordharz–Aschersleben–Seeland vom 9. Juli 2025. Dort ist „Schlafen im Bienenstock“ unter der Projektnummer 62-25 aufgeführt. Das Vorhaben erreichte 55 Bewertungspunkte und belegte Rang 14.
Die Bewertung erfolgte im Rahmen des zweiten ELER-Förderaufrufs der Region. ELER steht für den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Über entsprechende Förderverfahren können Projekte unterstützt werden, die zur Entwicklung ländlicher Regionen beitragen sollen.
Für das geplante Übernachtungsangebot in Opperode bedeutet die Aufnahme in die Prioritätenliste zunächst, dass es das regionale Bewertungsverfahren durchlaufen hat. Eine verbindliche Förderbewilligung oder bereits ausgezahlte Mittel sind damit noch nicht nachgewiesen.
Ein weiteres Dokument bestätigt die Zustimmung innerhalb der Lokalen Aktionsgruppe. Aus der Anlage zum Protokoll der Mitgliederversammlung vom 9. Juli 2025 geht hervor, dass das Projekt 27 Ja-Stimmen erhielt. Gegenstimmen gab es keine, ein Mitglied enthielt sich.
Das Ergebnis zeigt, dass die Projektidee im zuständigen regionalen Auswahlgremium auf Zustimmung stieß. Für eine tatsächliche Realisierung reicht eine solche Entscheidung allein jedoch nicht aus. Zwischen Projektauswahl, möglicher Bewilligung und baulicher Umsetzung liegen weitere Schritte, deren Abschluss für das Vorhaben in Opperode bislang nicht dokumentiert ist.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob es das Projekt gibt. Seine Existenz ist durch die offiziellen Unterlagen belegt. Offen ist vielmehr, wie weit die Umsetzung inzwischen vorangeschritten ist.
Der Name „Schlafen im Bienenstock“ lässt an eine Unterkunft denken, die unmittelbar mit der Bienenhaltung verbunden ist. Wie genau das Konzept in Ballenstedt aussehen soll, bleibt bislang unklar. Die veröffentlichten Förderunterlagen enthalten weder eine detaillierte Baubeschreibung noch Angaben zur vorgesehenen Unterbringung der Gäste.
Dass Menschen in unmittelbarer Nähe zu Bienenvölkern übernachten können, zeigen vergleichbare Angebote andernorts. Dabei müssen sich Schlafbereich und Bienenstock keineswegs denselben offenen Raum teilen. Entscheidend ist die jeweilige Konstruktion.
Schon im September 2022 berichtete der Südwestrundfunk über ein Übernachtungsangebot mit dem Namen „Schlafen im Bienenstock“ in Wildberg bei Calw. Die Verbindung von Bienenhaltung und touristischer Unterkunft ist also keine völlig neue Erfindung.
Prüfstatus: partly confirmed
Auch in Slowenien gibt es entsprechende Angebote. Auf einem Bauernhof können Gäste oberhalb von Bienenstöcken schlafen, während die Tiere eigene Zugänge nach draußen nutzen. Menschen und Bienen halten sich dort in voneinander getrennten Bereichen auf.
Für Opperode lässt sich daraus allerdings keine konkrete Bauweise ableiten. Ob die geplante Unterkunft ähnlich aufgebaut sein soll oder ein anderes Konzept verfolgt, ist nicht bekannt.
Gerade diese Frage dürfte für potenzielle Übernachtungsgäste entscheidend sein. Schlafen sie oberhalb der Bienenstöcke, neben den Völkern oder in einem eigenständigen Gebäude? Werden die Tiere lediglich aus der Nähe erlebbar sein, oder ist die Bienenhaltung unmittelbar in die Konstruktion eingebunden?
Die bisherigen Dokumente beantworten das nicht. Auch zur Größe der Unterkunft, zur Zahl möglicher Schlafplätze und zur technischen Ausstattung liegen keine verifizierten Angaben vor.
Ebenso offen ist, welche Vorkehrungen vorgesehen sind, um den Aufenthalt von Gästen und die Haltung der Bienen miteinander zu vereinbaren. Dazu gehören insbesondere die räumliche Trennung und der Schutz vor unbeabsichtigtem Kontakt mit den Tieren.
Der Projektname beschreibt damit bislang vor allem die Grundidee. Als Nachweis für eine bestimmte Bauweise oder ein bereits fertiges Übernachtungsangebot kann er nicht dienen.
Die Verbindung von Schlafen und Bienen ist auch aus biologischer Sicht bemerkenswert. Honigbienen selbst zeigen ein ausgeprägtes Ruhe- und Schlafverhalten. Forschungen der Universität Würzburg, über die der Informationsdienst Wissenschaft berichtete, haben sich mit den unterschiedlichen Schlafplätzen der Tiere innerhalb eines Bienenstocks beschäftigt.
Die Untersuchungen liefern Erkenntnisse über das Verhalten von Honigbienen. Aussagen darüber, ob Menschen durch eine Übernachtung in der Nähe eines Bienenvolks gesundheitlich profitieren, lassen sich daraus nicht ableiten.
Solche Unterscheidungen sind wichtig, weil Übernachtungsangebote mit Bienen andernorts teilweise mit besonderen Entspannungs- oder Gesundheitserlebnissen verbunden werden. Für das geplante Projekt in Ballenstedt-Opperode ist allerdings nicht dokumentiert, ob derartige Anwendungen überhaupt vorgesehen sind.
Das Vorhaben lässt sich nach derzeitigem Kenntnisstand als besonderes Unterkunftskonzept einordnen. Ein medizinischer oder therapeutischer Anspruch ist aus den offiziellen Projektunterlagen nicht ersichtlich.
Auch mögliche gesundheitliche Wirkungen einer Übernachtung bei Bienen sind damit für das konkrete Angebot nicht belegt. Entscheidend für die spätere Bewertung wären zunächst Informationen darüber, was Gäste tatsächlich erwartet und unter welchen Bedingungen die Unterkunft betrieben werden soll.
Bis solche Angaben vorliegen, steht die touristische Idee im Vordergrund: eine Übernachtungsmöglichkeit, die das Thema Bienenhaltung auf ungewöhnliche Weise aufgreift.
Wer nach einer Übernachtung im Bienenstock im Harz sucht, findet bislang keinen gesichert dokumentierten Eröffnungstermin für das Projekt in Opperode. Die offiziellen Unterlagen belegen die Auswahlentscheidung aus dem Juli 2025, nicht aber die Fertigstellung der Unterkunft.
Unklar ist, ob inzwischen eine endgültige Förderzusage vorliegt. Auch ein möglicher Baubeginn oder bereits abgeschlossene Arbeiten sind anhand der bekannten Dokumente nicht nachgewiesen.
Damit fehlen zugleich verlässliche Informationen zu Übernachtungspreisen, Reservierungsmöglichkeiten und einem möglichen Saisonbetrieb. Ob das Angebot künftig über einen eigenen Internetauftritt oder eine Buchungsplattform zugänglich sein wird, lässt sich derzeit nicht sagen.
Für Interessierte bleibt somit vorerst nur die dokumentierte Projektplanung. Eine konkrete Reise oder Übernachtung lässt sich auf dieser Grundlage noch nicht vorbereiten.
Als Verantwortlicher wird in der Prioritätenliste Dipl.-Ing. Frederic Preuß genannt. Weitere belastbare Angaben zu seiner beruflichen Tätigkeit oder bisherigen Projekten enthält das recherchierte Material nicht.
Insbesondere lässt sich daraus nicht unabhängig bestätigen, ob Preuß selbst als Imker tätig ist. Die Bezeichnung als Projektträger ist dagegen eindeutig dokumentiert.
Für die weitere Entwicklung wären Informationen aus erster Hand aufschlussreich: zum vorgesehenen Standort, zum baulichen Konzept, zum Stand möglicher Genehmigungen und zur Finanzierung. Erst daraus ließe sich ein belastbares Bild der geplanten Unterkunft gewinnen.
Das Projekt in Opperode verbindet zwei Themen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: touristische Übernachtungen und die Haltung von Honigbienen. Gerade diese Kombination macht das Vorhaben bemerkenswert.
Vergleichbare Angebote zeigen, dass solche Konzepte grundsätzlich realisierbar sind. Ob und in welcher Form sie sich auf den Standort Ballenstedt übertragen lassen, hängt jedoch von der konkreten Planung ab.
Auch die mögliche Bedeutung für den örtlichen Tourismus kann derzeit nicht beziffert werden. Ohne Angaben zu Kapazität, Betriebszeiten und tatsächlicher Umsetzung wäre jede Aussage über zusätzliche Gäste oder wirtschaftliche Auswirkungen spekulativ.
Gesichert ist dagegen, dass die Projektidee im regionalen Förderauswahlverfahren berücksichtigt wurde und dort eine positive Abstimmung erhielt. Das ist der bislang wichtigste dokumentierte Entwicklungsschritt.
Die Idee einer Bienenstock-Unterkunft in Ballenstedt-Opperode hat bereits eine offizielle Hürde genommen. Die Lokale Aktionsgruppe Nordharz–Aschersleben–Seeland bewertete das Vorhaben im Juli 2025 positiv, die Mitgliederversammlung stimmte ihm ohne Gegenstimme zu.
Ob daraus inzwischen ein Gebäude entstanden ist oder die Umsetzung noch bevorsteht, bleibt ungeklärt. Ebenso fehlen bestätigte Angaben zu einer möglichen Eröffnung.
Für den Harz ist „Schlafen im Bienenstock“ damit vorerst ein dokumentiertes Unterkunftsprojekt mit ungewöhnlichem Ansatz. Erst wenn Bauweise, Betriebsmodell und Zeitplan feststehen, wird sich zeigen, ob und wann Gäste in Opperode tatsächlich in der Nähe von Bienenvölkern übernachten können.
Hinweise, sachliche Korrekturen oder pressebezogene Rückfragen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.