Ehrenamt im Harz
VerEINhorn und Lions in Quedlinburg: Was über die Hilfe bekannt ist

Ehrenamt im Harz

In Quedlinburg prägen Vereine und Initiativen das soziale und kulturelle Leben. Der Verein VerEINhorn wurde mit einem ungewöhnlichen Geschichtsprojekt bekannt, während der örtliche Lions Club seit Jahrzehnten gemeinnützige Einrichtungen unterstützt. Eine mögliche Hilfsaktion von VerEINhorn für die sogenannten Lady-Lions wirft allerdings Fragen auf: Wer beteiligt war und welche Unterstützung geleistet wurde, ist bislang nicht unabhängig bestätigt.
Quedlinburg, 20. Oktober 2026. Hinter vielen sozialen Angeboten im Harz stehen Menschen, die sich neben Beruf und Familie für andere einsetzen. Sie organisieren Unterstützung, halten Vereine am Leben oder entwickeln Projekte, die der Region zugutekommen. In Quedlinburg reicht dieses Engagement von der Förderung sozialer Einrichtungen bis zur Bewahrung kulturgeschichtlicher Besonderheiten.
Zwei Namen stehen beispielhaft für diese Bandbreite: VerEINhorn und der Lions Club Quedlinburg. Während sich VerEINhorn mit der Geschichte eines außergewöhnlichen historischen Fundes beschäftigt, unterstützt der Lions Club seit vielen Jahren soziale und gemeinnützige Einrichtungen. Eine zuletzt thematisierte Verbindung zwischen VerEINhorn und den sogenannten Lady-Lions lässt sich derzeit jedoch nicht ausreichend belegen.
Die Unterscheidung ist wesentlich. Denn die nachweisbare Vereinsarbeit in Quedlinburg verdient Aufmerksamkeit, ohne dass dafür eine unbestätigte Spendenaktion als Tatsache dargestellt werden muss.
Der Name VerEINhorn verweist auf ein Stück regionaler Geschichte, das weit über Quedlinburg hinaus Aufmerksamkeit erregt hat. Im Mittelpunkt der Initiative steht das sogenannte Guericke-Einhorn, eine historische Rekonstruktion vermeintlicher fossiler Überreste, die mit dem Naturforscher Otto von Guericke verbunden ist.
Wie die BILD im September 2023 berichtete, wollte VerEINhorn diese Geschichte stärker für die touristische und kulturelle Entwicklung Quedlinburgs nutzen. Das historische Motiv sollte nicht allein Gegenstand wissenschaftlicher oder heimatkundlicher Betrachtungen bleiben, sondern einem breiteren Publikum vermittelt werden.
Zu den damals beschriebenen Überlegungen gehörten ein Themenweg und weitere touristische Angebote. Der Ansatz: Eine ungewöhnliche Episode der Naturgeschichte könnte einen zusätzlichen Zugang zur Vergangenheit der Welterbestadt eröffnen.
Als Mitstreiter der Initiative wurde der Heimatforscher Bernd Junghans genannt. Das Vorhaben verband historische Recherche mit der Frage, wie sich regionale Besonderheiten für Einheimische und Besucher verständlich aufbereiten lassen.
Quedlinburg besitzt mit seiner historischen Altstadt und dem Welterbestatus bereits ein ausgeprägtes kulturelles Profil. VerEINhorn griff mit dem Guericke-Einhorn einen anderen, weniger alltäglichen Aspekt dieser Geschichte auf.
Welche der 2023 vorgestellten Pläne inzwischen umgesetzt wurden, lässt sich anhand der verfügbaren Angaben nicht abschließend feststellen. Gesichert ist die damalige öffentliche Vorstellung der Initiative und ihrer Ziele.
VerEINhorn steht damit für eine Form bürgerschaftlichen Engagements, die nicht unmittelbar auf soziale Hilfe ausgerichtet ist. Ihr dokumentierter Schwerpunkt liegt in der Kultur- und Geschichtsvermittlung. Gerade deshalb wäre eine Zusammenarbeit mit einer sozialen Initiative bemerkenswert. Ob eine solche Kooperation mit den Lady-Lions tatsächlich stattgefunden hat, bleibt jedoch ungeklärt.
Deutlich länger dokumentiert ist die Arbeit des Lions Clubs Quedlinburg. Nach Angaben des Vereins wurde er am 6. Mai 1993 gegründet. Seither engagiert sich der Club für soziale und kulturelle Vorhaben in der Region.
Prüfstatus: partly confirmed
Der Verein gehört zur internationalen Lions-Bewegung. Deren örtliche Clubs organisieren gemeinnützige Aktivitäten und unterstützen Einrichtungen, die auf zusätzliche Hilfe angewiesen sind. Welche Projekte gefördert werden, entscheiden die jeweiligen Clubs entsprechend ihren regionalen Schwerpunkten.
In Quedlinburg umfasst diese Arbeit mehrere Bereiche. Auf seiner offiziellen Internetpräsenz nennt der Lions Club unter anderem das Frauen- und Kinderschutzhaus Ballenstedt, die Harzer Tafel und den ÖKO-Garten Quedlinburg als langjährige Förderpartner.
Besonders deutlich wird die soziale Ausrichtung bei der Unterstützung des Frauen- und Kinderschutzhauses in Ballenstedt. Solche Einrichtungen bieten Frauen und ihren Kindern Schutz, wenn sie von Gewalt betroffen sind oder sich in einer akuten Notlage befinden.
Auch die Harzer Tafel gehört zu den vom Lions Club genannten Förderpartnern. Tafeln unterstützen Menschen, deren finanzielle Möglichkeiten für die alltägliche Versorgung nur eingeschränkt ausreichen. Sie sind auf verlässliche Strukturen und die Mitwirkung zahlreicher Helfer angewiesen.
Mit dem ÖKO-Garten Quedlinburg führt der Club zudem ein weiteres regionales Projekt auf. Das dokumentierte Förderspektrum beschränkt sich somit nicht auf einen einzigen sozialen Bereich.
Konkrete Summen oder aktuelle Einzelmaßnahmen lassen sich aus diesen allgemeinen Vereinsangaben nicht ableiten. Belegt ist aber, dass der Lions Club Quedlinburg seine Förderarbeit über einen längeren Zeitraum auf unterschiedliche Einrichtungen ausgerichtet hat.
Im Zusammenhang mit VerEINhorn wird auch eine mögliche Unterstützung der sogenannten Lady-Lions genannt. Die Bezeichnung allein lässt jedoch keine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten Organisation zu.
Ob damit ein eigenständiger Lions Club, eine Gruppe innerhalb einer bestehenden Organisation oder Beteiligte einer einzelnen Aktion gemeint sind, ist anhand der verfügbaren Informationen offen. Der Lions Club Quedlinburg und die Lady-Lions dürfen deshalb nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden.
Ebenso fehlen belastbare Angaben zum Inhalt der möglichen Unterstützung. Weder eine Geldspende noch eine Sachspende oder eine gemeinsame Hilfsaktion sind bislang unabhängig bestätigt. Auch Zeitpunkt, Empfänger und Umfang einer möglichen Zuwendung bleiben ungeklärt.
Die dokumentierte Arbeit des Lions Clubs steht davon unabhängig fest. Eine konkrete Verbindung zu VerEINhorn lässt sich daraus allerdings nicht herleiten.
Dass freiwilliges Engagement für die Stadtgesellschaft eine wichtige Rolle spielt, zeigt eine Entscheidung der Quedlinburger Kommunalpolitik. Seit dem 1. Januar 2026 gibt es in der Welterbestadt eine Ehrenamtskarte.
Der Stadtrat hatte die Einführung im Dezember 2025 beschlossen. Nach Angaben der Stadt Quedlinburg soll die Karte Menschen würdigen, die sich freiwillig für andere einsetzen, und ihre Arbeit stärker sichtbar machen.
Damit rückt eine Leistung in den Mittelpunkt, die im Alltag häufig wenig öffentliche Beachtung findet: die kontinuierliche Arbeit in Vereinen, Initiativen und gemeinnützigen Einrichtungen.
Vereinsarbeit besteht nicht nur aus öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen oder Spendenübergaben. Vieles geschieht außerhalb der öffentlichen Aufmerksamkeit: Projekte müssen vorbereitet, Kontakte gepflegt, organisatorische Aufgaben erledigt und bestehende Angebote fortgeführt werden.
Gerade kleinere Initiativen sind dabei auf Menschen angewiesen, die dauerhaft Verantwortung übernehmen. Die Einführung der Ehrenamtskarte macht deutlich, dass Quedlinburg diese Form gesellschaftlicher Mitarbeit ausdrücklich anerkennen will.
Die Beispiele VerEINhorn und Lions Club verdeutlichen zugleich, wie unterschiedlich ehrenamtliche Arbeit ausfallen kann. Während die eine Initiative ein kulturhistorisches Thema aufgegriffen hat, unterstützt der andere Verein Einrichtungen mit konkreten sozialen und gemeinnützigen Aufgaben.
Beides gehört zum bürgerschaftlichen Leben einer Stadt. Allerdings verfolgen die Beteiligten unterschiedliche Ziele, die sich nicht allein aufgrund ihres gemeinnützigen Charakters miteinander gleichsetzen lassen.
Die Aktivitäten des Lions Clubs zeigen auch, dass örtliche Vereinsarbeit nicht zwangsläufig an kommunalen Grenzen endet. Mit dem Frauen- und Kinderschutzhaus Ballenstedt gehört eine Einrichtung außerhalb Quedlinburgs zu den dokumentierten Förderpartnern.
Der regionale Bezug ist für die Einordnung wichtig. Soziale Angebote werden nicht ausschließlich von Menschen aus der jeweiligen Stadt genutzt oder unterstützt. Die Förderung kann sich über mehrere Orte erstrecken, während Organisation und Verantwortung bei einem örtlichen Verein liegen.
Das gilt ebenso für die öffentliche Wahrnehmung solcher Projekte. Oft wird eine einzelne Spendenübergabe sichtbar, während längerfristige Unterstützung weniger Aufmerksamkeit erhält. Für eine sachgerechte Berichterstattung sind deshalb nicht allein Ankündigungen entscheidend, sondern nachvollziehbare Angaben über die tatsächlich geleistete Hilfe.
Im Fall der möglichen Verbindung zwischen VerEINhorn und den Lady-Lions fehlen genau diese Informationen bislang. Die öffentlich dokumentierte Arbeit beider Bereiche darf daher nicht als Nachweis einer gemeinsamen Aktion verstanden werden.
Quedlinburg verfügt über unterschiedliche Formen bürgerschaftlichen Engagements. VerEINhorn hat mit dem Guericke-Einhorn ein ungewöhnliches Kapitel regionaler Geschichte aufgegriffen. Der Lions Club unterstützt nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten soziale und gemeinnützige Einrichtungen. Die Stadt wiederum hat mit der Ehrenamtskarte ein Instrument geschaffen, um freiwillige Arbeit stärker anzuerkennen.
Ob VerEINhorn darüber hinaus eine konkrete Hilfsaktion zugunsten der Lady-Lions organisiert hat, ist weiterhin offen. Für eine belastbare Nachricht wären bestätigte Angaben der Beteiligten zu Anlass, Empfängern und Art der Unterstützung erforderlich.
Unabhängig davon bleibt die Bedeutung der dokumentierten Vereinsarbeit bestehen. Sie zeigt sich nicht nur in einzelnen Aktionen, sondern vor allem in der kontinuierlichen Unterstützung regionaler Einrichtungen und im Einsatz für die kulturelle Identität Quedlinburgs. Wie sich diese Arbeit künftig entwickelt und ob neue Kooperationen entstehen, hängt von den jeweiligen Initiativen und ihren Vorhaben ab.
Hinweise, sachliche Korrekturen oder pressebezogene Rückfragen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.