Hilfe aus Stapelburg
Harzer Kinderhilfe versorgt mehr als 1.100 Kinder in Rumänien

Hilfe aus Stapelburg

Mehr als 1.100 Kinder in Rumänien erhalten Lebensmittelhilfe durch eine Initiative mit Wurzeln im Harz. Die Kinderhilfe für Siebenbürgen unterstützt außerdem Hunderte Familien und organisiert Betreuungs- und Bildungsangebote für benachteiligte Kinder. Ein Bericht des MDR vom September 2026 zeigt, welchen Umfang die Arbeit inzwischen erreicht hat – und wie eng das Hilfsprojekt weiterhin mit Stapelburg verbunden ist.
Stapelburg, 10. Oktober 2026. Was 2007 mit einem Nachmittagsangebot für Kinder in Rumänien begann, ist heute ein Hilfsprojekt mit weitreichenden Aufgaben. Die Kinderhilfe für Siebenbürgen e. V., deren Initiatorin Jenny Rasche aus Stapelburg im Harz stammt, unterstützt inzwischen mehr als 1.100 Kinder mit Lebensmitteln. Hinzu kommen Hilfen für Familien, pädagogische Betreuung und Bildungsförderung. Im Mittelpunkt stehen insbesondere sozial benachteiligte Roma-Familien in der Region um Sibiu, dem früheren Hermannstadt.
Fast zwei Jahrzehnte nach den Anfängen reicht die Arbeit von der unmittelbaren Versorgung bis zur Begleitung junger Menschen auf ihrem Ausbildungsweg. Die Kinderhilfe für Siebenbürgen ist dabei längst mehr als eine lokale Spendeninitiative. Sie arbeitet mit einer rumänischen Partnerorganisation zusammen, die wesentliche Betreuungsangebote vor Ort umsetzt.
Wie groß die Unterstützung mittlerweile ist, verdeutlichen Zahlen, die der MDR am 10. September 2026 veröffentlichte. Demnach erhalten mehr als 1.100 Kinder Lebensmittelhilfe. Über 400 Roma-Familien werden unterstützt. Weitere Angaben beziehen sich auf 175 Kinder in Nachmittagsprogrammen sowie 54 Kinder in Heimeinrichtungen.
Die Zahlen erfassen unterschiedliche Bereiche der Hilfsarbeit. Sie lassen sich nicht zu einer Gesamtzahl addieren, weil einzelne Kinder möglicherweise mehrere Angebote nutzen. Für die Größenordnung der Versorgung sind sie dennoch aufschlussreich: Die Unterstützung erreicht weit mehr Menschen als jene, die unmittelbar in den Einrichtungen betreut werden.
Die Kinderhilfe für Siebenbürgen setzt an mehreren Stellen an. Familien erhalten Unterstützung mit Lebensmitteln, Kleidung und medizinischer Versorgung. Kinder können an Nachmittagsprogrammen teilnehmen, die zusätzliche Betreuung und schulische Begleitung ermöglichen.
Gerade die Verbindung dieser Angebote prägt das Konzept. Die Lebensmittelhilfe dient der unmittelbaren Versorgung. Bildungs- und Betreuungsangebote richten sich dagegen auf die längerfristige Entwicklung der Kinder. Beide Bereiche stehen nebeneinander, ohne dass sich ihre Wirkung allein aus Teilnehmerzahlen ablesen ließe.
Für Kinder, die unter schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen aufwachsen, soll damit auch der Zugang zu regelmäßiger Betreuung und schulischer Förderung verbessert werden. Wie sich diese Unterstützung langfristig auf Bildungsabschlüsse und berufliche Perspektiven auswirkt, lässt sich anhand der veröffentlichten aktuellen Zahlen allerdings nicht abschließend beurteilen.
Die Geschichte der Initiative führt zurück ins Jahr 2007. In Șura Mare, einer Gemeinde nahe Sibiu, entstand damals ein Nachmittagsangebot für Kinder. Jenny Rasche, die aus Stapelburg stammt, engagierte sich vor Ort. Aus diesem ersten Ansatz entwickelte sich über die Jahre eine breiter aufgestellte Hilfsarbeit.
Mit der Zeit kamen weitere Aufgaben hinzu. Neben der Versorgung bedürftiger Familien entstanden Betreuungsangebote und Möglichkeiten zur Bildungsförderung. Die Arbeit beschränkte sich damit nicht mehr auf einzelne Unterstützungsaktionen, sondern entwickelte sich zu einer längerfristigen sozialen Begleitung.
Auch Förderorganisationen wurden auf das Projekt aufmerksam. Die Georg Ludwig Rexroth-Stiftung unterstützt die Kinderhilfe nach eigenen Angaben seit 2014. Sie dokumentiert unter anderem Hilfen für Kinder und Familien sowie die Entwicklung von Wohn- und Betreuungsangeboten.
Die Kinderhilfe für Siebenbürgen aus Stapelburg im Harz unterstützt mehr als 1.100 Kinder in Rumänien mit Lebensmitteln. Darüber hinaus organisiert sie gemeinsam mit einer rumänischen Partnerorganisation Familienhilfe, Betreuung und Bildungsförderung.
Die organisatorische Verantwortung hat sich im Laufe der Jahre verändert. Seit Januar 2021 liegt die operative Arbeit nach Angaben der rumänischen Organisation Speranță și Zâmbet bei dieser Partnerorganisation. Der deutsche Verein bleibt insbesondere für die finanzielle Unterstützung von Bedeutung.
Die Unterscheidung ist wichtig: Die Kinderhilfe für Siebenbürgen organisiert und unterstützt Hilfsleistungen von Deutschland aus. Die unmittelbare Betreuung in Rumänien erfolgt über die dort tätigen Strukturen.
Wie diese Arbeit aufgebaut ist, lässt sich anhand eines Tätigkeitsberichts der rumänischen Organisation aus dem Jahr 2022 nachvollziehen. Damals bestanden drei familienähnliche Einrichtungen, in denen insgesamt 30 Kinder untergebracht waren. Ein Tageszentrum in Cisnădie betreute weitere 50 Kinder.
Die Zahlen sind inzwischen mehrere Jahre alt. Sie dokumentieren den damaligen Stand und lassen sich nicht unmittelbar mit den Angaben des MDR vom September 2026 vergleichen. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass die Kinderhilfe weiterhin unterschiedliche Formen der Versorgung und Betreuung unterstützt.
Neben der Grundversorgung gehört die Förderung schulischer und beruflicher Bildung zu den wesentlichen Aufgaben der Kinderhilfe für Siebenbürgen. Die Angebote richten sich nicht ausschließlich an jüngere Kinder. Auch Jugendliche und junge Erwachsene werden auf ihrem weiteren Bildungsweg unterstützt.
Im Tätigkeitsbericht für 2022 führte die rumänische Partnerorganisation Förderungen für 72 Schülerinnen und Schüler in weiterführender oder beruflicher Ausbildung auf. Hinzu kamen zehn Studierende, die ebenfalls Unterstützung erhielten.
Die Bildungsförderung ist ein eigenständiger Bestandteil des Hilfsprojekts. Während Nachmittagsangebote Kinder im Schulalter begleiten, richten sich weitere Maßnahmen an Jugendliche, die eine Ausbildung absolvieren oder ein Studium aufnehmen.
Damit geht der Ansatz über kurzfristige Hilfe hinaus. Die Organisation unterstützt auch Bildungswege, die sich über mehrere Jahre erstrecken können. Ob und in welchem Umfang ehemalige Teilnehmer später eine Ausbildung abschließen oder eine dauerhafte Beschäftigung finden, geht aus den vorliegenden aktuellen Angaben allerdings nicht hervor.
Für eine umfassende Bewertung wären solche Daten von besonderem Interesse. Die Zahl der betreuten Kinder beschreibt zunächst die Reichweite der Angebote, nicht automatisch deren langfristigen Erfolg.
Die Verbindung zwischen der Kinderhilfe für Siebenbürgen und dem Harz reicht über Jenny Rasches Herkunft hinaus. Auch Schulen aus der Region haben sich in der Vergangenheit an Hilfsaktionen beteiligt.
Ein Beispiel stammt aus Harzgerode. Die dortige Gemeinschaftsschule dokumentierte für das Jahr 2013 eine Weihnachtspaketaktion zugunsten der Kinderhilfe. Insgesamt 108 Pakete wurden damals zusammengestellt.
Auch das Landschulheim Grovesmühle engagierte sich. Das Amtsblatt Wernigerode berichtete 2013 über eine Zusammenarbeit mit dem Verein. Schülerinnen und Schüler sammelten Spenden und planten ein Filmprojekt, das sich mit der Hilfsarbeit in Rumänien beschäftigen sollte.
Die dokumentierten Aktionen zeigen, dass das Projekt auch außerhalb Stapelburgs Unterstützung fand. Ob diese konkreten Schulkooperationen heute noch bestehen, ist aus den verfügbaren Informationen nicht ersichtlich.
Eine besonders unmittelbare Verbindung zwischen dem Harz und Rumänien besteht durch Hilfsgütertransporte. Nach Angaben des Vereins werden zweimal jährlich Lastwagen mit Spenden beladen.
Über einen solchen Transport berichtete der MDR im September 2026. Ein mit Hilfsgütern beladener Lastwagen machte sich von Stapelburg aus auf den Weg nach Rumänien. Damit bleibt der Ort im Harz ein Ausgangspunkt für praktische Unterstützung.
Welche Mittel für die laufende Hilfsarbeit benötigt werden, lässt sich auch aus veröffentlichten Spendeninformationen erkennen. Im Mai 2026 dokumentierte die Kinderhilfe auf Betterplace unter anderem Ausgaben für Lebensmittel, Hygieneartikel und notwendige Fahrten.
Die Arbeit umfasst somit nicht nur die Finanzierung von Betreuungseinrichtungen. Auch die regelmäßige Versorgung und die Organisation von Transporten gehören dazu. Wie hoch die gesamten jährlichen Ausgaben derzeit sind und welchen Anteil einzelne Förderer übernehmen, lässt sich aus den herangezogenen Angaben nicht vollständig bestimmen.
Seit den Anfängen in Șura Mare hat sich das Projekt erheblich entwickelt. Aus einem Nachmittagsangebot entstand eine Zusammenarbeit, die heute Lebensmittelversorgung, Familienhilfe, Betreuung und Bildungsförderung umfasst.
Die im September veröffentlichten Zahlen machen vor allem die Reichweite sichtbar. Mehr als 1.100 Kinder erhalten Lebensmittelhilfe, über 400 Familien werden unterstützt. Daneben bestehen Angebote für Kinder, die zusätzliche Betreuung benötigen oder in Einrichtungen leben.
Die Kinderhilfe für Siebenbürgen steht damit für zwei unterschiedliche Formen sozialer Unterstützung: die unmittelbare Versorgung von Familien und die längerfristige Begleitung von Kindern und Jugendlichen. Beide Aufgaben verlangen unterschiedliche Mittel, Personal und organisatorische Strukturen.
Offen bleibt, wie sich die Lebensbedingungen der unterstützten Familien über längere Zeiträume entwickelt haben. Die verfügbaren Berichte enthalten konkrete Angaben zur Zahl der betreuten Menschen und zu einzelnen Fördermaßnahmen. Eine umfassende aktuelle Auswertung der langfristigen Ergebnisse liegt in den herangezogenen Quellen jedoch nicht vor.
Die Kinderhilfe für Siebenbürgen zeigt, wie dauerhaftes Engagement aus einer Region heraus internationale Unterstützung ermöglichen kann. Die Initiative ist eng mit Stapelburg verbunden, während ihre eigentlichen Aufgaben in Rumänien liegen.
Dass diese Zusammenarbeit nach fast zwei Jahrzehnten fortbesteht, belegen die aktuellen Betreuungszahlen und die Hilfsgütertransporte aus dem Harz. Der deutsche Verein und die rumänische Partnerorganisation erfüllen dabei unterschiedliche, aufeinander bezogene Aufgaben.
Für die kommenden Jahre wird entscheidend sein, wie die Versorgung der Kinder und Familien finanziell abgesichert und die Bildungsangebote fortgeführt werden können. Die im September 2026 veröffentlichten Zahlen zeigen jedenfalls, welchen Umfang die Hilfe inzwischen erreicht hat. Sie machen zugleich deutlich, dass die Arbeit der Kinderhilfe für Siebenbürgen nicht mit einzelnen Spendenaktionen erledigt ist, sondern auf langfristige Unterstützung angewiesen bleibt.
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