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Kunst verändert die Quartiere

Street-Art in Wernigerode: Drei Künstler prägen GWW-Quartiere

Abstrakte Street-Art auf einer Wand mit Farbdosen als Motiv für Kunstprojekte in Wernigerode im Harz.
Symbolbild: KI-generiert. Street-Art und großformatige Wandkunst stehen für die künstlerische Gestaltung, die bei GWW-Projekten in Wernigerode im Harz eingesetzt wird.

In Wernigerode im Harz haben drei international aktive Urban-Art-Künstler neue Fassaden gestaltet. Alessio-B., Tony Gallo und Giulia Yoshimura alias Mura arbeiteten im August an Gebäuden der GWW in Stadtfeld und Burgbreite. Die Street-Art in Wernigerode ist damit längst mehr als eine einzelne Kunstaktion – zugleich bleiben Details zu Zahl, Motiven und genauer Zuordnung der neuen Werke offen.

Wernigerode, 28. August 2026. Wo über Jahrzehnte großflächige Fassaden das Bild ganzer Wohnquartiere geprägt haben, setzt die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode inzwischen gezielt auf Kunst. Im August ist die Reihe „Kunst am Bau“ in eine neue Runde gegangen. Für die Street-Art in Wernigerode holte die GWW diesmal drei Künstler mit internationaler Erfahrung nach Stadtfeld und Burgbreite.

Beteiligt waren Alessio-B., Tony Gallo und Giulia Yoshimura, die unter dem Künstlernamen Mura arbeitet. Nach Angaben der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH (GWW) entstanden während einer rund einwöchigen Arbeitsphase neue Gestaltungen an Häuserfronten. Als Standorte nennt das Unternehmen unter anderem Bereiche am Kastanienwäldchen und in der Bert-Heller-Straße.

Welche Fassade welchem Künstler zuzuordnen ist, geht aus den bislang veröffentlichten Angaben allerdings nicht vollständig hervor. Auch eine abschließende Zahl der 2026 neu entstandenen Wandbilder liegt nicht vor. Sicher ist: Die GWW setzt damit eine Entwicklung fort, die vor zwei Jahren begonnen hat.

Street-Art in Wernigerode wird zum festen Bestandteil der Quartiere im Harz

Alessio-B. ist in Wernigerode kein Unbekannter. Bereits 2024 gestaltete der italienische Künstler mehrere Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft. Ein Jahr später folgte ein weiteres großformatiges Wandbild. Für 2026 hatte die GWW früh angekündigt, das Projekt auszubauen und zwei weitere Künstler aus der europäischen Urban-Art-Szene einzubeziehen.

Genau das ist nun geschehen. Neben Alessio-B. kamen Tony Gallo und Mura hinzu. Die Street-Art in Wernigerode erhält dadurch einen internationaleren Charakter, ohne ihren lokalen Bezug zu verlieren. Alle drei Künstler waren bereits bei größeren europäischen Urban-Art-Projekten vertreten.

Alessio-B., Tony Gallo und Mura gehörten 2025 zum Teilnehmerfeld der internationalen Street-Art-Biennale „Super Walls“ im italienischen Padua und dessen Umgebung. Auch beim Caorle Sea Festival 2026 waren sie Teil des künstlerischen Programms. Damit lässt sich die internationale Erfahrung der drei Beteiligten unabhängig von der Selbstdarstellung des Wohnungsunternehmens nachvollziehen.

Drei Handschriften, ein gemeinsamer Stadtraum

Die Künstler bringen unterschiedliche Hintergründe mit. Tony Gallo stammt aus Padua und arbeitet seit Jahren als Street Artist und Maler. In seinen Arbeiten tauchen häufig Figuren sowie Bezüge zu Natur und Umwelt auf. Giulia Yoshimura alias Mura wurde in São Paulo geboren und arbeitet von Portugal aus. Auch ihre Wandbilder greifen vielfach Pflanzen, Natur und das Verhältnis des Menschen zu seiner Umgebung auf.

Das Wichtigste in Kürze

In Wernigerode im Harz haben Alessio-B., Tony Gallo und Mura im August 2026 neue Fassaden im Rahmen der GWW-Reihe Kunst am Bau gestaltet. Die Aktion setzt die seit 2024 laufende Street-Art-Reihe in Stadtfeld und Burgbreite fort.

Was ist passiert?
Für die Street-Art in Wernigerode holte die GWW diesmal drei Künstler mit internationaler Erfahrung nach Stadtfeld und Burgbreite.
Wer ist betroffen?
Beteiligt waren Alessio-B., Tony Gallo und Giulia Yoshimura, die unter dem Künstlernamen Mura arbeitet.
Was ist bestätigt?
Alessio-B., Tony Gallo und Mura gehörten 2025 zum Teilnehmerfeld der internationalen Street-Art-Biennale „Super Walls“ im italienischen Padua und dessen Umgebung.
Was bedeutet das?
Die Street-Art in Wernigerode ist damit Teil eines größeren Modernisierungsansatzes.
Was ist noch offen?
Auch eine abschließende Zahl der 2026 neu entstandenen Wandbilder liegt nicht vor.

Stand:

Bei Alessio-B. ist der Bezug zu Wernigerode inzwischen enger. Seine früheren Arbeiten an GWW-Gebäuden bildeten den Ausgangspunkt der heutigen Reihe. 2025 entstand nach Angaben der Wohnungsbaugesellschaft ein acht mal zehn Meter großes Wandbild an einem sanierten Gebäude.

Damit wächst die Street-Art in Wernigerode nicht über ein einzelnes Großprojekt, sondern schrittweise. Neue Arbeiten kommen zu bereits bestehenden hinzu. Gerade in Stadtfeld und Burgbreite werden einzelne Fassaden dadurch zu wiedererkennbaren Punkten innerhalb großer Wohnanlagen.

GWW verbindet Fassadenkunst mit Quartiersentwicklung

Für die GWW ist die Kunst nicht bloß Dekoration. Das Unternehmen verbindet die bemalten Fassaden mit einem größeren Anspruch: Orientierung, Identifikation und Aufenthaltsqualität in den Quartieren sollen gestärkt werden.

Das ist zunächst die Sicht des Eigentümers. Eine unabhängige Untersuchung darüber, ob und in welchem Umfang Wandbilder tatsächlich die Wohnzufriedenheit oder Bindung an ein Viertel erhöhen, liegt für das Wernigeröder Projekt nicht vor. Auch Berichte über positive Reaktionen aus der Bewohnerschaft während der Arbeiten stammen von der GWW selbst.

Trotzdem ist die Kontinuität des Projekts auffällig. Was 2024 mit einzelnen Fassaden begann, wird inzwischen über mehrere Jahre weitergeführt. Die Street-Art in Wernigerode taucht damit nicht als kurzfristige Aktion auf, sondern begleitet Sanierungen und Veränderungen im Gebäudebestand.

Gerade bei großformatigen Wohngebäuden kann dieser Ansatz sichtbar werden. Während technische Modernisierungen von außen oft nur begrenzt auffallen, verändern Wandbilder das Erscheinungsbild eines Hauses unmittelbar. Welchen Stellenwert diese Gestaltung innerhalb der gesamten Sanierungsstrategie der GWW einnimmt, zeigt auch eine Kostenangabe des Unternehmens.

Kunst soll nur einen kleinen Teil der Sanierungskosten ausmachen

GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann beziffert die Aufwendungen für diese Form von Kunst am Bau auf weniger als ein Prozent der gesamten Sanierungskosten eines Plattenbaus. Konkrete Eurobeträge für die aktuellen Werke wurden allerdings nicht veröffentlicht.

Auch zu Künstlerhonoraren, möglichen Fördermitteln oder weiteren Finanzierungspartnern liegen keine belastbaren Angaben vor. Die Prozentangabe lässt sich deshalb nicht in einen konkreten Betrag übersetzen. Sie macht aber deutlich, wie das Unternehmen das Verhältnis zwischen baulicher Sanierung und künstlerischer Gestaltung einordnet.

Die Street-Art in Wernigerode ist damit Teil eines größeren Modernisierungsansatzes. Die Wohnungsbaugesellschaft erneuert nicht nur Gebäude, sondern versucht zugleich, deren äußeres Erscheinungsbild individueller zu gestalten.

Schüler werden in das Street-Art-Projekt einbezogen

Die diesjährige Runde blieb nicht auf Wohnhäuser beschränkt. Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen der Ganztagsschule Burgbreite nahmen an einem Workshop mit Alessio-B. teil.

Nach Angaben der GWW arbeiteten die Jugendlichen zunächst auf kleineren Flächen und mit unterschiedlichen Materialien. Anschließend wirkten sie an einem Wandbild an der Schule mit. Wernigerodes Oberbürgermeister Tobias Kascha besuchte den Workshop.

Dieser Teil des Projekts muss von den Arbeiten an den GWW-Plattenbauten getrennt betrachtet werden: Das Schulgebäude ist kein Wohngebäude der Gesellschaft. Inhaltlich gehört der Workshop dennoch zur gleichen Initiative. Die Street-Art in Wernigerode reicht dadurch erstmals deutlich über die reine Fassadengestaltung durch professionelle Künstler hinaus und bindet Jugendliche direkt in den Entstehungsprozess ein.

Von einzelnen Fassaden zu einer wachsenden Kunstreihe im Harz

Nach mehreren Jahren lässt sich erkennen, wohin sich das Projekt entwickelt. Aus einzelnen Wandbildern entsteht nach und nach eine Reihe über mehrere Gebäude und Quartiere hinweg. 2026 arbeiten erstmals drei international aktive Künstler innerhalb desselben Projektzusammenhangs in Wernigerode.

Offen bleibt, wie umfangreich die diesjährige Runde am Ende genau ist. Bislang fehlt eine vollständige öffentliche Übersicht der neuen Motive, Standorte und Künstlerzuordnungen. Ebenso hat die GWW nicht mitgeteilt, ob und in welcher Form die Reihe im kommenden Jahr weitergeführt wird.

Dass die Street-Art in Wernigerode inzwischen einen festen Platz in der Gestaltung von Stadtfeld und Burgbreite hat, lässt sich jedoch bereits feststellen. Seit 2024 sind immer neue Arbeiten hinzugekommen, 2026 wurde der Kreis der beteiligten Künstler erweitert. Aus einer ersten Fassadenidee ist damit eine fortlaufende Kunst-am-Bau-Reihe in der Harzstadt geworden – sichtbar an mehreren Stellen Wernigerodes und inzwischen auch verbunden mit einem Projekt für Schülerinnen und Schüler.

Quellen

  1. Renommierte Street-Art-Künstler mit neuen Werken an GWW-Plattenbauten in WernigerodeGebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH / Reporterbox
  2. Biennale di Street Art, il sogno prende vita sui muri di PadovaANSA
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