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Elektromobilität im Streifendienst

Sieben neue E-Streifenwagen für Goslar: Das können die Audi A6 e-tron

Elektro-Polizeifahrzeug mit Blaulicht als moderner Streifenwagen ohne sichtbares Kennzeichen
Symbolbild: KI-generiert. Ein Elektro-Streifenwagen steht stellvertretend für die neuen Audi A6 e-tron der Polizei Goslar und die Elektrifizierung des niedersächsischen Polizeifuhrparks.

Sieben neue Elektro-Streifenwagen verstärken den Fuhrpark der Polizeiinspektion Goslar. Die Audi A6 e-tron leisten 286 PS, verfügen über Schnellladetechnik und erreichen nach dem WLTP-Prüfverfahren bis zu 520 Kilometer Reichweite. Für die Polizei Goslar beginnt damit zugleich ein Praxistest: Wie gut sich die Elektroautos im großflächigen und teilweise bergigen Harzer Einsatzgebiet bewähren, muss der tägliche Streifendienst zeigen.

Goslar, 1. Oktober 2026. Der elektrische Umbau des niedersächsischen Polizeifuhrparks ist im Harz angekommen. Sieben Audi A6 e-tron sind der Polizeiinspektion Goslar zugeteilt worden. Die neuen Funkstreifenwagen gehören zu einer größeren Fahrzeugflotte, die derzeit innerhalb der Polizeidirektion Braunschweig in den Dienst geht.

Insgesamt hat die Polizeidirektion 37 vollelektrische Audi A6 e-tron übernommen. Nach Angaben der Polizeidirektion Braunschweig verteilen sich die Fahrzeuge auf alle fünf Polizeiinspektionen ihres Zuständigkeitsbereichs. Goslar erhält sieben davon.

Je neun Fahrzeuge gehen nach Braunschweig sowie zur Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel. Wolfsburg-Helmstedt erhält ebenfalls sieben, Gifhorn fünf. Für die Polizei Goslar bedeutet die Auslieferung damit einen spürbaren Schritt hin zu einem stärker elektrifizierten Streifendienst.

Neue Elektro-Streifenwagen für Goslar leisten 286 PS

Auf dem Papier bringen die neuen Polizeiautos beachtliche Leistungsdaten mit. Der Elektroantrieb des Audi A6 e-tron stellt 210 Kilowatt bereit, umgerechnet 286 PS. Die Batterie verfügt über eine Bruttokapazität von 83 Kilowattstunden.

Als Reichweite nennt die Polizeidirektion bis zu 520 Kilometer nach dem WLTP-Prüfverfahren. Diese Zahl ist allerdings kein garantierter Wert für den Einsatzalltag. WLTP schafft vor allem eine standardisierte Grundlage, um Fahrzeuge miteinander vergleichen zu können. Wie groß der tatsächliche Aktionsradius der Elektro-Streifenwagen im täglichen Polizeidienst ausfällt, lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten.

Gerade in Goslar und im Harz dürfte dieser Punkt interessant werden. Das Einsatzgebiet ist weitläufig, Strecken können durch Höhenunterschiede geprägt sein, im Winter kommen niedrige Temperaturen hinzu. Wie sich die Audi A6 e-tron unter diesen konkreten Bedingungen schlagen, ist bislang nicht mit belastbaren lokalen Erfahrungswerten dokumentiert.

Die nominelle Reichweite allein entscheidet ohnehin nicht darüber, ob sich ein Elektroauto für den Polizeidienst eignet. Streifenwagen müssen über längere Zeit verfügbar sein und bei Bedarf schnell wieder eingesetzt werden können. Entsprechend wichtig wird die Ladeinfrastruktur.

Schnellladen soll die Einsatzbereitschaft sichern

Die maximale Ladeleistung der neuen Audi A6 e-tron liegt laut Polizeidirektion bei 225 Kilowatt. Unter optimalen Voraussetzungen soll sich der Akku innerhalb von rund 21 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden lassen.

Das Wichtigste in Kürze

Sieben vollelektrische Audi A6 e-tron sind der Polizeiinspektion Goslar zugeteilt worden. Die neuen Streifenwagen sind Teil einer größeren Elektrifizierung des niedersächsischen Polizeifuhrparks.

Was ist passiert?
Sieben Audi A6 e-tron sind der Polizeiinspektion Goslar zugeteilt worden.
Wo?
Insgesamt hat die Polizeidirektion 37 vollelektrische Audi A6 e-tron übernommen.
Was ist bestätigt?
Als Reichweite nennt die Polizeidirektion bis zu 520 Kilometer nach dem WLTP-Prüfverfahren.
Was bedeutet das?
Bis Mitte 2027 sollen insgesamt 268 Audi A6 e-tron bei der Polizei in Niedersachsen unterwegs sein.

Stand:

Niedersachsen hat dafür in den vergangenen Jahren eine eigene Ladeinfrastruktur aufgebaut. Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums gibt es inzwischen rund 900 Ladepunkte an Polizeiliegenschaften im Land. Wie viele davon im Bereich der Polizeiinspektion Goslar verfügbar sind und auf welche Dienststellen sie sich verteilen, geht aus den veröffentlichten Angaben allerdings nicht hervor.

Für den praktischen Einsatz der Elektro-Streifenwagen ist genau dieses Zusammenspiel entscheidend: Reichweite, Ladegeschwindigkeit und verfügbare Ladepunkte müssen zu den Abläufen des Polizeidienstes passen. Wie gut das in Goslar funktioniert, werden erst die Erfahrungen mit den neuen Fahrzeugen zeigen.

Audi A6 e-tron wurde für den Polizeidienst umgerüstet

Die neuen Elektro-Audis sind keine gewöhnlichen Serienfahrzeuge, denen lediglich Blaulicht und Polizeifolierung hinzugefügt wurden. Für den Einsatz als Funkstreifenwagen wurden sie an die Anforderungen des Polizeidienstes angepasst.

Zur Ausstattung gehört nach Angaben der Polizeidirektion unter anderem ein spezielles Geräteträgersystem. Hinzu kommen ein digitaler Innenrückspiegel sowie verschiedene Assistenz- und Sicherheitssysteme. Auch das sogenannte One-Pedal-Driving lässt sich nutzen. Dabei kann der Fahrer das Fahrzeug über das Fahrpedal nicht nur beschleunigen, sondern durch die Rekuperation beim Zurücknehmen des Pedals deutlich verzögern.

Platzangebot und Fahrkomfort sollen ebenfalls auf den täglichen Streifendienst zugeschnitten sein. Das ist weniger nebensächlich, als es zunächst klingt: Polizeifahrzeuge dienen nicht nur dem Weg von einem Einsatz zum nächsten. Sie sind über viele Stunden Arbeitsplatz, Transportmittel und technische Basis für die Beamten.

Völlig neu ist der Audi im Erscheinungsbild der niedersächsischen Polizei nicht. Die Fahrzeuge waren bereits im Juni beim Tag der Niedersachsen öffentlich präsentiert worden. Nun erreichen sie in größerer Zahl den regulären Dienst.

Goslar ist Teil einer größeren Elektro-Offensive der Polizei

Die sieben Elektro-Streifenwagen der Polizei Goslar stehen für eine Entwicklung, die weit über den Harz hinausgeht. Das niedersächsische Innenministerium plant eine deutlich größere Flotte: Bis Mitte 2027 sollen insgesamt 268 Audi A6 e-tron bei der Polizei in Niedersachsen unterwegs sein.

Der Umstieg auf alternative Antriebe begann dabei nicht erst mit der aktuellen Audi-Beschaffung. Elektrische und hybride Fahrzeuge gehören nach Angaben des Landes bereits seit 2013 zum Fuhrpark der niedersächsischen Polizei. Mit den neuen Audi A6 e-tron erreicht die Elektrifizierung nun in größerem Umfang den regulären Funkstreifendienst.

Die Beschaffung selbst hatte schon vor der Auslieferung eine politische und wirtschaftliche Begleitdebatte ausgelöst. Niedersachsen ist Anteilseigner von Volkswagen, den Zuschlag bei der Ausschreibung erhielt dennoch Audi. Der NDR berichtete 2025 über die Diskussion um die Entscheidung und die zunächst geplante Beschaffung von 208 Fahrzeugen.

Aus einer Antwort der niedersächsischen Landesregierung an den Landtag gehen weitere Eckdaten hervor. Für die zunächst vorgesehenen 208 Fahrzeuge wurde ein Auftragsvolumen von rund 13,52 Millionen Euro angegeben. Die Rahmenvereinbarung hat einschließlich vorgesehener Verlängerungsoptionen eine geschätzte Gesamtauftragssumme von 16,5 Millionen Euro netto. Als Höchstgrenze wurden 26,4 Millionen Euro netto genannt.

Mittlerweile fällt die geplante Flotte größer aus. Das Innenministerium spricht von 268 Audi A6 e-tron, die bis Mitte 2027 für die Polizei Niedersachsen unterwegs sein sollen. Die Rahmenvereinbarung sieht weitere Abrufe beziehungsweise Verlängerungsmöglichkeiten vor.

Wo die sieben Elektro-Audis eingesetzt werden, bleibt offen

Für die lokale Einordnung ist ein Detail entscheidend: Die sieben Fahrzeuge sind der Polizeiinspektion Goslar zugeteilt. Das bedeutet nicht automatisch, dass alle sieben Audi A6 e-tron dauerhaft an einem Standort in der Stadt Goslar stehen.

Eine öffentlich dokumentierte Verteilung auf einzelne Dienststellen innerhalb des Inspektionsbereichs liegt bislang nicht vor. Deshalb lässt sich derzeit auch nicht belastbar sagen, auf welchen Strecken oder in welchen Teilen des Zuständigkeitsbereichs die neuen Elektro-Streifenwagen besonders häufig eingesetzt werden.

Ähnlich verhält es sich mit der realen Reichweite. Die offiziell genannten 520 Kilometer bleiben zunächst ein WLTP-Wert. Daten aus einem längeren Polizeibetrieb im Harz, etwa bei winterlichen Temperaturen oder auf längeren Einsatzfahrten, sind bisher nicht veröffentlicht.

Für die Polizei Goslar zählt nun der Alltagstest

Die technischen Eckdaten der neuen Streifenwagen sind klar: 286 PS, eine 83-Kilowattstunden-Batterie, bis zu 225 Kilowatt Ladeleistung und eine WLTP-Reichweite von maximal 520 Kilometern. Für den Polizeidienst sind diese Zahlen jedoch nur der Ausgangspunkt.

Entscheidend wird sein, ob Reichweite, Ladezeiten und Verfügbarkeit mit einem Dienstbetrieb zusammenpassen, der sich nicht immer planen lässt. Gerade darin unterscheidet sich ein Funkstreifenwagen von einem gewöhnlichen Dienstwagen. Wann die nächste Fahrt beginnt, wie lange sie dauert und welche Strecke zurückgelegt werden muss, richtet sich im Einsatz nicht nach dem Ladestand.

Für Goslar beginnt mit den sieben Audi A6 e-tron deshalb mehr als ein bloßer Fahrzeugwechsel. Die Elektro-Streifenwagen werden Teil des regulären Polizeialltags – innerhalb einer landesweiten Flottenumstellung, die in den kommenden Monaten noch erheblich größer werden soll. Ob sich die technischen Versprechen auch unter den Bedingungen des Harzes bestätigen, werden die Erfahrungen im täglichen Einsatz zeigen.

Quellen

  1. Polizeidirektion Braunschweig erhält 37 neue Audi A6 e-tron FunkstreifenwagenPolizeidirektion Braunschweig
  2. Neue Ausrüstung und Einsatzmittel: Niedersächsische Polizei präsentiert unter anderem neue Elektrofahrzeuge, Schallpegelmessgeräte und Boote für die WasserschutzpolizeiNiedersächsisches Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung
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