Hochschulstandort im Harz
TU-Campus Goslar nimmt Konturen an: Das ist für den neuen Hochschulstandort geplant

Hochschulstandort im Harz

Die Technische Universität Clausthal treibt ihre Pläne für einen neuen Campus in Goslar voran. Langfristig könnte der Standort Platz für bis zu 1.000 Studierende bieten, die Hans-Joachim-Tessner-Stiftung stellt für das Vorhaben bis zu 25 Millionen Euro in Aussicht. Noch aber ist das Projekt nicht endgültig beschlossen – mehrere politische, rechtliche und finanzielle Fragen müssen geklärt werden.
Goslar, 1. Oktober 2026. Der geplante TU-Campus in Goslar nimmt Konturen an. Was zunächst vor allem als langfristige Perspektive für den Hochschulstandort vorgestellt wurde, ist inzwischen mit konkreten Eckdaten verbunden: ein Neubau Am Stollen 19, bis zu 5.000 Quadratmeter Nutzfläche und eine mögliche Unterstützung durch die Hans-Joachim-Tessner-Stiftung von bis zu 25 Millionen Euro.
Besonders eine Zahl fällt dabei auf: bis zu 1.000 Studierende. Sie beschreibt allerdings nicht die heutige Situation und auch keine verbindlich festgelegte Zielmarke für das Jahr 2030. Nach Angaben der TU Clausthal handelt es sich um das langfristige Potenzial, auf das der Standort Goslar ausgebaut werden könnte.
Hinter dem Campus-Projekt stehen die TU Clausthal, die Stadt Goslar und die Hans-Joachim-Tessner-Stiftung. Geplant ist der Ausbau auf dem städtischen Grundstück Am Stollen 19. Dort soll die bereits vorhandene Hochschul- und Forschungslandschaft erweitert werden. Forschung, Lehre und Technologietransfer sollen enger zusammenrücken – ebenso die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Unternehmen.
Die Größenordnung von 1.000 Studierenden ist für die weitere Berichterstattung entscheidend. Denn die bisher veröffentlichten Angaben sprechen ausdrücklich von „bis zu“ 1.000 Studierenden. Es handelt sich um eine mögliche langfristige Kapazität des Standorts, nicht um eine bereits erreichte oder verbindlich zugesagte Studierendenzahl.
Auch ein konkretes Jahr, in dem diese Größenordnung erreicht werden soll, ist bislang nicht öffentlich festgelegt. Das für den Campus genannte Jahr 2030 bezieht sich auf die angestrebte Inbetriebnahme des Projekts. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 1.000 Menschen in Goslar studieren werden.
Gleichzeitig beginnt der Ausbau nicht bei null. Goslar ist längst Hochschulstandort. Nach Angaben der Stadt Goslar waren im April 2026 im Studiengang Digital Technologies 358 Studierende eingeschrieben. Gerechnet worden war ursprünglich mit 296. Mittelfristig wurde für diesen Studiengang eine Größenordnung von 400 bis 450 Studierenden genannt.
Mit dem Bachelorstudiengang AI Engineering kommt zum Wintersemester 2026/27 ein weiterer Baustein hinzu. Das Angebot ist am Center for Digital Technologies in Goslar angesiedelt. Damit wächst die akademische Präsenz bereits, während über den großen Campus noch verhandelt und geplant wird.
Auch räumlich soll der TU-Campus Goslar eine neue Größenordnung erreichen. Für den geplanten Neubau sind bis zu 5.000 Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen. Nach den bisherigen Projektangaben sollen dort unter anderem Forschungs- und Seminarräume, Labore und Innovationswerkstätten entstehen.
Die TU Clausthal plant gemeinsam mit der Stadt Goslar und der Hans-Joachim-Tessner-Stiftung einen neuen Campus in Goslar. Langfristig ist ein Ausbau auf bis zu 1.000 Studierende vorgesehen, endgültig beschlossen ist das Gesamtprojekt noch nicht.
Inhaltlich konzentrieren sich die Planungen auf Bereiche, die für die strategische Entwicklung der TU Clausthal eine wichtige Rolle spielen. Genannt werden AI Engineering, Energieforschung sowie Informations- und Sensortechnologien.
Der Campus soll dabei nicht als klassischer Hochschulbau mit Lehrsälen allein funktionieren. Vorgesehen ist eine stärkere Verbindung von Forschung, Ausbildung und Technologietransfer. Wissenschaft und Unternehmen sollen am Standort enger miteinander arbeiten können. Das Projekt knüpft damit an Strukturen an, die die TU in Goslar bereits aufgebaut hat.
Als Standort ist das Grundstück Am Stollen 19 vorgesehen. Für die Inbetriebnahme wurde bislang das Jahr 2030 als Ziel genannt. Ein öffentlich nachvollziehbarer Zeitplan mit einzelnen Etappen – von der weiteren Planung über Genehmigungen und Baubeginn bis zur Fertigstellung – liegt jedoch noch nicht vor.
Deutlich konkreter geworden ist inzwischen die finanzielle Dimension. Bei der ersten Vorstellung des Projekts war zunächst allgemein von einem größeren zweistelligen Millionenbetrag der Hans-Joachim-Tessner-Stiftung die Rede.
Eine im September veröffentlichte kommunale Vorlage zum vorgesehenen Letter of Intent nennt nun bis zu 25 Millionen Euro, die von der Stiftung für das Campus-Projekt bereitgestellt werden sollen. Die Zahl markiert damit eine wichtige Größenordnung für das Vorhaben – sie ist aber nicht mit den endgültigen Gesamtkosten gleichzusetzen.
Nach der bisherigen Projektbeschreibung soll die Stiftung Gebäude und notwendige Infrastruktur finanzieren beziehungsweise langfristig zur Verfügung stellen. Die operative Verantwortung soll bei Universität und Stadt liegen.
Damit rückt zugleich eine Frage stärker in den Mittelpunkt, die für die langfristige Umsetzung entscheidend sein dürfte: die Finanzierung des laufenden Betriebs. Welche Kosten dauerhaft bei Hochschule, Land oder Kommune anfallen und wie diese im Einzelnen verteilt werden, geht aus den bisher bekannten Angaben nicht abschließend hervor.
TU-Präsidentin Dr.-Ing. Sylvia Schattauer hat sich öffentlich hinter das Projekt gestellt. Die Unterstützung der Tessner-Stiftung bewertet die Hochschulleitung als große Chance für die weitere Entwicklung der Universität. Mit moderner Forschungsinfrastruktur und neuen Lehrkonzepten soll nicht nur der Standort Goslar profitieren, sondern die TU Clausthal insgesamt.
Diese Einordnung ist auch mit Blick auf Clausthal-Zellerfeld wichtig. Der geplante Ausbau in Goslar hatte dort eine Debatte darüber ausgelöst, welche Folgen ein wachsender zweiter Standort für den traditionellen Sitz der Universität haben könnte.
Die Hochschulleitung positionierte sich dazu Anfang September eindeutig. Clausthal-Zellerfeld soll Hauptstandort und wissenschaftliches Zentrum der Universität bleiben. Der neue Campus in Goslar wird von der TU demnach als Erweiterung verstanden, nicht als Verlagerung des bisherigen Hochschulstandorts.
Parallel stehen auch in Clausthal-Zellerfeld erhebliche Investitionen an. Die Stadt verwies im September auf vorgesehene Landesmittel von 100 Millionen Euro für den Chemie-Campus sowie weitere 15 Millionen Euro für die Sanierung universitärer Gebäude. Der Ausbau in Goslar steht damit neben umfangreichen Investitionen am traditionellen TU-Standort.
So konkret einzelne Zahlen inzwischen wirken: Vom fertigen Bauprojekt ist der TU-Campus Goslar noch ein Stück entfernt. Nach der Vorstellung des Vorhabens sollten die Beiträge der Projektpartner zunächst in einem Letter of Intent festgehalten werden. Danach müssen weitere politische, rechtliche, hochschulinterne und finanzielle Voraussetzungen geklärt werden.
Die im September bekannt gewordene Vorlage für einen solchen Letter of Intent zeigt, dass die Planungen voranschreiten. Sie bedeutet jedoch nicht, dass damit sämtliche später notwendigen Beschlüsse, Verträge und Genehmigungen bereits vorliegen.
Gerade deshalb ist die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Planungsgrößen wichtig. Bis zu 25 Millionen Euro stehen als mögliche Stiftungsleistung im Raum. Bis zu 5.000 Quadratmeter Nutzfläche sind für den Neubau vorgesehen. 2030 gilt als angestrebter Zeitpunkt für die Inbetriebnahme. Und bis zu 1.000 Studierende beschreiben das langfristige Ausbaupotenzial.
Diese Zahlen ergeben ein zunehmend konkretes Bild des Projekts. Eine Garantie für dessen endgültige Dimension oder dafür, wann die maximale Kapazität erreicht wird, sind sie nicht.
Für Goslar liegt die Bedeutung des Vorhabens deshalb nicht allein in der Zahl 1.000. Der Hochschulstandort entwickelt sich bereits: Mehrere hundert Studierende sind im Bereich Digital Technologies eingeschrieben, mit AI Engineering erweitert die TU ihr Angebot. Der geplante Campus würde dieser Entwicklung deutlich mehr Raum geben und Forschung, Lehre sowie den Austausch mit Unternehmen an einem größeren Standort bündeln.
Die entscheidenden Eckpunkte liegen inzwischen auf dem Tisch: Am Stollen 19 soll ein neuer TU-Campus entstehen, bis zu 5.000 Quadratmeter groß und mit einer möglichen Unterstützung der Tessner-Stiftung von bis zu 25 Millionen Euro. Langfristig sieht die Universität in Goslar Potenzial für bis zu 1.000 Studierende.
Wie weit dieses Potenzial tatsächlich ausgeschöpft wird, entscheidet sich erst in den nächsten Schritten. Aus der ursprünglichen Campus-Idee ist inzwischen ein Projekt mit klareren Dimensionen geworden. Jetzt geht es darum, aus diesen Eckdaten verbindliche Planungen zu machen.
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