Entsorgung im Harz
Neuer Wertstoffhof in Ilsenburg: Bau läuft – Eröffnung für 2027 geplant

Entsorgung im Harz

Der neue Wertstoffhof in Ilsenburg nimmt konkrete Formen an. Im Industriepark wird bereits gebaut, Aufträge sind vergeben und die enwi bereitet den künftigen Betrieb personell vor. Während die Inbetriebnahme für 2027 vorgesehen ist, bleiben beim genauen Eröffnungstermin und bei den Gesamtkosten des Ilsenburger Projekts noch Fragen offen.
Ilsenburg, 5. Oktober 2026. Der bisherige Wertstoffhof an der Harzburger Straße soll perspektivisch einem neuen Standort weichen. Im Industriepark Ilsenburg errichtet die Entsorgungswirtschaft des Landkreises Harz (enwi) eine neue Annahmestelle. Was über Jahre vorbereitet wurde, ist inzwischen Baustelle: Der erste Spatenstich ist erfolgt, Bauleistungen wurden vergeben, weitere Arbeiten reichen nach den bisherigen Planungen bis zum Jahresende.
Damit rückt auch der Umzug des Wertstoffhofs näher. Nach Angaben der Stadt Ilsenburg soll am neuen Standort eine moderne und geräumigere Annahmestelle entstehen. Die enwi hatte die Inbetriebnahme für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen. Die Stadt nannte später Anfang 2027 als voraussichtlichen Zeitraum.
Das Projekt ist weiter fortgeschritten, als es der Begriff „Konzept“ vermuten lässt. Schon im Juni 2026 informierte Bürgermeister Denis Loeffke darüber, dass die enwi die Firma STRATIE mit Arbeiten zur Errichtung des neuen Wertstoffhofs beauftragt hatte. Der Baustart war für Juli vorgesehen. Wenig später meldete die Stadt den ersten Spatenstich.
Der neue Wertstoffhof in Ilsenburg ist damit längst aus der Planungsphase heraus. Für einzelne Bestandteile des Standorts wurden weitere Leistungen ausgeschrieben. Dazu gehören Büro-, Umkleide- und Sanitärbereiche sowie ein Lagercontainer. Für diese Arbeiten war ein Zeitraum von Mitte November bis Ende Dezember 2026 vorgesehen.
Das ist auch mit Blick auf den Zeitplan interessant. Denn die Arbeiten reichen bis unmittelbar an den Jahreswechsel heran. Zugleich hatte die enwi angekündigt, den Wertstoffhof im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb nehmen zu wollen. Die Stadt formulierte den Zeitplan später etwas enger und stellte eine Nutzung voraussichtlich ab Anfang 2027 in Aussicht.
Auch personell laufen Vorbereitungen. In einer Stellenausschreibung werden zwei Beschäftigte gesucht, die überwiegend am Wertstoffhof Ilsenburg eingesetzt werden sollen. Als vorgesehener Beschäftigungsbeginn wird der 1. Januar 2027 genannt.
Ob daraus unmittelbar auf einen Eröffnungstermin zum Jahresanfang geschlossen werden kann, ist allerdings nicht belegt. Einen endgültigen Tag für die Inbetriebnahme weisen die bislang bekannten Unterlagen nicht aus. Sicher ist lediglich der bisher kommunizierte Rahmen: Anfang beziehungsweise im ersten Halbjahr 2027 soll der neue Wertstoffhof seinen Betrieb aufnehmen.
Bis dahin muss neben den eigentlichen Bauarbeiten auch die betriebliche Infrastruktur stehen. Die Ausschreibungen und die laufende Personalsuche zeigen, dass die Vorbereitungen parallel auf mehreren Ebenen voranschreiten.
Im Industriepark Ilsenburg entsteht ein neuer Wertstoffhof der enwi. Die Bauphase läuft bereits, die Inbetriebnahme ist nach bisheriger Planung für 2027 vorgesehen.
Bei den Kosten ist die Informationslage weniger eindeutig. Eine konkrete Gesamtinvestition von 1,5 Millionen Euro ausschließlich für den Wertstoffhof Ilsenburg lässt sich aus den bislang öffentlich zugänglichen amtlichen Angaben nicht zweifelsfrei ableiten.
Die enwi nennt für ihre Wertstoffhof-Projekte in Ilsenburg und Harzgerode zusammen Investitionen von mehreren Millionen Euro. Eine getrennte, abschließende Gesamtsumme für den Standort Ilsenburg wird in den dazu recherchierten offiziellen Informationen nicht ausgewiesen.
Für Haushalte im Landkreis ist in diesem Zusammenhang vor allem die Gebührenfrage von Bedeutung. Laut enwi sind die Investitionen in die neuen Wertstoffhöfe bereits in der Gebührenkalkulation berücksichtigt. Eine Erhöhung der Abfallgebühren allein aufgrund dieser Investitionen sei daher nicht zu erwarten.
Der Landkreis Harz hatte für die Jahre 2026 bis 2028 eine neue Gebührenkalkulation vorgelegt. Bei verschiedenen Grund- und Entleerungsgebühren für Haushalte und Gewerbe waren dabei sogar niedrigere Sätze möglich. Ein belastbarer Hinweis darauf, dass der Neubau des Wertstoffhofs in Ilsenburg für sich genommen zu höheren Abfallgebühren führt, ergibt sich aus den offiziellen Angaben nicht.
Solange die neue Anlage im Industriepark nicht betriebsbereit ist, bleibt der bestehende Wertstoffhof die Anlaufstelle in Ilsenburg. Er befindet sich am städtischen Bauhof in der Harzburger Straße 24/24a. Nach den von der Stadt veröffentlichten Angaben ist der Standort regulär dienstags und donnerstags am Nachmittag sowie samstags am Vormittag geöffnet.
Der alte Wertstoffhof geriet zum Jahreswechsel 2025/2026 unfreiwillig in den Fokus. Ende Dezember brannte dort ein etwa 20 Quadratmeter großer Unterstand. Nach Angaben des Polizeireviers Harz entstand ein Sachschaden von ungefähr 5.000 Euro. Verletzte wurden nicht gemeldet.
Infolge des Brandes blieb die Anlage Anfang Januar zeitweise geschlossen. Mit dem Neubau im Industriepark hängt dieses Ereignis jedoch nicht ursächlich zusammen. Die Pläne für einen neuen Wertstoffhof sind deutlich älter. Schon Jahre zuvor hatte die Stadt über das Vorhaben informiert.
Bereits 2023 zeichnete sich ab, dass die seit Längerem verfolgten Pläne für einen neuen Wertstoffhof konkreter werden könnten. Die Stadt berichtete damals, der Neubau rücke nach längeren Bemühungen näher. Bis zum tatsächlichen Baustart dauerte es anschließend noch mehrere Jahre.
2026 folgte der entscheidende Schritt. Auf die Auftragsvergabe folgten die Vorbereitung des Baubeginns und schließlich der erste Spatenstich. Damit verlagert sich der Schwerpunkt nun von der Planung auf die Fertigstellung und den späteren Betrieb.
Der Standortwechsel dürfte vor allem deshalb auffallen, weil der Wertstoffhof aus der bisherigen Situation am städtischen Bauhof herausgelöst wird. Im Industriepark entsteht eine eigenständige neue Anlage. Die Stadt beschreibt sie als moderne und geräumige Annahmestelle.
Wie sich das Angebot dort im Einzelnen vom bisherigen Wertstoffhof unterscheiden wird, ist in den bisher ausgewerteten Veröffentlichungen allerdings nicht vollständig beschrieben. Eine abschließende Übersicht über mögliche zusätzliche Annahmemöglichkeiten oder sämtliche betrieblichen Änderungen liegt nicht vor. Solche Details lassen sich deshalb derzeit nicht belastbar vorwegnehmen.
Der öffentlich dokumentierte Projektstand lässt sich auf einige zentrale Punkte verdichten:
Offen bleibt dagegen, wann genau die ersten Wertstoffe am neuen Standort angenommen werden können. Ebenso lässt sich aus den bisher veröffentlichten amtlichen Informationen keine abschließende Gesamtsumme ausschließlich für das Ilsenburger Projekt bestimmen.
Nach Jahren der Vorbereitung ist der neue Wertstoffhof in Ilsenburg zu einem konkreten Bauprojekt geworden. Die entscheidenden Weichen sind gestellt: Standort, Bau und vorgesehener Zeitraum der Inbetriebnahme stehen fest, weitere Leistungen werden umgesetzt und die enwi sucht Personal für den Betrieb.
Für die Bürger bleibt vorerst die Harzburger Straße die Adresse für die Wertstoffannahme. Erst mit der tatsächlichen Inbetriebnahme wird der Wechsel in den Industriepark vollzogen. Ob dies bereits zu Beginn des kommenden Jahres gelingt oder innerhalb des bislang genannten ersten Halbjahres 2027, müssen die nächsten Monate zeigen.
Auch bei den Kosten bleibt eine Präzisierung abzuwarten. Dass enwi mehrere Millionen Euro in die Wertstoffhof-Projekte in Ilsenburg und Harzgerode investiert, ist dokumentiert. Wie hoch der endgültige Anteil des Wertstoffhofs Ilsenburg ausfällt, lässt sich daraus bislang nicht verlässlich bestimmen. Klar ist dagegen: Der Neubau ist keine bloße Zukunftsplanung mehr. Im Industriepark wird aus einem lange vorbereiteten Vorhaben inzwischen sichtbar ein neuer Standort für die Abfall- und Wertstoffannahme.
Hinweise, sachliche Korrekturen oder pressebezogene Rückfragen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.