Im Landkreis Harz soll die Radverbindung zwischen Quedlinburg und Neinstedt auf einem weiteren Abschnitt modernisiert werden. Für den rund 2,5 Kilometer langen Neinstedter Feldweg ist eine drei Meter breite Betonfahrbahn vorgesehen, die auch landwirtschaftlichen Fahrzeugen offenstehen soll. Die Ausschreibung ist erfolgt, doch ein konkreter Baustart und ein verbindlicher Fertigstellungstermin sind bislang nicht öffentlich bestätigt.
Quedlinburg, 1. August 2026. Die Radverbindung zwischen Quedlinburg, Neinstedt und Thale soll auf einem weiteren Abschnitt ausgebaut werden. Im Mittelpunkt steht der Neinstedter Feldweg, der auf dem Gebiet der Stadt Thale in den Stadtweg übergeht. Die Strecke gehört zum Europaradweg R1 und wird bereits heute für Schulwege, Pendelfahrten und den Freizeitradverkehr genutzt.
Die Welterbestadt Quedlinburg hat die Bauleistungen im Frühjahr 2026 öffentlich ausgeschrieben. Damit ist das Vorhaben über die reine Planungsphase hinaus. Ob die Arbeiten bereits begonnen haben, lässt sich aus der Ausschreibung jedoch nicht ableiten. Eine offizielle Mitteilung über den Zuschlag, die Einrichtung der Baustelle oder den tatsächlichen Baubeginn liegt bislang nicht vor.
Neinstedter Feldweg im Harz soll auf 2,5 Kilometern ausgebaut werden
Die Ausschreibung beschreibt einen Ausbau auf einer Länge von etwa 2.500 Metern. Vorgesehen ist eine drei Meter breite Fahrbahn aus Beton. Auf beiden Seiten sollen jeweils rund 50 Zentimeter breite Bankette entstehen. Zusammen ergibt sich damit ein etwa vier Meter breiter Wegekorridor.
Der neue Aufbau soll weitgehend auf der vorhandenen Befestigung des Neinstedter Feldwegs entstehen. Zum Bauauftrag gehören außerdem ein frostsicherer Unterbau, verstärkte Ackerzufahrten und befestigte Feldüberfahrten. Zwei Versickerungsmulden sollen Regenwasser aufnehmen. Zusätzlich ist als Ausgleichsmaßnahme eine Baum- und Strauchhecke vorgesehen.
Die Betonbauweise unterscheidet das Projekt von der ersten Quedlinburger Fahrradstraße am Quarmbachweg, die 2025 asphaltiert wurde. Der Neinstedter Feldweg soll nicht allein dem Radverkehr dienen, sondern weiterhin auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren werden können. Die Strecke muss deshalb andere Belastungen aufnehmen als ein reiner Radweg.
Die Verbindung nach Neinstedt besteht bereits heute
Mit dem Ausbau entsteht keine völlig neue Radroute. Der Neinstedter Feldweg ist bereits Bestandteil der Verbindung von Quedlinburg über Neinstedt nach Thale und gehört zum überregionalen Europaradweg R1. Verbessert werden soll vor allem die Qualität der Strecke.
Nach Angaben der Welterbestadt Quedlinburg hat die Achse Bedeutung für den Schul-, Berufs- und Freizeitradverkehr. Sie verbindet die Welterbestadt unter anderem mit dem Schul- und Stiftungsstandort Neinstedt. Der Landkreis Harz hatte Anfang 2025 von rund 400 Radfahrenden pro Tag gesprochen. Angaben zur Messmethode oder zum genauen Erhebungszeitraum wurden dabei nicht veröffentlicht.
Die Route ist somit nicht erst nach dem Ausbau eine wichtige Verbindung. Sie erfüllt diese Funktion bereits. Der neue Oberbau soll den Weg jedoch verlässlicher nutzbar machen und die Bedingungen auf dem bislang feldwegartigen Abschnitt verbessern.
Anschluss an Quedlinburgs erste Fahrradstraße
Auf Quedlinburger Seite knüpft das Vorhaben an ein bereits abgeschlossenes Radverkehrsprojekt an. Der Quarmbachweg zwischen dem Brühlpark und dem Neinstedter Feldweg wurde 2025 ausgebaut und als erste Fahrradstraße der Stadt ausgewiesen.
Damit wurde innerhalb Quedlinburgs bereits ein Abschnitt der Route in Richtung Neinstedt erneuert. Der Ausbau des Neinstedter Feldwegs würde diese Verbindung weiterführen. Quedlinburg und Thale arbeiten bei dem Vorhaben zusammen, weil die Strecke über das Gebiet beider Städte verläuft.
In früheren Veröffentlichungen des Landkreises wurde das Vorhaben als Ausbau zur Fahrradstraße bezeichnet. Die aktuelle Ausschreibung spricht dagegen überwiegend von einem Radweg, der gemeinsam mit dem landwirtschaftlichen Verkehr genutzt werden soll. Ob der gesamte Abschnitt nach Abschluss der Arbeiten auch straßenverkehrsrechtlich als Fahrradstraße ausgewiesen wird, ist bislang nicht eindeutig dokumentiert.
Betonfahrbahn für Fahrräder und Landwirtschaft
Die geplante Breite von drei Metern soll die Nutzung des Weges erleichtern. Hinzu kommen verstärkte Zufahrten zu den angrenzenden Flächen. Diese Vorgaben zeigen, dass der Neinstedter Feldweg nicht als isoliertes Radverkehrsprojekt geplant wird. Die Strecke bleibt Teil einer landwirtschaftlich genutzten Landschaft und muss beide Anforderungen miteinander verbinden.
Auch die vorgesehenen Versickerungsmulden gehören zum Baukonzept. Niederschlagswasser soll kontrolliert aufgenommen werden. Wo genau die Mulden entstehen und welches Volumen sie fassen können, geht aus den öffentlich zugänglichen Kurzangaben nicht hervor.
Landesförderung von 700.000 Euro genannt
Der Landkreis Harz hatte Anfang 2025 eine 90-prozentige Förderung des Landes in Höhe von 700.000 Euro für das Projekt genannt. Die damalige Formulierung lässt allerdings offen, ob die Summe den eigentlichen Förderbetrag oder die zugrunde gelegten förderfähigen Gesamtkosten bezeichnet.
Auch der endgültige Auftragswert ist bislang nicht bekannt. Die Angebotsfrist endete nach den veröffentlichten Vergabeinformationen am 28. April 2026. Welches Bauunternehmen den Zuschlag erhalten hat, wurde öffentlich bisher nicht mitgeteilt.
Unklar ist zudem, wie sich ein möglicher kommunaler Eigenanteil zwischen Quedlinburg und Thale verteilt. Die Zusammenarbeit beider Städte ist belegt, eine detaillierte Aufteilung der Kosten und Zuständigkeiten wurde jedoch nicht veröffentlicht.
Baustart und Fertigstellung bleiben offen
Für Radfahrer, Anwohner und Landwirte sind vor allem die nächsten praktischen Schritte entscheidend. Dazu gehören mögliche Sperrungen, Umleitungen, die Erreichbarkeit der Felder und die Dauer der Bauarbeiten. Zu diesen Punkten gibt es bislang keine öffentliche Ankündigung.
Auch beim Ausbauprofil besteht eine Abweichung zwischen älteren und neueren Angaben. Frühere Behördeninformationen nannten eine Gesamtbreite von 3,50 Metern. In der Ausschreibung ist dagegen von einer drei Meter breiten Betonfahrbahn plus zwei jeweils 50 Zentimeter breiten Banketten die Rede. Das ergibt eine Gesamtbreite von vier Metern. Eine öffentliche Erläuterung für den Unterschied liegt nicht vor.
Belastbar ist dagegen der Kern des Projekts: Der Neinstedter Feldweg soll auf rund 2,5 Kilometern einen neuen, dauerhaft tragfähigen Aufbau erhalten. Die gemeinsame Nutzung durch Radverkehr und Landwirtschaft bleibt dabei erhalten.
Was der Ausbau für die Harzregion bedeutet
Der Ausbau des Neinstedter Feldwegs fügt sich in die schrittweise Modernisierung der Strecke von Quedlinburg in Richtung Neinstedt und Thale ein. Mit dem Quarmbachweg ist der Anschluss innerhalb der Welterbestadt bereits erneuert. Der ausgeschriebene Abschnitt würde die Route im Harzvorland fortsetzen.
Für den Alltagsradverkehr liegt der Nutzen vor allem in einer gleichmäßigeren und wetterfesten Oberfläche. Zugleich stärkt das Projekt einen Abschnitt des Europaradwegs R1 im Landkreis Harz. Für landwirtschaftliche Betriebe soll die Zufahrt zu den angrenzenden Flächen erhalten bleiben.
Der sichtbare Baustart steht noch aus
Mit der öffentlichen Ausschreibung hat das Gemeinschaftsprojekt von Quedlinburg und Thale einen konkreten Stand erreicht. Nach dem bereits fertiggestellten Quarmbachweg könnte damit der nächste Abschnitt der Radverbindung im Harz modernisiert werden.
Noch ist der Neinstedter Feldweg nach dem öffentlich dokumentierten Stand jedoch nicht zur Baustelle geworden. Wann die Arbeiten beginnen, welches Unternehmen sie ausführt und wann Radfahrende die neue Betonfahrbahn nutzen können, bleibt offen. Erst eine offizielle Mitteilung über Vergabe und Bauablauf wird zeigen, wann aus der Planung ein sichtbarer Ausbau zwischen Quedlinburg und Neinstedt wird.


















