Die Brockenbahn steht vor einem weiteren großen Sanierungsschritt. Für ein Baupaket zwischen Wernigerode und dem Brocken werden knapp 19 Millionen Euro veranschlagt, rund 10,9 Millionen Euro sollen Bund und Sachsen-Anhalt beisteuern. Der Baustart ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen – doch die endgültige Förderzusage steht noch aus.

Wernigerode, 22. August 2026. Die Brockenbahn ist touristisches Wahrzeichen, Verkehrsmittel und wirtschaftlicher Pfeiler der Harzer Schmalspurbahnen zugleich. Doch der Erhalt der historischen Strecke im Harz wird immer teurer. Nun nimmt ein weiteres Sanierungsvorhaben Gestalt an: Das Infrastrukturministerium Sachsen-Anhalts hat den vorzeitigen Maßnahmenbeginn für ein Baupaket ermöglicht, dessen Kosten auf knapp 19 Millionen Euro beziffert werden.

Bund und Land wollen dafür gemeinsam rund 10,9 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Eine endgültige Förderzusage lag zum Zeitpunkt der Bekanntgabe allerdings noch nicht vor. Der vorzeitige Maßnahmenbeginn erlaubt es, das Projekt dennoch weiter vorzubereiten und die geplanten Arbeiten nicht unnötig zu verzögern.

Brockenbahn: Baustart im Harz soll im Frühjahr 2027 erfolgen

Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2027 beginnen. Vorgesehen ist die Erneuerung mehrerer Gleisabschnitte und Weichen auf der Verbindung zwischen Wernigerode und dem Brocken. Auch der Bahnhof Drei Annen Hohne ist Teil des Projekts.

Anzeige

Dort sollen unter anderem ein neuer Bahnsteig sowie neue Schilder, Tafeln und Informationskästen entstehen. Der Bahnhof ist für den Verkehr auf der Brockenbahn von zentraler Bedeutung: In Drei Annen Hohne zweigt die Strecke zum Brocken von der Harzquerbahn ab. Von hier führt die Verbindung über Schierke weiter hinauf zum Gipfel.

Die wichtigsten Eckdaten des Projekts

Vorhaben Umfang Stand
Aktuelles Sanierungspaket knapp 19 Millionen Euro Baustart für Frühjahr 2027 vorgesehen
Beitrag von Bund und Land rund 10,9 Millionen Euro endgültige Förderzusage steht noch aus
Gesamtsanierung Wernigerode–Brocken rund 90 Millionen Euro kommunaler Eigenanteil beschlossen

Offen ist bislang, wie lange die Arbeiten dauern und welche Auswirkungen sie auf den laufenden Zugverkehr haben werden. Auch die Finanzierung des Betrags, der über die angekündigten 10,9 Millionen Euro hinausgeht, ist in den bisher veröffentlichten Angaben nicht vollständig aufgeschlüsselt.

Das Wichtigste in Kürze

Für die Brockenbahn im Harz ist ein Sanierungspaket von knapp 19 Millionen Euro vorgesehen, dessen Bauarbeiten im Frühjahr 2027 beginnen sollen. Für die größere Sanierung der Strecke zwischen Wernigerode und dem Brocken werden insgesamt rund 90 Millionen Euro veranschlagt.

Was ist passiert?
Die Brockenbahn steht vor einem weiteren großen Sanierungsschritt.
Wann?
Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2027 beginnen.
Was gilt konkret?
Laut MDR werden für die Sanierung der Strecke zwischen Wernigerode und dem Brocken insgesamt rund 90 Millionen Euro veranschlagt.
Was ist bestätigt?
Der Kreistag des Landkreises Harz hatte im Mai 2026 einstimmig beschlossen, rund 14 Millionen Euro als kommunalen Eigenanteil bereitzustellen.
Was ist noch offen?
Die endgültige Förderzusage für diese Mittel steht noch aus.

Stand: · Quellen

90 Millionen Euro für die Strecke zwischen Wernigerode und dem Brocken

Das aktuelle Baupaket ist nur ein Ausschnitt einer deutlich größeren Aufgabe für den Harz. Laut MDR werden für die Sanierung der Strecke zwischen Wernigerode und dem Brocken insgesamt rund 90 Millionen Euro veranschlagt. Dabei geht es nicht nur um einzelne Gleisabschnitte, sondern auch um Schienen, Weichen und Brücken.

Der Kreistag des Landkreises Harz hatte im Mai 2026 einstimmig beschlossen, rund 14 Millionen Euro als kommunalen Eigenanteil bereitzustellen. Diese Beteiligung soll den Weg für weitere Fördermittel von Bund und Land öffnen.

Wie das aktuelle 19-Millionen-Euro-Projekt technisch und förderrechtlich genau in das größere 90-Millionen-Euro-Programm eingeordnet ist, geht aus den bislang bekannten Angaben nicht vollständig hervor. Klar ist jedoch: Die Brockenbahn steht nicht vor einer punktuellen Reparatur, sondern vor einer langfristigen Modernisierung ihrer Infrastruktur.

Für die Harzer Schmalspurbahnen ist die Strecke besonders wichtig

Die hohen Investitionen treffen ausgerechnet jenen Teil des Netzes, der für die Harzer Schmalspurbahnen besonders bedeutend ist. 2025 nutzten rund 507.000 Reisende die Brockenbahn. Insgesamt kamen die HSB im vergangenen Jahr auf mehr als 1,1 Millionen Fahrgäste.

Der Umsatz lag bei rund 15,5 Millionen Euro. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Für 2024 wurde ein Defizit von 5,6 Millionen Euro genannt. Die Sanierung der Brockenbahn ist damit nicht nur eine technische Aufgabe, sondern berührt einen der wichtigsten Bereiche des gesamten Unternehmens und eine der bekanntesten Bahnverbindungen im Harz.

Die eigentliche Brockenbahn zwischen Drei Annen Hohne und dem Gipfel ist 18,9 Kilometer lang. Ihre Geschichte reicht bis 1898 zurück. Nach der deutschen Teilung war der öffentliche Personenverkehr zwischen Schierke und dem Brocken ab 1961 unterbrochen. Erst am 15. September 1991 fuhren wieder regulär Züge bis zum Gipfel.

Der Sanierungsbedarf im Harz geht weit über die Brockenbahn hinaus

Die nun geplanten Millioneninvestitionen machen zugleich sichtbar, wie groß der Modernisierungsbedarf im gesamten Netz der Harzer Schmalspurbahnen ist. Ein Gutachten beziffert den Investitionsbedarf für die kommenden rund 20 Jahre auf etwa 800 Millionen Euro.

Dieser Betrag umfasst weit mehr als die Strecke zum Brocken. Er betrifft die Infrastruktur, den Fahrzeugpark und mögliche neue Antriebstechniken. Die HSB stehen damit vor der Aufgabe, historische Technik zu erhalten und zugleich Teile des Betriebs grundlegend zu modernisieren.

Der traditionelle Dampfbetrieb soll weiterhin zum Angebot gehören. Gleichzeitig beschäftigen sich die Harzer Schmalspurbahnen mit technischen Alternativen und einer Modernisierung des Fahrzeugbestands. Das aktuelle Projekt betrifft jedoch vor allem die klassische Eisenbahninfrastruktur: Gleise, Weichen und Bahnhöfe.

Was beim aktuellen Projekt bereits feststeht

  • Der vorzeitige Maßnahmenbeginn für das Sanierungspaket wurde ermöglicht.
  • Die Gesamtkosten liegen bei knapp 19 Millionen Euro.
  • Bund und Land wollen rund 10,9 Millionen Euro beitragen.
  • Die endgültige Förderzusage für diese Mittel steht noch aus.
  • Der Baustart ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.
  • Mehrere Gleisabschnitte und Weichen sollen erneuert werden.
  • Auch der Bahnhof Drei Annen Hohne ist Teil der Modernisierung.

Für Wernigerode und den Harz folgen nun entscheidende Schritte

Für die Brockenbahn ist der vorzeitige Maßnahmenbeginn ein wichtiger Schritt, aber noch nicht der Abschluss der Finanzierung. Bevor die Bauarbeiten tatsächlich beginnen, muss unter anderem die endgültige Förderzusage vorliegen. Auch Details zu Bauzeit, Sperrungen und möglichen Einschränkungen für Fahrgäste sind noch offen.

Die Dimension des Vorhabens ist dennoch bereits deutlich. Knapp 19 Millionen Euro werden allein für das nun vorbereitete Baupaket veranschlagt, rund 90 Millionen Euro für die Sanierung der Verbindung zwischen Wernigerode und dem Brocken insgesamt. Dahinter steht ein noch größerer Investitionsbedarf im gesamten HSB-Netz.

Die Brockenbahn bleibt damit für Wernigerode und die gesamte Harzregion zugleich Aushängeschild und Daueraufgabe. Ihre Zukunft entscheidet sich nicht an einem einzelnen Bauabschnitt, sondern an einer Reihe von Investitionen, die sich über Jahre erstrecken werden. Der nächste konkrete Schritt soll 2027 beginnen.

Mehr zum Thema: landkreis.