Nach dem Waldbrand bei Benneckenstein im Oberharz ist die Ursache weiterhin nicht geklärt. Die Polizei prüft zwei mögliche Auslöser: Funkenflug einer Dampflok oder eine fahrlässig entsorgte Zündquelle. Beide Szenarien sind bislang Ermittlungsansätze – einen Nachweis für eine der beiden Varianten gibt es noch nicht.
Benneckenstein, 24. August 2026. Der große Waldbrand bei Benneckenstein beschäftigt die Ermittler auch mehr als eine Woche nach dem Feuer. Am 13. August waren die Flammen zwischen Benneckenstein und Trautenstein ausgebrochen. Was zunächst auf einer vergleichsweise kleinen Fläche begann, entwickelte sich zu einem mehrtägigen Feuerwehreinsatz mit mehr als 250 Einsatzkräften, einem Löschflugzeug und einer Brandfläche von rund fünf Hektar.
Im Mittelpunkt steht inzwischen die Frage nach der Brandursache. Nach Angaben einer Polizeisprecherin, über die TAG24 berichtete, werden zwei Möglichkeiten geprüft. Denkbar sei zum einen Funkenflug einer Dampflok der Harzer Schmalspurbahn. Zum anderen untersuchen die Ermittler, ob eine fahrlässig entsorgte Zündquelle – etwa ein nachglimmender Zigarettenstummel – das Feuer ausgelöst haben könnte.
Für beide Szenarien gilt jedoch dasselbe: Sie sind nicht bewiesen. Die Ursache des Waldbrands bei Benneckenstein ist weiterhin offen.
Waldbrand im Oberharz breitete sich rasch aus
Das Polizeirevier Harz wurde am 13. August gegen 12.20 Uhr über den Brand zwischen Benneckenstein und Trautenstein informiert. Zu Beginn waren nach Angaben der Polizei rund 900 Quadratmeter Wald betroffen. Dabei blieb es nicht. Das Feuer griff weiter um sich und erreichte schließlich eine Fläche von etwa fünf Hektar.
Der Waldbrand bei Benneckenstein entwickelte sich damit zu einem Großeinsatz im Oberharz. Mehr als 250 Feuerwehrleute waren zeitweise mit 56 Fahrzeugen vor Ort. Unterstützt wurden die Kräfte am Boden durch ein Löschflugzeug.
Die Deutsche Löschflugzeug Rettungsstaffel verzeichnete für den ersten Einsatztag 38 Wasserabwürfe. Insgesamt wurden dabei mehr als 80.000 Liter Löschwasser aus der Luft auf die Brandfläche gebracht. Am folgenden Tag kam das Flugzeug erneut zum Einsatz.
| Ereignis | Gesicherter Stand | Angabe |
|---|---|---|
| Brandausbruch | 13. August 2026 | zwischen Benneckenstein und Trautenstein |
| Brandfläche | nach Ausbreitung | rund fünf Hektar |
| Einsatzstärke | Höchststand | mehr als 250 Feuerwehrkräfte |
| Sachschaden | Schätzung der Polizei | rund 300.000 Euro |
Nachlöscharbeiten dauerten mehrere Tage
Auch nachdem das offene Feuer unter Kontrolle war, war der Einsatz nicht beendet. In Waldgebieten können Glutnester im Boden oder unter Vegetation weiterbestehen und erneut aufflammen. Entsprechend liefen die Nachlöscharbeiten über mehrere Tage.
Am 14. August galt der Waldbrand bei Benneckenstein als unter Kontrolle, vollständig beendet war der Einsatz zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Erst am 17. August wurde gemeldet, dass die letzten Arbeiten abgeschlossen seien.
Menschen oder Gebäude waren nach den damaligen Angaben der Einsatzkräfte nicht unmittelbar gefährdet. Verletzte wurden in den belastbaren Berichten zum Waldbrand nicht genannt. Wegen der starken Rauchentwicklung gab es dennoch Warnungen für die Umgebung. Betroffene sollten das Waldgebiet verlassen oder meiden; Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Der Rauch war auch außerhalb des unmittelbaren Brandgebiets wahrnehmbar. Die Feuerwehr Braunlage dokumentierte am 13. August eine Rauchentwicklung im Bereich der L601, die auf den Waldbrand bei Benneckenstein zurückgeführt wurde.
Das Wichtigste in Kürze
Nach dem Waldbrand bei Benneckenstein im Oberharz prüft die Polizei zwei mögliche Ursachen. Weder Funkenflug einer Dampflok noch eine nachglimmende Zündquelle sind bislang als Brandursache bestätigt.
- Wo?
- Das Polizeirevier Harz wurde am 13. August gegen 12.20 Uhr über den Brand zwischen Benneckenstein und Trautenstein informiert.
- Was ist noch offen?
- Nach Angaben einer Polizeisprecherin, über die TAG24 berichtete, werden zwei Möglichkeiten geprüft.
- Was ist bestätigt?
- Für beide Szenarien gilt jedoch dasselbe: Sie sind nicht bewiesen.
- Was ist noch offen?
- Die Ursache des Waldbrands bei Benneckenstein ist weiterhin offen.
Polizei prüft Funkenflug einer Dampflok
Eine der beiden derzeit bekannten Ermittlungsrichtungen betrifft den Bahnverkehr. Nach dem von TAG24 wiedergegebenen Stand prüft die Polizei, ob Funkenflug einer Dampflok das Feuer ausgelöst haben könnte. Hintergrund ist die Lage des mutmaßlichen Entstehungsbereichs in der Nähe von Gleisen.
Mehr lässt sich daraus bislang nicht ableiten. Es ist nicht belegt, dass tatsächlich eine Dampflok für den Waldbrand bei Benneckenstein verantwortlich war. Auch ist öffentlich nicht bekannt, ob eine konkrete Lokomotive oder ein bestimmter Zug Gegenstand der Ermittlungen ist.
Eine Schuldzuweisung an die Harzer Schmalspurbahnen wäre deshalb verfrüht. Die Polizei prüft eine mögliche technische Ursache – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Zweite Spur führt zu einer möglichen Zündquelle
Die zweite untersuchte Möglichkeit betrifft menschliche Unachtsamkeit. Nach Angaben der Polizei könnte eine fahrlässig entsorgte Zündquelle nachgeglimmt und schließlich das Feuer entfacht haben. Als Beispiel wurde ein Zigarettenstummel genannt.
Auch hier ist der Ermittlungsstand begrenzt. Öffentlich bekannt ist nicht, dass am Brandort tatsächlich ein Zigarettenstummel oder ein anderer entsprechender Gegenstand gefunden wurde. Die genannte Möglichkeit beschreibt damit einen Ermittlungsansatz, keinen gesicherten Ablauf.
- Die Polizei prüft möglichen Funkenflug einer Dampflok.
- Daneben kommt eine fahrlässig entsorgte, nachglimmende Zündquelle infrage.
- Keine der beiden möglichen Brandursachen ist bislang bestätigt.
- Konkrete Tatverdächtige sind nach dem bekannten Stand nicht benannt.
Keine gesicherte Brandstiftung
Aus den laufenden Ermittlungen lässt sich auch kein Beleg für vorsätzliche Brandstiftung ableiten. Dafür gibt es nach dem bislang veröffentlichten Stand keine gesicherten Hinweise. Ungeklärt ist vielmehr, ob der Waldbrand bei Benneckenstein auf eine technische Ursache, Fahrlässigkeit oder einen bislang noch nicht bekannten Auslöser zurückgeht.
Ebenso wenig ist öffentlich bekannt, ob bereits technische oder forensische Untersuchungen abgeschlossen wurden. Ein abschließendes Gutachten zur Brandursache liegt nach dem bekannten Recherchestand nicht vor.
Damit bleibt eine klare Trennung entscheidend: Die Polizei hat zwei mögliche Ursachen im Blick. Festgestellt ist bislang keine davon.
Rund 300.000 Euro Schaden nach dem Feuer im Harz
Unabhängig von der noch offenen Ursache sind die Folgen des Waldbrands bei Benneckenstein erheblich. Die Polizei bezifferte den entstandenen Sachschaden auf rund 300.000 Euro. Hinzu kam der aufwendige Einsatz von Feuerwehr, Fahrzeugen und Löschflugzeug über mehrere Tage.
Eine in einzelnen Berichten verbreitete Darstellung, umliegende Ortschaften hätten evakuiert werden müssen, ist durch die belastbareren Angaben aus Polizei- und dpa-Berichten nicht bestätigt. Dokumentiert sind Warnungen wegen der Rauchentwicklung und die Aufforderung, betroffene Waldgebiete zu verlassen. Menschen und Gebäude galten nach den damaligen Einsatzinformationen nicht als unmittelbar gefährdet.
Gerade bei der Rekonstruktion des Geschehens ist diese Unterscheidung wichtig. Sicher belegt sind Brandfläche, Einsatzstärke, Schadenshöhe und der mehrtägige Verlauf. Bei der entscheidenden Frage – warum das Feuer überhaupt entstand – befindet sich die Polizei dagegen weiterhin in der Prüfung.
Im Oberharz bleibt die Brandursache offen
Der Waldbrand bei Benneckenstein ist gelöscht, die Ermittlungen zur Ursache sind es nicht. Funkenflug einer Dampflok und eine nachglimmende Zündquelle markieren derzeit die beiden bekannten Richtungen, in denen die Polizei arbeitet.
Ob eine dieser Spuren tatsächlich zum Auslöser des Feuers führt, muss sich erst zeigen. Solange kein belastbares Ergebnis vorliegt, bleibt die Brandursache im Oberharz offen. Genau darin liegt der aktuelle Stand des Falls: Es gibt zwei mögliche Erklärungen – aber noch keine gesicherte Antwort.


















