Im Oberharz gibt es zahlreiche Teiche und Talsperren, doch nicht jedes Gewässer ist zum Baden freigegeben. Die Harzwasserwerke nennen aktuell acht Teiche und drei Talsperren, an denen Schwimmen grundsätzlich erlaubt ist; an Trinkwassertalsperren gelten dagegen klare Verbote. Am Oderteich kommt eine besondere Vorsichtsregel hinzu: Wegen kalter Unterströmungen soll dort nur in ausgewiesenen Bereichen gebadet werden.

Oberharz, 15. August 2026. Baden im Oberharz klingt zunächst unkompliziert: Teiche, Talsperren, Wald und Wasser prägen die Region, viele Gewässer liegen frei zugänglich in der Landschaft. Doch gerade die große Zahl historischer Teiche kann einen falschen Eindruck vermitteln. Nicht überall, wo Wasser erreichbar ist, ist Schwimmen auch erlaubt.

Für Badegäste ist deshalb entscheidend, welche Gewässer aktuell ausdrücklich freigegeben sind. Nach Angaben der Harzwasserwerke GmbH gilt das derzeit für acht Teiche. Hinzu kommen drei Talsperren, an denen Schwimmen und bestimmte Formen des nichtmotorisierten Wassersports erlaubt sind. Andere Talsperren dienen dagegen der Trinkwasserversorgung und sind für Badegäste tabu.

Baden im Oberharz: Diese Teiche sind freigegeben

Die aktuelle Positivliste der Harzwasserwerke schafft eine vergleichsweise klare Orientierung. Zum Baden beziehungsweise Schwimmen freigegeben sind der Obere Grumbacher Teich, der Obere Hausherzberger Teich, der Herzberger Teich, der Kiefhölzer Teich, der Kuttelbacher Teich, der Pixhaier Teich, der Ziegenberger Teich und der Wiesenbeker Teich.

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  • Oberer Grumbacher Teich
  • Oberer Hausherzberger Teich
  • Herzberger Teich
  • Kiefhölzer Teich
  • Kuttelbacher Teich
  • Pixhaier Teich
  • Ziegenberger Teich
  • Wiesenbeker Teich

Auch die Tourist-Informationen Oberharz führen mehrere dieser Gewässer in ihrem Badeseen-Flyer für 2026. Der Kuttelbacher Teich wird dort mit Waldseebad und Liegewiese beschrieben, der Ziegenberger Teich als Badeteich. Der Obere Hausherzberger Teich wird als Naturschwimmbad geführt. Beim Kiefhölzer Teich sind neben dem Baden weitere Freizeitnutzungen möglich.

Für den Wiesenbeker Teich gilt eine zusätzliche Besonderheit: Dort findet Wasserskibetrieb statt. Wer dort schwimmt, sollte deshalb nicht nur die allgemeine Freigabe beachten, sondern auch die örtliche Beschilderung und die vorgegebenen Bereiche.

Ein Punkt ist bei allen Anlagen wichtig: Eine Badeaufsicht gibt es nach Angaben der Harzwasserwerke grundsätzlich nicht. Baden im Oberharz bedeutet an vielen dieser Gewässer also nicht Freibadbetrieb, sondern Nutzung auf eigene Gefahr.

Drei Talsperren sind ebenfalls zum Schwimmen freigegeben

Neben den acht Teichen nennen die Harzwasserwerke auch drei größere Gewässer, an denen Schwimmen grundsätzlich erlaubt ist: die Innerstetalsperre, die Odertalsperre und die Okertalsperre. Auch Wassersport mit handgeführter Ausrüstung wie Kanu oder Stand-up-Paddleboard ist dort nach den Betreiberangaben möglich.

Die Okertalsperre wird von den Tourist-Informationen Oberharz eher erfahrenen Schwimmern zugeordnet. Schon ihre Größe unterscheidet sie deutlich von kleineren Badeteichen. Technische Anlagen wie Staumauern und Dämme sind dabei keine Badeplätze. Das Anfahren oder Anlegen an solchen Bauwerken ist aus Sicherheitsgründen untersagt.

Das Wichtigste in Kürze

Im Oberharz sind acht Teiche und drei Talsperren grundsätzlich zum Schwimmen freigegeben. An Trinkwassertalsperren gelten Badeverbote, während am Oderteich nur ausgewiesene Badebereiche genutzt werden sollen.

Was ist bestätigt?
An der Eckertalsperre, der Granetalsperre und der Sösetalsperre sind Schwimmen und Wassersport nach Angaben der Harzwasserwerke nicht erlaubt.
Wo?
Auch der Nationalpark Harz bestätigt, dass sich Badegäste auf die vorgesehenen Abschnitte beschränken sollen.
Was gilt konkret?
Bootfahren und Stand-up-Paddling sind dort nicht erlaubt.

Stand: · Quellen

Nicht jeder Teich im Harz ist ein Badegewässer

Gerade im Oberharz ist diese Unterscheidung wichtig. Die historische Wasserwirtschaft hat eine Vielzahl von Teichen hinterlassen, doch eine offene Wasserfläche ist nicht automatisch eine offizielle oder freigegebene Badestelle.

Die Stadt Goslar nennt mehrere Gewässer, an denen Baden nicht erlaubt ist. Dazu gehören unter anderem der Auerhahnteich, der Neue Grumbacher Teich, der Obere und Mittlere Kellerhalsteich, der Mittlere und Untere Pfauenteich, der Hirschler Teich, der Jägersbleeker Teich und der Fortuner Teich.

Für Besucher ergibt sich daraus eine einfache, aber wichtige Regel: Wer Baden im Oberharz plant, sollte sich nicht allein am Erscheinungsbild eines Teiches orientieren. Entscheidend sind die aktuelle Freigabe und die Hinweise vor Ort.

An Trinkwassertalsperren gilt ein klares Badeverbot

Noch eindeutiger ist die Lage an den Talsperren, die der Trinkwasserversorgung dienen. An der Eckertalsperre, der Granetalsperre und der Sösetalsperre sind Schwimmen und Wassersport nach Angaben der Harzwasserwerke nicht erlaubt.

Hier steht nicht die Freizeitnutzung im Vordergrund, sondern der Schutz der Wasserversorgung. Die Verbote sind deshalb kein bloßer Hinweis für vorsichtige Nutzung, sondern eine klare Grenze.

Oderteich: besondere Vorsicht wegen kalter Unterströmungen

Eine Sonderrolle nimmt der Oderteich im Nationalpark Harz ein. Für ihn gelten nicht dieselben Betreiberregeln wie für die Teiche der Harzwasserwerke. Baden ist dort möglich, allerdings nur in ausgewiesenen Bereichen am Ost- und Westufer.

Der Grund für die besondere Vorsicht ist konkret benannt: Die Tourist-Informationen Oberharz weisen auf kalte Unterströmungen hin. Auch der Nationalpark Harz bestätigt, dass sich Badegäste auf die vorgesehenen Abschnitte beschränken sollen. Bootfahren und Stand-up-Paddling sind dort nicht erlaubt.

Damit ist der Oderteich das Gewässer, für das sich innerhalb der recherchierten offiziellen Hinweise eine besonders klare Sicherheitswarnung belegen lässt. Daraus folgt allerdings keine allgemeine Warnung vor dem Baden im Oberharz. Für andere Teiche ließ sich keine vergleichbare aktuelle Gefahrenlage durch Unterströmungen, Blaualgen oder eine akut problematische Wasserqualität belegen.

Aktuelle Wasserqualität ist nicht überall dokumentiert

Wer vor dem Baden im Oberharz zusätzlich auf die hygienische Wasserqualität schaut, findet im niedersächsischen Badegewässer-Atlas grundsätzlich eine wichtige Orientierung. Für mehrere Oberharzer Badestellen sind dort derzeit jedoch keine aktuellen Messwerte für die Saison 2026 veröffentlicht.

Das betrifft unter anderem den Kuttelbacher Teich, den Oberen Grumbacher Teich und den Pixhaier Teich. Beim Oberen Grumbacher Teich weist der Atlas langfristig eine ausgezeichnete Qualität aus. Eine solche längerfristige Einstufung ersetzt aber keine aktuelle Messung für den Sommer 2026.

Fehlende Messdaten bedeuten umgekehrt nicht, dass ein Gewässer belastet oder gesperrt ist. Sie erlauben lediglich keine belastbare Aussage darüber, wie die Wasserqualität im jeweiligen Moment einzuschätzen ist.

Vor Ort gelten zusätzliche Regeln

Die Baderegeln enden nicht bei der Frage, ob Schwimmen erlaubt ist. An den Teichen der Harzwasserwerke sind motorisierter Wassersport sowie Segeln und Surfen grundsätzlich nicht gestattet. Auch Camping, Zelten und offene Feuer sind untersagt.

Das passt zur besonderen Funktion vieler Oberharzer Gewässer. Sie sind nicht nur Freizeitorte, sondern Teil einer historischen und teils bis heute technisch genutzten Wasserlandschaft. Gerade deshalb sind freigegebene Badebereiche, technische Anlagen und geschützte Zonen voneinander zu unterscheiden.

Für einen Ausflug bedeutet das: Ein freigegebener Teich kann ein Badeziel sein, bleibt aber kein vollständig kontrollierter Freizeitpark. Hinweisschilder, Sperrungen oder örtliche Einschränkungen sind deshalb verbindlicher als allgemeine Übersichten.

Im Oberharz entscheidet die Freigabe – nicht der erste Eindruck

Baden im Oberharz ist an mehreren Teichen und Talsperren ausdrücklich möglich. Wer sich an die aktuelle Freigabeliste hält, findet eine Reihe legal nutzbarer Gewässer. Gleichzeitig gibt es klare Verbotsbereiche, vor allem an Trinkwassertalsperren, und am Oderteich zusätzliche Sicherheitsregeln.

Für Badegäste im Harz bleibt damit vor allem eines wichtig: Nicht jeder idyllische Teich ist automatisch ein Badegewässer. Die Angaben der Harzwasserwerke, die Regeln des Nationalparks und die Beschilderung am Ufer sind maßgeblich. Gerade weil vielerorts keine Badeaufsicht vorhanden ist und nicht für jedes Gewässer aktuelle Messdaten vorliegen, entscheidet am Ende die konkrete Situation vor Ort.