Elektrischer Nahverkehr im Harz
Vier neue Elektrobusse im Harz: Verkehrsbetriebe investieren Millionen in den Nahverkehr

Elektrischer Nahverkehr im Harz

Die Harzer Verkehrsbetriebe erweitern ihre Elektrobusflotte um vier Fahrzeuge. Bis Anfang 2027 sollen insgesamt zwölf E-Busse zum Fuhrpark gehören – nach Einschätzung des MDR wäre das die größte Elektrobusflotte Sachsen-Anhalts. Rund 4,5 Millionen Euro fließen in die neuen Fahrzeuge. Auf welchen Linien sie künftig eingesetzt werden, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Harz, 17. Oktober 2026. Die Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) treiben die Umstellung ihres Fuhrparks auf alternative Antriebe voran. Vier neue Elektrobusse des Herstellers MAN sind hinzugekommen. Damit verdoppelt sich der bisherige Bestand von vier auf acht Fahrzeuge. Weitere vier sollen Anfang kommenden Jahres folgen. Über die jüngste Lieferung berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) am 16. Oktober.
Die Anschaffung ist Teil einer umfassenderen Modernisierung des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Harz. Die HVB betreiben ein weit verzweigtes Liniennetz, das größere Städte ebenso erschließt wie kleinere Gemeinden. Während Diesel- und Gasbusse weiterhin den überwiegenden Teil des Verkehrs übernehmen, wächst die Bedeutung elektrisch angetriebener Fahrzeuge.
Mit zwölf Elektrobussen würde das Unternehmen nach Darstellung des MDR die größte entsprechende Flotte in Sachsen-Anhalt betreiben. Vollständig erreicht ist diese Zahl allerdings noch nicht. Auch der Zeitpunkt, zu dem sämtliche neuen Fahrzeuge regelmäßig im Linienverkehr eingesetzt werden, steht nicht fest.
Die neu hinzugekommenen Busse stammen aus dem MAN-Werk im polnischen Starachowice. Dort wurden sie nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld übernommen. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Modelle des Typs MAN Lion's City E, die für den elektrischen Linienverkehr ausgelegt sind.
Insgesamt umfasst die aktuelle Bestellung acht Elektrobusse. Vier davon sind inzwischen bei den Harzer Verkehrsbetrieben angekommen. Zusammen mit dem bisherigen Bestand ergibt sich damit eine Flotte von acht Fahrzeugen. Nach Abschluss der noch ausstehenden Lieferung sollen es zwölf sein.
Beim Zeitplan gibt es unterschiedliche Angaben. Eine Unternehmensveröffentlichung nennt Januar 2027, eine frühere Mitteilung verweist auf Februar. Beide Angaben liegen innerhalb des angekündigten Lieferzeitraums Anfang 2027. Wann die zusätzlichen Busse tatsächlich in den regulären Betrieb gehen, lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Der MDR ordnet den Ausbau als landesweit führend ein. Demnach entsteht im Landkreis Harz mit zwölf Fahrzeugen die größte Elektrobusflotte Sachsen-Anhalts. Eine vollständige aktuelle Übersicht aller Verkehrsunternehmen des Landes, die diesen Vergleich unabhängig bestätigt, liegt allerdings nicht vor.
Auch die Formulierung, die Flotte starte jetzt, würde die Entwicklung verkürzen. Elektrobusse sind im Harz keineswegs neu. Bereits seit 2024 werden elektrisch angetriebene Fahrzeuge im regionalen Nahverkehr eingesetzt. Die aktuelle Beschaffung vergrößert also eine bestehende Flotte, statt einen völlig neuen Betrieb aufzunehmen.
Für die Bewertung des Ausbaus ist außerdem zwischen Lieferung und tatsächlichem Linieneinsatz zu unterscheiden. Die Übernahme der vier neuen Busse ist dokumentiert. Ob sie bereits sämtlich im täglichen Fahrplan unterwegs sind, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht eindeutig hervor.
Die Umstellung auf elektrische Antriebe ist mit erheblichen Anschaffungskosten verbunden. Nach Angaben des MDR kostet einer der neuen Busse rund 550.000 Euro. Für die acht bestellten Fahrzeuge ergibt sich daraus rechnerisch ein Gesamtbetrag von 4,4 Millionen Euro.
Die Harzer Verkehrsbetriebe haben im Oktober 2026 vier zusätzliche Elektrobusse erhalten. Bis Anfang 2027 soll die Flotte auf zwölf Fahrzeuge wachsen; die Beschaffung wird mit Bundesmitteln gefördert.
Aus dem Umfeld der Harzer Verkehrsbetriebe wird das Investitionsvolumen mit knapp 4,5 Millionen Euro angegeben. Die beiden Beträge liegen nahe beieinander. Welche Kostenpositionen über den reinen Fahrzeugpreis hinaus berücksichtigt wurden, lässt sich anhand der verfügbaren Informationen nicht abschließend feststellen.
Die Beschaffung wird mit Bundesmitteln gefördert. Wie hoch der Zuschuss konkret ausfällt und welchen Eigenanteil das Verkehrsunternehmen trägt, ist bislang nicht ausreichend dokumentiert.
Fest steht damit die Größenordnung der Investition, nicht aber ihre vollständige Finanzierung. Für den Landkreis Harz bedeutet die Bestellung dennoch einen erheblichen Ausbau der elektrisch betriebenen Busflotte innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums.
Von einer vollständigen Elektrifizierung ist das Unternehmen weiterhin weit entfernt. Die HVB setzen auf einen gemischten Fuhrpark mit unterschiedlichen Antriebsarten. Neben Elektrobussen fahren zahlreiche Fahrzeuge mit Diesel- oder Bio-CNG-Antrieb. Letztere nutzen aufbereitetes Biogas als Kraftstoff.
Eine Veröffentlichung aus dem Unternehmensumfeld nennt für den Bestand vor der jüngsten Lieferung 75 Dieselbusse, 49 Bio-CNG-Busse und vier Elektrobusse. Auf ihrer offiziellen Internetseite geben die HVB insgesamt 134 Busse an. Die Zahlen stammen nicht eindeutig vom selben Stichtag und lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres zu einer aktuellen Fuhrparkstatistik zusammenführen.
Die Größenordnung macht dennoch deutlich, dass zwölf Elektrobusse auch nach Abschluss der Bestellung nur einen Teil der gesamten Flotte ausmachen werden. Diesel- und gasbetriebene Fahrzeuge bleiben für den Nahverkehr im Landkreis Harz von erheblicher Bedeutung.
Die Modernisierung erfolgt somit parallel zum bestehenden Betrieb. Die elektrische Fahrzeugtechnik wird ausgebaut, ohne dass damit bereits eine vollständige Ablösung der bisherigen Antriebe verbunden wäre.
Zusätzliche Elektrobusse benötigen eine passende Ladeinfrastruktur. Anders als beim Tanken konventioneller Fahrzeuge müssen verfügbare Ladeleistungen und Ladezeiten bei der betrieblichen Planung berücksichtigt werden. Die technische Ausstattung der Standorte ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Umstellung.
Die Harzer Verkehrsbetriebe haben ihre Ladeinfrastruktur bereits erweitert. Gemeinsam mit den Stadtwerken Blankenburg wurde nach Unternehmensangaben eine weitere Schnellladestation eingerichtet. Sie erreicht eine Ladeleistung von bis zu 200 Kilowatt.
Welche Ladezeiten sich daraus für die neu gelieferten Fahrzeuge ergeben, ist nicht abschließend dokumentiert. Auch zu ihrer tatsächlichen Reichweite unter den Bedingungen des regionalen Linienverkehrs liegen keine hinreichend belastbaren Angaben vor.
Die HVB geben an, ihre Elektrobusse mit Ökostrom zu betreiben. Zugleich verweist das Unternehmensumfeld auf einen gesunkenen Dieselverbrauch infolge des zunehmenden Einsatzes alternativer Antriebe.
In einer entsprechenden Veröffentlichung wird ein monatlicher Verbrauch von etwa 100.000 Litern Diesel genannt. Wie viel Kraftstoff allein durch die zusätzlichen Elektrobusse eingespart werden kann, lässt sich daraus nicht berechnen. Denn auch die bereits eingesetzten Bio-CNG-Fahrzeuge tragen dazu bei, den Dieselbedarf zu verringern.
Eine konkrete CO₂-Einsparung durch die neue Lieferung ist ebenfalls nicht belastbar beziffert. Dafür wären unter anderem Daten über die tatsächlich gefahrenen Kilometer, den Stromverbrauch und die ersetzten Fahrleistungen erforderlich. Die veröffentlichten Unternehmensangaben erlauben bislang keine solche Bilanz.
Die Entwicklung reicht weiter zurück als die aktuelle Fahrzeugbestellung. Im integrierten Klimaschutzkonzept des Landkreises Harz vom April 2025 ist festgehalten, dass seit Juni 2024 der erste Elektrobus im Regionalverkehr Sachsen-Anhalts in und um Wernigerode unterwegs ist.
Die jetzige Erweiterung baut auf diesem Einstieg auf. Aus zunächst wenigen Fahrzeugen entsteht schrittweise eine größere Elektrobusflotte, die künftig einen zusätzlichen Teil des regionalen Nahverkehrs übernehmen soll.
Das Verkehrsnetz der HVB umfasst nach Unternehmensangaben rund 60 Linien mit einer gesamten Linienlänge von etwa 1.742 Kilometern. Die Verkehrsbetriebe nennen außerdem ungefähr 6,44 Millionen Fahrgäste als Unternehmenskennzahl.
Diese Größenordnung verdeutlicht die unterschiedlichen Anforderungen an den Betrieb. Das Netz verbindet städtische Bereiche und ländliche Regionen. Für die Planung elektrischer Fahrzeuge müssen die jeweiligen Strecken, Umläufe und Lademöglichkeiten berücksichtigt werden. Welche konkreten Verbindungen die neuen Busse übernehmen, ist bislang nicht abschließend veröffentlicht.
Für Fahrgäste ist die Frage nach dem künftigen Einsatzgebiet besonders relevant. Die zusätzlichen Elektrobusse verändern zunächst den Fahrzeugbestand der Harzer Verkehrsbetriebe. Ob und auf welchen Linien sie bereits regelmäßig verkehren, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht eindeutig feststellen.
Auch für die vier noch ausstehenden Fahrzeuge gibt es bislang keine ausreichend bestätigte Zuordnung zu einzelnen Strecken. Konkrete Ankündigungen für bestimmte Linien wären deshalb verfrüht.
Mit dem bisherigen Einsatz rund um Wernigerode verfügen die HVB allerdings bereits über Erfahrungen mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen im Regionalverkehr. Der Ausbau auf zwölf Busse erweitert diesen Bestand erheblich.
Mit der aktuellen Lieferung und den für Anfang 2027 angekündigten weiteren Fahrzeugen nimmt die Elektrobusflotte im Harz deutlich an Umfang zu. Die Investition von knapp 4,5 Millionen Euro zeigt, welche finanziellen Mittel der Ausbau des elektrischen Nahverkehrs erfordert. Zugleich bleibt die Umstellung auf einen Teil des Fuhrparks begrenzt.
Die angekündigte Zahl von zwölf Elektrobussen ist deshalb vor allem ein wichtiger Zwischenstand. Ob die Fahrzeuge bereits bei ihrer vollständigen Lieferung regelmäßig eingesetzt werden können und auf welchen Strecken sie fahren, muss sich noch zeigen.
Für die Fahrgäste wird letztlich nicht die landesweite Einordnung der Flottengröße entscheidend sein, sondern der konkrete Einsatz im Liniennetz. Die nächsten Monate werden zeigen, wie die Harzer Verkehrsbetriebe die zusätzlichen Elektrobusse in ihren Alltag integrieren. Die Erweiterung ist beschlossen und teilweise umgesetzt. Der vollständige Betrieb der geplanten Flotte steht noch bevor.
Hinweise, sachliche Korrekturen oder pressebezogene Rückfragen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.