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Waldumbau im Harz

2.500 neue Bäume im Oberharz: Familien helfen beim Wiederaufbau des Harzwaldes

Junge Laub- und Nadelbäume auf einer Waldfläche als Motiv zur Wiederbewaldung im Harz.
Symbolbild: KI-generiert. Junge Bäume stehen stellvertretend für die Wiederbewaldung im Harz, bei der neue und widerstandsfähigere Waldbestände entstehen sollen.

Mehr als 100 Familien haben im Oberharz gemeinsam rund 2.500 junge Bäume gepflanzt. Auf 1,2 Hektar sollen Buchen und Douglasien den Grundstein für neuen Wald legen. Die Pflanzaktion zeigt im Kleinen, vor welcher Aufgabe die Region steht: Rund 30.000 Hektar Landeswald im niedersächsischen Harz sind schwer geschädigt.

Clausthal-Zellerfeld, 3. Oktober 2026. Spaten, Setzlinge und eine Fläche, auf der wieder Wald entstehen soll: Mehr als 100 Familien haben sich im Raum Clausthal-Zellerfeld an einer Pflanzaktion zur Wiederbewaldung im Harz beteiligt. Nach Angaben der Niedersächsischen Landesforsten brachten die Teilnehmer rund 2.500 junge Buchen und Douglasien auf einer Fläche von etwa 1,2 Hektar in den Boden.

Organisiert wurde die Aktion von der Stiftung Zukunft Wald gemeinsam mit den Niedersächsischen Landesforsten. Anlass war der bundesweite Aktionstag „Türen auf mit der Maus“, der 2026 unter dem Motto „Kleine Wunder“ stand. Im Oberharz bekam dieses Motto einen sehr konkreten Inhalt: Familien halfen dabei, eine Waldfläche neu zu begründen.

Wiederbewaldung im Harz: 2.500 Bäume auf 1,2 Hektar

Die Niedersächsischen Landesforsten stellten für die Pflanzaktion sowohl die Fläche als auch die jungen Bäume bereit. Unterstützt wurden die Familien von Ehrenamtlichen, Freiwilligendienstleistenden und Praktikanten. Auch das Deutsche Rote Kreuz war vor Ort. Medizinische Hilfe wurde nach Angaben der Landesforsten nicht benötigt; Mitglieder des DRK griffen stattdessen selbst bei der Pflanzung mit an.

Im Mittelpunkt standen Familien mit Kindern. Eingeladen waren insbesondere Kinder ab sechs Jahren, jüngere konnten gemeinsam mit ihren Eltern teilnehmen. Damit ging es nicht allein darum, möglichst viele Setzlinge in die Erde zu bringen. Die Veranstaltung sollte jungen Teilnehmern zugleich einen unmittelbaren Zugang zur Entwicklung des Waldes ermöglichen.

Solche Aktionen sind für die Stiftung Zukunft Wald kein Ausnahmefall. Pflanzprojekte gehören zu ihrer Schulwaldarbeit. Nach Angaben von Stiftungsdirektorin Elisabeth Hüsing waren bei gemeinsamen Aktionen mehrerer Schulen in der Vergangenheit teilweise bis zu 1.200 Kinder beteiligt.

Die Pflanzung im Oberharz fällt allerdings in eine besondere Phase. Große Teile der Wälder haben sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall haben insbesondere den früher vielerorts dominierenden Fichtenbeständen zugesetzt. Die Wiederbewaldung im Harz ist deshalb längst keine Aufgabe einzelner Pflanztage mehr.

Aus Setzlingen wird nicht sofort ein neuer Wald

Die Formulierung vom „neuen Wald“ beschreibt zunächst ein Ziel. Auf der 1,2 Hektar großen Fläche stehen jetzt rund 2.500 junge Buchen und Douglasien. Ob daraus ein stabiler Waldbestand entsteht, entscheidet sich erst über Jahre hinweg.

Das Wichtigste in Kürze

Mehr als 100 Familien beteiligten sich im Oberharz an einer Pflanzaktion mit rund 2.500 jungen Buchen und Douglasien. Die Aktion steht im Kontext der langfristigen Wiederbewaldung großer geschädigter Waldflächen im niedersächsischen Harz.

Was ist passiert?
Nach Angaben der Niedersächsischen Landesforsten brachten die Teilnehmer rund 2.500 junge Buchen und Douglasien auf einer Fläche von etwa 1,2 Hektar in den Boden.
Wo?
Mehr als 100 Familien haben sich im Raum Clausthal-Zellerfeld an einer Pflanzaktion zur Wiederbewaldung im Harz beteiligt.
Was bedeutet das?
Seit 2018 sind nach Angaben der niedersächsischen Landesregierung rund 30.000 Hektar Landeswald im Harz schwer geschädigt worden.
Was ist bestätigt?
Am 6. Oktober verabschiedete das niedersächsische Kabinett ein Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm für den Harz.
Was ist noch offen?
Warum weniger Bäume gepflanzt wurden als zunächst vorgesehen, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor.

Stand:

Christian Schulz, Betriebsdezernent im Forstamt Clausthal, ordnete die Aktion in die Wiederbewaldung der Flächen der Niedersächsischen Landesforsten im Harz ein. Damit ist die Pflanzfläche Teil einer Entwicklung, deren Dimension erst beim Blick auf die gesamte Region deutlich wird.

Seit 2018 sind nach Angaben der niedersächsischen Landesregierung rund 30.000 Hektar Landeswald im Harz schwer geschädigt worden. Besonders groß waren die Verluste in Fichtenbeständen. Mehrere Belastungen kamen zusammen: Stürme trafen die Wälder, auf trockene Jahre folgte massiver Borkenkäferbefall.

Das Landschaftsbild und die forstliche Ausgangslage haben sich dadurch auf großen Flächen verändert. Bei der Wiederbewaldung im Harz geht es deshalb nicht darum, die früheren Bestände schlicht wiederherzustellen. Niedersachsen verfolgt das Ziel, widerstandsfähigere, artenreiche und an veränderte klimatische Bedingungen angepasste Bergmischwälder zu entwickeln.

Niedersachsen plant Waldumbau auf rund 30.000 Hektar

Wie groß diese Aufgabe ist, zeigt ein Beschluss der Landesregierung unmittelbar nach der Pflanzaktion. Am 6. Oktober verabschiedete das niedersächsische Kabinett ein Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm für den Harz. Nach Angaben der Niedersächsischen Staatskanzlei umfasst es rund 30.000 Hektar geschädigten Landeswald.

Für einen Zeitraum von zehn Jahren werden die Kosten auf insgesamt rund 130 Millionen Euro geschätzt. Das Geld soll in die Wiederbewaldung und weitere Entwicklung der betroffenen Wälder fließen. Im Mittelpunkt steht der Umbau hin zu stabileren Bergmischwäldern.

Dass neue Wälder entstehen sollen, bedeutet allerdings nicht, dass jeder Hektar von Hand bepflanzt wird. Neben gezielten Pflanzungen setzt die Waldentwicklung auf natürliche Verjüngung. Junge Bäume können sich auf geeigneten Flächen ohne Pflanzung ansiedeln. Wie hoch der tatsächliche Aufwand ausfällt, hängt nach Angaben des Landes deshalb auch davon ab, wie erfolgreich diese natürliche Entwicklung verläuft.

Die 2.500 Bäume der Familienaktion stehen damit für eine sichtbare Form der Wiederbewaldung, aber nur für einen Teil der forstlichen Strategie. Auf anderen Flächen kann es sinnvoll sein, vorhandenen Nachwuchs zu fördern und natürliche Prozesse zu nutzen.

Pflanzaktion und Landesprogramm liegen zeitlich eng beieinander

Zwischen beiden Ereignissen liegen nur wenige Tage. Die Familien pflanzten am 3. Oktober, das Kabinett beschloss sein Programm am 6. Oktober. Ein unmittelbarer organisatorischer Zusammenhang zwischen der Aktion bei Clausthal-Zellerfeld und dem Landesprogramm ist jedoch nicht belegt.

Inhaltlich treffen beide auf dieselbe Herausforderung: Wie lässt sich auf den großen Schadflächen im Harz wieder ein Wald entwickeln, der mit den Bedingungen der kommenden Jahrzehnte besser zurechtkommt?

Die Größenverhältnisse machen zugleich deutlich, was eine einzelne Pflanzaktion leisten kann – und was nicht. Den rund 1,2 Hektar mit 2.500 neu gesetzten Bäumen stehen etwa 30.000 Hektar schwer geschädigter Landeswald gegenüber. Die Aktion ist damit ein konkreter Beitrag zur Wiederbewaldung im Harz, aber nur ein kleiner Ausschnitt einer langfristigen Aufgabe.

Geplant waren zunächst rund 3.300 Bäume

Zwischen der ursprünglichen Planung und der späteren Bilanz gibt es eine Differenz. Im Vorfeld war von rund 100 Familien und etwa 3.300 Bäumen die Rede. Der nach der Veranstaltung veröffentlichte Bericht der Niedersächsischen Landesforsten nennt dagegen mehr als 100 Familien und rund 2.500 gepflanzte Buchen und Douglasien.

Warum weniger Bäume gepflanzt wurden als zunächst vorgesehen, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor. Für die Bilanz der Aktion ist deshalb die nachträglich mitgeteilte Zahl maßgeblich: rund 2.500 Bäume auf 1,2 Hektar.

Nicht veröffentlicht wurde, wie viele Buchen und wie viele Douglasien gesetzt wurden. Auch der genaue Waldort der Pflanzfläche wird in den vorliegenden Angaben nicht näher bezeichnet. Gesichert ist die Zuordnung zum Raum Clausthal-Zellerfeld und zum Forstamt Clausthal.

Der Harzwald entsteht über Jahre

Die Pflanzaktion liefert ein anschauliches Bild für die Wiederbewaldung im Harz: Familien setzen junge Bäume auf eine freie Fläche und schaffen damit die Grundlage für einen künftigen Waldbestand. Der weitaus größere Teil der Arbeit beginnt jedoch danach.

Waldentwicklung lässt sich nicht auf die Zahl gepflanzter Setzlinge reduzieren. Entscheidend ist, wie sich die jungen Bäume entwickeln und welche Bestände sich langfristig auf den geschädigten Flächen etablieren. Gleichzeitig wird sich zeigen, welchen Anteil gezielte Pflanzungen und welchen Anteil die natürliche Verjüngung am Umbau der Harzwälder haben werden.

Die Dimension dieser Aufgabe ist inzwischen klar umrissen: Zehntausende Hektar Landeswald müssen sich neu entwickeln, das Land plant dafür über ein Jahrzehnt hinweg. Die 2.500 Buchen und Douglasien bei Clausthal-Zellerfeld verändern diese Größenordnung kaum. Für die 1,2 Hektar große Fläche aber markieren sie einen konkreten Anfang – und für mehr als 100 Familien einen Tag, an dem Wiederbewaldung nicht abstrakt blieb, sondern praktische Arbeit im Harz war.

Quellen

  1. Über 100 Familien pflanzen gemeinsam einen neuen Wald im HarzNiedersächsische Landesforsten
  2. Kabinett beschließt Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz – Landesforsten treiben Umsetzung voranNiedersächsische Staatskanzlei
  3. Türen auf mit der Maus 2026WDR
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