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Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ in Magdeburg startet mit Zeichen für Demokratie und Vielfalt
Menschen versammeln sich auf einem öffentlichen Platz in Magdeburg: Das Bild steht symbolisch für Begegnung, Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt im Rahmen der Aktionswoche „Eine Stadt für alle“.
Magdeburg, 17. Januar 2026 – Es ist ein Januarmorgen, an dem sich die Stadt hörbar öffnet. Stimmen mischen sich auf dem Alten Markt, Lieder tragen über den Platz, Gespräche beginnen zwischen Menschen, die sich zuvor nicht kannten. Magdeburg wirkt an diesen Tagen wie ein gemeinsamer Raum – offen, aufmerksam, zugewandt.Mit der Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ rückt die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts erneut jene Werte in den Mittelpunkt, die eine demokratische Stadtgesellschaft tragen: Respekt, Solidarität und die Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Ein gemeinsames Bekenntnis zur offenen Stadtgesellschaft
Seit dem 16. Januar läuft in Magdeburg die Aktionswoche „Eine Stadt für alle“. Bis zum 27. Januar gestalten zahlreiche Initiativen, Vereine, Verbände, Gewerkschaften und kirchliche Akteure ein Programm, das bewusst weit über symbolische Gesten hinausgeht. Die Aktionswoche ist Ausdruck einer lebendigen Zivilgesellschaft, die sich sichtbar und öffentlich für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit einsetzt.
Koordiniert wird das Programm vom Bündnis Weltoffenes Magdeburg, das seit Jahren Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zusammenbringt. Mehr als 50 Veranstaltungen sind in diesem Zeitraum geplant – verteilt über die gesamte Stadt, offen für alle Altersgruppen und bewusst niedrigschwellig angelegt. Die Schirmherrschaft hat erneut Oberbürgermeisterin Simone Borris übernommen, die die Aktionswoche als wichtigen Bestandteil städtischer Erinnerungskultur und demokratischer Praxis versteht.
Im Kern richtet sich die Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ gegen Ausgrenzung, Rassismus und menschenfeindliche Ideologien. Zugleich formuliert sie ein positives Gegenbild: eine Stadtgesellschaft, die Vielfalt nicht nur duldet, sondern aktiv gestaltet.
Zentrale Anliegen der Aktionswoche „Eine Stadt für alle“
Stärkung demokratischer Werte und zivilgesellschaftlichen Engagements in Magdeburg.
Sichtbares Bekenntnis zu Vielfalt, Toleranz und gegenseitigem Respekt.
Erinnerung an historische Verantwortung und kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Förderung von Begegnung, Austausch und gesellschaftlichem Dialog.
Auftakt zwischen Musik, Begegnung und öffentlichem Raum
Der offizielle Beginn der Aktionswoche fand auf dem Alten Markt statt – bewusst im Herzen der Stadt. Unter dem Motto „Magdeburg singt Friedenslieder“ kamen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zusammen, um mit Musik ein Zeichen für Zusammenhalt und Menschlichkeit zu setzen. Chöre und Musikerinnen aus der Region gaben den Ton an, doch im Mittelpunkt stand weniger die Bühne als das gemeinsame Erleben.
Der öffentliche Raum wurde an diesem Tag zum Ort des Dialogs. Gespräche entstanden spontan, bekannte Gesichter trafen auf neue, politische Statements mischten sich mit persönlichen Geschichten. Der Auftakt machte deutlich, was die Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ leisten will: nicht belehren, sondern verbinden.
Breites Programm zwischen Erinnerung, Bildung und Alltag
Inhaltlich zeichnet sich die Aktionswoche durch ihre große Bandbreite aus. Historisches Gedenken steht ebenso auf dem Programm wie aktuelle gesellschaftliche Fragen. Kulturelle Formate wechseln sich mit politischen Bildungsangeboten ab, künstlerische Beiträge ergänzen sachliche Diskussionen.
Formate und Themen der Aktionswoche
Mahnwachen und Kundgebungen, die öffentlich Haltung zeigen und demokratische Werte verteidigen.
Ausstellungen, die sich mit Verfolgung, Widerstand und Erinnerungskultur auseinandersetzen.
Bildungsangebote wie Stadtführungen, Workshops und thematische Fahrten durch Magdeburg.
Kulturelle Veranstaltungen mit Lesungen, Gesprächen und kreativen Beiträgen.
Mitmachaktionen, die insbesondere Kinder und Jugendliche ansprechen.
Ein prägnantes Beispiel ist die Bauzaun-Galerie auf dem Alten Markt. Hier präsentieren Initiativen und Einzelpersonen künstlerische Statements für eine offene Stadtgesellschaft. Plakate, Texte und visuelle Arbeiten verwandeln den Bauzaun in eine öffentliche Ausstellungsfläche – niedrigschwellig, sichtbar, direkt.
Große Resonanz erfuhren auch Bildungsfahrten und thematische Stadttouren, die historische Orte Magdeburgs in den Blick nehmen. Sie verknüpfen Vergangenheit und Gegenwart und zeigen, wie eng Stadtgeschichte und heutige Verantwortung miteinander verbunden sind.
Erinnerung als Verantwortung für die Gegenwart
Die zeitliche Einbettung der Aktionswoche ist bewusst gewählt. Rund um den Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs im Januar 1945 wird deutlich, dass Erinnerung kein Selbstzweck ist. Vielmehr geht es darum, historische Erfahrungen in eine Haltung für die Gegenwart zu übersetzen.
Rechtsextreme Gruppierungen versuchen seit Jahren, diese Daten für eigene Narrative zu instrumentalisieren. Die Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ setzt dem ein klares gesellschaftliches Gegengewicht entgegen – ruhig, vielfältig und breit getragen. Nicht Provokation steht im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Bekenntnis zu einer demokratischen Stadt.
Zivilgesellschaft als tragende Kraft
Auffällig ist die Vielfalt der beteiligten Akteure. Gewerkschaften arbeiten mit kirchlichen Einrichtungen zusammen, kulturelle Initiativen mit Bildungsinstitutionen, ehrenamtliche Gruppen mit städtischen Einrichtungen. Diese Breite verleiht der Aktionswoche Glaubwürdigkeit und Reichweite.
Für viele Teilnehmende ist die Aktionswoche mehr als ein Termin im Kalender. Sie ist ein Ort des Wiedersehens, des Austauschs und der Vergewisserung, dass demokratische Werte im Alltag gelebt werden können – und müssen.
Eine Stadt, die sich selbst befragt
Die Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ macht sichtbar, wie sich Magdeburg seiner eigenen Verantwortung stellt. Sie zeigt eine Stadt, die sich nicht auf Selbstbeschreibungen verlässt, sondern den offenen Dialog sucht. In Liedern, Gesprächen, Ausstellungen und Begegnungen entsteht so ein vielstimmiges Bild urbaner Demokratie.
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen entfaltet dieses Format seine Wirkung: leise, beharrlich und getragen von der Überzeugung, dass eine Stadt nur dann für alle sein kann, wenn alle an ihr mitwirken.
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