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Wernigerode, 01. Juni 2025, 08:00 Uhr
Vom 2. bis zum 5. Juni 2025 müssen sich Reisende und Pendler im Harz auf erhebliche Einschränkungen im Zugverkehr einstellen: Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) sperren die Strecke zwischen Wernigerode und Drei Annen Hohne vollständig. Grund sind umfangreiche Arbeiten am elektronischen Stellwerk in Wernigerode sowie weitere Maßnahmen zur Modernisierung und Sicherung des Bahnverkehrs in der Region.
Hintergrund: Modernisierung für die Zukunft
Die bevorstehende Streckensperrung ist Teil eines langfristigen Infrastrukturprojekts, das die Betriebssicherheit, Effizienz und Zukunftsfähigkeit des Schienenverkehrs im Harz verbessern soll. Konkret wird eine neue Bahnübergangssicherungsanlage an der Frankenfeldstraße in das elektronische Stellwerk in Wernigerode integriert. Zusätzlich werden technische Vorbereitungen für künftige Sicherungsanlagen an der Lutherstraße und Kirchstraße getroffen.
Darüber hinaus erfolgt eine Anpassung der Signalanlagen im Stadtgebiet Wernigerode, die für einen reibungslosen Zugbetrieb und höhere Sicherheit sorgen soll. Laut HSB ist diese Sperrung notwendig, um die umfassenden Arbeiten unter Einhaltung aller sicherheitsrelevanten Vorschriften durchzuführen.
„Die geplanten Maßnahmen sind essenziell, um den Bahnbetrieb im Harz langfristig sicherer und zukunftsfähiger zu machen“, so ein Sprecher der Harzer Schmalspurbahnen.
Welche Strecken sind betroffen?
Betroffen ist ausschließlich der Streckenabschnitt zwischen Wernigerode und Drei Annen Hohne. Alle anderen Strecken der HSB verkehren in diesem Zeitraum wie gewohnt – mit Ausnahme zweier abendlicher Verbindungen zwischen Drei Annen Hohne und Elend. Damit bleiben große Teile des touristisch relevanten Netzes weiter bedienbar, wenn auch mit Umstellungen.
Die wichtigsten Einschränkungen im Überblick:
Kein Zugverkehr vom 2. bis 5. Juni 2025 zwischen Wernigerode und Drei Annen Hohne.
Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen zwischen diesen beiden Bahnhöfen.
Dieselloks statt Dampfloks zwischen Drei Annen Hohne und dem Brocken.
Vereinzelte Einschränkungen bei Abendverbindungen nach Elend.
Schienenersatzverkehr: Ersatzbusse für den Zug
Um die Auswirkungen der Sperrung für Fahrgäste so gering wie möglich zu halten, richtet die HSB einen umfassenden Schienenersatzverkehr ein. Die Busse verkehren nach einem festen Ersatzfahrplan und sind zeitlich auf die Anschlüsse der übrigen Bahnverbindungen abgestimmt.
Fahrplanübersicht der Ersatzbusse
Abfahrtsort
Ziel
Abfahrtzeiten
Wernigerode Hbf
Drei Annen Hohne
09:32, 12:14, 15:18
Wernigerode Hbf
Elend
17:46
Drei Annen Hohne
Wernigerode
09:58, 12:40, 15:51
Elend
Wernigerode
18:24
Die Busse bieten Anschlussmöglichkeiten an Züge in Richtung Eisfelder Talmühle und Nordhausen. Als zusätzliche Alternative kann die Buslinie 264 der Harzer Verkehrsbetriebe genutzt werden. Für Autofahrer stehen am Bahnhof Drei Annen Hohne gebührenpflichtige Parkplätze zur Verfügung.
Betrieb auf dem Brockenabschnitt: Diesel statt Dampf
Besonders Touristen dürften die Änderungen im Zugbetrieb zwischen Drei Annen Hohne und dem Brocken interessieren. In diesem Abschnitt verkehren vom 2. bis 5. Juni ausschließlich Züge mit Diesellokomotiven, und das nach einem reduzierten Fahrplan. Insgesamt sind pro Tag sieben Berg- und Talfahrten geplant.
Beispielhafte Fahrzeiten:
Erste Abfahrt Drei Annen Hohne: 09:57 Uhr
Letzte Rückfahrt vom Brocken: 18:33 Uhr
Obwohl Dampflokfahrten während der Sperrzeit ausfallen, bleibt der Zugang zum Brocken per Bahn erhalten – ein wichtiger Aspekt für die Tourismusbranche im Harz.
Reaktionen: Zwischen Verständnis und Bedenken
Die geplanten Maßnahmen stoßen auf geteiltes Echo in der Bevölkerung. Während viele Verständnis für die notwendigen Arbeiten aufbringen und die langfristigen Vorteile betonen, äußern einige auch Kritik. Insbesondere Tourismusakteure befürchten, dass das Dampferlebnis – das als einzigartiges Merkmal der Region gilt – durch den Einsatz von Diesellokomotiven temporär verloren geht.
Einige Stimmen fordern, dass solche Maßnahmen außerhalb der Hauptreisezeiten durchgeführt werden sollten, um die touristische Attraktivität des Harzes nicht zu gefährden. Allerdings wurde die Maßnahme bewusst auf einen vergleichsweise ruhigen Zeitraum im frühen Juni gelegt, um Ferienzeiten und Großveranstaltungen zu umgehen.
Wirtschaftliche Bedeutung der HSB
Die Harzer Schmalspurbahnen betreiben ein Streckennetz von über 140 Kilometern und zählen jährlich rund 1,2 Millionen Fahrgäste. Besonders die Brockenbahn ist ein touristisches Zugpferd. In diesem Kontext ist es nachvollziehbar, dass selbst kurzfristige Einschränkungen große Aufmerksamkeit erzeugen.
Langfristig sollen die Modernisierungen dazu beitragen, die HSB als moderne und dennoch nostalgische Alternative im regionalen und touristischen Bahnverkehr zu positionieren.
Langfristige Ziele und Perspektiven
Die Arbeiten vom 2. bis 5. Juni 2025 markieren nur einen Meilenstein im Rahmen eines größeren Modernisierungsprogramms. Weitere Maßnahmen zur technischen Erneuerung und Sicherung sind bereits in Planung oder Umsetzung. Dazu zählen zusätzliche Signal- und Bahnübergangssicherungen im gesamten Stadtgebiet Wernigerode sowie neue digitale Systeme zur Betriebssteuerung.
Die Zielrichtung ist klar: Die HSB will Tradition und Technik vereinen – nostalgische Dampflokfahrten sollen künftig durch moderne Sicherheits- und Steuerungssysteme ergänzt werden, um den hohen Erwartungen von Touristen und Pendlern gleichermaßen gerecht zu werden.
Information und Service für Reisende
Die HSB bemüht sich, ihre Fahrgäste frühzeitig und umfassend über die Änderungen zu informieren. Neben Aushängen an den Bahnhöfen stehen Informationen telefonisch sowie online zur Verfügung. Die Fahrplanauskünfte sind auch über die zentrale Mobilitätsplattform INSA abrufbar.
Reisende sollten insbesondere bei Anschlussverbindungen und touristischen Ausflügen ausreichend Zeit einplanen und sich vor Fahrtantritt über aktuelle Entwicklungen informieren.
Fazit
Die Sperrung der Bahnstrecke Wernigerode–Drei Annen Hohne vom 2. bis 5. Juni 2025 stellt zweifellos eine temporäre Herausforderung für Reisende und Tourismusakteure im Harz dar. Gleichzeitig ist sie Ausdruck eines strategischen und nachhaltigen Infrastrukturumbaus, der auf lange Sicht Sicherheit und Qualität des Bahnverkehrs in der Region steigern soll.
Mit einem durchdachten Schienenersatzverkehr, detaillierten Informationen und einem klaren Modernisierungskonzept zeigt die HSB, dass Tradition und Fortschritt kein Widerspruch sein müssen – sondern sich im besten Fall gegenseitig ergänzen können.
Hinweise, sachliche Korrekturen oder pressebezogene Rückfragen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.
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