Drei Schwestern aus Oebisfelde galten seit Freitag als vermisst. Die Polizei ging bereits einen Tag später davon aus, dass sich die Kinder nicht mehr in Deutschland aufhalten. Nach intensiven Ermittlungen und internationalen Fahndungsmaßnahmen wurden die Mädchen nun im europäischen Ausland gefunden. Die Hintergründe ihres Verschwindens sind jedoch weiterhin Gegenstand laufender Ermittlungen.

Oebisfelde, 31. Mai 2026

Der Vermisstenfall um drei minderjährige Schwestern aus Oebisfelde im Landkreis Börde hat innerhalb weniger Tage eine internationale Dimension erreicht. Die acht, zehn und 13 Jahre alten Mädchen waren seit dem frühen Freitagmorgen verschwunden. Nachdem umfangreiche Suchmaßnahmen im Wohnumfeld ohne Ergebnis geblieben waren, leitete die Polizei eine internationale Fahndung ein. Am Sonntag teilten die Ermittler schließlich mit, dass die Kinder im europäischen Ausland aufgefunden wurden.

Nach Angaben der Behörden befinden sich die drei Schwestern derzeit in staatlicher Obhut. Die Öffentlichkeitsfahndung wurde unmittelbar nach der Lokalisierung der Kinder eingestellt. Wo genau die Mädchen gefunden wurden und unter welchen Umständen sie Deutschland verlassen hatten, wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

Suche begann nach Vermisstenmeldung der Mutter

Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Vermisstenanzeige, die die Mutter der Kinder am Freitag bei der Polizei erstattet hatte. Die drei Schwestern syrischer Herkunft waren nach Angaben der Ermittler seit den frühen Morgenstunden unbekannten Aufenthalts. Suchmaßnahmen im direkten Umfeld der Familie blieben zunächst erfolglos.

Die Polizei veröffentlichte daraufhin eine umfangreiche Öffentlichkeitsfahndung mit Personenbeschreibungen und aktuellen Fotos der Kinder. Nach Einschätzung der Ermittler handelte es sich nicht um einen gewöhnlichen Vermisstenfall. Bereits in den ersten Stunden nach dem Verschwinden deuteten mehrere Umstände darauf hin, dass die Mädchen nicht als typische Ausreißer einzustufen seien.

Internationale Fahndung bereits am Samstag

Im Verlauf des Samstags verdichteten sich Hinweise darauf, dass sich die Kinder möglicherweise außerhalb Deutschlands befinden könnten. Die Polizei bestätigte öffentlich, dass sie davon ausgehe, dass die drei Schwestern das Bundesgebiet verlassen haben.

Gleichzeitig rückte ein weiterer Ermittlungsansatz in den Mittelpunkt. Nach Angaben der Ermittler bestand der Verdacht, dass Familienangehörige mit dem Verschwinden der Mädchen in Zusammenhang stehen könnten. Konkrete Details dazu wurden von den Behörden nicht veröffentlicht.

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wurden internationale Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Die Ermittlungen erfolgten dabei in Zusammenarbeit mit weiteren Sicherheitsbehörden und internationalen Partnerstellen.

Kinder im europäischen Ausland gefunden

Am Sonntag folgte schließlich die entscheidende Entwicklung. Die Polizei teilte mit, dass die drei Mädchen durch intensive Ermittlungen und internationale Fahndungsmaßnahmen lokalisiert werden konnten.

Die Kinder wurden demnach in einem europäischen Auslandstaat aufgefunden. Angaben zum konkreten Land, zu möglichen Begleitpersonen oder zu den Umständen des Auffindens machten die Ermittler zunächst nicht. Auch über den weiteren Ablauf einer möglichen Rückführung nach Deutschland wurden keine Einzelheiten veröffentlicht.

Fest steht nach Angaben der Polizei lediglich, dass sich die Schwestern aktuell in staatlicher Obhut befinden und die Ermittlungen weiterhin andauern.

Öffentlichkeitsfahndung wieder aufgehoben

Mit dem erfolgreichen Auffinden der Kinder wurde die Öffentlichkeitsfahndung beendet. Die Polizei forderte Medien und Internetplattformen auf, veröffentlichte Fahndungsbilder sowie personenbezogene Daten der Mädchen zu entfernen.

Solche Maßnahmen gehören zu den üblichen Verfahrensschritten nach dem Ende einer Vermisstensuche. Ziel ist es, den Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Minderjährigen sicherzustellen.

Große Aufmerksamkeit in Sachsen-Anhalt

Der Fall hatte in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus erhebliche Aufmerksamkeit ausgelöst. Besonders die Kombination aus dem jungen Alter der Kinder, dem plötzlichen Verschwinden und dem Verdacht eines möglichen Auslandsbezugs führte zu einem erhöhten öffentlichen Interesse.

Bereits kurz nach Veröffentlichung der Fahndung verbreiteten sich die Informationen über soziale Netzwerke, regionale Medien und Polizeikanäle. Zahlreiche Menschen teilten die Suchaufrufe, um mögliche Hinweise auf den Aufenthaltsort der Mädchen zu erhalten.

Nach Angaben der Ermittler spielten Hinweise aus verschiedenen Quellen eine Rolle bei der weiteren Aufklärung des Falls. Ob konkrete Bürgerhinweise zur Lokalisierung der Kinder beigetragen haben, wurde bislang nicht näher erläutert.

Vermisstenfälle von Minderjährigen beschäftigen Behörden regelmäßig

Vermisstenmeldungen von Kindern und Jugendlichen stellen Polizeibehörden regelmäßig vor besondere Herausforderungen. Während viele Fälle innerhalb kurzer Zeit geklärt werden können, erfordern Konstellationen mit möglichem Auslandsbezug häufig eine enge Zusammenarbeit verschiedener nationaler und internationaler Stellen.

Im vorliegenden Fall reagierten die Ermittler bereits früh auf Hinweise, die auf einen möglichen Aufenthalt außerhalb Deutschlands hindeuteten. Die schnelle Ausweitung der Fahndung über die Landesgrenzen hinaus dürfte nach Einschätzung von Sicherheitsexperten ein wichtiger Faktor für die rasche Lokalisierung der Kinder gewesen sein.

Ermittlungen zu den Hintergründen laufen weiter

Auch wenn die drei Schwestern inzwischen gefunden wurden, ist der Fall für die Behörden noch nicht abgeschlossen. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Frage, wie die Kinder das Bundesgebiet verlassen konnten und welche Personen dabei möglicherweise beteiligt waren.

Die Polizei hält sich zu diesen Punkten bislang bedeckt. Offizielle Angaben zu möglichen strafrechtlichen Konsequenzen oder zu laufenden Verfahren wurden bisher nicht gemacht.

Ebenso offen bleibt, welche konkreten Abläufe zwischen dem Zeitpunkt des Verschwindens am Freitagmorgen und dem Auffinden der Mädchen im Ausland stattgefunden haben. Die Behörden verweisen auf die laufenden Ermittlungen und den Schutz der betroffenen Minderjährigen.

Ein Fall mit vielen offenen Fragen

Mit dem Auffinden der drei Schwestern konnte die akute Sorge um das Wohlergehen der Kinder beendet werden. Gleichzeitig wirft der Fall weiterhin zahlreiche Fragen auf. Die internationale Fahndung innerhalb weniger Stunden, der vermutete Auslandsbezug und der Verdacht einer Beteiligung aus dem familiären Umfeld machen deutlich, dass die Ermittlungen noch längst nicht abgeschlossen sind.

Für die Polizei steht nun die umfassende Rekonstruktion der Ereignisse im Mittelpunkt. Während die Kinder inzwischen in Sicherheit sind, dürfte die Aufarbeitung des Falls die Ermittlungsbehörden noch über längere Zeit beschäftigen.