Aljoscha Stadelmann, bekannt als Frank Koops aus der ARD-Krimireihe „Harter Brocken“, steht an diesem Samstag in Benneckenstein auf der Theaterbühne. Beim Theaternatur-Festival spielt er in „SOLARIS? – Ein Protokoll“ den Psychologen Kris Kelvin – weit entfernt vom stoischen Dorfpolizisten, mit dem ihn viele Zuschauer verbinden. Eine Rollenpremiere ist der Auftritt allerdings nicht: Stadelmann gehört bereits seit März 2026 zur Besetzung der Produktion.
Benneckenstein, 8. August 2026. Wer Aljoscha Stadelmann im Harz begegnet, denkt schnell an Frank Koops. Seit Jahren prägt der Schauspieler als Dorfpolizist die ARD-Krimireihe „Harter Brocken“. An diesem Samstagabend ist er in der Region jedoch in einer anderen Rolle zu sehen: Auf der Waldbühne Benneckenstein spielt Stadelmann den Psychologen Kris Kelvin in „SOLARIS? – Ein Protokoll“.
Die Vorstellung beginnt um 20.30 Uhr und gehört zum Programm des Theaternatur-Festivals, das vom 7. bis 23. August 2026 in Benneckenstein stattfindet. Für viele Besucher dürfte gerade der Kontrast den Reiz ausmachen: Aus dem aus „Harter Brocken“ bekannten Ermittler wird auf der Bühne ein Wissenschaftler, der mit einer Realität konfrontiert ist, die sich zunehmend seiner Kontrolle entzieht.
Aljoscha Stadelmann zeigt im Harz eine andere Seite
Der Wechsel von Frank Koops zu Kris Kelvin könnte größer kaum ausfallen. In „Harter Brocken“ steht Stadelmann für einen ruhigen, pragmatischen Polizisten, der in einer überschaubaren Harzer Umgebung ermittelt. In „SOLARIS? – Ein Protokoll“ führt ihn die Handlung dagegen auf eine Raumstation.
Die Inszenierung basiert auf Motiven des Romans „Solaris“ von Stanisław Lem. Text und Regie stammen von Ines Burdow, die Produktion kommt von der Anderen Welt Bühne aus Strausberg. An Stadelmanns Seite spielt Melanie Seeland die Figur Harey.
Im Mittelpunkt steht dabei weniger Science-Fiction im klassischen Sinn als eine psychologische Versuchsanordnung. Kris Kelvin versucht, eine zunehmend widersprüchliche Wirklichkeit mit Beobachtung, Kontrolle und Protokollen zu erfassen. Mit dem Auftauchen Hareys gerät dieses System ins Wanken.
Nach Angaben des MDR beschäftigt sich die Inszenierung mit Fragen von Kommunikation, Wahrheit, Kontrolle und dem Umgang mit dem Fremden. Erinnerung, Verantwortung und Wirklichkeit bilden weitere zentrale Themen. Das Stück setzt damit einen deutlichen Gegenpunkt zu jener Rolle, mit der Aljoscha Stadelmann im Harz besonders bekannt geworden ist.
Das Wichtigste in Kürze
Aljoscha Stadelmann tritt beim Theaternatur-Festival in Benneckenstein als Kris Kelvin in „SOLARIS? – Ein Protokoll“ auf. Die Bühnenrolle ist keine Premiere, sondern Teil einer bereits seit März 2026 gespielten Produktion.
- Was ist passiert?
- Auf der Waldbühne Benneckenstein spielt Stadelmann den Psychologen Kris Kelvin in „SOLARIS? – Ein Protokoll“.
- Wann?
- Die Vorstellung beginnt um 20.30 Uhr und gehört zum Programm des Theaternatur-Festivals, das vom 7. bis 23. August 2026 in Benneckenstein stattfindet.
- Was ist bestätigt?
- Der MDR nennt für das Festival insgesamt 22 Programmpositionen.
Keine neue Verpflichtung, sondern ein Gastspiel
Die naheliegende Schlagzeile von einer „neuen Rolle“ braucht allerdings eine Einordnung. Stadelmann spielt Kris Kelvin nicht erstmals in Benneckenstein. Die Produktion wurde bereits am 20. März 2026 in Strausberg gezeigt, damals ebenfalls mit ihm in der Hauptrolle.
Der Auftritt beim Theaternatur-Festival ist deshalb keine Rollenpremiere und auch kein Hinweis auf einen Wechsel weg von „Harter Brocken“. Vielmehr bringt die Andere Welt Bühne eine bereits bestehende Inszenierung in den Harz.
Für das regionale Publikum bleibt der Rollenwechsel dennoch bemerkenswert. Stadelmann ist durch Frank Koops eng mit der Wahrnehmung des Harzes im Fernsehen verbunden. In Benneckenstein tritt er nun innerhalb derselben Region mit einer Figur auf, die dramaturgisch und inhaltlich völlig anders angelegt ist.
Frank Koops bleibt Teil von „Harter Brocken“
Ein Abschied von der ARD-Krimireihe ist nicht erkennbar. Nach Angaben der ARD Degeto ist für den 5. September 2026 die Ausstrahlung von „Harter Brocken: Die Versuchung“ vorgesehen. Aljoscha Stadelmann spielt darin erneut Frank Koops.
Theater und Fernsehen laufen für den Schauspieler damit parallel. Das macht die Situation im Harz an diesem Wochenende besonders interessant: Dieselbe Person, die viele Zuschauer mit dem eigenwilligen Dorfpolizisten verbinden, steht nur wenige Wochen vor der nächsten Fernsehausstrahlung in einer ganz anderen Rolle auf der Bühne.
Theaternatur-Festival bringt „SOLARIS?“ nach Benneckenstein
„SOLARIS? – Ein Protokoll“ ist Teil des diesjährigen Theaternatur-Festivals auf der Waldbühne Benneckenstein. Das Festival läuft vom 7. bis 23. August 2026 und steht unter dem Motto „un|verbunden?“.
Der MDR nennt für das Festival insgesamt 22 Programmpositionen. Die Aufführung mit Aljoscha Stadelmann beginnt am Samstag um 20.30 Uhr auf der Waldbühne in Benneckenstein im Oberharz am Brocken.
Für das Festival gelten unterschiedliche Ticketmodelle. Angeboten werden unter anderem Einzelkarten sowie Tages-, Wochenend- und Festivalpässe. Der MDR verweist bei Einzeltickets auf ein solidarisches Preismodell, bei dem Besucher innerhalb eines vorgegebenen Rahmens selbst festlegen können, welchen Betrag sie zahlen. Für die konkrete „SOLARIS?“-Vorstellung wurden beim Ticketanbieter Reservix zudem Preise ab 24 Euro ausgewiesen.
Eine einzige verbindliche Eintrittssumme lässt sich deshalb nicht für alle Besucher und Ticketarten nennen. Wer die Vorstellung besuchen möchte, muss zwischen den jeweiligen Angeboten unterscheiden.
Warum der Auftritt von Aljoscha Stadelmann im Harz auffällt
Die Aufmerksamkeit rund um den Abend erklärt sich vor allem aus Stadelmanns Bekanntheit als Frank Koops. „Harter Brocken“ ist eng mit dem Harz verbunden, und die Figur gehört zu den Wiedererkennungsmerkmalen der Reihe. Für viele Fernsehzuschauer ist Aljoscha Stadelmann deshalb nicht einfach nur ein Schauspieler, sondern unmittelbar mit dem Bild des wortkargen Dorfpolizisten verknüpft.
Auf der Bühne in Benneckenstein funktioniert diese Vertrautheit nicht. Kris Kelvin ist kein Ermittler, der ein klar umrissenes Verbrechen aufklärt. Er bewegt sich in einer Situation, in der sich Gewissheiten auflösen und bekannte Erklärungsmuster nicht mehr zuverlässig greifen.
Gerade darin liegt der eigentliche Nachrichtenwert des Gastspiels. Nicht weil Aljoscha Stadelmann eine völlig neue berufliche Richtung einschlägt, sondern weil er im Harz eine Rolle zeigt, die sich deutlich von seinem bekanntesten Fernsehcharakter absetzt.
Der Unterschied ist auch dramaturgisch relevant. Frank Koops agiert in einer vertrauten, konkreten Umgebung und reagiert auf handfeste Konflikte. Kris Kelvin dagegen wird mit Wahrnehmung, Erinnerung und der Frage konfrontiert, was überhaupt als Wirklichkeit gelten kann. Aus dem Kriminalfall wird ein psychologischer Konflikt.
Ein Rollenwechsel im Harz – kein Abschied
Der Auftritt in Benneckenstein steht deshalb nicht für einen Neubeginn, sondern für einen Perspektivwechsel. Aljoscha Stadelmann bleibt Frank Koops und ist zugleich Kris Kelvin. Beides gehört zu seiner Arbeit, beides existiert nebeneinander.
Für das Publikum im Harz dürfte genau dieser Gegensatz interessant sein. Wer Stadelmann vor allem aus „Harter Brocken“ kennt, erlebt ihn auf der Waldbühne in einer anderen Erzählwelt und mit einer Figur, die kaum etwas mit dem vertrauten Dorfpolizisten gemein hat.
Dass die Produktion bereits seit März auf dem Spielplan steht, schmälert diesen Effekt nicht. Es korrigiert lediglich die Vorstellung einer brandneuen Rolle. Neu ist vor allem der Auftritt in Benneckenstein – und damit die Gelegenheit für das Harzer Publikum, Aljoscha Stadelmann jenseits von Frank Koops zu sehen.
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