In der Gartenstraße in Quedlinburg wird ein älteres Mehrfamilienhaus umfassend modernisiert. Bis Herbst 2026 sollen dort 24 Wohnungen entstehen, die nach aktuellen energetischen Standards ausgestattet werden und eine deutlich effizientere Energieversorgung erhalten. Das Projekt zeigt, wie sich bestehender Wohnraum an neue Anforderungen bei Energieeffizienz und Klimaschutz anpassen lässt – und welche Rolle solche Sanierungen künftig für den Wohnungsmarkt spielen könnten.

Die Arbeiten gehen weit über eine klassische Modernisierung hinaus. Neben Wärmepumpentechnik, Photovoltaik und einer umfassenden energetischen Aufwertung der Gebäudehülle steht vor allem die langfristige Zukunftsfähigkeit des Wohngebäudes im Mittelpunkt. Für Quedlinburg ist das Vorhaben zugleich ein sichtbares Beispiel dafür, wie aus einem Altbau ein modernes Effizienzhaus werden kann.

Quedlinburg, 1. Juni 2026 – In der Gartenstraße 6 bis 8 entsteht derzeit eines der bedeutendsten Wohnungsbauprojekte im Bestand, das die Stadt in den vergangenen Jahren gesehen hat. Wo früher ein klassisches Mehrfamilienhaus stand, entsteht durch eine umfassende energetische Sanierung ein Wohngebäude, das sich an modernen Anforderungen für Energieeffizienz, Wohnkomfort und nachhaltige Versorgung orientiert.

Die Wohnungswirtschaftsgesellschaft mbH Quedlinburg (WoWi) investiert dabei nicht nur in die Erneuerung einzelner Gebäudeteile. Vielmehr wird das Haus grundlegend umgestaltet. Ziel ist es, vorhandene Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig einen energetischen Standard zu erreichen, der den Betrieb langfristig effizienter macht. Damit folgt das Projekt einem Trend, der bundesweit zunehmend an Bedeutung gewinnt: Statt Abriss und Neubau rückt die energetische Sanierung bestehender Wohngebäude immer stärker in den Fokus.

24 moderne Wohnungen entstehen in der Gartenstraße

Nach Abschluss der Arbeiten sollen in dem Gebäude insgesamt 24 Wohnungen zur Verfügung stehen. Geplant sind Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen rund 45 und 76 Quadratmetern. Die Einheiten richten sich an unterschiedliche Zielgruppen – von Einzelpersonen über Paare bis hin zu kleineren Familien.

Die Wohnungen erhalten Balkone oder Terrassen und werden technisch auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Neben einer modernen Infrastruktur gehört dazu auch ein Glasfaseranschluss für schnelle Internetverbindungen. Ergänzt wird das Angebot durch Stellplätze, von denen einzelne auf Wunsch mit Ladepunkten für Elektrofahrzeuge ausgestattet werden können.

Die Fertigstellung ist für Herbst 2026 vorgesehen. Schon jetzt können Interessenten Vorverträge abschließen und sich frühzeitig Wohnungen sichern.

Energetische Sanierung als Kern des Projekts

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die energetische Sanierung. Sie bestimmt maßgeblich den Umfang der Arbeiten und unterscheidet das Projekt von einer reinen Modernisierung.

Geplant sind neue Fenster mit Dreifachverglasung, zusätzliche Dämmmaßnahmen an Fassaden, Decken und weiteren Gebäudeteilen sowie eine vollständig erneuerte technische Infrastruktur. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Wärmeverluste deutlich zu reduzieren und den Energiebedarf des Hauses nachhaltig zu senken.

Gerade bei älteren Wohngebäuden gilt die Gebäudehülle als entscheidender Faktor für die Energieeffizienz. Eine verbesserte Dämmung sorgt dafür, dass weniger Heizenergie verloren geht und die vorhandene Energie deutlich effizienter genutzt werden kann.

Vom Altbau zum Effizienzhaus

Der Umbau in der Gartenstraße verdeutlicht, wie sich ältere Wohngebäude an heutige Anforderungen anpassen lassen. Der Begriff Effizienzhaus steht dabei für einen energetischen Standard, bei dem sowohl der Energiebedarf als auch die Qualität der Gebäudetechnik berücksichtigt werden.

Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Moderne Fenster, eine leistungsfähige Dämmung und eine effiziente Energieversorgung greifen ineinander und reduzieren den Verbrauch dauerhaft. Für Mieter bedeutet dies nicht nur ein zeitgemäßes Wohnumfeld, sondern häufig auch eine größere Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen.

Typische Merkmale eines Effizienzhauses sind:

  • eine stark verbesserte Wärmedämmung,
  • energieeffiziente Fenster und Gebäudetechnik,
  • die Nutzung erneuerbarer Energien,
  • ein geringerer Primärenergiebedarf,
  • eine langfristig nachhaltigere Energieversorgung.

Gerade im Bestand stellt die Umsetzung solcher Standards besondere Anforderungen. Anders als bei einem Neubau müssen bestehende Konstruktionen erhalten und gleichzeitig technisch auf einen aktuellen Stand gebracht werden. Die energetische Sanierung in der Gartenstraße zeigt, wie dieser Spagat gelingen kann.

Wärmepumpe und Photovoltaik bilden das neue Energiekonzept

Ein zentrales Element des Projekts ist die künftige Energieversorgung. Statt auf klassische fossile Heizsysteme zu setzen, wird das Gebäude mit Wärmepumpentechnik ausgestattet. Ergänzt wird das Konzept durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Die Kombination beider Technologien gilt als wichtiger Baustein moderner Wohngebäude. Während die Wärmepumpe Umweltenergie zum Heizen nutzt, erzeugt die Photovoltaikanlage einen Teil des benötigten Stroms direkt vor Ort. Dadurch entsteht ein Energiesystem, das deutlich stärker auf erneuerbare Quellen ausgerichtet ist als herkömmliche Lösungen.

Darüber hinaus ist ein Mieterstrommodell vorgesehen. Bewohner sollen die Möglichkeit erhalten, Strom aus der hauseigenen Photovoltaikanlage zu nutzen. Solche Modelle gewinnen bundesweit an Bedeutung, weil sie die lokale Nutzung erneuerbarer Energien fördern und den direkten Bezug vor Ort ermöglichen.

Teil einer langfristigen Strategie

Die Sanierung der Gartenstraße ist kein Einzelprojekt. Die Wohnungswirtschaftsgesellschaft Quedlinburg verfolgt seit Jahren das Ziel, ihren Wohnungsbestand schrittweise zu modernisieren und energetisch aufzuwerten.

Auch in anderen Quartieren wurden bereits umfangreiche Sanierungen umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Dabei setzt das Unternehmen zunehmend auf Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und moderne Gebäudetechnik. Die Erfahrungen aus diesen Projekten fließen nun auch in die Arbeiten an der Gartenstraße ein.

Die Strategie verfolgt einen klaren Ansatz: Bestehende Wohngebäude sollen erhalten bleiben und gleichzeitig den technischen Anforderungen der kommenden Jahrzehnte entsprechen. Damit reagiert die Wohnungswirtschaft auf Entwicklungen, die weit über Quedlinburg hinausreichen.

Warum Bestandsgebäude immer wichtiger werden

Bundesweit rückt die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden stärker in den Mittelpunkt. Viele Wohnhäuser stammen aus Zeiten, in denen Energieeffizienz nur eine untergeordnete Rolle spielte. Entsprechend hoch ist häufig der Modernisierungsbedarf.

Gleichzeitig gilt der Gebäudesektor als wichtiger Bereich für die Senkung des Energieverbrauchs. Energetische Sanierungen sollen dazu beitragen, den Bedarf an Heizenergie zu reduzieren und den Einsatz erneuerbarer Energien auszubauen.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Der Erhalt bestehender Gebäude wird zunehmend als nachhaltige Alternative zum Neubau betrachtet. Während Neubauten zusätzliche Ressourcen erfordern, nutzt die Sanierung vorhandene Bausubstanz weiter und verbindet Bestandserhalt mit technischer Modernisierung.

Wohnraum zwischen Klimaschutz und Zukunftssicherung

Die Entwicklung in der Gartenstraße verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen viele Kommunen und Wohnungsunternehmen stehen. Wohnraum soll modern, attraktiv und zugleich energieeffizient sein. Gleichzeitig müssen Investitionen wirtschaftlich tragfähig bleiben.

Projekte wie dieses zeigen, dass energetische Sanierungen inzwischen weit mehr sind als technische Maßnahmen im Hintergrund. Sie prägen zunehmend die Entwicklung ganzer Wohnquartiere und beeinflussen, wie Wohnraum künftig genutzt und versorgt wird.

Für die Bewohner bedeutet dies vor allem eine modernisierte Wohnumgebung mit zeitgemäßer Infrastruktur. Für die Stadt Quedlinburg steht das Projekt exemplarisch für den Wandel vieler älterer Wohngebäude, die Schritt für Schritt an neue Anforderungen angepasst werden.

Ein sichtbares Zeichen für den Wandel im Wohnungsbestand

Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird das Gebäude in der Gartenstraße kaum noch mit seinem früheren Zustand vergleichbar sein. Die äußere Erscheinung bleibt Teil des gewachsenen Stadtbildes, die technische Ausstattung hingegen orientiert sich an aktuellen Standards für Energieeffizienz und nachhaltige Versorgung.

Damit steht das Projekt beispielhaft für eine Entwicklung, die vielerorts an Bedeutung gewinnt. Statt bestehende Wohnhäuser lediglich instand zu halten, werden sie umfassend modernisiert und energetisch neu ausgerichtet. Die Gartenstraße in Quedlinburg zeigt, wie aus einem Altbau Schritt für Schritt ein modernes Effizienzhaus entsteht – und welche Rolle solche Projekte für die Zukunft des Wohnens spielen können.

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