Eisenbahngeschichte im Harz
Historische Diesellok V100 003 fährt zum Schokoladenfestival nach Wernigerode

Eisenbahngeschichte im Harz

Eine historische Diesellokomotive hat Eisenbahnfreunde Ende Oktober von Lutherstadt Wittenberg in den Harz gebracht. Mit der V100 003 ging es zum Schokoladenfestival chocolART nach Wernigerode und zum Hexoween-Markt nach Thale. Die Sonderfahrt ist inzwischen dokumentiert – wie viele Menschen tatsächlich mitreisten, bleibt allerdings offen.
Wernigerode, 3. November 2026 – Zwischen Schokoladenspezialitäten und Halloween-Veranstaltungen war am vergangenen Samstag auch ein Stück Eisenbahngeschichte im Harz unterwegs. Die historische Diesellokomotive V100 003 erreichte am 31. Oktober mit einem Sonderzug Wernigerode. Anschließend führte die Reise weiter nach Thale. Organisiert hatten die Fahrt die Eisenbahnfreunde Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt gemeinsam mit dem Förderverein Berlin-Anhaltische Eisenbahn.
Die Verbindung zweier Veranstaltungen mit einer Fahrt im historischen Reisezug war bereits Wochen zuvor angekündigt worden. Inzwischen steht fest, dass die Sonderfahrt tatsächlich stattfand. Wie das Eisenbahnfachmedium LOK Report am 2. November berichtete, war die V100 003 auf der Strecke im Einsatz. Fotografien dokumentieren die Maschine unter anderem in Wernigerode und bei Neinstedt.
Für die Eisenbahnvereine bot die Reise Gelegenheit, historische Technik außerhalb eines Museums zu präsentieren. Für die Fahrgäste verband sie eine längere Zugfahrt durch Sachsen-Anhalt mit zwei touristischen Zielen. Wernigerode stand mit seinem Schokoladenfestival im Mittelpunkt des ersten Reiseabschnitts, Thale mit dem Hexoween-Markt auf dem weiteren Programm.
Die Sonderfahrt begann in Lutherstadt Wittenberg. Von dort sollte der historische Zug nach dem veröffentlichten Fahrplan über Dessau, Köthen, Bernburg und Halberstadt nach Wernigerode fahren. Als zweites Ziel war Thale vorgesehen. Die Rückreise führte laut Planung über die zuvor bedienten Bahnhöfe zurück zum Ausgangspunkt.
Für die Abfahrt in Lutherstadt Wittenberg hatten die Veranstalter 8.50 Uhr angesetzt. Wernigerode sollte um 13.26 Uhr erreicht werden, Thale um 14.40 Uhr. Am späten Nachmittag war die Rückfahrt vorgesehen: um 17.10 Uhr ab Thale und um 18.55 Uhr ab Wernigerode. Die geplante Ankunft in Lutherstadt Wittenberg lag bei 22.52 Uhr.
Die Zeiten stammen aus dem vorläufigen Fahrplan der Eisenbahnfreunde Staßfurt. Ob der Zug sämtliche Stationen minutengenau erreichte, ist nicht unabhängig bestätigt. Der nachträgliche Bericht über die Fahrt und die veröffentlichten Aufnahmen belegen jedoch den Einsatz der historischen Diesellokomotive im Harz.
Für die Reise waren unterschiedliche Fahrkarten erhältlich. Der Preis hing davon ab, an welchem Bahnhof die Teilnehmer zustiegen, ob sie eine einfache Fahrt oder Hin- und Rückreise buchten und welcher Altersgruppe sie angehörten.
Wer als Erwachsener die vollständige Hin- und Rückfahrt ab Lutherstadt Wittenberg gebucht hatte, zahlte nach den veröffentlichten Angeboten 72 Euro. Für Kinder wurden auf dieser Verbindung 50 Euro verlangt. Insgesamt reichten die angekündigten Fahrpreise von 22 bis 72 Euro. Zusätzlich boten die Veranstalter ein sogenanntes Heizerfrühstück für acht Euro an.
Angaben zur tatsächlichen Auslastung liegen nicht vor. Auch die Zahl der verkauften Fahrkarten wurde bislang nicht veröffentlicht. Die Preise dokumentieren deshalb das damalige Reiseangebot, lassen aber keine Rückschlüsse auf die Nachfrage zu.
Am 31. Oktober 2026 fuhr die historische V100 003 nach Wernigerode und Thale. Der Sonderzug verband die chocolART mit dem Hexoween-Markt im Harz.
Als die V100 003 Wernigerode erreichte, lief in der Innenstadt bereits seit mehreren Tagen die chocolART. Das Schokoladenfestival hatte am 28. Oktober begonnen und dauerte bis zum 1. November. Der Samstag gehörte damit zum abschließenden Veranstaltungswochenende.
Die Verkaufsstände und Angebote verteilten sich auf mehrere Bereiche der historischen Altstadt. Neben dem Marktplatz waren der Nicolaiplatz, der Kohlmarkt und die Breite Straße in das Festival eingebunden. Internationale Chocolatiers, Konditoren und Schokoladenproduzenten präsentierten dort ihre Spezialitäten.
Nach Angaben der Wernigerode Tourismus GmbH war der Schokoladenmarkt am 31. Oktober von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt war frei. Die angekündigte Ankunft des Sonderzuges am frühen Nachmittag lag somit innerhalb der regulären Öffnungszeiten.
Das Programm der chocolART beschränkte sich nicht auf den Verkauf von Schokolade. Vorgesehen waren auch Verkostungen, Workshops und gastronomische Angebote. Über den sogenannten chocoPFAD waren verschiedene Stationen des Festivals miteinander verbunden.
Für Besucher bedeutete das kurze Wege zwischen mehreren Veranstaltungsbereichen. Statt eines einzelnen Marktplatzes bildeten verschiedene Straßen und Plätze der Innenstadt den Rahmen des Schokoladenfestivals. Die Veranstaltung gehörte damit zu jenen Anlässen, bei denen sich das touristische Angebot Wernigerodes über einen größeren Teil der Altstadt erstreckte.
Die Sonderfahrt war ausdrücklich mit dem Besuch der chocolART beworben worden. Wer in Wernigerode ausstieg, konnte das Festival während der verbleibenden Öffnungszeit besuchen. Wie viele Reisende diese Gelegenheit nutzten, ist nicht bekannt. Ebenso wenig lässt sich belegen, welche Angebote die Fahrgäste vor Ort wahrnahmen.
Für die Berichterstattung über die V100 003 in Wernigerode ist deshalb vor allem der dokumentierte Zugbesuch entscheidend. Eine konkrete Besucherzahl oder zusätzliche Einnahmen für die örtlichen Händler lassen sich aus den verfügbaren Informationen nicht ableiten.
Die zweite Station der Sonderfahrt führte nach Thale. Dort fand vom 30. Oktober bis zum 1. November der Hexoween-Markt statt. Während in Wernigerode Schokolade das Festivalprogramm bestimmte, stand im Kurpark Thale das Halloween-Wochenende im Mittelpunkt.
Die dreitägige Veranstaltung richtete sich insbesondere an Familien. Angekündigt waren eine Hexenmeile, Live-Musik, Bühnendarbietungen und ein Gruselumzug. Der Eintritt war nach den veröffentlichten Veranstaltungsinformationen kostenlos.
Der Fahrplan sah für Thale eine Ankunft um 14.40 Uhr und die Rückfahrt um 17.10 Uhr vor. Damit war der Aufenthalt deutlich kürzer als die gesamte Reisezeit von Lutherstadt Wittenberg in den Harz. Welche Programmpunkte die mitgereisten Fahrgäste tatsächlich erlebten, geht aus den verfügbaren Berichten nicht hervor.
Wichtig ist auch die räumliche Trennung der beiden Reiseziele: Die chocolART fand in Wernigerode statt, Hexoween dagegen in Thale. Es handelte sich um zwei eigenständige Veranstaltungen, die durch das Sonderzugangebot miteinander verbunden wurden.
Der besondere Charakter der Reise lag nicht allein in ihren Zielen. Die V100 003 selbst war ein wesentlicher Bestandteil des Angebots. Der Förderverein Berlin-Anhaltische Eisenbahn setzt sich für den Erhalt der historischen Diesellokomotive ein, die als technisches Denkmal Sachsen-Anhalts bewahrt wird.
Die Maschine steht für eine Epoche des Eisenbahnbetriebs, in der Diesellokomotiven auf zahlreichen Strecken Aufgaben übernahmen, die zuvor häufig von Dampflokomotiven erfüllt worden waren. Ihr heutiger Einsatz bei Sonderfahrten unterscheidet sich grundlegend vom regulären Bahnbetrieb.
Anders als bei einer stationären Ausstellung können Interessierte ein historisches Eisenbahnfahrzeug dabei im Betrieb erleben. Das setzt allerdings voraus, dass die erforderlichen technischen und organisatorischen Bedingungen erfüllt sind. Die Sonderfahrt nach Wernigerode und Thale war ein Beispiel für einen solchen Einsatz außerhalb eines Museumsgeländes.
Hinter der Reise standen die Eisenbahnfreunde Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt und der Förderverein Berlin-Anhaltische Eisenbahn. In der Veranstaltungsankündigung wurden außerdem die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH als Unterstützer sowie Leipzig Dampf Kultour und Thomas Speich Eisenbahndienstleistungen als Kooperationspartner genannt.
Die beteiligten Organisationen verbanden den Betrieb historischer Eisenbahntechnik mit einem touristischen Ausflugsangebot. Dabei war die V100 003 nicht auf den Strecken der Harzer Schmalspurbahnen unterwegs. Der Sonderzug nutzte das normalspurige Eisenbahnnetz und unterschied sich damit von den bekannten Schmalspurbahnfahrten der Region.
Für den Erhalt historischer Fahrzeuge haben solche Fahrten eine besondere Bedeutung: Sie machen Eisenbahngeschichte außerhalb von Sammlungen und Ausstellungen sichtbar. Zugleich bieten sie Gelegenheit, die Arbeit der Vereine einem Publikum vorzustellen, das nicht ausschließlich aus Eisenbahnfreunden besteht.
Die Fahrt der V100 003 am 31. Oktober ist dokumentiert. Der historische Sonderzug erreichte Wernigerode während der chocolART und setzte seine Reise anschließend nach Thale fort. Damit verbanden die Eisenbahnvereine zwei zeitgleich stattfindende Veranstaltungen im Harz mit einem Einsatz der erhaltenen Diesellokomotive.
Über den tatsächlichen Zuspruch lässt sich dagegen wenig sagen. Weder eine belastbare Fahrgastzahl noch Angaben zur Auslastung oder zur Verteilung der Reisenden auf beide Veranstaltungsorte liegen vor. Auch ein möglicher wirtschaftlicher Nutzen für Wernigerode ist nicht beziffert.
Der belegbare Kern der Geschichte ist dennoch bemerkenswert: Während in Wernigerodes Innenstadt das Schokoladenfestival stattfand, machte die historische V100 003 die Stadt zum Ziel einer eigens organisierten Eisenbahnreise. Für die beteiligten Vereine war es eine weitere Gelegenheit, ein erhaltenes Stück Eisenbahngeschichte im regulären Streckennetz zu präsentieren – nicht als Ausstellungsstück, sondern als fahrende Lokomotive.
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