Goslar im Harz und die tschechische Stadt Beroun haben ihre seit 1991 bestehende Städtepartnerschaft zum 35-jährigen Jubiläum erneut bekräftigt. Beim Festakt im historischen Rathaus unterzeichneten die Bürgermeisterinnen beider Städte den Partnerschaftsvertrag erneut. Zugleich zeigte das Jubiläumsprogramm, wie stark die Verbindung inzwischen von Kultur, Schule und persönlichen Begegnungen getragen wird.
Goslar, 29. August 2026. Die Städtepartnerschaft zwischen Goslar und Beroun hat ihr 35-jähriges Bestehen erreicht. Im historischen Rathaus von Goslar kamen Vertreter beider Städte zusammen, um die Verbindung offiziell zu erneuern und zugleich auf eine Zusammenarbeit zurückzublicken, die längst über formelle Kontakte zwischen Verwaltungen hinausgeht.
Nach Angaben der Stadt Goslar unterzeichneten Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner und Berouns Bürgermeisterin Soňa Chalupová bei dem Festakt am 26. August erneut den Partnerschaftsvertrag. Damit setzten beide Städte ein sichtbares Zeichen dafür, dass die seit 1991 bestehende Verbindung weitergeführt werden soll.
Goslar im Harz und Beroun erneuern ihre Städtepartnerschaft
Für das Jubiläum war eine siebenköpfige Delegation aus Beroun nach Goslar gereist. Auch Vertreter aus der polnischen Partnerstadt Brzeg nahmen an der Feier teil. Die Stadt ist seit 2000 mit Goslar und seit 2002 auch mit Beroun partnerschaftlich verbunden.
Diese Konstellation verlieh dem Festakt einen zusätzlichen Rahmen. Aus zwei bilateralen Verbindungen ist über die Jahre ein Netzwerk entstanden, in dem sich drei Städte begegnen, die jeweils eigene partnerschaftliche Beziehungen miteinander pflegen.
Im Mittelpunkt stand dennoch die Verbindung zwischen Goslar und Beroun. Seit 1991 besteht die Städtepartnerschaft offiziell. Eine Veröffentlichung der Stadt Beroun nennt den 12. September 1991 als Datum der ursprünglichen Unterzeichnung.
35 Jahre später wurde dieser Vertrag erneut bekräftigt. Der formelle Akt stand dabei nicht isoliert. Rund um die Unterzeichnung zeigte das Programm, wie unterschiedlich die Partnerschaft inzwischen mit Leben gefüllt wird.
35 Baumpatenschaften zum Jubiläum
Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein Geschenk aus Beroun. Bürgermeisterin Soňa Chalupová überreichte der Stadt Goslar 35 Baumpatenschaften für den MachMit!Wald. Die Zahl nimmt direkt Bezug auf das Jubiläum der Städtepartnerschaft.
Das Präsent stellte damit nicht nur einen symbolischen Gruß dar, sondern knüpfte an ein konkretes Projekt in Goslar an. Gerade dieser lokale Bezug machte das Geschenk zu einem der prägnantesten Elemente des Festakts.
Die Partnerschaft selbst reicht allerdings in ihrer Vorgeschichte weiter zurück als bis 1991. Offizielle Angaben aus Goslar und Beroun setzen bei den ersten Kontakten unterschiedliche zeitliche Akzente. Die Stadt Goslar verweist auf eine Verbindung seit 1976, während Berouner Quellen erste Kontakte bereits in den 1960er-Jahren verorten.
Unstrittig ist dagegen die formelle Ebene: Seit 1991 sind Goslar und Beroun offiziell Partnerstädte.
Die Verbindung zwischen Harz und Tschechien reicht über die Rathäuser hinaus
Städtepartnerschaften leben nicht allein von Verträgen, Empfängen und Delegationsreisen. Entscheidend ist, ob sie in Vereinen, Schulen und kulturellen Projekten weitergeführt werden. Genau darin liegt eine Stärke der Verbindung zwischen Goslar und Beroun.
In den vergangenen Jahrzehnten entstanden Kontakte in mehreren Bereichen. Dazu gehören Jugendbegegnungen, kulturelle Projekte und Austauschformate zwischen Menschen beider Städte. Auch jüngere Beispiele zeigen, dass die Städtepartnerschaft nicht nur an runden Jahrestagen sichtbar wird.
Ende 2025 berichtete die Stadt Goslar über den Empfang einer deutschen und tschechischen Schülergruppe. Solche Begegnungen gehören zu den regelmäßigen Formen des Austauschs und zeigen, dass die Partnerschaft weiterhin auf persönlicher Ebene fortgesetzt wird.
Musik und Kunst prägen den Festakt
Beim Jubiläum selbst spielte Kultur eine zentrale Rolle. Ein fünfköpfiges deutsch-tschechisches Jazz-Ensemble begleitete den Abend musikalisch. Die Formation entstand in Zusammenarbeit zwischen der Kulturinitiative Goslar und dem Berouner Institut Talichovo Berounsko im Rahmen des Projekts „Sounds of the Cities“.
Auch eine Kunstausstellung gehörte zum Programm. Auf der Rathausdiele wurden Arbeiten gezeigt, die im Rahmen eines Workshops mit der Berouner Künstlerin Andrea Borovská und Schülerinnen und Schülern der Adolf-Grimme-Gesamtschule entstanden waren.
Damit erhielt die Städtepartnerschaft in Goslar eine konkrete, sichtbare Form. Nicht nur politische Vertreter standen im Mittelpunkt, sondern auch Schülerinnen, Schüler, Musiker und Kulturschaffende.
Das Jubiläum war zudem nicht auf den Festakt im Rathaus beschränkt. Bereits im Juli waren Töpferarbeiten aus Beroun beim Goslarer Kunsthandwerkermarkt im Zusammenhang mit dem 35-jährigen Bestehen angekündigt worden.
Städtepartnerschaft als gewachsenes Netzwerk
Die Verbindung zwischen Goslar und Beroun steht beispielhaft für eine Form kommunaler Zusammenarbeit, die sich über Jahrzehnte entwickeln kann. Am Anfang steht ein Vertrag, dauerhaft bestehen kann eine solche Partnerschaft aber nur, wenn daraus regelmäßige Kontakte entstehen.
In Goslar und Beroun ist genau das über die Jahre geschehen. Schule, Kultur, Musik und persönliche Begegnungen sind neben den offiziellen Kontakten zu tragenden Säulen geworden. Die Städtepartnerschaft ist dadurch nicht auf politische Termine reduziert, sondern in unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche vorgedrungen.
Die Teilnahme der Delegation aus Brzeg unterstrich diesen Charakter noch einmal. Wo Städtepartnerschaften miteinander verknüpft sind, entstehen zusätzliche Möglichkeiten für gemeinsame Projekte und Begegnungen.
Der Festakt zum 35-jährigen Bestehen bündelte diese Entwicklung an einem Abend. Die erneute Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags setzte den formellen Rahmen, die übrigen Programmpunkte zeigten, was aus dieser Verbindung im Alltag geworden ist.
Für Goslar im Harz zählt der Austausch zwischen den Jubiläen
Mit der Feier im Goslarer Rathaus ist das 35-jährige Jubiläum markiert. Für die Städtepartnerschaft selbst ist der Jahrestag jedoch nur eine Zwischenstation.
Ob die Verbindung zwischen Goslar und Beroun auch in den kommenden Jahren trägt, entscheidet sich weniger an Festakten als an den Begegnungen dazwischen. Schüleraustausch, Kulturprojekte, Musik und kommunale Kontakte haben die Partnerschaft über Jahrzehnte stabilisiert.
Die erneute Vertragsunterzeichnung bestätigt diesen Kurs auf offizieller Ebene. Die 35 Baumpatenschaften, das gemeinsame Jazz-Ensemble und die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler zeigen zugleich, dass die Städtepartnerschaft zwischen Goslar im Harz und Beroun längst mehr ist als ein Dokument mit zwei Unterschriften.