Raub im Oberharz
Tankstellenraub im Oberharz: 19-Jähriger soll Ende Oktober vor Gericht stehen

Raub im Oberharz

Der Raubüberfall auf eine Tankstelle in Clausthal-Zellerfeld kommt vor Gericht. Einem 19-Jährigen wird vorgeworfen, im Dezember 2025 gemeinsam mit einem Mittäter einen Angestellten bedroht und rund 1.000 Euro erbeutet zu haben. Ende Oktober soll am Landgericht Braunschweig der Prozess beginnen – und dabei geht es noch um einen zweiten Tankstellenraub.
Clausthal-Zellerfeld, 6. Oktober 2026. Knapp elf Monate nach dem Tankstellenraub in Clausthal-Zellerfeld steht die gerichtliche Aufarbeitung bevor. Am 29. Oktober um 9 Uhr soll vor dem Landgericht Braunschweig das Verfahren gegen einen 19-Jährigen beginnen. Der Vorwurf: schwerer Raub.
Der Fall gehört zu einer Reihe größerer Strafverfahren, mit denen sich die Landgerichte Braunschweig und Hildesheim im Oktober beschäftigen. Darunter finden sich auch Anklagen wegen schwerer Gewalt- und Drogendelikte. Für den Landkreis Goslar ist jedoch vor allem ein Verfahren von unmittelbarer Bedeutung: der Überfall auf eine Tankstelle an der Andreasberger Straße in Clausthal-Zellerfeld.
Es war am Abend des 4. Dezember 2025, als zwei vermummte Männer die Tankstelle betraten. Nach Angaben der Polizeiinspektion Goslar ereignete sich der Überfall gegen 20.50 Uhr. Die Täter bedrohten einen Mitarbeiter, verlangten Geld und flüchteten anschließend in Richtung Am Schlagbaum.
Wer hinter dem Raub steckte, war damals noch ungeklärt. Die Polizei suchte öffentlich nach Zeugen. Auch die Höhe der Beute stand zunächst nicht fest; in der ersten Polizeimeldung war lediglich von einer unbekannten Geldsumme die Rede.
Der Ermittlungsstand, der nun Grundlage des Strafverfahrens ist, geht darüber hinaus. Einem heute 19 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, gemeinsam mit einem Mittäter für den Tankstellenraub in Clausthal-Zellerfeld verantwortlich zu sein. Die Männer sollen vermummt gewesen sein und den Kassierer unter Vorhalt einer Waffe dazu gebracht haben, den Inhalt der Kasse herauszugeben.
Bei der verwendeten Waffe könnte es sich nach den Angaben zum Verfahren um eine Schreckschusswaffe gehandelt haben. Die mutmaßliche Beute wird inzwischen mit rund 1.000 Euro angegeben. Der 19-Jährige befindet sich laut Prozessvorschau in Untersuchungshaft.
Damit sind die Vorwürfe konkret. Bewiesen sind sie dadurch nicht. Ob der Angeklagte tatsächlich an dem Überfall beteiligt war und sich das Geschehen so abgespielt hat, wie es ihm zur Last gelegt wird, muss das Landgericht klären. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Der Tankstellenraub in Clausthal-Zellerfeld soll Ende Oktober vor dem Landgericht Braunschweig verhandelt werden. Einem 19-Jährigen wird schwerer Raub vorgeworfen.
Der Prozess in Braunschweig reicht über den Fall aus dem Landkreis Goslar hinaus. Dem 19-Jährigen wird ein zweiter Tankstellenraub vorgeworfen – nur neun Tage nach der Tat in Clausthal-Zellerfeld.
Am 13. Dezember 2025 soll er gemeinsam mit einem heute 22 Jahre alten Mitangeklagten eine Tankstelle in Wolfsburg überfallen haben. Auch bei dieser Tat soll eine Schreckschusswaffe eine Rolle gespielt haben. Nach den Angaben zum Verfahren sollen 925,84 Euro Bargeld sowie Tabakwaren, Filter und weitere Waren erbeutet worden sein.
Das Landgericht muss damit zwei Tatkomplexe aufarbeiten. Für Goslar steht der erste im Mittelpunkt: Aus einem Tankstellenraub mit zunächst unbekannten Tätern ist nach den Ermittlungen ein konkreter Tatvorwurf gegen einen jungen Mann geworden.
Für die Verhandlung ist bislang mehr als ein Sitzungstag vorgesehen. Nach dem geplanten Auftakt am 29. Oktober sind Fortsetzungstermine für den 11., 12. und 16. November angesetzt. Wie bei Gerichtsverfahren üblich, können sich Termine kurzfristig ändern.
Das Landgericht Braunschweig hatte Ende September seine Vorschau auf die erstinstanzlichen Strafverfahren im Oktober veröffentlicht und sie Anfang Oktober ergänzt. Der Tankstellenraub in Clausthal-Zellerfeld ist dabei nur einer von mehreren Fällen mit erheblichen strafrechtlichen Vorwürfen.
Die Prozessvorschauen der Gerichte zeichnen für Oktober ein breites Bild. Verhandelt werden neben Raubdelikten auch Fälle aus dem Bereich schwerer Gewalt- und Betäubungsmittelkriminalität. Einen unmittelbaren Bezug zu Goslar haben diese Verfahren allerdings nicht.
Vor dem Landgericht Braunschweig steht unter anderem ein Verfahren im Zusammenhang mit einem versuchten Totschlag in Wolfenbüttel an. Dabei geht es nach den vorliegenden Angaben erneut um die Strafzumessung. Der Schuldspruch war bestätigt worden, während die Entscheidung über das Strafmaß aufgehoben wurde.
In einem anderen Verfahren muss sich ein 22-Jähriger wegen Drogendelikten verantworten. Gegenstand der Vorwürfe sind unter anderem Cannabis, Haschisch und Kokain. Dieser Tatkomplex ist Braunschweig zuzuordnen.
Auch vor dem Landgericht Hildesheim stehen im Oktober Verfahren wegen schwerer Gewalttaten auf dem Kalender. Laut offizieller Prozessvorschau gehören dazu Vorwürfe des versuchten Totschlags und des versuchten Mordes. Die zugrunde liegenden Fälle führen unter anderem nach Lengede-Barbecke und Burgdorf.
Die regionale Prozessübersicht reicht damit weit über den Landkreis Goslar hinaus. Für die lokale Berichterstattung ist diese Trennung entscheidend: Der Tankstellenraub in Clausthal-Zellerfeld ist der Fall mit direktem Goslar-Bezug. Die übrigen Verfahren bilden den justiziellen Rahmen, spielen aber an anderen Orten.
Gerade der zeitliche Abstand macht deutlich, wie sehr sich die Perspektive auf den Fall aus Clausthal-Zellerfeld verändert hat. Unmittelbar nach dem Überfall standen nur wenige gesicherte Informationen fest: Zwei vermummte Männer hatten eine Tankstelle betreten, einen Mitarbeiter bedroht, Geld erbeutet und waren geflüchtet. Die Polizei suchte Zeugen, die Hinweise zu den Tätern oder ihrer Flucht geben konnten.
Zu diesem Zeitpunkt waren weder Tatverdächtige öffentlich benannt noch war die genaue Höhe der Beute bekannt. Die Ermittlungen liefen.
Nun beginnt eine andere Phase. Die Staatsanwaltschaft legt einem 19-Jährigen die Beteiligung an dem Tankstellenraub zur Last. Was zunächst Gegenstand polizeilicher Ermittlungen war, wird damit vor Gericht geprüft. Dort zählt nicht mehr der Verdacht allein, sondern die Frage, welche Vorwürfe sich anhand der Beweise nachweisen lassen.
Das betrifft auch die Details des Überfalls. Die später genannte Beutesumme von rund 1.000 Euro war in der ursprünglichen Polizeimeldung noch nicht bekannt. Ebenso gehört die Frage nach der eingesetzten Waffe zum konkreteren Stand des späteren Verfahrens.
Mit dem vorgesehenen Prozessbeginn am 29. Oktober rückt deshalb weniger die damalige Fahndung als die Beweisaufnahme in den Mittelpunkt. Das Landgericht wird sich damit beschäftigen müssen, ob der 19-Jährige an dem Tankstellenraub in Clausthal-Zellerfeld beteiligt war und welche Rolle ihm bei der Tat zukam. Hinzu kommt der zweite Raubvorwurf aus Wolfsburg.
Für den Landkreis Goslar schließt sich damit noch kein Kapitel. Vielmehr beginnt die gerichtliche Prüfung eines Falls, der im Dezember 2025 mit einem Überfall und der Suche nach zwei unbekannten Männern öffentlich wurde. Mehrere Verhandlungstage sind bereits vorgesehen. Ob sich die Anklagevorwürfe bestätigen und zu welchem Ergebnis das Verfahren führt, ist offen.
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