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Innovation aus dem Harz

Fravia aus Wernigerode: Studentinnen entwickeln Zyklus-App und gewinnen Gründerpreis

Smartphone mit digitalem Kalender und Zyklusübersicht auf einem Schreibtisch neben Notizbuch und Stift.
Symbolbild: KI-generiert. Die Kalender-App Fravia der Hochschule Harz in Wernigerode verbindet Terminplanung und Menstruationszyklus.

Drei Studentinnen der Hochschule Harz haben eine Kalender-App entwickelt, die den weiblichen Menstruationszyklus in die persönliche Tagesplanung einbezieht. Mit ihrer Geschäftsidee Fravia gewannen sie im Juni 2026 den Publikumspreis eines Gründungswettbewerbs in Wernigerode. Inzwischen gibt es eine erste Webanwendung, doch auf dem Weg zum eigenen Start-up sind noch wichtige Fragen offen.

Wernigerode, 12. Oktober 2026. Ein Kalender, der nicht nur Termine verwaltet, sondern auch das körperliche Befinden berücksichtigt: An dieser Idee arbeiten drei Studentinnen der Hochschule Harz. Hannah Höpfner, Lene Böttcher und Jana Meyer haben mit Fravia eine digitale Anwendung entwickelt, die Informationen über den Menstruationszyklus mit der Organisation des Alltags verbindet.

Was als studentisches Gründungsprojekt begann, hat inzwischen über die Hochschule hinaus Aufmerksamkeit erhalten. Im Juni gewann das Team einen Publikumspreis beim Startup Fight Club in Wernigerode. Am 11. Oktober stellte das MDR-Fernsehen die Entwicklung in seiner Sendung „MDR Sachsen-Anhalt Heute“ vor. Der Sender sprach dabei von einer Weltneuheit.

Eine solche Einordnung lässt sich bislang nicht unabhängig bestätigen. Fest steht jedoch, dass die drei Studentinnen eine eigene Geschäftsidee bis zu einer öffentlich zugänglichen Webanwendung vorangebracht haben. Nun soll daraus ein Unternehmen entstehen.

Fravia: Wie die Kalender-App den weiblichen Zyklus berücksichtigt

Die Grundidee von Fravia ist einfach: Der Menstruationszyklus soll bei der persönlichen Planung nicht außen vor bleiben. Statt Termine und körperliches Befinden getrennt zu dokumentieren, führt die Anwendung beide Bereiche zusammen.

Nach Angaben der Hochschule Harz können Nutzerinnen regelmäßig festhalten, wie sie sich fühlen. Erfasst werden beispielsweise das persönliche Energielevel und mögliche körperliche Beschwerden. Diese Angaben sollen mit Informationen über die jeweilige Zyklusphase verknüpft werden.

Aus den Einträgen möchte Fravia individuelle Hinweise für die Alltagsgestaltung ableiten. Dazu zählen Empfehlungen zu Bewegung, Ernährung, Erholung und der Organisation persönlicher Aufgaben. Die Anwendung soll damit über die Funktionen eines klassischen digitalen Kalenders hinausgehen.

Im Mittelpunkt steht nicht allein die Frage, wann ein Termin stattfindet. Fravia soll zusätzlich berücksichtigen, welche körperlichen Veränderungen eine Nutzerin im Verlauf ihres Zyklus dokumentiert hat. Die Entwicklerinnen wollen diese Informationen für die persönliche Planung nutzbar machen.

Persönliche Check-ins als Grundlage der Empfehlungen

Eine wichtige Funktion sind die regelmäßigen Check-ins. Nutzerinnen können dabei Angaben zu ihrem aktuellen Befinden hinterlegen. Über einen längeren Zeitraum entsteht so eine individuelle Dokumentation, die mit den jeweiligen Zyklusphasen verbunden werden soll.

Der Ansatz setzt auf persönliche Beobachtungen statt ausschließlich auf allgemeine Kalenderdaten. Ob und in welchem Umfang die daraus abgeleiteten Empfehlungen bereits zuverlässig funktionieren, geht aus den veröffentlichten Projektinformationen allerdings nicht eindeutig hervor.

Auch die wissenschaftliche Grundlage ist eine entscheidende Frage. Der Menstruationszyklus kann mit körperlichen Veränderungen einhergehen. Wie stark sich diese auf das individuelle Befinden oder die Leistungsfähigkeit auswirken, unterscheidet sich jedoch von Person zu Person.

Eine unabhängige wissenschaftliche Überprüfung der Fravia-Empfehlungen ist bislang nicht dokumentiert. Die Anwendung sollte deshalb nicht mit einem medizinisch validierten Beratungsangebot gleichgesetzt werden.

Hochschule Harz: Drei Studentinnen machen aus einer Idee ein digitales Produkt

Entstanden ist Fravia im Entrepreneurship-Semester der Hochschule Harz. Das Studienangebot beschäftigt sich mit der Entwicklung unternehmerischer Ideen und deren praktischer Umsetzung. Studierende erhalten dort die Möglichkeit, eigene Konzepte auszuarbeiten und sich mit den Anforderungen einer Unternehmensgründung auseinanderzusetzen.

Das Wichtigste in Kürze

Prüfstatus: partly confirmed

Was ist passiert?
Hannah Höpfner, Lene Böttcher und Jana Meyer haben mit Fravia eine digitale Anwendung entwickelt, die Informationen über den Menstruationszyklus mit der Organisation des Alltags verbindet.
Wo?
Entstanden ist Fravia im Entrepreneurship-Semester der Hochschule Harz.
Wann?
Am 11. Oktober stellte das MDR-Fernsehen die Entwicklung in seiner Sendung „MDR Sachsen-Anhalt Heute“ vor.
Was ist bestätigt?
Beim Startup Fight Club in Wernigerode präsentierten die Studentinnen ihre Geschäftsidee und gewannen den Publikumspreis.
Was bedeutet das?
Wie die Hochschule Harz am 16. September mitteilte, wollen die drei Studentinnen ihre Geschäftsidee weiterentwickeln und ein Start-up gründen.

Stand:

Hannah Höpfner, Lene Böttcher und Jana Meyer nutzten diesen Rahmen für ihre Kalender-App. Aus dem Konzept entwickelte sich eine digitale Plattform, die inzwischen über eine eigene Webanwendung erreichbar ist.

Wie die Hochschule Harz am 16. September mitteilte, wollen die drei Studentinnen ihre Geschäftsidee weiterentwickeln und ein Start-up gründen. Die Entwicklung ist damit nicht als abgeschlossenes Hochschulprojekt angelegt. Fravia soll über das Studium hinaus fortgeführt werden.

Wie weit die Unternehmensgründung inzwischen vorangeschritten ist, lässt sich aus den verfügbaren Angaben nicht eindeutig erkennen. Auch über eine mögliche Finanzierung liegen bislang nur begrenzte Informationen vor.

Publikumspreis beim Startup Fight Club in Wernigerode

Einen ersten öffentlichen Erfolg erzielte das Team bereits am 4. Juni 2026. Beim Startup Fight Club in Wernigerode präsentierten die Studentinnen ihre Geschäftsidee und gewannen den Publikumspreis.

Die Auszeichnung ist durch Veröffentlichungen der Hochschule Harz und Berichte über den Wettbewerb bestätigt. Sie dokumentiert, dass Fravia beim Publikum der Veranstaltung Anklang fand. Den Jury-Gesamtsieg gewann das Team allerdings nicht.

Für die drei Entwicklerinnen war der Wettbewerb eine Gelegenheit, ihr Projekt außerhalb des Hochschulumfelds vorzustellen. Die Präsentation machte die Geschäftsidee einem breiteren Publikum zugänglich und verschaffte ihr eine erste öffentliche Auszeichnung.

Mit der Fernsehreportage im Oktober erhielt Fravia weitere Aufmerksamkeit. MDR-Reporter Marc Burgemeister stellte das Projekt im Rahmen seiner Tüftlertour vor. Die Berichterstattung rückte damit eine Entwicklung aus Wernigerode in den landesweiten Fokus.

Von der ersten Testphase zum geplanten Start-up

Fravia ist inzwischen mehr als eine Präsentation oder ein theoretisches Geschäftsmodell. Eine Webanwendung mit Registrierungs- und Anmeldemöglichkeit ist öffentlich erreichbar. Welche Funktionen bereits vollständig umgesetzt sind und welche sich noch in der Entwicklung befinden, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen nicht abschließend beurteilen.

Aus dem Umfeld des Gründerinnenteams wurde für eine frühe Prototypenphase von 50 Nutzerinnen innerhalb von zwei Tagen berichtet. Diese Zahl beruht auf einer projektbezogenen Angabe und ist nicht unabhängig überprüft. Aktuelle Nutzungszahlen liegen nicht vor.

Auch die Finanzierung gehört zu den offenen Punkten. Im Zusammenhang mit dem Projekt wurde eine Bewerbung um ein EXIST-Gründungsstipendium erwähnt. Das Förderprogramm richtet sich an innovative Gründungsvorhaben aus dem Hochschulbereich. Ob die Studentinnen eine entsprechende Förderung erhalten haben, ist bislang nicht belegt.

Weitere Funktionen für gesundheitliche Besonderheiten geplant

Die Entwicklerinnen beschäftigen sich nach den bisher veröffentlichten Informationen auch mit möglichen Erweiterungen ihrer Anwendung. Dabei wurde unter anderem Endometriose genannt, eine Erkrankung, die für Betroffene mit erheblichen Beschwerden verbunden sein kann.

Ob Fravia künftig spezielle Funktionen für solche gesundheitlichen Situationen anbieten wird, bleibt abzuwarten. Aus den bisherigen Projektbeschreibungen ergibt sich nicht, dass entsprechende Angebote bereits verfügbar oder medizinisch geprüft sind.

Für die weitere Entwicklung kommt es deshalb nicht nur darauf an, zusätzliche Funktionen bereitzustellen. Entscheidend ist ebenso, welchen Nutzen die Anwendung tatsächlich bietet und wie nachvollziehbar ihre Empfehlungen sind.

Datenschutz und wissenschaftliche Grundlagen bleiben wichtige Fragen

Wer eine Anwendung wie Fravia nutzt, gibt potenziell sensible Informationen preis. Angaben über den Menstruationszyklus, Beschwerden und das persönliche Befinden gehören zu einem besonders schutzwürdigen Bereich. Ihr Umgang verlangt entsprechend hohe Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit.

Wie die Plattform diese Informationen im Einzelnen verarbeitet, speichert und schützt, lässt sich aus den bislang ausgewerteten Projektveröffentlichungen nicht ausreichend beurteilen. Eine belastbare Bewertung wäre nur auf Grundlage detaillierter technischer und datenschutzrechtlicher Informationen möglich.

Hinzu kommt die Frage, wie die individuellen Empfehlungen zustande kommen. Zwischen der Dokumentation eigener Beschwerden und einer wissenschaftlich begründeten Handlungsempfehlung besteht ein wesentlicher Unterschied.

Fravia will beide Bereiche miteinander verbinden. Ob die Anwendung dabei verlässliche Orientierung für die persönliche Tagesplanung geben kann, müsste durch entsprechende Untersuchungen belegt werden. Eine solche unabhängige Validierung ist bislang nicht dokumentiert.

Ist Fravia tatsächlich eine Weltneuheit?

Der MDR stellte das Projekt am 11. Oktober unter dem Gesichtspunkt einer Weltneuheit vor. Die Formulierung lenkt Aufmerksamkeit auf die Entwicklung, wirft aber zugleich eine Frage auf: Was genau soll an der Anwendung weltweit einzigartig sein?

Eine nachvollziehbare Abgrenzung zu bereits bestehenden Zyklus-Apps, digitalen Gesundheitsanwendungen und Kalenderdiensten liegt in den bisher ausgewerteten Quellen nicht vor. Auch ein unabhängiger Vergleich, der eine weltweite Einzigartigkeit bestätigen würde, ist nicht dokumentiert.

Die Bezeichnung bleibt deshalb eine zugeschriebene Einordnung und kein gesicherter Befund. Für die journalistische Bewertung ist das bedeutsam, weil die tatsächliche Leistung des Teams auch ohne einen solchen Anspruch beschrieben werden kann.

Die Studentinnen haben eine digitale Anwendung konzipiert, einen ersten Prototyp in die Nutzung gebracht und bei einem Gründungswettbewerb eine Auszeichnung erhalten. Diese Entwicklung ist belegt. Ob Fravia darüber hinaus eine technologische Neuerung darstellt, die es in dieser Form weltweit noch nicht gibt, bleibt offen.

Fravia zeigt das Gründungspotenzial am Hochschulstandort Wernigerode

Die Geschichte von Fravia ist auch eine Geschichte über studentisches Unternehmertum an der Hochschule Harz. Drei Studentinnen entwickeln im Rahmen ihres Studiums eine Geschäftsidee, setzen sie als digitales Produkt um und stellen sich mit ihrem Konzept einem öffentlichen Wettbewerb.

Der Publikumspreis beim Startup Fight Club belegt einen ersten Erfolg. Die anschließende Berichterstattung des MDR zeigt, dass das Projekt inzwischen auch außerhalb der regionalen Gründungsszene wahrgenommen wird.

Für Wernigerode ist Fravia damit ein konkretes Beispiel für eine Hochschulgründung, die sich noch in der Entwicklung befindet. Ob daraus ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell entsteht, lässt sich gegenwärtig nicht sagen. Die öffentlich bekannten Informationen erlauben weder eine verlässliche Einschätzung des wirtschaftlichen Potenzials noch Aussagen über eine künftige Marktposition.

Der nächste Schritt entscheidet über die Zukunft von Fravia

Hannah Höpfner, Lene Böttcher und Jana Meyer haben mit Fravia bereits mehrere Etappen erreicht: die Entwicklung einer eigenen Produktidee, eine erste digitale Umsetzung, den Publikumspreis in Wernigerode und die Vorstellung im Landesfernsehen.

Der weitere Weg ist weniger eindeutig. Noch ist offen, wie sich die Anwendung technisch entwickelt, ob die geplante Unternehmensgründung gelingt und wie sich der praktische Nutzen für Nutzerinnen nachweisen lässt. Auch wissenschaftliche Grundlagen und der Umgang mit sensiblen Daten werden für die Bewertung des Produkts eine Rolle spielen.

Der Anspruch, eine Weltneuheit geschaffen zu haben, ist bislang nicht unabhängig belegt. Der dokumentierte Erfolg der drei Studentinnen braucht diese Zuspitzung allerdings nicht: An der Hochschule Harz ist aus einer studentischen Idee eine nutzbare digitale Plattform entstanden. Ob Fravia langfristig Bestand haben wird, muss sich erst zeigen.

Quellen

  1. Von der Idee zum Start-up im Entrepreneurship-SemesterHochschule Harz
  2. Hochschule Harz: Junge Frauen ertüfteln WeltneuheitMDR
  3. Startup Fight Club 2026Startup Fight Club
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