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Alexisbad, 8. November 2025 – Das denkmalgeschützte Badehaus im Harzer Ortsteil Alexisbad erhält eine umfassende Sanierung. Im Rahmen eines Städtebauförderprogramms werden rund sieben Millionen Euro bereitgestellt, um das historische Gebäude zu sichern und in ein modernes Brauhaus mit Veranstaltungsbereich umzuwandeln. Der Umbau gilt als wichtiger Schritt zur touristischen Aufwertung des Selketals und zur Wiederbelebung eines lange verfallenen Wahrzeichens.
Ein historisches Gebäude mit neuer Zukunft
Das Badehaus in Alexisbad, einem Ortsteil der Stadt Harzgerode im Landkreis Harz, wurde 1817 von Baumeister Philipp August Bunge errichtet. Es war Teil der ehemaligen Kuranlage des Ortes, der für seine eisen- und jodhaltigen Quellen bekannt war. Später diente das Gebäude als Logierhaus und wurde in der DDR-Zeit als Erholungsheim der Deutschen Reichsbahn genutzt. Nach der Wiedervereinigung verlor es seine Funktion, stand jahrzehntelang leer und wurde zuletzt nur noch als Personalwohnhaus genutzt.
Im Rahmen der Städtebauförderung investiert das Land Sachsen-Anhalt rund sieben Millionen Euro in die Sanierung des Gebäudes. Der größte Teil dieser Summe ist für die Sicherung und Umnutzung des alten Bade- und Logierhauses vorgesehen. Das Projekt ist Teil einer übergreifenden Maßnahme zur Erhaltung historischer Bauwerke in Harzgerode. In Alexisbad steht dabei die Wiederbelebung des traditionsreichen Badehauses im Mittelpunkt.
Von der Kurtradition zum Brauhaus
Die Pläne sehen vor, das Badehaus in ein Brauhaus mit Gastronomie- und Veranstaltungsräumen umzubauen. Der Entwurf folgt dem Konzept eines studentischen Ideenwettbewerbs unter dem Titel „Denk Mal Kurort! Alexisbad for Future“. In diesem Wettbewerb wurden nachhaltige und denkmalgerechte Konzepte entwickelt, die auch klimaneutrale Energieversorgung und Kreislaufbau (Circular Construction) berücksichtigen. Das neue Nutzungskonzept soll das historische Gebäude erhalten und gleichzeitig eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive schaffen.
Das Brauhaus soll Teil eines touristischen Gesamtkonzepts für Alexisbad werden. Das benachbarte Eisenbahnerheim, ebenfalls denkmalgeschützt, ist in die Planungen einbezogen. Beide Gebäude sollen künftig als Veranstaltungsorte und touristische Anziehungspunkte dienen. Eigentümer und Investor ist die Firma Skan-Tours Touristik International GmbH, die auch andere historische Gebäude in der Region saniert. Die Firma betont den Anspruch, „alten Charme in neuem Glanz“ zu erhalten und die Sanierung denkmalgerecht umzusetzen.
Touristische Bedeutung für das Selketal
Alexisbad liegt im Selketal, einem beliebten Wander- und Erholungsgebiet im östlichen Harz. Die Region ist vor allem durch die Selketalbahn bekannt, die von Touristen stark genutzt wird. Studien zur regionalen Mobilität zeigen, dass die Bahn weniger im Alltagsverkehr, sondern überwiegend als touristische Attraktion dient. Mit der Sanierung des Badehauses soll Alexisbad als Reiseziel gestärkt werden, um den Tourismus im Harz langfristig zu fördern und bestehende Infrastrukturdefizite auszugleichen.
Das Badehaus ist aufgrund seiner Architektur mit den markanten vier Türmen ein beliebtes Motiv für Fotografen und Urbex-Enthusiasten. Auf sozialen Medien wird es häufig als einer der bekanntesten „Lost Places“ im Harz bezeichnet. Bilder aus den vergangenen Jahren zeigen verfallene Innenräume, überwucherte Fassaden und eine eindrucksvolle, aber baufällige Silhouette. Mit dem jetzt begonnenen Sanierungsvorhaben endet dieser Zustand nach Jahrzehnten des Stillstands.
Antworten auf häufig gestellte Fragen
Was passiert mit dem ehemaligen Badehaus in Alexisbad im Harz?
Das Gebäude wird im Rahmen der Städtebauförderung vollständig saniert und zu einem Brauhaus mit Veranstaltungsräumen umgebaut. Ziel ist die denkmalgerechte Wiederherstellung des historischen Bauwerks und seine dauerhafte Nutzung im touristischen Kontext.
Wann starten die Bauarbeiten am Badehaus Alexisbad?
Die Fördermittel wurden bereits bewilligt, konkrete Bau- und Umsetzungsdaten liegen jedoch noch nicht vor. Nach Angaben der Stadt Harzgerode und des Förderprogramms laufen derzeit Planungs- und Abstimmungsprozesse zwischen den beteiligten Institutionen und Eigentümern.
Warum wurde das Badehaus in Alexisbad bisher nicht genutzt?
Seit den 1990er Jahren fehlten Investoren und Nutzungskonzepte für das Gebäude. Aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs und der Kosten blieb das Haus über Jahrzehnte ungenutzt. In dieser Zeit wurde es in der Lost-Place-Szene bekannt und war wegen seines architektonischen Zustands häufig Gegenstand von Fotodokumentationen.
Ist das Gelände des Badehauses in Alexisbad öffentlich zugänglich?
Das Gelände befindet sich im Besitz privater Eigentümer und ist nicht frei zugänglich. Das Betreten der Gebäude ist untersagt, da Einsturzgefahr und Haftungsrisiken bestehen. Besucher können das Bauwerk lediglich von außen betrachten.
Wird im Badehaus Alexisbad eine eigene Brauerei eingebaut?
Ja, das aktuelle Konzept sieht die Einrichtung einer Gastronomie mit eigener Brauerei im Gebäude vor. Damit soll der Standort sowohl touristisch als auch wirtschaftlich attraktiv genutzt werden.
Denkmalpflege und nachhaltige Entwicklung
Die Sanierung des Badehauses steht unter denkmalpflegerischer Aufsicht. Ziel ist die Wiederherstellung der historischen Bausubstanz und die Integration moderner Nutzungsmöglichkeiten ohne den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu verändern. Der Ansatz der Kreislaufbauweise sieht die Wiederverwendung vorhandener Materialien und eine CO₂-reduzierte Bauweise vor.
Der Wettbewerb „Denk Mal Kurort! Alexisbad for Future“ brachte mehrere prämierte Entwürfe hervor, die sich durch innovative Ideen zur Verbindung von Tradition und Nachhaltigkeit auszeichnen. Sie reichen von energieautarken Gebäudelösungen bis zu modularen Nutzungskonzepten, die Veranstaltungen, Gastronomie und Kultur kombinieren.
Fördermittel und Projektstruktur
Das Land Sachsen-Anhalt stellte die Fördermittel im Rahmen der Städtebauförderung bereit. Diese Mittel sollen sowohl für die Sicherung des Badehauses als auch für flankierende Infrastrukturmaßnahmen im Ort verwendet werden. Im offiziellen Förderkatalog ist das Projekt „Harzgerode: Sicherung und Sanierung Badehaus, Alexisbad“ ausdrücklich aufgeführt. Die Fördersumme beläuft sich auf rund sieben Millionen Euro.
Projekt
Ort
Fördersumme
Ziel
Badehaus Alexisbad
Harzgerode, Selketal
ca. 7 Mio. €
Sanierung & Umnutzung zum Brauhaus
Eisenbahnerheim
Alexisbad
nicht spezifiziert
Veranstaltungs- und Kulturzentrum
Die Projektverantwortung liegt bei der Stadt Harzgerode in Kooperation mit privaten Investoren. Die denkmalgerechte Umsetzung erfolgt nach den Vorgaben des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.
Lokale Resonanz und historische Sensibilität
In der Vergangenheit kam es in Alexisbad zu Diskussionen über den Umgang mit historischer Substanz. Frühere Abrisse von Teilen der Kurhaus-Anlage wurden in lokalen Kreisen kritisch gesehen. Der jetzt geplante Erhalt des Badehauses stößt daher auf besondere Aufmerksamkeit. Denkmalfreunde und Anwohner verfolgen das Projekt mit großem Interesse, da es den Fortbestand eines bedeutenden Bauwerks sichern soll.
In sozialen Medien wird der geplante Umbau vielfach positiv kommentiert, insbesondere im Zusammenhang mit der touristischen Wiederbelebung des Ortes. Nutzer betonen, dass ein erfolgreiches Sanierungsprojekt den Status Alexisbads als Kur- und Erholungsort stärken kann. Gleichzeitig bestehen Erwartungen, dass das historische Erscheinungsbild vollständig gewahrt bleibt.
Ein neuer Abschnitt für Alexisbad
Mit der geplanten Sanierung des Badehauses steht Alexisbad vor einem Wendepunkt. Das jahrzehntelang leerstehende Gebäude soll nicht länger ein Symbol des Verfalls sein, sondern als Brauhaus, Veranstaltungsort und kulturelles Zentrum eine neue Funktion übernehmen. Die Verbindung von Denkmalschutz, moderner Nutzung und nachhaltiger Bauweise macht das Projekt zu einem exemplarischen Beispiel für den Umgang mit historischer Bausubstanz im Harz.
Wenn die Sanierungsarbeiten beginnen, wird Alexisbad nach langer Zeit wieder ein zentrales Wahrzeichen erhalten, das sowohl an die Geschichte des Kurorts erinnert als auch Impulse für die touristische Zukunft der Region gibt.
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