In Wernigerode beginnt in wenigen Tagen die erste sichtbare Phase eines der größten Tourismusprojekte der Region. Noch bevor das geplante Karls Erlebnis-Dorf im Harz gebaut wird, startet das Unternehmen zunächst mit einer deutlich kleineren Pop-up-Version an der Halberstädter Straße. Die temporäre Anlage soll bereits zeigen, wie sich Karls die Verbindung aus Freizeitangebot, Familienerlebnis und regionalem Ausflugsziel im Harz vorstellt – und könnte für die Stadt ein wichtiger Testlauf werden.
Wernigerode, 13. Mai 2026 – Auf der Fläche an der Halberstädter Straße herrscht seit Tagen sichtbar Bewegung. Fahrzeuge rollen über das Gelände, Attraktionen werden aufgebaut, Verkaufsstände vorbereitet. Was bislang vor allem auf Plänen und in politischen Sitzungen diskutiert wurde, nimmt nun erstmals konkrete Formen an: Karls eröffnet in Wernigerode ein temporäres Pop-up-Festival – mehrere Jahre vor dem geplanten Start des eigentlichen Karls Erlebnis-Dorfs.
Am 19. Mai soll die Anlage offiziell für Besucher öffnen. Einen Tag zuvor erhalten Einwohnerinnen und Einwohner aus Wernigerode bereits exklusiven Zugang. Damit beginnt für die Stadt nicht nur ein neues Freizeitangebot. Der Start gilt zugleich als erster Praxistest für ein Projekt, das den Tourismus im Harz langfristig verändern könnte.
Das spätere Karls Erlebnis-Dorf zählt zu den größten touristischen Vorhaben, die derzeit in Sachsen-Anhalt geplant werden. Bis zur geplanten Eröffnung im Jahr 2028 bleibt allerdings noch Zeit. Genau diese Lücke will das Unternehmen nun mit einer kleineren Übergangslösung schließen.
Karls bringt sein Konzept erstmals in den Harz
Die Marke Karls ist in vielen Regionen Deutschlands längst mehr als ein klassischer Erdbeerhof. Aus dem ursprünglichen Familienbetrieb entwickelte sich über Jahre ein Freizeitkonzept mit Fahrgeschäften, Erlebniswelten, Gastronomie, Verkaufsflächen und Themenbereichen rund um Landwirtschaft und Familienausflüge.
Standorte wie Rövershagen, Elstal oder Döbeln ziehen inzwischen jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Im Harz entsteht nun erstmals ein vergleichbares Projekt in Sachsen-Anhalt. Wernigerode soll dabei nicht nur ein weiterer Standort werden, sondern ein touristischer Anziehungspunkt für die gesamte Region.
Die nun startende Mini-Version fällt allerdings deutlich kleiner aus als das geplante Erlebnis-Dorf. Statt einer groß angelegten Anlage entsteht zunächst ein temporäres Pop-up-Gelände, das einen Vorgeschmack auf das spätere Konzept geben soll.
Eine Übergangslösung mit strategischer Wirkung
Dass Karls mehrere Jahre vor dem eigentlichen Baustart bereits Besucher nach Wernigerode holen will, ist kein Zufall. Das Unternehmen nutzt das Pop-up-Festival nicht nur als Werbeplattform für den späteren Freizeitpark. Gleichzeitig entsteht damit ein erster Belastungstest für Infrastruktur, Besucherströme und touristische Nachfrage.
Gerade im Harz beobachten Städte und Tourismusbetriebe seit Jahren, wie sich das Reiseverhalten verändert. Familien suchen zunehmend nach wetterunabhängigen Freizeitangeboten und kombinieren klassische Natururlaube mit Erlebnis- und Tagesattraktionen. Karls setzt genau auf diese Entwicklung.
Das Gelände an der Halberstädter Straße soll deshalb bereits jetzt zentrale Elemente des späteren Karls Erlebnis-Dorfs zeigen: kleinere Fahrgeschäfte, Erlebnisbereiche, Gastronomieangebote und Verkaufsstände mit den bekannten Erdbeerprodukten des Unternehmens.
Wernigerode setzt auf neue Besucherströme
Für Wernigerode ist das Projekt wirtschaftlich und touristisch von erheblicher Bedeutung. Die Stadt zählt bereits heute zu den wichtigsten Reisezielen im Harz. Fachwerkhäuser, Schloss, Brockenbahn und Altstadt ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Mit Karls könnte nun ein zusätzliches Ganzjahresangebot entstehen, das insbesondere Familien anspricht.
Genau darin liegt aus Sicht vieler Kommunen inzwischen ein entscheidender Faktor: Tagesgäste sollen länger bleiben, zusätzliche Übernachtungen buchen und häufiger außerhalb klassischer Hauptsaisons anreisen.
Das geplante Karls Erlebnis-Dorf könnte diese Entwicklung verstärken. Bereits jetzt rechnen Verantwortliche mit einer hohen Aufmerksamkeit weit über Sachsen-Anhalt hinaus. Auch aus Niedersachsen, Thüringen oder Brandenburg dürfte der Standort künftig erreichbar und attraktiv sein.
Exklusiver Auftakt für Einwohner
Bevor das Pop-up-Festival offiziell startet, erhalten zunächst Bürgerinnen und Bürger aus Wernigerode Zugang zur Anlage. Für den 18. Mai ist ein exklusiver Vorabtag vorgesehen, bei dem Einwohner das Gelände bereits vor der allgemeinen Öffnung besuchen können.
Am darauffolgenden Tag beginnt dann der reguläre Betrieb. Das temporäre Festival soll mehrere Monate geöffnet bleiben und bis in den Herbst hinein Besucher empfangen.
Im Zentrum stehen dabei klassische Karls-Elemente: familienfreundliche Fahrgeschäfte, Erdbeerprodukte, Erlebnisstationen und gastronomische Angebote. Das Unternehmen setzt traditionell auf eine Mischung aus Freizeitpark, Bauernhofatmosphäre und Markenerlebnis.
Zwischen Freizeitpark und Erlebniswelt
Das Konzept von Karls unterscheidet sich bewusst von klassischen Freizeitparks. Der Eintritt ist an vielen Standorten grundsätzlich kostenlos. Einnahmen entstehen stattdessen über Fahrgeschäfte, Gastronomie und den Verkauf eigener Produkte.
Dieses Modell hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren stark wachsen lassen. Karls verbindet Freizeitangebote mit Direktvermarktung, Erlebnisgastronomie und thematisierten Verkaufsflächen – eine Kombination, die besonders Familien anspricht.
Auch im Harz dürfte genau dieses Konzept eine zentrale Rolle spielen. Die Region zählt zu den bekanntesten Mittelgebirgen Deutschlands und lebt touristisch von einer breiten Mischung aus Natururlaub, Wandertourismus und Familienreisen.
Mit dem geplanten Karls Erlebnis-Dorf entsteht nun ein zusätzlicher Baustein, der das touristische Profil Wernigerodes weiter verändern könnte.
Großprojekt mit langfristiger Perspektive
Nach bisherigen Planungen soll das spätere Karls Erlebnis-Dorf auf einer Fläche von rund zwölf Hektar entstehen. Das Unternehmen kündigte Investitionen in Millionenhöhe an. Darüber hinaus sollen zahlreiche dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen werden.
Die Erwartungen an das Projekt sind entsprechend hoch. In der Region wird seit Monaten intensiv darüber diskutiert, welche Auswirkungen die neue Attraktion auf Verkehr, Hotellerie und Einzelhandel haben könnte.
Während Befürworter vor allem auf zusätzliche Besucher und wirtschaftliche Impulse verweisen, wird zugleich deutlich, wie groß die organisatorischen Anforderungen eines solchen Vorhabens sind. Schon jetzt laufen vorbereitende Maßnahmen rund um die Verkehrsanbindung des Geländes.
Das Pop-up-Festival dürfte deshalb auch aus diesem Grund aufmerksam beobachtet werden. Wie viele Besucher kommen tatsächlich? Wie entwickelt sich der Verkehr? Und wie stark profitieren Gastronomie und Hotels bereits in dieser frühen Phase?
Der Harz verändert sein Freizeitangebot
Der Wettbewerb zwischen deutschen Tourismusregionen hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verschärft. Regionen investieren verstärkt in Erlebnisangebote, um neue Zielgruppen anzusprechen und Besucher länger vor Ort zu halten.
Auch der Harz befindet sich seit einiger Zeit in einem Wandel. Neben klassischem Naturtourismus gewinnen Familienangebote, Veranstaltungen und wetterunabhängige Freizeitziele zunehmend an Bedeutung.
Karls passt damit in eine Entwicklung, die vielerorts zu beobachten ist: Tourismus soll breiter aufgestellt werden, saisonale Schwankungen abfedern und zusätzliche wirtschaftliche Effekte erzeugen.
Gerade Wernigerode verfügt dafür über gute Voraussetzungen. Die Stadt gehört bereits zu den bekanntesten touristischen Orten im Harz und verfügt über eine starke Infrastruktur im Bereich Gastronomie und Beherbergung.
Die erste Bewährungsprobe beginnt jetzt
Mit der Eröffnung des Pop-up-Festivals beginnt nun die erste praktische Phase des Projekts. Noch handelt es sich lediglich um eine temporäre Mini-Version. Dennoch dürfte der Start bereits zeigen, wie groß das Interesse an einem Karls Erlebnis-Dorf im Harz tatsächlich ist.
Für Wernigerode ist die Anlage weit mehr als ein kurzfristiges Freizeitangebot. Das Pop-up markiert den Beginn eines touristischen Großprojekts, das die Stadt in den kommenden Jahren stärker als Familien- und Erlebnisstandort positionieren soll.
Ob das spätere Karls Erlebnis-Dorf tatsächlich die erhoffte Strahlkraft entwickelt, wird sich erst mit der endgültigen Eröffnung zeigen. Die kommenden Monate dürften jedoch bereits einen ersten Eindruck davon vermitteln, welche Rolle Karls künftig im Tourismus des Harzes spielen kann.


















