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Digitaler Bürgerservice

Goslar führt KI-Chatbot Charley ein: Was Bürger ab 15. Oktober wissen müssen

Laptop mit fiktiver KI-Chatbot-Oberfläche auf einem Schreibtisch, daneben Smartphone und Notizblock.
Die Stadt Goslar im Harz führt den KI-Chatbot Charley als zusätzlichen digitalen Bürgerservice ein. Das Bild zeigt eine beispielhafte Chat-Oberfläche und nicht die tatsächliche Anwendung. Symbolbild: KI-generiert.

Die Stadt Goslar erweitert ihren digitalen Bürgerservice. Ab dem 15. Oktober 2026 soll der KI-Chatbot Charley Fragen zur Stadtverwaltung beantworten – über die Internetseite und am Telefon. Der neue Assistent soll Informationen leichter zugänglich machen, doch die Verwaltung warnt selbst vor falschen Antworten. Wie zuverlässig das Angebot arbeitet und was mit den eingegebenen Daten geschieht, bleibt vor dem Start teilweise offen.

Goslar, 13. Oktober 2026. Eine Frage zur Stadtverwaltung stellen, ohne lange nach der zuständigen Stelle suchen zu müssen: Das soll in Goslar künftig auch mithilfe künstlicher Intelligenz möglich sein. Die Stadt führt am Donnerstag, 15. Oktober, den KI-Chatbot Charley ein. Er soll Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen Auskünfte zu städtischen Themen geben und bei Bedarf den Kontakt zur Verwaltung herstellen.

Nach Angaben der Stadt Goslar vom 12. Oktober wird der digitale Assistent sowohl schriftlich als auch telefonisch erreichbar sein. Damit erweitert die Kommune ihre bisherigen Informations- und Kontaktmöglichkeiten. Der neue Dienst soll Fragen beantworten, die sich anhand bereitgestellter Verwaltungsinformationen klären lassen. Für Anliegen, bei denen das nicht gelingt, sind Weiterleitungen an die zuständigen Stellen vorgesehen.

Die Einführung ist zugleich mit einer Einschränkung verbunden, die die Verwaltung ungewöhnlich deutlich kommuniziert: Charley kann sich irren. Die künstliche Intelligenz ist weder eine amtlich verbindliche Auskunftsstelle noch ein Ersatz für die persönliche Beratung. Wie sich der angekündigte Bürgerservice im Alltag bewährt, lässt sich erst nach der Freischaltung beurteilen.

KI-Chatbot Charley: So funktioniert der neue Bürgerservice in Goslar

Für die Nutzung des KI-Chatbots sind zwei Wege vorgesehen. Auf der Internetseite der Stadt Goslar soll ein Chatfeld eingebunden werden, über das Nutzer ihre Fragen schriftlich stellen können. Charley verarbeitet die Eingaben und formuliert Antworten auf Grundlage der Informationen, die dem System zur Verfügung gestellt wurden.

Zusätzlich richtet die Stadt einen telefonischen Zugang ein. Unter der Nummer 05321 704 704 soll der digitale Assistent auch gesprochene Anfragen entgegennehmen. Das Angebot beschränkt sich damit nicht auf den schriftlichen Austausch über einen Computer oder ein Smartphone.

Der Dienst richtet sich ausdrücklich nicht nur an Einwohner. Auch Gäste der Stadt gehören zur vorgesehenen Zielgruppe. Welche konkreten Themen Charley im Einzelnen abdecken wird, lässt sich aus der bisherigen Ankündigung allerdings nicht vollständig entnehmen.

Fest steht: Der Chatbot soll zunächst Informationen vermitteln. Dass er eigenständig Verwaltungsverfahren abschließt, verbindliche Termine vergibt oder Anträge bearbeitet, ist nicht belegt.

Was passiert, wenn der Chatbot nicht weiterweiß?

Die Stadt hat für unbeantwortete Fragen einen Weiterleitungsweg vorgesehen. Kann Charley bei einem Telefonat nicht helfen, soll zunächst eine Verbindung zur städtischen Telefonzentrale hergestellt werden. Außerhalb der Öffnungszeiten ist stattdessen eine Weiterleitung der Anfrage per E-Mail vorgesehen.

Auch schriftliche Anliegen sollen nicht beim Chatbot enden, wenn dieser keine passende Antwort findet. In solchen Fällen ist eine Weitergabe an die zentrale E-Mail-Adresse der Stadtverwaltung vorgesehen.

Damit bleibt der persönliche Bürgerservice Bestandteil des Angebots. Charley übernimmt die erste Auskunft und vermittelt gegebenenfalls weiter. Die Verwaltung bleibt für Fragen zuständig, die eine individuelle Bearbeitung oder verbindliche Klärung erfordern.

Ob diese Übergänge im laufenden Betrieb reibungslos funktionieren, ist bislang nicht unabhängig überprüft. Die Stadt beschreibt den vorgesehenen Ablauf; Erfahrungen aus dem regulären Einsatz liegen vor dem angekündigten Start noch nicht vor.

Stadt Goslar warnt ausdrücklich vor Fehlern der künstlichen Intelligenz

Das Wichtigste in Kürze

Die Stadt Goslar führt am 15. Oktober 2026 den KI-Chatbot Charley als zusätzlichen digitalen Bürgerservice ein. Er soll schriftliche und telefonische Fragen beantworten, kann jedoch fehlerhafte Auskünfte geben und ersetzt keine persönliche Beratung.

Was ist passiert?
Die Stadt führt am Donnerstag, 15. Oktober, den KI-Chatbot Charley ein.
Wo?
Auf der Internetseite der Stadt Goslar soll ein Chatfeld eingebunden werden, über das Nutzer ihre Fragen schriftlich stellen können.
Was gilt konkret?
Unter der Nummer 05321 704 704 soll der digitale Assistent auch gesprochene Anfragen entgegennehmen.
Wer ist betroffen?
Auch Gäste der Stadt gehören zur vorgesehenen Zielgruppe.
Was bedeutet das?
Charley soll den Zugang zu Auskünften erleichtern, nicht aber die zuständigen Mitarbeiter ersetzen.
Was ist bestätigt?
Die Stadt Goslar macht deutlich, dass Charley sachlich falsche Antworten erzeugen kann.

Stand:

Eine Besonderheit der Einführung ist der offene Hinweis auf die Grenzen der eingesetzten Technologie. Die Stadt Goslar macht deutlich, dass Charley sachlich falsche Antworten erzeugen kann. Gemeint sind sogenannte KI-Halluzinationen: Aussagen, die ein Sprachmodell überzeugend formuliert, obwohl ihr Inhalt nicht zutrifft.

Für einen digitalen Verwaltungsassistenten ist das ein wesentlicher Punkt. Wer sich an eine Stadtverwaltung wendet, erwartet belastbare Informationen. Eine sprachlich schlüssige Antwort ist jedoch nicht automatisch richtig – selbst dann nicht, wenn sie von einem offiziellen digitalen Angebot stammt.

Die Stadt zieht deshalb eine klare Grenze zwischen automatisierter Information und behördlicher Beratung. Charley soll den Zugang zu Auskünften erleichtern, nicht aber die zuständigen Mitarbeiter ersetzen. Wer eine verbindliche Antwort benötigt, muss sich weiterhin an die Verwaltung wenden.

Warum Charley nicht jede Frage beantworten kann

Hinzu kommt eine technische Begrenzung. Nach Darstellung der Stadt greift Charley auf Informationen zurück, die für den Dienst bereitgestellt werden. Sein Wissensbestand ist damit nicht unbegrenzt.

Fehlen Angaben oder reichen die vorhandenen Informationen für eine konkrete Frage nicht aus, kann der Chatbot an seine Grenzen gelangen. Das betrifft nicht nur ungewöhnliche Anliegen. Auch bei alltäglichen Verwaltungsfragen kommt es darauf an, ob die benötigten Angaben im System vorhanden und für die jeweilige Antwort ausreichend sind.

Die Qualität des Angebots hängt deshalb von zwei Voraussetzungen ab: von der Verfügbarkeit geeigneter Informationen und von der Fähigkeit der KI, diese korrekt wiederzugeben. Dass Charley verständlich formulieren kann, garantiert noch keine vollständige oder fehlerfreie Auskunft.

Für Bürger ist diese Unterscheidung wichtig. Der neue Assistent kann eine erste Orientierung bieten. Bei individuellen Sachverhalten oder Fragen mit verbindlichen Folgen bleibt der direkte Kontakt zur zuständigen Verwaltungsstelle maßgeblich.

Digitalisierung der Stadtverwaltung: Wer Charley begleitet

Innerhalb der Stadtverwaltung wird die Einführung von Rebecca Spaunhorst begleitet. Sie ist Digitalisierungsbeauftragte der Stadt Goslar und leitet das MachMit!Haus.

Die Stadt verbindet den Einsatz künstlicher Intelligenz mit dem Ziel, Informationen einfacher erreichbar zu machen. Gleichzeitig betont sie die Notwendigkeit, transparent mit den technischen Grenzen umzugehen. Der neue Chatbot wird damit ausdrücklich als Ergänzung der bestehenden Verwaltungsangebote eingeführt.

Das unterscheidet den Dienst von einer umfassenden Digitalisierung einzelner Verwaltungsverfahren. Während Charley Fragen beantworten und Kontakte vermitteln soll, bleiben die eigentlichen Zuständigkeiten der Verwaltung bestehen.

Wie stark der KI-Chatbot die bisherigen Kommunikationswege künftig ergänzt, lässt sich aus der Ankündigung noch nicht ableiten. Angaben zu erwarteten Nutzerzahlen, konkreten Entlastungseffekten oder messbaren Zielen für den laufenden Betrieb liegen in den ausgewerteten Informationen nicht vor.

Bürger können Rückmeldungen zum Chatbot geben

Die Stadt sieht ausdrücklich Feedbackmöglichkeiten vor. Nutzer sollen ihre Erfahrungen direkt im Chat mitteilen können. Alternativ können Hinweise an die E-Mail-Adresse machmit@goslar.de gesendet werden. Als Stichwort nennt die Verwaltung „Feedback zum Voicebot“.

Damit können Bürger auf Probleme aufmerksam machen und Rückmeldungen zum neuen Informationsangebot geben. Ob die Stadt solche Hinweise künftig systematisch auswertet und welche Anpassungen daraus entstehen könnten, ist bislang nicht näher erläutert.

Gerade die ersten Erfahrungen dürften Aufschluss darüber geben, welche Fragen Charley zuverlässig beantworten kann und an welchen Stellen die Weiterleitung an Mitarbeiter notwendig bleibt. Belastbare Ergebnisse dazu gibt es vor der Inbetriebnahme noch nicht.

Datenschutz, Kosten und Technik: Diese Fragen sind noch offen

Die grundlegenden Funktionen von Charley sind beschrieben. Zu mehreren technischen und organisatorischen Einzelheiten enthält die bisherige Veröffentlichung der Stadt jedoch keine konkreten Angaben.

So bleibt offen, welches Unternehmen den KI-Chatbot entwickelt beziehungsweise betreibt und welches Sprachmodell zum Einsatz kommt. Auch die Kosten für Einführung und laufenden Betrieb sind anhand der vorliegenden Informationen nicht bezifferbar.

Besonders relevant sind die bislang nicht näher erläuterten Einzelheiten zur Verarbeitung von Nutzerdaten. Wo schriftliche Eingaben und telefonische Gesprächsinhalte technisch verarbeitet werden, wie lange solche Daten gegebenenfalls gespeichert bleiben und welche konkreten Datenschutzregelungen gelten, geht aus der ausgewerteten Mitteilung nicht hervor.

Dass Charley mit bereitgestellten Verwaltungsinformationen arbeitet, sagt darüber allein noch nichts aus. Die Wissensgrundlage eines Chatbots und der Umgang mit den Daten seiner Nutzer sind unterschiedliche Fragen.

Auch zu den unterstützten Sprachen und zur vollständigen zeitlichen Verfügbarkeit des Dienstes liegen keine gesicherten Einzelangaben vor. Die telefonische Weiterleitung außerhalb der Öffnungszeiten ist angekündigt; daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass sämtliche Funktionen jederzeit uneingeschränkt nutzbar sein werden.

Was der angekündigte Start tatsächlich bedeutet

Mit dem 15. Oktober steht zunächst die Einführung eines zusätzlichen digitalen Informationskanals bevor. Ein umfassender Umbau der Verwaltungsabläufe ist damit nicht belegt.

Charley soll Fragen entgegennehmen, vorhandene Informationen zugänglich machen und Anliegen gegebenenfalls weiterreichen. Ob der Dienst darüber hinaus künftig weitere Aufgaben übernehmen wird, ist offen. Konkrete Erweiterungen oder zusätzliche Funktionen sind in der bisherigen Ankündigung nicht bestätigt.

Auch die tatsächliche Leistungsfähigkeit lässt sich vor dem Start nicht abschließend bewerten. Entscheidend wird sein, ob die Antworten sachlich stimmen, die Grenzen des Systems erkennbar bleiben und die Weiterleitung an die Verwaltung wie vorgesehen funktioniert.

Für Goslar entscheidet sich der Nutzen im Verwaltungsalltag

Der KI-Chatbot Charley ist ein weiterer Schritt beim Ausbau digitaler Angebote der Stadt Goslar. Ab dem 15. Oktober soll er Bürgern und Gästen einen zusätzlichen Zugang zu Verwaltungsinformationen eröffnen – schriftlich über die Internetseite und telefonisch.

Die Stadt setzt dabei nicht auf das Versprechen einer fehlerfreien künstlichen Intelligenz. Sie benennt deren Schwächen bereits vor dem Start und verweist für verbindliche Auskünfte weiterhin auf ihre Mitarbeiter. Das schafft zumindest Klarheit über die Rolle, die Charley zunächst übernehmen soll.

Ob daraus ein spürbarer Vorteil für die Menschen in Goslar entsteht, wird sich an der täglichen Nutzung zeigen. Ein digitaler Ansprechpartner ist vor allem dann hilfreich, wenn er korrekte Informationen liefert, verständlich auf Fragen reagiert und bei Bedarf den Weg zur richtigen Stelle eröffnet. An diesen Anforderungen wird sich Charley nach seiner Einführung messen lassen müssen.

Quellen

  1. Internetauftritt: Stadtverwaltung wird ab dem 15. Oktober digitalerStadt Goslar
  2. Stadt Goslar setzt jetzt Chatbot Charley einregionalHeute.de
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