Impuls für Hokenstraße
Goslar setzt auf Regenschirmgasse: Was hinter der 7.000-Euro-Aktion steckt

Impuls für Hokenstraße

Über der Goslarer Hokenstraße entsteht eine ungewöhnliche Installation: Bunte Regenschirme sollen die rund 160 Meter lange Fußgängerzone für einige Wochen prägen. Die Stadt gibt dafür rund 7.000 Euro aus und verbindet die Aktion mit einem ernsten Thema – zunehmenden Leerständen und der Frage, wie die Hokenstraße wieder stärker ins Blickfeld rücken kann.
Goslar, 22. September 2026. In der Hokenstraße verändert sich der Blick nach oben. Über der Fußgängerzone lässt die Stadt bunte Regenschirme anbringen, verteilt auf mehrere Querverbindungen entlang der Straße. Die temporäre Installation trägt den Namen „Regenschirmgasse Hokenstraße“ und soll bleiben, bis die Weihnachtsbeleuchtung montiert wird.
Was zunächst nach einer reinen Dekorationsidee klingt, gehört zu den Bemühungen um die Entwicklung der Straße. Die Hokenstraße ist nach Angaben der Stadt von zunehmenden Leerständen betroffen. Die Regenschirme sollen deshalb nicht nur Farbe in die Fußgängerzone bringen, sondern Aufmerksamkeit erzeugen und die Sichtbarkeit des Bereichs erhöhen.
Die Installation beginnt am Dienstag, 22. September. Die Hokenstraße erstreckt sich über rund 160 Meter und gehört zur Goslarer Fußgängerzone. Insgesamt elf Querverbindungen stehen für die Befestigung der Regenschirme zur Verfügung.
Dafür kann eine Konstruktion genutzt werden, die sich an der Befestigung der Weihnachtsbeleuchtung orientiert. Wo später die Beleuchtung für die Adventszeit das Straßenbild bestimmen wird, sollen zunächst die bunten Schirme hängen.
Eine genaue Zahl der Regenschirme nennt die Stadt Goslar nicht. Bekannt ist lediglich, dass sie an den elf Querverbindungen befestigt werden. Wie dicht das entstehende Schirmdach am Ende ausfällt, lässt sich deshalb aus den bislang veröffentlichten Angaben nicht beziffern.
Auch technische Anforderungen spielen bei der Installation eine Rolle. Nach Angaben der Stadt bleibt eine Durchfahrtshöhe von mindestens 4,50 Metern erhalten. Die Schirme sollen also sichtbar über der Fußgängerzone hängen, ohne die erforderliche Durchfahrtshöhe einzuschränken.
Für die Aktion sind rund 7.000 Euro vorgesehen. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten hat die Stadt in ihrer Mitteilung nicht veröffentlicht. Wie viel davon beispielsweise auf die Schirme, Befestigungen oder Montage entfällt, ist daher nicht bekannt.
Klar ist dagegen: Die Regenschirmgasse ist nur vorübergehend geplant. Sobald die Weihnachtsbeleuchtung in der Hokenstraße angebracht wird, sollen die bunten Schirme wieder weichen. Einen konkreten Termin für den Abbau nennt die Stadt bislang nicht.
Die Aktion ist damit auch keine Veranstaltung im klassischen Sinne. Es gibt keinen einzelnen Eröffnungstermin für Besucher, kein angekündigtes Programm und keine Eintrittsregelung. Die Installation wird für einen begrenzten Zeitraum Teil des öffentlichen Straßenraums – und soll dort vor allem durch ihre unmittelbare Sichtbarkeit wirken.
In der Goslarer Hokenstraße werden bunte Regenschirme als temporäre Installation über der Fußgängerzone angebracht. Die rund 7.000 Euro teure Maßnahme soll die Sichtbarkeit der von zunehmenden Leerständen betroffenen Straße erhöhen.
Die Idee für die Regenschirmgasse entstand nicht am Schreibtisch einer Werbeagentur. Ihr Ursprung liegt in Gesprächen über die Zukunft der Hokenstraße. Im Juli 2026 kamen Hauseigentümer, Gewerbetreibende und Vertreter der Stadt bei der Veranstaltung „Revitalisierung Hokenstraße“ zusammen.
Im Mittelpunkt stand die weitere Entwicklung des Bereichs. Die zunehmenden Leerstände sind dabei ein wesentlicher Punkt. Aus dem Kreis der Anrainerinnen und Anrainer kam nach Angaben der Stadt schließlich der Vorschlag, mit aufgehängten Regenschirmen einen sichtbaren Akzent über der Straße zu setzen.
Nun wird aus der Idee eine konkrete Installation. Der Ansatz ist einfach: Wer durch die Goslarer Innenstadt geht, soll die Hokenstraße stärker wahrnehmen. Die Regenschirme verändern das Straßenbild unmittelbar und geben dem Bereich für einige Wochen ein zusätzliches Erkennungsmerkmal.
Die Erwartungen an die Maßnahme sollten dennoch klar von ihrer tatsächlichen Wirkung getrennt werden. Die Stadt verbindet die Regenschirmgasse mit dem Ziel, einen positiven Impuls zu setzen und die Hokenstraße sichtbarer und attraktiver zu machen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass sich dadurch Leerstände reduzieren.
Ob mehr Menschen wegen der Installation die Hokenstraße besuchen, ob sich ihre Aufenthaltsdauer verändert oder ob Geschäfte davon messbar profitieren, ist bislang nicht bekannt. Die veröffentlichten Informationen enthalten weder Besucherprognosen noch konkrete wirtschaftliche Zielwerte. Auch ein Verfahren, mit dem der Erfolg der Aktion gemessen werden soll, wurde nicht genannt.
Die bunten Regenschirme sind deshalb zunächst das, was die Stadt angekündigt hat: eine temporäre Maßnahme zur Aufwertung und stärkeren Wahrnehmung der Straße. Das strukturelle Thema dahinter ist erheblich größer.
Gerade darin liegt die eigentliche Bedeutung der Aktion. Eine Innenstadtstraße verändert sich nicht allein durch Dekoration. Leerstände betreffen Nutzung, Handel und das Erscheinungsbild eines gesamten Straßenzugs. Die Regenschirmgasse setzt an einem anderen Punkt an: Sie soll Aufmerksamkeit schaffen.
Für die Hokenstraße bedeutet das zunächst eine optische Veränderung auf ihrer gesamten Länge von rund 160 Metern. Durch die elf Querverbindungen zieht sich die Installation nicht nur über einen einzelnen Abschnitt. Die Schirme sollen vielmehr als wiederkehrendes Element entlang der Fußgängerzone erscheinen.
Dass der Vorschlag aus den Gesprächen mit Anrainern hervorgegangen ist, zeigt zugleich, wie die Stadt das Projekt einordnet. Die Regenschirmgasse steht im Zusammenhang mit dem im Sommer angestoßenen Austausch über eine Revitalisierung der Hokenstraße. Sie ist eine daraus hervorgegangene konkrete Maßnahme – nicht bereits die Lösung für die dort beschriebenen Probleme.
Nach dem Ende der Installation könnte das Projekt dennoch eine Fortsetzung bekommen. Die Stadt erwägt bereits, die Regenschirmgasse im Jahr 2027 erneut aufzubauen. Beschlossen ist eine Wiederholung nach den bislang vorliegenden Angaben allerdings noch nicht.
Damit bleibt offen, ob die bunten Regenschirme künftig regelmäßig zum Bild der Hokenstraße gehören werden. Ebenso wenig ist bekannt, nach welchen Kriterien über eine Fortsetzung entschieden werden soll.
In diesem Jahr endet die Installation spätestens dann, wenn die Weihnachtsbeleuchtung ihren Platz einnimmt. Bis dahin bekommt die Hokenstraße ein Erscheinungsbild, das sich deutlich von ihrem gewohnten Straßenraum unterscheiden soll.
Die Eckdaten des Projekts sind überschaubar: rund 160 Meter Fußgängerzone, elf Querverbindungen und Kosten von etwa 7.000 Euro. Dennoch berührt die Aktion eine größere Frage, die über die farbigen Schirme hinausreicht. Wie lassen sich Innenstadtbereiche, in denen Geschäfte verschwinden und Räume leer stehen, wieder stärker in den Alltag von Besuchern und Bewohnern rücken?
Für Goslar ist die Regenschirmgasse darauf zunächst eine gestalterische Antwort. Sie verändert nicht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Hokenstraße. Sie schafft auch keine neuen Nutzungen für leerstehende Räume. Nach den Angaben der Stadt soll sie vielmehr einen sichtbaren Impuls geben und die Aufmerksamkeit auf den Straßenzug lenken.
Genau diese Abgrenzung ist wichtig. Ob aus Aufmerksamkeit später mehr entsteht, lässt sich derzeit nicht seriös beantworten. Die Regenschirme sind ein Element innerhalb der Beschäftigung mit der Hokenstraße – entstanden aus dem Austausch zwischen Eigentümern, Gewerbetreibenden und Stadt.
Für einige Wochen dürfte die Veränderung kaum zu übersehen sein: Über der Hokenstraße hängen bunte Regenschirme, bevor sie der Weihnachtsbeleuchtung Platz machen. Die Stadt setzt damit eine Idee um, die aus den Gesprächen über die Revitalisierung des Straßenzugs hervorgegangen ist.
Entscheidender als die Frage, wie auffällig das Schirmdach ausfällt, dürfte langfristig jedoch sein, was danach geschieht. Die zunehmenden Leerstände, die den Hintergrund der Aktion bilden, bleiben eine Aufgabe für die Hokenstraße. Ob die Regenschirmgasse 2027 zurückkehrt und welche weiteren Schritte aus dem Revitalisierungsprozess folgen, ist bislang offen.
Hinweise, sachliche Korrekturen oder pressebezogene Rückfragen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.