Wildpark Christianental: Warum Wernigerode den unteren Teich jetzt ablassen mussWildpark Christianental erweitert Auffangstation für verletzte WildtiereModernes Abendmahl im Harz: Neuplatendorf bekommt zeitgenössisches AltarbildAfD-Jugend wandert zum Brocken: Polizei begleitet rund 80 TeilnehmerKindesmissbrauch: Ex-FDP-Abgeordneter nach Prozess mit Goslarer Lehrerin verurteiltEwigkeitssonntag in Wernigerode: Christusgemeinde lädt zum Gedenken einKaisermarkt in Goslar: Mittelalter-Wochenende endet mit verkaufsoffenem SonntagSchulstandort Gernrode im Umbau: Was über Hortneubau und weitere Baupläne bekannt istSchlossmuseum Quedlinburg öffnet wieder: Stiftsberg-Rundgang zum Start kostenlosCyclocross in Bad Harzburg: Stevens-Cup bringt 192 Fahrer in den SportparkWildpark Christianental: Warum Wernigerode den unteren Teich jetzt ablassen mussWildpark Christianental erweitert Auffangstation für verletzte WildtiereModernes Abendmahl im Harz: Neuplatendorf bekommt zeitgenössisches AltarbildAfD-Jugend wandert zum Brocken: Polizei begleitet rund 80 TeilnehmerKindesmissbrauch: Ex-FDP-Abgeordneter nach Prozess mit Goslarer Lehrerin verurteiltEwigkeitssonntag in Wernigerode: Christusgemeinde lädt zum Gedenken einKaisermarkt in Goslar: Mittelalter-Wochenende endet mit verkaufsoffenem SonntagSchulstandort Gernrode im Umbau: Was über Hortneubau und weitere Baupläne bekannt istSchlossmuseum Quedlinburg öffnet wieder: Stiftsberg-Rundgang zum Start kostenlosCyclocross in Bad Harzburg: Stevens-Cup bringt 192 Fahrer in den Sportpark

Sanierung im Christianental

Wildpark Christianental: Warum Wernigerode den unteren Teich jetzt ablassen muss

Teich mit niedrigem Wasserstand, schlammigem Ufer und Wasservögeln vor bewaldeter Umgebung im Harz
Symbolbild: KI-generiert. Ein verschlammter Teich steht sinnbildlich für die Sanierung des Unteren Christianentalteichs im Wildpark Christianental in Wernigerode.

Im Wildpark Christianental in Wernigerode wird der Untere Christianentalteich schrittweise abgelassen. Das Gewässer ist stark verschlammt und soll bis 2027 saniert werden, zuvor müssen die Fische umziehen. Eine Ursache für den Zustand des Teiches liegt ausgerechnet in einer gut gemeinten Geste vieler Besucher: Zu viel Futter landet im Wasser.

Wernigerode, 5. Oktober 2026. Am Unteren Christianentalteich beginnt eine Sanierung, deren Ausmaß für Besucher bald kaum zu übersehen sein dürfte. Der Wasserstand sinkt, im Oktober sollen die Fische aus dem Gewässer geholt werden. Danach bleibt zurück, worum es bei den Arbeiten vor allem geht: eine erhebliche Menge Schlamm.

Der Teich im Wildpark Christianental ist stark verschlammt. Um eine weitere Verlandung zu verhindern, wird das Wasser derzeit schrittweise abgelassen. Laut radio SAW sollen Mitglieder des Vereins für Angler und Naturfreunde Wernigerode anschließend die Fische bergen und vorübergehend in ein anderes Gewässer im Stadtgebiet umsetzen.

Damit beginnt eine Sanierung, die sich bis weit ins kommende Jahr ziehen wird. Der freigelegte Schlamm soll zunächst über den Winter trocknen und sich verfestigen. Erst 2027 können Teile davon entfernt werden. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten im Sommer abgeschlossen sein.

Warum der Teich im Wildpark Christianental verschlammt

Hinter dem Zustand des Gewässers steckt auch ein Problem, das zunächst harmlos wirkt. Besucher füttern Tiere – vermutlich in der Absicht, ihnen etwas Gutes zu tun. Doch wenn zu viel Futter im Wasser landet, belastet das den Teich. Für die starke Verschlammung im Christianental wird dieser Futtereintrag ausdrücklich als eine Ursache genannt.

Der Wildpark richtet deshalb einen klaren Appell an seine Gäste: Tiere sollten artgerecht und nur in Maßen gefüttert werden. Gerade das richtige Maß ist entscheidend. Was bei einem einzelnen Besucher nach einer kleinen Menge aussieht, kann sich an einem regelmäßig besuchten Ausflugsziel summieren.

Die zugespitzte Rede von „falsch verstandener Tierliebe“ trifft deshalb einen Teil des Problems, erklärt aber nicht den gesamten Zustand des Gewässers. Nach den bislang bekannten Informationen lässt sich nicht beziffern, welchen Anteil das Futter an der Verschlammung hat. Ebenso wenig ist belegt, dass Besucher allein für die notwendige Sanierung verantwortlich sind.

Eine solche Verkürzung würde aus einer Mitursache eine alleinige Ursache machen. Gesichert ist dagegen: Im Unteren Christianentalteich landet zu viel Futter, und der Wildpark sieht darin einen Grund, seine Besucher zu einem zurückhaltenderen Umgang beim Füttern aufzufordern.

Gut gemeintes Füttern kann zum Problem werden

Dass Futter in einem Gewässer nicht folgenlos bleibt, ist kein auf Wernigerode beschränktes Phänomen. Kommunen weisen regelmäßig darauf hin, dass liegen gebliebenes Futter und zusätzliche Nährstoffeinträge Gewässer belasten können. Im Christianental erhält diese grundsätzlich bekannte Problematik nun eine sehr konkrete Dimension: Der Teich muss saniert werden, während zugleich auf maßvolles Füttern hingewiesen wird.

Das Wichtigste in Kürze

Der Untere Christianentalteich im Wildpark Christianental in Wernigerode wird wegen starker Verschlammung saniert. Das Wasser wird abgelassen, die Fische werden umgesetzt und zu viel Futter wird als eine Ursache der Verschlammung genannt.

Was ist passiert?
Der Teich im Wildpark Christianental ist stark verschlammt.
Wann?
Mitglieder des Vereins für Angler und Naturfreunde Wernigerode sollen die Tiere im Oktober aus dem Unteren Christianentalteich holen.
Was bedeutet das?
Das Gewässer soll weder aufgegeben noch dauerhaft trockengelegt werden.
Was ist bestätigt?
Für die starke Verschlammung im Christianental wird dieser Futtereintrag ausdrücklich als eine Ursache genannt.

Stand:

Dabei geht es nicht darum, Besuchern pauschal Fehlverhalten vorzuwerfen. Entscheidend ist die Menge. Wer Tiere füttert, sieht in der Regel nur die eigene Portion. Für ein Gewässer zählt dagegen, was insgesamt hineingelangt.

Gerade an einem Ausflugsziel wie dem Wildpark Christianental wird aus vielen einzelnen Handlungen schnell ein dauerhafter Eintrag. Der Hinweis des Wildparks ist deshalb ebenso schlicht wie relevant: Wer den Tieren etwas geben möchte, sollte sich an eine artgerechte Fütterung halten und sparsam damit umgehen.

Fische aus dem Christianentalteich werden umgesetzt

Bevor die eigentliche Arbeit am Teichgrund beginnen kann, muss zunächst der Fischbestand gesichert werden. Mitglieder des Vereins für Angler und Naturfreunde Wernigerode sollen die Tiere im Oktober aus dem Unteren Christianentalteich holen.

Die Fische werden nicht dauerhaft aus dem Christianental entfernt. Vorgesehen ist eine vorübergehende Unterbringung in einem anderen Teich in Wernigerode. Welches Gewässer dafür genutzt wird, ist in den bislang vorliegenden Informationen nicht benannt. Auch zur Zahl und zu den Arten der umzusetzenden Fische liegen keine belastbaren Angaben vor.

Der Ablauf der Sanierung steht dagegen fest: Wasser ablassen, Fische bergen, Schlamm trocknen lassen. Über die Wintermonate soll sich das Material am Teichgrund verfestigen. Das erleichtert die Arbeiten, die für das kommende Jahr vorgesehen sind.

Der Schlamm bleibt über den Winter liegen

Dass sich die Sanierung des Christianentalteichs über Monate erstreckt, hat mit diesem Verfahren zu tun. Der Schlamm wird nicht unmittelbar nach dem Ablassen des Wassers vollständig aus dem Becken geholt. Er soll zunächst austrocknen.

Im Jahr 2027 sollen dann Teile des verfestigten Materials entfernt werden. Damit soll verhindert werden, dass die Verlandung des Gewässers weiter voranschreitet. Für Besucher bedeutet das: Der Untere Christianentalteich wird über einen längeren Zeitraum nicht so aussehen wie gewohnt.

Die Veränderung ist allerdings vorübergehend. Das Gewässer soll weder aufgegeben noch dauerhaft trockengelegt werden.

Der Christianentalteich soll erhalten bleiben

Der Begriff „Trockenlegung“ kann bei der aktuellen Maßnahme leicht in die Irre führen. Zwar wird dem Unteren Christianentalteich das Wasser entzogen. Das geschieht aber, damit am Teichgrund gearbeitet werden kann. Ziel ist nicht das Verschwinden des Gewässers, sondern sein Erhalt.

Die Sanierung soll die fortschreitende Verlandung stoppen. Nach der Entfernung eines Teils des Schlamms soll der Teich wieder als Gewässer zum Wildpark Christianental gehören. Als Zielmarke für den Abschluss der Arbeiten wird derzeit der Sommer 2027 genannt.

Für Spaziergänger und Familien dürfte die Baustellensituation dennoch auffallen. Der Teich gehört zum vertrauten Bild des Christianentals. Wenn das Wasser verschwindet und der schlammige Grund sichtbar wird, verändert sich dieser Teil des Wildparks für mehrere Monate deutlich.

Wildpark Christianental ist ein bekanntes Ausflugsziel in Wernigerode

Der Wildpark liegt südöstlich von Wernigerode und besteht seit 1974. Nach Angaben der Stadt erstreckt sich das Gelände über rund acht Hektar. Zu sehen sind dort typische Wildtierarten des Harzes sowie verschiedene Haustiere. Für Einheimische und Urlauber gehört das Christianental seit Jahrzehnten zu den bekannten Ausflugszielen der Stadt.

Zum Gelände gehören zwei Gewässer: der Obere und der Untere Christianentalteich. Diese Unterscheidung ist für die aktuelle Sanierung wichtig. Betroffen ist ausschließlich der Untere Christianentalteich.

Auch der obere Teich war bereits Gegenstand ökologischer Maßnahmen. Dort wurde 2017 im Zuge einer Renaturierung unter anderem Lebensraum für den heimischen Edelkrebs geschaffen. Damals wurden zunächst 50 Edelkrebse eingesetzt. Mit der aktuellen Sanierung des unteren Teiches hat dieses Projekt unmittelbar nichts zu tun.

Bis Sommer 2027 bleibt der Teich eine Baustelle

Für den Unteren Christianentalteich beginnt nun eine lange Phase der Erneuerung. In den kommenden Wochen sinkt der Wasserstand, danach werden die Fische umgesetzt. Über den Winter bleibt der freigelegte Schlamm liegen, bevor 2027 Teile davon entfernt werden können.

Die Arbeiten zeigen zugleich, wie empfindlich ein kleines Gewässer auf Einträge reagieren kann. Beim Christianentalteich gehört dazu auch Futter, das von Besuchern ins Wasser gegeben wird. Es ist nicht als alleiniger Grund für die Verschlammung belegt – aber als einer der Faktoren, auf die der Wildpark selbst aufmerksam macht.

Damit liegt in der Sanierung auch eine Botschaft an die Besucher. Tiere zu beobachten und ihnen nahe zu sein, gehört zum Reiz des Wildparks. Beim Füttern jedoch ist Zurückhaltung gefragt. Was gut gemeint ist, kann sich in der Summe gegen den Lebensraum richten, den man eigentlich schützen möchte.

Im Sommer 2027 soll die Sanierung nach bisheriger Planung beendet sein. Dann soll der Untere Christianentalteich wieder das sein, was er vor Beginn der Arbeiten war: ein fester Bestandteil des Wildparks Christianental – nur mit deutlich weniger Schlamm am Grund.

Quellen

  1. Wernigerode: Teich-Kur im Tierpark Christianentalradio SAW
  2. Wildpark ChristianentalStadt Wernigerode
  3. Wildpark ChristianentalWernigerode Tourismus GmbH
Redaktioneller Hinweis
Verantwortlich

Veröffentlicht

Hinweise, sachliche Korrekturen oder pressebezogene Rückfragen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.