Am 28. August zieht der Vollmond in den frühen Morgenstunden tief in den Erdschatten. Von Goslar aus ist die partielle Mondfinsternis grundsätzlich sichtbar, doch ausgerechnet beim Maximum steht der Mond nur noch knapp über dem Horizont. Wer das Ereignis in der Harzregion beobachten will, braucht deshalb vor allem freie Sicht nach Westen – und etwas Glück mit dem Wetter.

Goslar, 19. August 2026. Nach der partiellen Sonnenfinsternis und dem Maximum der Perseiden folgt im August ein weiteres auffälliges Himmelsereignis: In der Nacht zum Freitag, 28. August, kommt es zu einer tiefen partiellen Mondfinsternis. Auch über Goslar lässt sich verfolgen, wie der Mond zunehmend in den Kernschatten der Erde wandert.

Der Ablauf beginnt zunächst unspektakulär. Gegen 03:23 Uhr tritt der Mond in den Halbschatten der Erde ein. Diese erste Phase ist mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen. Deutlich sichtbar wird die Mondfinsternis erst später, wenn die Mondscheibe den Kernschatten erreicht.

Partielle Mondfinsternis über Goslar beginnt gegen 04:33 Uhr

Gegen 04:33 Uhr beginnt für Beobachter in Goslar die eigentliche partielle Phase. Von diesem Zeitpunkt an wird der dunkle Bereich auf der Mondscheibe zunehmend größer. Je weiter der Mond in den Erdschatten hineinwandert, desto stärker fällt der Kontrast zwischen dem beleuchteten und dem verfinsterten Teil auf.

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Das Maximum der partiellen Mondfinsternis wird nach den ortsspezifischen Berechnungen von Timeanddate gegen 06:12 Uhr erreicht. Dann befindet sich der Mond allerdings bereits sehr tief am Himmel. In Goslar steht er nur noch ungefähr zwei Grad über dem westsüdwestlichen Horizont.

Genau das macht die Beobachtung anspruchsvoll. Häuser, Bäume, Hügel oder andere Hindernisse können den Blick in dieser Phase leicht versperren. Entscheidend ist deshalb weniger ein besonders hoher Standort als ein möglichst freier West- beziehungsweise Westsüdwesthorizont.

Viel Zeit bleibt nach dem Maximum ohnehin nicht. Gegen 06:30 Uhr geht der Mond in Goslar unter. Die Mondfinsternis selbst dauert aus globaler Sicht weiter an, ist von der Region aus dann aber nicht mehr zu sehen.

Beim Maximum ist fast die gesamte Mondscheibe verdunkelt

Astronomisch bleibt das Ereignis eine partielle Mondfinsternis. Dennoch fällt die Verdunkelung ungewöhnlich stark aus. Nach Angaben der NASA erreicht die Finsternis eine Kernschatten-Magnitude von rund 0,93. Damit reichen etwa 93 Prozent des Monddurchmessers in den Kernschatten der Erde hinein.

Bezogen auf die sichtbare Fläche der Mondscheibe liegt der Anteil sogar bei ungefähr 96 Prozent. Beide Angaben beschreiben unterschiedliche Größen und sind deshalb kein Widerspruch. Während die eine Zahl den Durchmesser erfasst, bezieht sich die andere auf die Fläche der Mondscheibe.

Für Beobachter bedeutet das: Nur ein vergleichsweise schmaler Teil des Mondes bleibt außerhalb des Kernschattens. Eine totale Mondfinsternis ist es dennoch nicht. Der Mond taucht nicht vollständig in den Kernschatten ein.

Auch die verbreitete Bezeichnung „Blutmond“ wäre deshalb für das gesamte Ereignis unpräzise. Während einer Mondfinsternis kann der verdunkelte Bereich zwar rötlich oder kupferfarben erscheinen, doch der Mond wird am 28. August nicht vollständig verfinstert.

Das Wichtigste in Kürze

Am 28. August ist in Goslar eine tiefe partielle Mondfinsternis sichtbar. Das Maximum wird gegen 06:12 Uhr erreicht, wenn der Mond nur noch sehr knapp über dem westsüdwestlichen Horizont steht.

Wann?
Gegen 04:33 Uhr beginnt für Beobachter in Goslar die eigentliche partielle Phase.
Was gilt konkret?
Das Maximum der partiellen Mondfinsternis wird nach den ortsspezifischen Berechnungen von Timeanddate gegen 06:12 Uhr erreicht.
Wo?
In Goslar steht er nur noch ungefähr zwei Grad über dem westsüdwestlichen Horizont.
Was ist bestätigt?
Nach Angaben der NASA erreicht die Finsternis eine Kernschatten-Magnitude von rund 0,93.
Was bedeutet das?
Eine totale Mondfinsternis ist es dennoch nicht.

Stand: · Quellen

Warum die Mondfinsternis kurz nach der Sonnenfinsternis folgt

Die Mondfinsternis kommt nur gut zwei Wochen nach der partiellen Sonnenfinsternis vom 12. August. Dieser enge Abstand ist astronomisch erklärbar. Sonnen- und Mondfinsternisse treten häufig in sogenannten Finsternisperioden auf, weil Sonne, Erde und Mond in diesen Zeiträumen besonders günstig zueinander stehen.

Der NDR hatte diesen Zusammenhang unter Berufung auf das Planetarium Wolfsburg bereits nach der Sonnenfinsternis erläutert. Auch die NASA führt den August 2026 als ungewöhnlich ereignisreichen Monat für Himmelsbeobachter. Neben der Sonnenfinsternis gehören die Perseiden und die partielle Mondfinsternis zu den markanten astronomischen Ereignissen dieses Monats.

Dass es nicht bei jedem Vollmond zu einer Mondfinsternis kommt, hängt mit der Bahn des Mondes zusammen. Sie ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Meist zieht der Vollmond deshalb oberhalb oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Nur wenn die geometrischen Bedingungen stimmen, gelangt er in den Schattenkegel der Erde.

Die wichtigsten Zeiten für die Mondfinsternis in Goslar

  • Etwa 03:23 Uhr: Beginn der Halbschattenphase
  • Etwa 04:33 Uhr: Beginn der deutlich sichtbaren partiellen Phase
  • Etwa 06:12 Uhr: Maximum der partiellen Mondfinsternis
  • Etwa 06:30 Uhr: Monduntergang in Goslar

Die angegebenen Zeiten beziehen sich auf Goslar. Kleine Unterschiede ergeben sich je nach genauem Standort, verändern die grundsätzliche Beobachtungssituation aber kaum. Der entscheidende Punkt bleibt: Je näher die Mondfinsternis ihrem Maximum kommt, desto tiefer steht der Mond über dem Horizont.

Freier Blick nach Westen wichtiger als besondere Ausrüstung

Für die Beobachtung einer Mondfinsternis ist keine spezielle Schutzbrille nötig. Anders als bei einer Sonnenfinsternis kann der Mond gefahrlos mit bloßem Auge betrachtet werden. Ein Fernglas oder Teleskop kann Details an der Grenze zwischen hellem und verdunkeltem Bereich deutlicher hervortreten lassen, erforderlich ist eine solche Ausrüstung jedoch nicht.

Wesentlich wichtiger sind die örtlichen Sichtbedingungen. Weil der Mond zum Maximum nur noch sehr niedrig steht, können schon vergleichsweise kleine Hindernisse am Horizont den Blick versperren. Wer die Mondfinsternis in Goslar verfolgen möchte, sollte deshalb vor allem auf eine freie Sicht nach Westen und Westsüdwesten achten.

Hinzu kommt das Wetter. Ob Wolken, Dunst oder Nebel die Sicht am frühen Morgen des 28. August beeinträchtigen, lässt sich derzeit noch nicht verlässlich vorhersagen. Gerade bei einem so tief stehenden Mond kann schon eine dünne Wolken- oder Dunstschicht am Horizont darüber entscheiden, ob die stärkste Phase sichtbar bleibt.

Für Goslar ist der frühe Beginn günstiger als das Maximum

Für viele Beobachter dürfte deshalb nicht erst der Moment um 06:12 Uhr interessant sein. Bereits ab etwa 04:33 Uhr setzt die gut sichtbare partielle Phase ein. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond höher und lässt sich voraussichtlich leichter über Häusern, Baumreihen und Gelände erkennen.

In den folgenden rund anderthalb Stunden wandert der Mond immer tiefer in den Kernschatten. Gleichzeitig sinkt er weiter Richtung Horizont. Wer die Entwicklung der Mondfinsternis verfolgen möchte, kann deshalb schon deutlich vor dem Maximum beginnen und beobachten, wie der dunkle Bereich auf der Mondscheibe wächst.

Das verschafft der partiellen Mondfinsternis über Goslar einen besonderen Verlauf: Astronomisch wird sie immer ausgeprägter, während die Beobachtungsbedingungen durch die sinkende Mondhöhe zugleich schwieriger werden.

In Goslar bleibt nur ein knappes Beobachtungsfenster

Die partielle Mondfinsternis am 28. August verbindet damit zwei gegensätzliche Bedingungen. Einerseits wird ein ungewöhnlich großer Teil des Mondes in den Kernschatten der Erde eintreten. Andererseits fällt das Maximum in Goslar in eine Phase, in der der Mond bereits unmittelbar vor seinem Untergang steht.

Wer das Ereignis in Goslar und der Harzregion sehen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Uhr schauen. Der freie Westhorizont wird mindestens ebenso wichtig sein wie der genaue Zeitpunkt. Ab etwa 04:30 Uhr beginnt die gut sichtbare Verdunkelung, gegen 06:12 Uhr erreicht sie ihren Höhepunkt – und nur wenige Minuten später verschwindet der Mond unter dem Horizont.

Ob die Mondfinsternis in Goslar tatsächlich in voller Stärke zu beobachten sein wird, entscheidet am Ende das Wetter. Astronomisch steht der Ablauf dagegen fest: Der frühe Morgen des 28. August bietet für Goslar und den Harz ein enges, aber klar berechenbares Zeitfenster für eines der markanten Himmelsereignisse dieses Sommers.

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