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Naturwunder im Harz

Teufelsmauer wird Naturwunder 2026: Harz-Felsen holen 9.666 Stimmen

Sandsteinfelsen in einer natürlichen Harzlandschaft mit Wanderweg und Vegetation.
Symbolbild: KI-generiert. Eine Sandsteinformation steht stellvertretend für die Teufelsmauer im Harz, die zum „Naturwunder des Jahres 2026“ gewählt wurde.

Die Teufelsmauer im Harz ist „Naturwunder des Jahres 2026“. Bei der Publikumswahl der Heinz Sielmann Stiftung und des Deutschen Wanderverbands erhielt die Sandsteinformation 9.666 Stimmen und setzte sich damit klar gegen acht weitere Naturorte durch. Für Quedlinburg und das nördliche Harzvorland bringt die Auszeichnung neue Aufmerksamkeit für einen Landschaftsraum, dessen Schutzgeschichte ungewöhnlich weit zurückreicht.

Quedlinburg/Weddersleben, 29. September 2026. Am Ende betrug der Vorsprung fast 1.900 Stimmen. Die Teufelsmauer im Harz hat die bundesweit ausgerichtete Naturwunderwahl 2026 gewonnen und darf den Titel „Naturwunder des Jahres 2026“ tragen. Nach Angaben der Heinz Sielmann Stiftung beteiligten sich mehr als 31.730 Menschen an der Online-Abstimmung.

9.666 Stimmen entfielen auf die Teufelsmauer – rund 30,5 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Dahinter landeten die Saalfelder Feengrotten in Thüringen mit 7.769 Stimmen und 24,5 Prozent. Das Brenner Moor kam mit 3.360 Stimmen und 10,6 Prozent auf Rang drei.

Damit lag die Teufelsmauer 1.897 Stimmen vor dem zweitplatzierten Naturort. Für die Felsformation im nördlichen Harzvorland ist es eine weitere überregionale Würdigung. Geologisch und naturschutzfachlich besitzt sie bereits seit Langem einen besonderen Status.

Teufelsmauer setzt sich gegen acht weitere Naturorte durch

Die Publikumswahl lief vom 10. August bis zum 27. September 2026. Zuvor hatte eine Jury neun Naturorte für die Abstimmung ausgewählt. Die Teufelsmauer ging als Kandidat aus Sachsen-Anhalt ins Rennen. Ihre Bewerbung war vom Förderverein Teufelsmauer Weddersleben eingebracht worden.

Hinter der Naturwunderwahl stehen die Heinz Sielmann Stiftung und der Deutsche Wanderverband. Der Titel ist deshalb als Auszeichnung dieser Publikumswahl zu verstehen. Er ist kein staatlich verliehener Schutzstatus und verändert auch die bestehenden naturschutzrechtlichen Regelungen für die Teufelsmauer nicht.

Ganz auf Deutschland beschränkt war die Abstimmung ebenfalls nicht: Teilnahmeberechtigt waren Menschen mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zur Wahl standen jedoch neun Naturorte aus Deutschland. Gesucht wurde das „Naturwunder des Jahres 2026“.

Mit einem Stimmenanteil von gut 30 Prozent konnte die Teufelsmauer dabei einen deutlichen Abstand zur Konkurrenz herstellen. Das Ergebnis wurde nach dem Ende der Online-Abstimmung am 28. September bekanntgegeben.

Warum die Naturwunderwahl auch für Quedlinburg Bedeutung hat

Der regionale Bezug reicht über die unmittelbare Lage der Felsen hinaus. Einer der bekanntesten Abschnitte der Teufelsmauer liegt am Königstein bei Weddersleben. Der Ort gehört zur Stadt Thale und befindet sich nur wenige Kilometer von Quedlinburg entfernt. Auch der Harzverband mit Sitz in Quedlinburg hatte die Kandidatur begleitet.

Das Wichtigste in Kürze

Die Teufelsmauer im Harz hat die Publikumswahl zum Naturwunder des Jahres 2026 gewonnen. 9.666 Stimmen beziehungsweise rund 30,5 Prozent entfielen auf die Felsformation im nördlichen Harzvorland.

Was ist passiert?
Die Teufelsmauer im Harz hat die bundesweit ausgerichtete Naturwunderwahl 2026 gewonnen und darf den Titel „Naturwunder des Jahres 2026“ tragen.
Was ist bestätigt?
9.666 Stimmen entfielen auf die Teufelsmauer – rund 30,5 Prozent aller abgegebenen Stimmen.
Wann?
Die Publikumswahl lief vom 10. August bis zum 27. September 2026.
Was bedeutet das?
Nach Angaben der Heinz Sielmann Stiftung beteiligten sich mehr als 31.730 Menschen an der Online-Abstimmung.

Stand:

Wer von der Teufelsmauer spricht, meint allerdings nicht einen einzelnen Felsen. Die Formation zieht sich in mehreren Abschnitten durch das nördliche Harzvorland. Zwischen Ballenstedt und Blankenburg erstrecken sich ihre markanten Sandsteinzüge über eine Strecke von rund 20 Kilometern.

Gerade der Bereich bei Weddersleben gehört zu den auffälligen Teilen der Landschaft. Dort treten die Felsen weithin sichtbar aus dem Gelände hervor. Nach Angaben des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt bestehen die Gesteine im dortigen Schutzgebiet aus verkieseltem Heidelberg-Sandstein. Ihr Alter wird auf etwa 83 Millionen Jahre datiert; sie stammen aus der Oberkreide.

Ihre heutige Gestalt verdankt die Teufelsmauer einer langen geologischen Entwicklung. Widerstandsfähigere Gesteinsschichten blieben erhalten, während weniger robuste Bereiche im Laufe der Zeit abgetragen wurden. So entstanden jene steil aufragenden Felszüge, die das Landschaftsbild am nördlichen Harzrand bis heute prägen.

Eine Schutzgeschichte mit Verbindung nach Quedlinburg

Die Teufelsmauer ist nicht erst seit der Naturwunderwahl Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit. Bemerkenswert ist vor allem, wie früh Menschen versuchten, Teile der Felsformation vor weiterer Zerstörung zu bewahren.

Eine dokumentierte Schutzmaßnahme führt unmittelbar nach Quedlinburg: Das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt verweist auf eine Verfügung vom 2. Juni 1833. Der damalige Quedlinburger Landrat untersagte das weitere Brechen von Steinen an der Teufelsmauer.

Für die Geschichte des Naturschutzes in der Region ist das ein bemerkenswert früher Zeitpunkt. Allerdings muss zwischen dieser historischen Schutzmaßnahme und dem heutigen rechtlichen Status unterschieden werden. Ein Verbot des Steinabbaus im 19. Jahrhundert entsprach noch nicht einem Naturschutzgebiet nach heutigem Verständnis. Die formalen Schutzregelungen entwickelten sich später.

Heute gehört der Bereich bei Weddersleben zum Naturschutzgebiet „Teufelsmauer und Bode nordöstlich Thale“. Nach Angaben des Landesverwaltungsamtes umfasst es rund 198 Hektar. Geschützt werden dort nicht nur die geologischen Formationen, sondern ebenso die daran gebundenen Lebensräume.

Mehr als eine außergewöhnliche Felsformation

Der naturschutzfachliche Wert der Teufelsmauer reicht entsprechend über ihre weithin sichtbaren Sandsteinfelsen hinaus. Die Landschaft bietet Rückzugsräume für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten. Die Veranstalter der Naturwunderwahl nennen unter anderem Wanderfalken, Fledermäuse, Zauneidechsen und Schlingnattern.

Damit treffen an der Teufelsmauer mehrere Schutzinteressen aufeinander: die Bewahrung eines geologisch bedeutenden Naturraums und der Erhalt empfindlicher Lebensräume. Die Felsen sind zugleich Ausflugsziel und Wandergebiet. Gerade diese Verbindung macht den Umgang mit der Landschaft zu einer dauerhaften Aufgabe.

Die Auszeichnung als Naturwunder schafft dabei keinen neuen rechtlichen Schutz. Sie lenkt vielmehr zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit auf einen Ort, dessen Bedeutung schon lange dokumentiert ist.

Teufelsmauer ist bereits Nationales Geotop

Auch wissenschaftlich wurde die außergewöhnliche Geologie bereits gewürdigt. Seit 2006 zählt die Teufelsmauer zu den Nationalen Geotopen Deutschlands. Die Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung führt die Formation als geologisch besonders bedeutenden Ort.

Hinzu kommt ihre Einbindung in den UNESCO Global Geopark Harz · Braunschweiger Land · Ostfalen. Die Teufelsmauer steht damit in einem größeren geologischen Zusammenhang, der weit über die unmittelbare Umgebung von Weddersleben und Quedlinburg hinausreicht.

Der Titel „Naturwunder des Jahres 2026“ setzt einen anderen Akzent. Während die Einstufung als Nationales Geotop auf der geowissenschaftlichen Bedeutung beruht, ist die aktuelle Auszeichnung das Ergebnis einer Publikumswahl. Mehr als drei von zehn abgegebenen Stimmen gingen an die Teufelsmauer.

Was der Wahlsieg für die Teufelsmauer bedeutet

Rechtlich ändert das Ergebnis nichts. Die bestehenden Schutzgebiete, Regeln und fachlichen Einstufungen bleiben davon unberührt. Der Effekt liegt vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung: Zehntausende Menschen beteiligten sich an der Abstimmung, die Teufelsmauer setzte sich gegen Naturorte aus mehreren Teilen Deutschlands durch.

Für das nördliche Harzvorland fällt diese Aufmerksamkeit auf einen Naturraum, der ohnehin mehrere Funktionen miteinander verbindet. Er ist geologisches Zeugnis, geschützter Lebensraum und Wanderziel zugleich. Dass ausgerechnet die Teufelsmauer die Wahl gewinnt, rückt damit nicht nur ihre spektakulären Felsen in den Blick, sondern auch deren Schutz.

Ein Wahlsieg – und fast zwei Jahrhunderte Schutzgeschichte

Die 9.666 Stimmen markieren den jüngsten Punkt in einer wesentlich längeren Geschichte. Schon 1833 wurde versucht, den Abbau der Felsen einzudämmen. Später folgten weitergehende Schutzregelungen, die Anerkennung als Nationales Geotop und die Einbindung in den UNESCO-Geopark.

Die Naturwunderwahl 2026 fügt dieser Entwicklung nun einen Publikumstitel hinzu. Für Quedlinburg und die umliegende Harzregion ist das vor allem eine Gelegenheit, einen vertrauten Naturraum neu ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Denn der bemerkenswerteste Teil der Geschichte liegt möglicherweise weniger im aktuellen Abstimmungsergebnis als in der Tatsache, dass Menschen den Wert dieser Felsen schon vor fast 200 Jahren erkannten – und begannen, sie zu schützen.

Quellen

  1. PM Teufelsmauer ist Deutschlands Naturwunder des Jahres 2026Heinz Sielmann Stiftung
  2. Die Teufelsmauer im Harz ist Naturwunder 2026tagesschau.de / MDR Sachsen-Anhalt
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