Am DLR-Standort Cochstedt in Sachsen-Anhalt ist ein neues Technologiezentrum für Drohnensicherheit eröffnet worden. Dort sollen Verfahren zur Erkennung und Abwehr unerwünschter Drohnen unter realitätsnahen Bedingungen erprobt werden. Für Leserinnen und Leser in der Harzregion ist der Ausbau vor allem als landesweite Forschungs- und Sicherheitsentwicklung in Sachsen-Anhalt relevant.

Cochstedt, 19. August 2026. Der frühere Verkehrsflughafen Magdeburg-Cochstedt bekommt eine zusätzliche Aufgabe. Mit dem neuen Technologiezentrum Drohnensicherheit richtet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt den Standort stärker auf sicherheitsrelevante Forschung aus. Eröffnet wurde die Einrichtung gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Am DLR-Standort Cochstedt in Sachsen-Anhalt ist am 18. August 2026 das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit eröffnet worden. Zur Eröffnung kamen unter anderem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze nach Cochstedt.

Im Mittelpunkt steht eine Frage, die für Flughäfen, Behörden und Betreiber kritischer Infrastruktur zunehmend an Bedeutung gewinnt: Wie lassen sich unerwünschte oder missbräuchlich eingesetzte Drohnen frühzeitig erkennen und technisch beherrschen? Das Technologiezentrum soll Verfahren zur Erkennung, Bewertung und Abwehr unerwünschter Drohnen unter realitätsnahen Bedingungen erforschen und testen.

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Drohnensicherheit in Sachsen-Anhalt: Warum das Thema auch im Harz aufmerksam verfolgt wird

Der Standort selbst ist nicht neu. Das DLR übernahm den Flughafen Magdeburg-Cochstedt bereits 2019. Seit 2021 wird dort das Nationale Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme betrieben, 2022 nahm der Flughafen offiziell wieder den Betrieb auf. Das neue Technologiezentrum erweitert die vorhandene Infrastruktur nun um einen klaren Schwerpunkt bei der Drohnensicherheit.

Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) kann die Einrichtung auf bestehende Testflächen, Flughafenanlagen und Forschungskompetenzen zurückgreifen. Systeme sollen dadurch nicht ausschließlich im Labor untersucht werden, sondern in Szenarien, die realen Einsatzbedingungen möglichst nahekommen.

Auf einem Flugplatz lassen sich Reichweiten, Störungen und das Zusammenspiel technischer Komponenten unter kontrollierten Bedingungen prüfen. Gerade für die Drohnendetektion und Drohnenabwehr ist das relevant, weil einzelne Systeme im praktischen Einsatz unterschiedliche Situationen bewältigen müssen.

Für die Harzregion liegt der Bezug damit weniger in einem neuen lokalen Projekt als in der Entwicklung Sachsen-Anhalts zu einem Standort spezialisierter Drohnenforschung. Cochstedt ist Teil dieser landesweiten Forschungslandschaft und erhält mit dem neuen Zentrum eine zusätzliche sicherheitspolitische Funktion.

Erkennen, bewerten und abwehren

Die Aufgaben des Technologiezentrums reichen von der Erkennung unerwünschter Drohnen bis zur Weiterentwicklung von Verfahren zur Drohnenabwehr. Bestehende Systeme sollen bewertet, neue Ansätze untersucht und verschiedene technische Komponenten miteinander verbunden werden.

  • Erkennung und technische Bewertung unerwünschter Drohnen,
  • Erprobung von Verfahren zur Drohnenabwehr,
  • Weiterentwicklung und Integration verschiedener Sensorsysteme,
  • Tests gemeinsam mit Sicherheitsbehörden und Unternehmen,
  • Demonstration neuer Technologien unter realitätsnahen Bedingungen.

Auch Unternehmen und Forschungspartner sollen die Infrastruktur nutzen können. Das DLR beschreibt das Zentrum als Technologie-Inkubator. Start-ups und etablierte Anbieter sollen dort Systeme entwickeln, testen und demonstrieren können.

Bei der Eröffnung wurden nach Angaben des DLR gemeinsam mit spezialisierten Polizeikräften Technologien aus dem Bereich Drohnensicherheit demonstriert. Das Zentrum soll zudem in das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum eingebunden werden, damit Forschungsvorhaben stärker an praktischen Anforderungen von Sicherheitsbehörden ausgerichtet werden können.

Das Wichtigste in Kürze

In Cochstedt ist ein neues Technologiezentrum für Drohnensicherheit eröffnet worden. Das DLR will dort Erkennung und Abwehr unerwünschter Drohnen unter realitätsnahen Bedingungen erforschen und den Standort weiter ausbauen.

Was ist passiert?
Am DLR-Standort Cochstedt in Sachsen-Anhalt ist am 18. August 2026 das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit eröffnet worden.
Was gilt konkret?
Das Technologiezentrum soll Verfahren zur Erkennung, Bewertung und Abwehr unerwünschter Drohnen unter realitätsnahen Bedingungen erforschen und testen.
Wo?
Die neue Einrichtung ist organisatorisch breiter angelegt, als es der Ort der Eröffnung zunächst vermuten lässt.
Wer ist betroffen?
Nach Angaben des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt arbeiten derzeit 55 Beschäftigte am Standort Cochstedt.
Was ist noch offen?
Wie sich die angekündigten zusätzlichen Stellen zwischen Cochstedt und Braunschweig verteilen werden, ist bislang nicht abschließend ausgewiesen.

Stand: · Quellen

Cochstedt und Braunschweig teilen sich die Forschungsaufgaben

Die neue Einrichtung ist organisatorisch breiter angelegt, als es der Ort der Eröffnung zunächst vermuten lässt. Das DLR nennt neben Cochstedt auch Braunschweig als zentralen Standort des Technologiezentrums. Forschungsaktivitäten zur Drohnensicherheit sollen damit an beiden Standorten gebündelt und weiterentwickelt werden.

Nach Angaben des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt arbeiten derzeit 55 Beschäftigte am Standort Cochstedt. Zugleich hat das DLR angekündigt, das Technologiezentrum in den kommenden Jahren personell und infrastrukturell auszubauen.

Bereich Aktueller Stand Geplante Entwicklung
Investitionen Mehr als zehn Millionen Euro laut DLR Zusätzliche Infrastruktur und Testumgebungen
Personal 55 Beschäftigte am Standort laut Landesministerium Bis zu 40 zusätzliche Stellen für das Technologiezentrum angekündigt
Forschungsorte Cochstedt und Braunschweig Engere Vernetzung mit Behörden und Industrie

Wie sich die angekündigten zusätzlichen Stellen zwischen Cochstedt und Braunschweig verteilen werden, ist bislang nicht abschließend ausgewiesen. Auch einen festen Termin für den vollständigen Ausbau nennt das DLR nicht.

Drohnenabwehr wird zum Sicherheitsthema

Die Eröffnung fällt in eine Zeit, in der unerlaubte Drohnenflüge für Sicherheitsbehörden stärker in den Fokus rücken. Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums Sachsen-Anhalt registrierte die Polizei im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 28 sicherheitsrelevante Drohnenvorfälle im Land.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Thema Anfang August durch einen Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle. Dort wurde eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne gefunden. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Eine konkrete ausländische Urheberschaft war nach dem öffentlich bekannten Ermittlungsstand zunächst nicht abschließend belegt.

Der Aufbau des Technologiezentrums in Cochstedt ist allerdings keine kurzfristige Reaktion auf diesen einzelnen Fall. Am Standort wird seit Jahren an unbemannten Luftfahrtsystemen geforscht. Die neue Einrichtung bündelt und erweitert vorhandene Kompetenzen nun gezielt im Bereich Drohnensicherheit.

Vom Drohnentest zur Sicherheitsforschung

Cochstedt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem spezialisierten Teststandort entwickelt. Nach Angaben des DLR ist die Auslastung des Nationalen Erprobungszentrums seit 2021 jährlich um rund 20 Prozent gestiegen. Für 2025 nennt das Forschungszentrum mehr als 200 Nutzungstage. Etwa die Hälfte entfiel auf externe Kunden und Kooperationspartner aus Forschung und Industrie.

Das Wissenschaftsministerium Sachsen-Anhalt beziffert die Zahl der Flugbewegungen mit unbemannten Luftfahrtsystemen im Jahr 2025 auf rund 1.500. Der Standort verfügt damit bereits über umfangreiche praktische Erfahrung bei Tests mit Drohnen und verwandter Technik.

Mit dem neuen Technologiezentrum verschiebt sich der Schwerpunkt weiter. Neben der sicheren Nutzung unbemannter Luftfahrtsysteme gewinnt die Frage an Gewicht, wie unerwünschte Fluggeräte erkannt und abgewehrt werden können.

Was der Ausbau für Sachsen-Anhalt und die Harzregion bedeutet

Für Cochstedt ist die Eröffnung ein weiterer Schritt in der Entwicklung des ehemaligen Verkehrsflughafens. Aus dem Standort ist innerhalb weniger Jahre ein spezialisiertes Forschungsareal für unbemannte Luftfahrtsysteme geworden. Das Technologiezentrum Drohnensicherheit ergänzt dieses Profil um einen Bereich, der für staatliche Stellen und Betreiber sensibler Infrastruktur an Bedeutung gewinnt.

Für den Harz und das übrige Sachsen-Anhalt ist das zunächst eine Entwicklung auf Landesebene: Forschung, technische Erprobung und Sicherheitsfragen werden an einem bestehenden Standort stärker miteinander verknüpft. Eine operative Einsatzzentrale für aktuelle Drohnenvorfälle ist das Zentrum nicht.

Cochstedt erhält eine neue Rolle in Sachsen-Anhalts Forschungslandschaft

Ob neue Verfahren zur Drohnendetektion und Drohnenabwehr den Schritt aus der Forschung in den praktischen Einsatz schaffen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Entscheidend wird sein, welche Systeme sich unter realitätsnahen Bedingungen bewähren und wie eng Forschung, Industrie und Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten.

Für die Harzregion bleibt vor allem die Entwicklung innerhalb Sachsen-Anhalts relevant: Cochstedt wird nicht nur als Testgelände für Drohnen weiterentwickelt, sondern zunehmend als Forschungsstandort für Drohnensicherheit. Damit erhält ein bereits etabliertes Erprobungszentrum eine zusätzliche Aufgabe in einem Feld, dessen Bedeutung für Flughäfen, Behörden und kritische Infrastruktur wächst.

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