Oberharz

Spuren im Dunkeln Überfall auf Tankstelle im Oberharz: Polizei veröffentlicht neue Details zu Ermittlungen

Clausthal-Zellerfeld, Dezember 2025. Der Verkehr rauscht über die Andreasberger Straße, als sei nichts geschehen. Doch hinter den Fenstern der Tankstelle, die an diesem Abend zum Tatort wurde, sitzt der Schock noch tief. Wochen nach dem Überfall beschäftigen neue Details Ermittler und Bevölkerung gleichermaßen – und werfen ein Schlaglicht auf ein Verbrechen, das den Oberharz unerwartet traf.

Ein Abend, der anders endete als geplant

Am 5. Dezember 2025, kurz vor 21 Uhr, betrat der Alltag einer Tankstelle im Oberharz eine andere Realität. Zwei bislang unbekannte Männer betraten die Shell-Tankstelle in der Andreasberger Straße in Clausthal-Zellerfeld. Was folgte, dauerte nur wenige Minuten – und hatte doch nachhaltige Wirkung: Unter Androhung von Gewalt forderten die Täter Bargeld. Der anwesende Mitarbeiter kam der Forderung nach. Kurz darauf verschwanden die Männer zu Fuß in Richtung des Wohngebiets „Am Schlagbaum“.

Die sofort eingeleitete Fahndung blieb erfolglos. Streifenwagen durchkämmten die Umgebung, überprüften Nebenstraßen und Waldwege, doch die Täter waren bereits außer Reichweite. Bis heute sind sie nicht identifiziert.

Tatablauf und erste Ermittlungen

Nach bisherigen Erkenntnissen agierten die Täter zielgerichtet und zügig. Beide Männer waren vermummt und trugen Handschuhe – ein Detail, das die Ermittler als Hinweis auf Vorbereitung werten. Beschrieben werden sie als etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß, mit sportlicher Statur. Einer trug einen grauen, der andere einen schwarzen Kapuzenpullover. Auffällig: Trotz intensiver Spurensicherung konnten bislang keine verwertbaren Hinweise auf ihre Identität veröffentlicht werden.

Ob die Täter bewaffnet waren, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Zwar wurde der Überfall unter Gewaltandrohung begangen, doch konkrete Angaben zu Schuss- oder Stichwaffen hat die Polizei bislang nicht bestätigt. Die Behörden halten sich hier bewusst zurück, um laufende Ermittlungen nicht zu gefährden.

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Neue Details nach Wochen der Ermittlungsarbeit

Mehr als drei Wochen nach dem Überfall auf die Tankstelle im Oberharz haben Polizei und Staatsanwaltschaft den Fall erneut öffentlich eingeordnet. Dabei wurde deutlich: Die Ermittlungen laufen mit unverändertem Nachdruck. Videoaufzeichnungen aus dem Umfeld, Bewegungsprofile und Zeugenaussagen werden weiterhin ausgewertet. Auch Hinweise, die erst Tage oder Wochen nach der Tat eingehen, fließen in die Arbeit der Ermittler ein.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Fluchtroute. Die Täter verließen den Tatort zu Fuß – ungewöhnlich für Tankstellenüberfälle, bei denen häufig Fahrzeuge genutzt werden. Die Richtung „Am Schlagbaum“ bietet zahlreiche Abzweigungen, Fußwege und Übergänge in bewaldetes Gelände. Genau hier setzen die aktuellen Ermittlungen an.

Die Suche nach Zeugen

Die Polizei Goslar bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht werden Personen, die am Abend des 5. Dezember im Bereich der Andreasberger Straße, in angrenzenden Wohngebieten oder auf umliegenden Wegen verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Auch scheinbar beiläufige Details können entscheidend sein – etwa ungewöhnliche Bewegungen, Gesprächsfetzen oder Personen, die nicht in die Umgebung passten.

Erfahrungsgemäß, so betonen Ermittler, tauchen entscheidende Hinweise oft erst zeitverzögert auf. Gespräche im Freundes- oder Familienkreis, neue Erinnerungen oder Medienberichte können dazu führen, dass sich Zeugen erneut melden.

Ein Delikt mit Signalwirkung für die Region

Der Überfall auf die Tankstelle im Oberharz hat die Region aufgeschreckt. In einer Gegend, die eher für Natur, Tourismus und überschaubare Kriminalitätszahlen bekannt ist, wirken solche Taten besonders nach. Viele Anwohner äußerten in Gesprächen ihre Verunsicherung – weniger aus Angst vor unmittelbarer Gefahr, sondern wegen des Gefühls, dass vertraute Orte plötzlich verletzlich erscheinen.

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Tankstellen gelten bundesweit als sensible Orte. Sie sind lange geöffnet, führen Bargeld und werden häufig nur von einer Person betreut. Auch im Oberharz sind sie wichtige Versorgungsstationen – nicht nur für Autofahrer, sondern oft auch als Treffpunkte in den Abendstunden.

Polizeipräsenz und Prävention

Nach Angaben der Polizei gibt es derzeit keine Hinweise auf eine akute Gefährdungslage. Dennoch werden präventive Maßnahmen regelmäßig überprüft. Dazu zählen sichtbare Streifenfahrten ebenso wie Gespräche mit Betreibern und Mitarbeitenden.

Typische Präventionsansätze

  • Optimierung der Beleuchtung im Innen- und Außenbereich
  • Anpassung von Öffnungs- und Sicherheitskonzepten
  • Technische Sicherungen wie Kamerasysteme
  • Schulungen für Mitarbeitende im Umgang mit Bedrohungslagen

Solche Maßnahmen können Straftaten nicht verhindern, sie dienen jedoch der Abschreckung und erleichtern im Ernstfall die Aufklärung.

Zwischen Ermittlungsdruck und öffentlicher Erwartung

Für die Ermittler bedeutet der Fall eine Gratwanderung: Einerseits besteht der Druck, neue Erkenntnisse zu liefern, andererseits müssen Details zurückgehalten werden, um Spuren nicht zu gefährden. Gerade bei Raubdelikten ohne schnelle Festnahmen ist Geduld gefragt – ein Umstand, der in der Öffentlichkeit nicht immer auf Verständnis stößt.

Die Polizei betont, dass auch vermeintlich festgefahrene Ermittlungen neue Wendungen nehmen können. Vergleichsfälle, neue Hinweise oder interne Auswertungen führen nicht selten Wochen oder Monate später zu Durchbrüchen.

Der Blick auf ähnliche Fälle

Tankstellenüberfälle gehören bundesweit zu den regelmäßig erfassten Raubdelikten, treten jedoch regional sehr unterschiedlich auf. Im Oberharz sind solche Taten vergleichsweise selten. Genau deshalb wird der aktuelle Fall auch als isoliertes Ereignis betrachtet – Hinweise auf eine Serie oder organisierte Strukturen gibt es bislang nicht.

Gleichzeitig prüfen Ermittler routinemäßig, ob Parallelen zu anderen Straftaten bestehen. Kleidung, Vorgehensweise und Fluchtrouten werden abgeglichen, ohne dass daraus bislang veröffentlichungsfähige Erkenntnisse resultiert hätten.

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Was bleibt, solange die Täter unbekannt sind

Der Überfall auf die Tankstelle im Oberharz ist mehr als eine statistische Größe. Er steht für die Erfahrung, dass auch vermeintlich sichere Räume nicht frei von Risiken sind. Für den betroffenen Mitarbeiter bedeutet er eine Zäsur, für die Region einen Moment der Irritation.

Solange die Täter nicht gefasst sind, bleibt der Fall offen – juristisch wie emotional. Die Ermittlungen laufen weiter, die Bitte um Hinweise besteht fort. Und während der Alltag an der Andreasberger Straße zurückkehrt, bleibt die Hoffnung, dass aus neuen Details am Ende klare Antworten werden.

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Über den Autor

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Ich bin im Herzen des Harzes aufgewachsen; Diese mystische und sagenumwobene Region inspirierte mich schon früh. Heute schreibe ich aus Leidenschaft, wobei ich die Geschichten und Legenden meiner Heimat in meinen Werken aufleben lasse. Der Harz ist nicht nur meine Heimat, sondern auch meine Muse.