Sachsen-Anhalt

Explosion mit fatalen Folgen Sachsen-Anhalt: Kind bei Unfall mit illegalem Böller schwer verletzt

Stendal, 21. Dezember 2025 – Ein dumpfer Knall durchbricht die winterliche Ruhe eines Wohngebiets, Sekunden später Schreie. Was für einige Kinder als harmloses Experiment begann, endet für einen 13-Jährigen mit schweren Verletzungen und einem Rettungshubschrauber-Einsatz. Der Unfall mit einem illegalen Böller rückt erneut die Gefahren verbotener Pyrotechnik in den Fokus.

Der schwere Unfall ereignete sich am Samstagnachmittag in Stendal. Ein 13 Jahre alter Junge wurde durch die Explosion eines nicht zugelassenen Feuerwerkskörpers schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um einen sogenannten Polenböller – eine Form illegaler Pyrotechnik, die in Deutschland weder zugelassen noch erlaubt ist. Der Jugendliche erlitt Verletzungen im Gesicht sowie an den Händen und musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden.

Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Unfälle, die immer wieder vor allem Kinder und Jugendliche betreffen. Trotz wiederholter Warnungen von Polizei und Behörden bleibt der Reiz illegaler Böller offenbar ungebrochen – mit teils dramatischen Folgen.

Der Unfall in Stendal: Sekunden, die alles verändern

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand befand sich der 13-Jährige gemeinsam mit anderen Kindern im Freien, als sie versuchten, einen Feuerwerkskörper zu zünden. Der Böller detonierte zunächst nicht vollständig. In der Annahme, es handele sich um einen Blindgänger, versuchte der Junge, den Sprengkörper erneut zu entzünden.

In diesem Moment kam es zur Explosion. Die Wucht der Detonation war erheblich. Splitter und Druck trafen den Jugendlichen unmittelbar. Besonders betroffen waren Gesicht und Hände – Körperregionen, die bei Explosionen von Feuerwerkskörpern besonders gefährdet sind.

Nachbarn alarmierten umgehend die Rettungskräfte. Sanitäter versorgten den Jungen zunächst am Unfallort. Aufgrund der Schwere der Verletzungen entschieden die Einsatzkräfte, einen Rettungshubschrauber anzufordern. Der 13-Jährige wurde in eine Spezialklinik gebracht, wo er weiter medizinisch behandelt wird. Über seinen aktuellen Gesundheitszustand machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.

Illegale Pyrotechnik als Unfallursache

Bei dem verwendeten Sprengkörper handelte es sich laut Polizei um einen sogenannten Polenböller. Diese Bezeichnung steht umgangssprachlich für illegale Feuerwerkskörper, die häufig aus dem Ausland stammen und nicht den deutschen Sicherheitsstandards entsprechen. Sie sind weder geprüft noch zugelassen und weisen oftmals eine deutlich stärkere Sprengkraft auf als erlaubte Produkte.

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Der Besitz, die Weitergabe und das Abbrennen solcher Böller sind in Deutschland strafbar. Dennoch tauchen sie regelmäßig auf – insbesondere im Umfeld von Jugendlichen. Der Unfall in Stendal zeigt erneut, wie unberechenbar diese Sprengkörper sind.

Gefahren illegaler Böller: Unkontrollierte Explosionen

Illegale Böller unterscheiden sich in mehreren Punkten von zugelassenem Feuerwerk. Während erlaubte Pyrotechnik strengen Prüfverfahren unterliegt und mit einer CE-Kennzeichnung versehen sein muss, fehlt diese Sicherheitsüberprüfung bei verbotenen Produkten vollständig.

Polenböller und ähnliche Sprengkörper können:

  • unkontrolliert und verzögert explodieren,
  • eine deutlich höhere Sprengkraft entwickeln,
  • Splitter oder Trümmerteile freisetzen,
  • schwere Verletzungen an Händen, Augen und Gesicht verursachen.

Gerade die Kombination aus hoher Explosionskraft und fehlender Zündsicherheit macht diese Böller besonders gefährlich. Experten warnen seit Jahren davor, dass selbst ein einzelner Sprengkörper ausreicht, um dauerhafte körperliche Schäden zu verursachen.

Polizei warnt eindringlich

Nach dem Unfall in Stendal erneuerte die Polizei ihre Warnungen vor illegaler Pyrotechnik. Die Beamten betonen, dass solche Böller nicht nur gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen, sondern auch ein erhebliches Risiko für Leib und Leben darstellen.

Besonders Kinder und Jugendliche unterschätzen häufig die Gefahren. Die scheinbare Robustheit der Sprengkörper und Berichte über besonders laute Explosionen vermitteln ein trügerisches Gefühl von Kontrolle. Tatsächlich sind gerade diese Eigenschaften ein Hinweis auf das hohe Gefahrenpotenzial.

Rechtlicher Rahmen: Klare Verbote, große Risiken

In Deutschland ist der Umgang mit Feuerwerkskörpern gesetzlich streng geregelt. Für den privaten Gebrauch sind ausschließlich Produkte der Kategorie F2 erlaubt, die eine begrenzte Explosionswirkung haben und nur zu bestimmten Zeiten verwendet werden dürfen. Alle darüber hinausgehenden Sprengkörper gelten als verbotene Pyrotechnik.

Illegale Böller wie der in Stendal verwendete Polenböller fallen unter diese Verbote. Wer solche Sprengkörper besitzt oder abbrennt, begeht eine Straftat. Je nach Schwere des Verstoßes drohen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen.

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Auch Eltern können in die Verantwortung geraten, wenn minderjährige Kinder mit verbotener Pyrotechnik hantieren. Die rechtlichen Konsequenzen sind dabei nur ein Aspekt – schwerer wiegen oftmals die gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen.

Wiederkehrende Unfälle mit ähnlichem Muster

Unfälle mit illegalen Böllern folgen häufig einem ähnlichen Ablauf: Ein Sprengkörper zündet nicht sofort, wird erneut angefasst oder entzündet – und explodiert dann plötzlich. Besonders häufig betroffen sind Hände, Finger und Gesicht. In schweren Fällen kommt es zu Amputationen, Augenverletzungen oder bleibenden Narben.

Der Vorfall in Stendal passt in dieses bekannte Muster. Er zeigt, dass die Gefahr nicht abstrakt ist, sondern jederzeit Realität werden kann – auch abseits der klassischen Silvesterzeit.

Reaktionen in Stendal: Bestürzung und Appelle

In der Stadt Stendal hat der Unfall für große Betroffenheit gesorgt. Anwohner des betroffenen Wohngebiets zeigten sich schockiert über das Geschehen. Viele äußerten Unverständnis darüber, dass Kinder Zugang zu illegalen Böllern haben.

Eltern und Pädagogen betonen die Notwendigkeit, frühzeitig über die Gefahren von Pyrotechnik aufzuklären. Der Unfall habe deutlich gemacht, dass Warnungen nicht abstrakt bleiben dürften, sondern konkret und nachvollziehbar vermittelt werden müssten.

Auch in sozialen Netzwerken wurde der Vorfall diskutiert. Neben Forderungen nach strengeren Kontrollen des illegalen Feuerwerkhandels wurden vor allem Aufklärung und Prävention als zentrale Ansatzpunkte genannt.

Aufklärung als Schlüssel

Fachleute aus der Unfallprävention weisen darauf hin, dass gesetzliche Verbote allein nicht ausreichen. Entscheidend sei, dass Kinder und Jugendliche die realen Risiken verstehen. Dazu gehöre auch, offen über schwere Verletzungen und langfristige Folgen zu sprechen.

Eltern spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sollten nicht nur Verbote aussprechen, sondern erklären, warum bestimmte Feuerwerkskörper gefährlich sind. Der Unfall in Stendal zeigt, wie schnell eine vermeintlich harmlose Situation eskalieren kann.

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Mehr als ein Einzelfall

Der schwere Unfall in Stendal ist kein isoliertes Ereignis. Immer wieder kommt es bundesweit zu Verletzungen durch illegale Böller. Besonders rund um Feiertage und Ferienzeiten steigt das Risiko, dass Kinder und Jugendliche mit verbotener Pyrotechnik experimentieren.

Die Kombination aus Neugier, Gruppendynamik und leichtfertigem Umgang mit explosiven Stoffen führt immer wieder zu gefährlichen Situationen. Polizei und Rettungskräfte berichten regelmäßig von ähnlichen Einsätzen – häufig mit schwerwiegenden Folgen.

Der aktuelle Fall macht deutlich, dass das Problem weiterhin besteht und Aufmerksamkeit verdient – nicht nur in der Silvesterdebatte, sondern das ganze Jahr über.

Ein Moment, der nachwirkt

Während der verletzte 13-Jährige in einer Spezialklinik behandelt wird, bleibt der Vorfall in Stendal ein mahnendes Beispiel. Er zeigt, wie schnell aus Neugier und Leichtsinn ein lebensverändernder Unfall werden kann.

Der Umgang mit illegalen Böllern ist kein Kavaliersdelikt. Die Explosion in Stendal hat dies auf schmerzhafte Weise verdeutlicht – für das betroffene Kind, seine Familie und eine Stadt, die nun erneut über Verantwortung, Prävention und den Schutz von Kindern diskutiert.

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Über den Autor

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Ich bin im Herzen des Harzes aufgewachsen; Diese mystische und sagenumwobene Region inspirierte mich schon früh. Heute schreibe ich aus Leidenschaft, wobei ich die Geschichten und Legenden meiner Heimat in meinen Werken aufleben lasse. Der Harz ist nicht nur meine Heimat, sondern auch meine Muse.