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Wenn Geschichte leise wird Kloster Walkenried: Stimmungsvolle Weihnachtsführungen im UNESCO-Welterbe

Walkenried, 19. Dezember 2025 – Wenn der Harz zur Ruhe kommt und sich der Winter wie ein Schleier über die Landschaft legt, entfaltet das Kloster Walkenried eine besondere Anziehungskraft. Zwischen Kreuzgang und Kirchenmauern, im Schein von Kerzen und begleitet von stillen Erzählungen, öffnet das UNESCO-Welterbe in der Weihnachtszeit seine Tore für Besucher, die Geschichte nicht nur sehen, sondern spüren wollen.

Kloster Walkenried als Ort weihnachtlicher Geschichte

Das ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried gehört zu den bedeutendsten historischen Anlagen Norddeutschlands. In der Weihnachtszeit rückt es nicht nur als architektonisches Denkmal in den Fokus, sondern als lebendiger Erinnerungsraum. Die besonderen Führungen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel verbinden historische Wissensvermittlung mit einer Atmosphäre, die der stillen Zeit des Jahres entspricht.

Besucherinnen und Besucher erleben das Kloster Walkenried dabei nicht als bloßes Museum, sondern als Ort gelebter Geschichte. Die weiten Räume, die klare Zisterzienserarchitektur und der berühmte Kreuzgang bilden den Rahmen für Führungen, die bewusst entschleunigt sind und Raum lassen für Eindrücke, Stille und Einordnung.

„Mit Kreuz und Spaten“ – Geschichte im Rundgang

Zu den festen Bestandteilen des Programms zählt die öffentliche Führung „Mit Kreuz und Spaten“. Vom ersten Weihnachtstag bis in die ersten Tage des neuen Jahres hinein wird sie täglich angeboten. Beginn ist jeweils um 13:45 Uhr. In rund 75 Minuten führt der Rundgang durch das Kloster Walkenried und die Dauerausstellung des ZisterzienserMuseums.

Im Mittelpunkt steht das Leben der Zisterziensermönche, die das Kloster über Jahrhunderte geprägt haben. Die Führung zeichnet ihren Alltag nach, beleuchtet die religiösen Grundlagen ebenso wie die wirtschaftliche Bedeutung des Klosters und ordnet dessen Aufstieg und Niedergang historisch ein. Dabei wird deutlich, wie eng spirituelles Leben, Arbeit und Organisation in der Klosterwelt miteinander verbunden waren.

Die Führung vermittelt Zusammenhänge, ohne zu überfrachten. Sie richtet sich sowohl an kulturhistorisch Interessierte als auch an Besucher, die das Kloster Walkenried erstmals kennenlernen. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich, da die Gruppengrößen begrenzt sind.

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Familienführungen für junge Entdecker

Auch für Kinder und Familien hält das Kloster Walkenried in der Weihnachtszeit ein eigenes Angebot bereit. Die Führung „Kleine Mönche auf Zeit“ richtet sich an Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren und findet an ausgewählten Tagen zwischen den Jahren statt. Beginn ist jeweils um 11:00 Uhr.

In dieser Führung wird Geschichte spielerisch vermittelt. Die Kinder erfahren, wie das Leben im Kloster aussah, welche Aufgaben die Mönche hatten und wie der Alltag ohne moderne Technik organisiert war. Dabei steht das Mitmachen im Vordergrund: Die jungen Besucher schlüpfen symbolisch in die Rolle der Mönche und entdecken die Klosteranlage aus kindgerechter Perspektive.

Das Format schafft einen niederschwelligen Zugang zur Geschichte und ermöglicht Familien einen gemeinsamen Museumsbesuch, der Wissen und Erlebnis verbindet.

Führungen im Kerzenschein durch den Kreuzgang

Zu den atmosphärisch eindrucksvollsten Angeboten zählen die Kerzenscheinführungen durch den Kreuzgang. Sie finden an mehreren Abenden rund um den Jahreswechsel statt und beginnen jeweils um 17:15 Uhr. In der Dämmerung, wenn der Alltag draußen verblasst, entfaltet der historische Kreuzgang eine besondere Wirkung.

Der Rundgang führt durch die zentralen Bereiche des Klosters, erhellt allein vom warmen Licht der Kerzen. In dieser Umgebung treten Architektur und Geschichte in einen intensiven Dialog. Die Führung widmet sich dem geistlichen Leben der Mönche, ihren Ritualen und dem Wandel der Klosteranlage im Laufe der Jahrhunderte.

Die reduzierte Beleuchtung und die ruhige Führung schaffen eine Atmosphäre, die bewusst auf Effekte verzichtet und stattdessen Konzentration und Nachdenken ermöglicht. Auch für Besucher, die das Kloster Walkenried bereits kennen, eröffnet sich so ein neuer Zugang.

Kulinarische Ergänzungen mit regionalem Bezug

An ausgewählten Terminen werden die Kerzenscheinführungen durch ein gemeinsames Essen ergänzt. Nach dem Rundgang erwartet die Teilnehmer ein sogenanntes Kniesteressen, das sich an regionalen Traditionen orientiert. Serviert werden unter anderem Ofenkartoffeln mit Speck, Suppe, Brot, Quark und Krautsalat sowie eine Auswahl an Wurst- und Käsespezialitäten.

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Das kulinarische Angebot ist bewusst schlicht gehalten und fügt sich in das historische Ambiente ein. Auf Wunsch kann auch eine vegetarische Variante angeboten werden. Geschenkgutscheine für diese und andere Führungen sind im Museum erhältlich und werden insbesondere in der Weihnachtszeit stark nachgefragt.

Weihnachtsmarkt am Kloster Walkenried

Ein weiterer Höhepunkt der Adventszeit ist der Weihnachtsmarkt am Kloster Walkenried. Am zweiten Adventswochenende verwandelt sich der Klostervorplatz in eine festlich geschmückte Marktlandschaft. Rund 30 Stände bieten regionale Produkte, Kunsthandwerk und kulinarische Spezialitäten an.

Der Markt fügt sich harmonisch in die historische Umgebung ein und nutzt die Kulisse des Klosters bewusst als ruhigen Gegenpol zum sonst oft hektischen Weihnachtsbetrieb. Lichter, Feuerkörbe und der Duft von Punsch und Gebäck prägen das Bild.

Programm für Familien und Besucher

  • Weihnachtlich dekorierter Klostervorplatz mit Lichterglanz
  • Regionaler Kunst- und Handwerksmarkt
  • Kinderkarussell und Aktionen für Familien
  • Besuch des Weihnachtsmannes an beiden Tagen
  • Musikalische Beiträge und Konzerte

Begleitend zum Markt finden auch Führungen im Kloster statt, darunter Varianten von „Mit Kreuz und Spaten“, die Kinderführung sowie Kerzenscheinrundgänge. Am Sonntagvormittag wird zudem ein Adventsgottesdienst in der Klosterkirche gefeiert. Den musikalischen Abschluss bildet ein Konzert am Abend.

UNESCO-Welterbe mit besonderer Strahlkraft

Das Kloster Walkenried wurde im 12. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich rasch zu einem der bedeutendsten Zisterzienserklöster im deutschsprachigen Raum. Seine wirtschaftliche Macht reichte weit über den Harz hinaus. Die Mönche prägten nicht nur das religiöse Leben, sondern auch Landschaft, Bergbau und Wasserwirtschaft.

Seit 2010 gehört das Kloster Walkenried als Teil der Oberharzer Wasserwirtschaft zum UNESCO-Welterbe. Diese Auszeichnung unterstreicht die internationale Bedeutung der Anlage. In der Weihnachtszeit wird dieser historische Wert nicht museal distanziert präsentiert, sondern in eine lebendige Erzählung eingebettet.

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Ein Ort zwischen Stille und Begegnung

Die Weihnachtsangebote des Klosters Walkenried verbinden unterschiedliche Ebenen: Geschichte und Gegenwart, Bildung und Atmosphäre, individuelle Stille und gemeinsames Erleben. Die Führungen sind bewusst so gestaltet, dass sie sowohl Informationen vermitteln als auch Raum lassen für persönliche Eindrücke.

Gerade in der Weihnachtszeit zeigt sich das Kloster als Ort der Konzentration. Die klare Architektur, die reduzierte Gestaltung und die ruhige Erzählweise der Führungen bilden einen Kontrast zur Reizüberflutung der Vorweihnachtswochen.

Ein Winterbesuch mit nachhaltiger Wirkung

Wer das Kloster Walkenried in der Weihnachtszeit besucht, erlebt mehr als ein kulturelles Programm. Die Kombination aus historischer Tiefe, atmosphärischen Führungen und regionalen Traditionen schafft einen Zugang zur Geschichte, der lange nachwirkt. Zwischen Kerzenschein, Kreuzgang und winterlicher Landschaft wird deutlich, warum dieser Ort seit Jahrhunderten Menschen anzieht – und warum er gerade in der stillen Zeit des Jahres eine besondere Kraft entfaltet.

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Über den Autor

Berichte und Artikel

Ich bin im Herzen des Harzes aufgewachsen; Diese mystische und sagenumwobene Region inspirierte mich schon früh. Heute schreibe ich aus Leidenschaft, wobei ich die Geschichten und Legenden meiner Heimat in meinen Werken aufleben lasse. Der Harz ist nicht nur meine Heimat, sondern auch meine Muse.