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Stein für Stein Burg Falkenstein im Harz: Sanierungsarbeiten an Ringmauer schreiten voran

Pansfelde/Harz, 18. Dezember 2025 – Hoch über dem Selketal liegt Burg Falkenstein im Winterlicht, eingerüstet und still. Wo sonst Schritte über Kopfsteinpflaster hallen und Stimmen durch den Burghof ziehen, bestimmen derzeit Bauzäune, Gerüste und das rhythmische Klopfen von Werkzeugen das Bild. Der Mauerabsturz zu Beginn des Jahres hat eines der bekanntesten Wahrzeichen des Harzes in eine Phase der Reparatur und Neuordnung gezwungen.

Fast zwölf Monate nach dem plötzlichen Einsturz von Teilen der Ringmauer ist die Burg Falkenstein weiterhin geschlossen. Doch hinter den Kulissen schreitet die Sanierung sichtbar voran. Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, verantwortlich für Erhalt und Betrieb der Anlage, hat inzwischen die zentrale Bauphase eingeleitet. Ziel ist es, die historische Substanz zu sichern, Schäden fachgerecht zu beheben und die Burg Falkenstein im Harz perspektivisch wieder für Besucher zugänglich zu machen.

Ein Jahr nach dem Mauerabsturz: Bauarbeiten mit Fingerspitzengefühl

Der Mauerabsturz ereignete sich am 26. Januar 2025 im Bereich der Vorburg. Teile der äußeren Ringmauer lösten sich und stürzten ab. Verletzt wurde niemand, doch aus Sicherheitsgründen musste die gesamte Anlage umgehend gesperrt werden. Für die Verantwortlichen bedeutete der Vorfall eine Zäsur – und einen erheblichen organisatorischen Kraftakt.

Nach umfangreichen Untersuchungen, statischen Prüfungen und denkmalpflegerischen Abstimmungen begannen schließlich die praktischen Arbeiten. Seit mehreren Wochen sind spezialisierte Steinmetze und Restauratoren vor Ort im Einsatz. Sie arbeiten daran, die beschädigten Mauerabschnitte der Burg Falkenstein im Harz schrittweise wieder aufzubauen und zugleich dauerhaft zu stabilisieren.

Handwerk zwischen Geschichte und Statik

Die Sanierung der Ringmauer folgt einem klar strukturierten Ablauf, der den besonderen Anforderungen eines mittelalterlichen Baudenkmals Rechnung trägt:

  • Sicherung und Abstützung der verbliebenen Mauerreste, um weitere Schäden zu verhindern.
  • Sorgfältige Bergung und Sortierung der herabgestürzten Originalsteine.
  • Wiederaufbau der Ringmauer unter Verwendung möglichst vieler historischer Materialien.
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Wo es statisch erforderlich ist, kommen ergänzende, zurückhaltend integrierte Verstärkungen zum Einsatz. Ziel bleibt, die historische Erscheinung der Burg Falkenstein im Harz zu bewahren und zugleich heutige Sicherheitsstandards zu erfüllen.

Kosten, Koordination und ein realistischer Zeitplan

Für die Instandsetzung der beschädigten Mauer hat die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt ein Budget von rund 1,2 Millionen Euro eingeplant. Die Summe umfasst Planung, Bauausführung sowie denkmalfachliche Begleitung. Der Umfang verdeutlicht, wie komplex Eingriffe an einem Bauwerk sind, das seit dem 12. Jahrhundert nahezu unverändert das Selketal überragt.

Ursprünglich war eine Wiedereröffnung der Burg Falkenstein im Harz bereits für den Sommer 2025 vorgesehen. Der unerwartete Schaden machte diese Planung jedoch hinfällig. Inzwischen gilt ein neuer Zeitrahmen: Die zentralen Arbeiten an der Ringmauer sollen bis Ende März 2026 abgeschlossen sein. Erst danach kann geprüft werden, ob eine sichere Öffnung für Besucher möglich ist.

Weitere Maßnahmen am historischen Ensemble

Parallel zur Mauerinstandsetzung sind weitere Arbeiten an der Burg Falkenstein vorgesehen. Diese Maßnahmen betreffen vor allem Bereiche, die unabhängig vom aktuellen Schadensfall langfristig gesichert werden müssen:

  • Instandsetzungen im Bereich des Zwingers;
  • Restaurierungsarbeiten an der Fassade des Südflügels.

Diese Bauphasen sollen nach derzeitiger Planung bis Ende September 2026 andauern. Teilweise könnten sie bereits während eines eingeschränkten Besucherbetriebs erfolgen.

Ein Denkmal von überregionaler Bedeutung

Die Burg Falkenstein im Harz zählt zu den eindrucksvollsten Höhenburgen Mitteldeutschlands. Erbaut im 12. Jahrhundert, thront sie zwischen den Ortsteilen Meisdorf und Pansfelde der Stadt Falkenstein/Harz im Landkreis Harz. Über Jahrhunderte blieb ihre Struktur weitgehend erhalten, was sie heute zu einem zentralen Zeugnis mittelalterlicher Baukunst macht.

Als Station der Straße der Romanik ist die Burg Falkenstein nicht nur kulturhistorisch, sondern auch touristisch von großer Bedeutung. Das Museum, gastronomische Angebote und regelmäßige Veranstaltungen ziehen jährlich rund 80.000 Besucher an und machen die Anlage zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Region.

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Auswirkungen auf Tourismus und Umfeld

Die monatelange Schließung bleibt nicht ohne Folgen. Veranstaltungen, Führungen und Feste mussten ausgesetzt werden, auch die traditionsreiche Gaststätte „Krummes Tor“ ist von der Situation betroffen. Dennoch bleibt die Erwartung, dass die Burg Falkenstein im Harz nach Abschluss der Bauarbeiten ihre Rolle als kultureller Anziehungspunkt wieder voll einnehmen kann.

Wenn Geschichte wieder zugänglich wird

Die laufenden Arbeiten an der Ringmauer markieren mehr als eine technische Reparatur. Sie stehen für den Versuch, historische Substanz verantwortungsvoll zu bewahren und zugleich für kommende Generationen nutzbar zu halten. Sollte der Zeitplan eingehalten werden, könnte die Burg Falkenstein im Harz im Frühjahr 2026 erneut ihre Tore öffnen – stabilisiert, gesichert und bereit, ihre Geschichte weiterzuerzählen.

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Über den Autor

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Ich bin im Herzen des Harzes aufgewachsen; Diese mystische und sagenumwobene Region inspirierte mich schon früh. Heute schreibe ich aus Leidenschaft, wobei ich die Geschichten und Legenden meiner Heimat in meinen Werken aufleben lasse. Der Harz ist nicht nur meine Heimat, sondern auch meine Muse.