
Magdeburg, 31. Dezember 2025. Ein beißender Geruch von Rauch liegt über der Innenstadt, Sirenen hallen durch die Nacht, Blaulicht spiegelt sich in den Fassaden. Während viele Menschen sich auf den Jahreswechsel vorbereiten, kämpfen Feuerwehrleute stundenlang gegen einen Großbrand in einem Wohnhaus in der Sternstraße.
Was als einzelner Brandherd beginnt, entwickelt sich rasch zu einem der aufwendigsten Feuerwehreinsätze des Jahres in Magdeburg – mit weitreichenden Folgen für Anwohner, Verkehr und Einsatzkräfte.
Ein Großbrand hat in der Nacht zum 31. Dezember ein mehrgeschossiges Wohnhaus im Zentrum von Magdeburg schwer beschädigt. Über viele Stunden hinweg waren mehr als 120 Einsatzkräfte der Feuerwehr damit beschäftigt, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, Menschen zu schützen und ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Erst am Vormittag konnte die Einsatzleitung offiziell „Feuer aus“ melden. Zurück bleibt ein unbewohnbares Gebäude, gesperrte Straßen – und eine Stadt, die in den letzten Stunden des Jahres den Atem anhielt.
Feuer bricht am Abend aus und breitet sich rasch aus
Der Alarm ging am frühen Abend des 30. Dezember ein. Gegen 19:30 Uhr wurden die ersten Kräfte der Feuerwehr Magdeburg in die Sternstraße gerufen. Bereits auf der Anfahrt war eine starke Rauchentwicklung sichtbar. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Obergeschoss des Wohnhauses in Vollbrand. Flammen schlugen aus den Fenstern, dichter Rauch zog durch die engen Straßenzüge der Innenstadt.
Angesichts der Lage erhöhte die Einsatzleitung umgehend die Alarmstufe. Zusätzliche Löschzüge wurden nachgefordert, Freiwillige Feuerwehren aus dem gesamten Stadtgebiet rückten an. Schnell war klar: Dieser Großbrand würde kein kurzer Einsatz werden.
Komplexe Lage im Innenstadtbereich
Die enge Bebauung in der Sternstraße stellte die Feuerwehr vor besondere Herausforderungen. Drehleitern mussten präzise positioniert, Löschangriffe koordiniert und gleichzeitig die Sicherheit der Einsatzkräfte gewährleistet werden. Hinzu kam die Sorge, dass sich das Feuer über den Dachstuhl auf angrenzende Gebäude ausbreiten könnte.
Mehrere Trupps gingen unter Atemschutz ins Gebäude vor, während von außen massiv Löschwasser abgegeben wurde. Die Wasserversorgung wurde über Hydranten und zusätzliche Leitungen sichergestellt. Immer wieder kam es zu Rückzündungen, da sich das Feuer in der Dachkonstruktion festgesetzt hatte.
Kampf gegen Glutnester bis in den Morgen
Im Verlauf der Nacht zeigte sich das ganze Ausmaß des Großbrandes. Teile der Dachkonstruktion waren durch die Hitze stark beschädigt und galten als einsturzgefährdet. Ein Betreten bestimmter Gebäudebereiche war nicht mehr möglich. Um dennoch an die hartnäckigen Glutnester zu gelangen, entschied sich die Einsatzleitung für eine ungewöhnliche, aber notwendige Maßnahme.
Unterstützung aus Braunschweig
Ein Spezialkran der Feuerwehr Braunschweig wurde angefordert und rückte in den frühen Morgenstunden an. Mit seiner Hilfe konnten Teile des Daches kontrolliert abgetragen werden, um an die Brandherde zu gelangen. Diese Maßnahme erwies sich als entscheidend, um den Großbrand endgültig unter Kontrolle zu bringen.
Erst mit dem Einsatz des Krans gelang es den Feuerwehrkräften, die letzten Glutnester zu erreichen und abzulöschen. Die Arbeiten zogen sich bis in den Vormittag hinein. Gegen Mittag konnte schließlich Entwarnung gegeben werden.
Rauchwarnung für Anwohner und Verkehrseinschränkungen
Die massive Rauchentwicklung blieb nicht ohne Folgen für die Umgebung. In den frühen Morgenstunden wurden die Anwohner der umliegenden Straßen über Warnsysteme dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ziel war es, die Belastung durch Rauch und mögliche Schadstoffe zu minimieren.
Die Warnung wurde erst gegen 9 Uhr aufgehoben, nachdem sich die Lage deutlich entspannt hatte. Währenddessen blieb die Sternstraße weiträumig gesperrt. Der Verkehr im Innenstadtbereich war teilweise erheblich beeinträchtigt, Buslinien mussten umgeleitet werden.
Rettungsdienst und psychosoziale Betreuung im Einsatz
Neben der Feuerwehr waren auch Kräfte des Rettungsdienstes und der psychosozialen Notfallversorgung vor Ort. Sie kümmerten sich um betroffene Bewohner, die ihre Wohnungen verlassen mussten, sowie um Einsatzkräfte, die über viele Stunden hinweg unter hoher körperlicher und psychischer Belastung standen.
Keine Schwerverletzten – Feuerwehrleute leicht verletzt
Trotz der dramatischen Lage blieb eine größere Katastrophe aus. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurden keine Bewohner schwer verletzt. Zwei Feuerwehrleute erlitten während der Löscharbeiten leichte Verletzungen, darunter eine Rauchgasvergiftung. Sie konnten vor Ort medizinisch versorgt werden.
Ein besonders emotionaler Moment ereignete sich während der Nachlöscharbeiten: Einsatzkräfte retteten zwei Hauskatzen lebend aus dem Gebäude. Die Tiere wurden in Sicherheit gebracht und versorgt.
Wohnhaus derzeit unbewohnbar
Das betroffene Gebäude ist nach Einschätzung der Feuerwehr derzeit nicht bewohnbar. Die Statik des Hauses muss überprüft werden, zudem sind Teile des Dachstuhls stark beschädigt. Für die Bewohner wurden vorübergehend Notunterkünfte organisiert. Wie lange sie ihre Wohnungen nicht nutzen können, ist derzeit unklar.
Polizei ermittelt zur Brandursache
Parallel zu den Löscharbeiten nahm die Polizei die Ermittlungen zur Brandursache auf. Konkrete Ergebnisse liegen bislang nicht vor. Aufgrund der starken Schäden können einige Bereiche des Hauses derzeit noch nicht betreten werden. Erst nach Abschluss der Sicherungsmaßnahmen soll eine umfassende Untersuchung möglich sein.
Sachschaden im hohen sechsstelligen Bereich
Der entstandene Sachschaden wird nach ersten Einschätzungen im hohen sechsstelligen Bereich vermutet. Ob diese Summe ausreicht, um die tatsächlichen Schäden abzubilden, ist offen. Erfahrungsgemäß könnten die Kosten für Sanierung oder Abriss deutlich höher ausfallen.
Großbrand zeigt Bedeutung koordinierter Einsatzstrukturen
Der Einsatz in der Sternstraße verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Berufsfeuerwehr, Freiwilligen Feuerwehren und unterstützenden Organisationen ist. Neben den Kräften aus Magdeburg waren Einheiten des Technischen Hilfswerks sowie spezialisierte Kräfte aus Braunschweig beteiligt.
Die Koordination der zahlreichen Einheiten über viele Stunden hinweg stellte hohe Anforderungen an die Einsatzleitung. Dass der Großbrand letztlich ohne Todesopfer blieb, ist auch diesem Zusammenspiel zu verdanken.
Ein Jahreswechsel im Zeichen der Einsatzbereitschaft
Während andere Menschen den Jahreswechsel vorbereiteten, arbeiteten Feuerwehrleute, Sanitäter und Helfer die ganze Nacht hindurch. Der Großbrand in Magdeburg war einer jener Einsätze, die im Stillen ablaufen und doch entscheidend für das Sicherheitsgefühl einer Stadt sind. Als am Vormittag schließlich „Feuer aus“ gemeldet wurde, war das Feuer gelöscht – nicht aber die Eindrücke dieser Nacht. Sie werden den Beteiligten ebenso in Erinnerung bleiben wie den Anwohnern, die den Jahreswechsel unter dem Eindruck eines Infernos erleben mussten.







