Auch für den Harz und die Region Goslar ist die Entwicklung der Erbschaft- und Schenkungsteuer in Niedersachsen von Bedeutung: 2025 wurden landesweit rund 1,83 Milliarden Euro festgesetzt – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Besonders stark legte die Schenkungsteuer zu. Wie groß der Anteil aus Goslar und dem Harz ist, lässt sich aus den veröffentlichten Landesdaten allerdings nicht ablesen.

Goslar/Niedersachsen, 21. August 2026. Die Erbschaft- und Schenkungsteuer hat in Niedersachsen 2025 ein außergewöhnlich hohes Niveau erreicht. Nach den ausgewerteten Statistikdaten wurden rund 1,83 Milliarden Euro festgesetzt. 2024 waren es noch 889 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg um etwa 106 Prozent.

Die Zahl wirkt auf den ersten Blick wie ein sprunghafter Anstieg der Erbschaften im Land. So einfach ist die Entwicklung allerdings nicht. Denn die Zahl der steuerlich erfassten Vermögensübertragungen wuchs deutlich langsamer als die festgesetzte Steuer. Insgesamt wurden 20.902 unbeschränkt steuerpflichtige Erbschaften und Schenkungen erfasst. Im Jahr zuvor waren es 18.587 Fälle.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie viele Erbschaften und Schenkungen registriert wurden, sondern in welcher Größenordnung Vermögen übertragen wurde und wie hoch der steuerpflichtige Anteil nach Freibeträgen und Begünstigungen ausfiel.

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Schenkungsteuer steigt besonders stark

Der auffälligste Teil der Entwicklung betrifft die Schenkungsteuer. Sie stieg von rund 210 Millionen Euro im Jahr 2024 auf etwa 909 Millionen Euro 2025. Das entspricht einem Plus von ungefähr 333 Prozent.

Auch der steuerpflichtige Erwerb aus Schenkungen legte kräftig zu. Er erreichte rund 2,92 Milliarden Euro und lag damit etwa 121 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Zahl der erfassten Schenkungsfälle nahm dagegen vergleichsweise moderat zu: von 3.892 auf 4.389.

Der Unterschied zwischen Fallzahl und Steuerhöhe ist deutlich. Pro Schenkungsfall stieg die durchschnittlich festgesetzte Steuer von 56.081 Euro auf 214.305 Euro. Die Statistik zeigt damit vor allem eines: 2025 wurden nicht einfach nur mehr Schenkungen erfasst, sondern steuerlich relevante Vermögensübertragungen mit deutlich höheren Werten.

Damit verschiebt sich auch das Gewicht innerhalb der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Während Erbschaften traditionell den größeren Anteil ausmachen, lagen die festgesetzten Beträge beider Steuerarten 2025 nahezu gleichauf.

Erbschaften bleiben ein zentraler Faktor

Auch bei Erbschaften stiegen die Werte. Die Zahl der statistisch erfassten Erbfälle erhöhte sich von 14.695 auf 16.513. Der steuerpflichtige Erwerb aus Erbschaften summierte sich auf rund 4,22 Milliarden Euro.

Die festgesetzte Erbschaftsteuer lag bei rund 919 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 679 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 35 Prozent.

Die Erbschaftsteuer blieb damit ein zentraler Bestandteil des niedersächsischen Steueraufkommens. Der außergewöhnliche Ausschlag bei der gesamten Erbschaft- und Schenkungsteuer wurde jedoch vor allem durch den starken Anstieg bei Schenkungen geprägt.

Das Wichtigste in Kürze

In Niedersachsen wurden 2025 rund 1,83 Milliarden Euro Erbschaft- und Schenkungsteuer festgesetzt. Für Goslar und die Harzregion lassen sich aus den veröffentlichten Landesdaten keine eigenen Einnahme- oder Fallzahlen ableiten.

Was ist passiert?
Nach den ausgewerteten Statistikdaten wurden rund 1,83 Milliarden Euro festgesetzt.
Wann?
Die Erbschaft- und Schenkungsteuer hat in Niedersachsen 2025 ein außergewöhnlich hohes Niveau erreicht.
Was ist bestätigt?
Nach Angaben des Landesamtes für Statistik Niedersachsen nahm das Land 2025 rund 1,093 Milliarden Euro Erbschaftsteuer ein.
Was bedeutet das?
Mehr als verdoppelt hat sich die festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer.
Was ist noch offen?
Für den Landkreis Goslar und die weitere Harzregion lassen sich aus den landesweiten Daten keine eigenen Einnahme- oder Belastungswerte ableiten.

Stand: · Quellen

Festgesetzte Steuer ist nicht gleich Einnahme des Landes

Für die Einordnung der Zahlen ist eine statistische Unterscheidung entscheidend. Die festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer ist nicht identisch mit den Beträgen, die im selben Jahr tatsächlich im Landeshaushalt eingehen.

Nach Angaben des Landesamtes für Statistik Niedersachsen nahm das Land 2025 rund 1,093 Milliarden Euro Erbschaftsteuer ein. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 58,1 Prozent. 2024 lagen die tatsächlichen Einnahmen bei rund 691,3 Millionen Euro.

Die Aussage, die Einnahmen des Landes hätten sich mehr als verdoppelt, wäre deshalb ungenau. Mehr als verdoppelt hat sich die festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer. Die tatsächlich verbuchten Einnahmen stiegen ebenfalls stark, aber deutlich weniger.

Beide Größen beruhen auf unterschiedlichen statistischen Konzepten. Eine Steuerfestsetzung und der tatsächliche Zahlungseingang müssen nicht in dasselbe Haushaltsjahr fallen. Wer die Entwicklung beurteilen will, muss diese beiden Ebenen auseinanderhalten.

Das ändert nichts daran, dass auch der Zufluss in den Landeshaushalt erheblich gestiegen ist. Der Wert von rund 1,09 Milliarden Euro lag deutlich über dem Vorjahresniveau und auch über früheren Planansätzen.

Hohe Vermögensübertragungen prägen das Gesamtbild

Ein genauerer Blick auf die Verteilung zeigt, wie stark große Vermögensübertragungen die Statistik bestimmen. Nur 9,8 Prozent der erfassten steuerpflichtigen Erwerbe lagen oberhalb von 500.000 Euro. Auf diese Gruppe entfielen jedoch rund 5,12 Milliarden Euro.

Damit standen weniger als zehn Prozent der Fälle für etwa 72 Prozent des gesamten steuerlich berücksichtigten Vermögens. Auch bei der festgesetzten Erbschaft- und Schenkungsteuer war die Konzentration hoch: Knapp 80 Prozent entfielen auf Erwerbe oberhalb dieser Schwelle.

Insgesamt belief sich der steuerlich berücksichtigte Erwerb nach Abzug von Begünstigungen und Freibeträgen auf rund 7,14 Milliarden Euro. 2024 waren es etwa 4,5 Milliarden Euro. Der Anstieg lag damit bei rund 59 Prozent.

Diese Entwicklung erklärt, warum die Erbschaft- und Schenkungsteuer deutlich stärker gestiegen ist als die Zahl der Fälle. Nicht die schiere Menge an Erbschaften und Schenkungen bestimmt das Ergebnis, sondern vor allem die Höhe einzelner steuerpflichtiger Vermögensübertragungen.

Freibeträge verzerren den Blick auf die Gesamtzahl

Die Statistik bildet zugleich nicht sämtliche Erbschaften und Schenkungen in Niedersachsen ab. Viele Vermögensübertragungen bleiben innerhalb gesetzlicher Freibeträge und führen deshalb zu keiner Steuerfestsetzung. Sie erscheinen nicht in derselben Weise in der Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik.

Auch die zeitliche Zuordnung ist nicht mit dem tatsächlichen Zeitpunkt eines Erbfalls oder einer Schenkung gleichzusetzen. Ein Fall wird statistisch dem Jahr zugerechnet, in dem erstmals eine Steuer festgesetzt wird. Eine 2025 erfasste Erbschaft kann also auf einem früheren Vermögensübergang beruhen.

Das ist gerade bei Jahresvergleichen relevant. Die Zahlen sagen viel über die steuerlich bearbeiteten und festgesetzten Fälle aus, aber nicht unmittelbar darüber, wie viele Menschen im Jahr 2025 tatsächlich geerbt oder Vermögen verschenkt haben.

Was die Zahlen für Goslar und den Harz zeigen – und was nicht

Für den Landkreis Goslar und die weitere Harzregion lassen sich aus den landesweiten Daten keine eigenen Einnahme- oder Belastungswerte ableiten. Die veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf Niedersachsen insgesamt.

Es ist deshalb nicht belastbar zu sagen, wie viele der 20.902 erfassten Fälle aus Goslar oder anderen Orten im Harz stammen oder welcher Anteil der festgesetzten Erbschaft- und Schenkungsteuer der Region zugerechnet werden könnte. Entsprechende Regionaldaten liegen in der ausgewerteten Faktenbasis nicht vor.

Für Goslar und den niedersächsischen Harz bleibt damit vor allem der landespolitische und finanzielle Kontext: Die Erbschaft- und Schenkungsteuer hat in Niedersachsen erheblich an Bedeutung gewonnen, während sich der konkrete regionale Anteil nicht aus den veröffentlichten Zahlen herauslesen lässt.

Für die Harzregion bleibt der regionale Anteil offen

Die Erbschaft- und Schenkungsteuer in Niedersachsen hat 2025 einen außergewöhnlichen Sprung gemacht. Rund 1,83 Milliarden Euro wurden festgesetzt, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der stärkste Ausschlag kam von der Schenkungsteuer, deren festgesetzter Betrag sich mehr als vervierfachte.

Bei den tatsächlichen Einnahmen des Landes fällt der Anstieg kleiner aus, bleibt aber erheblich. Rund 1,09 Milliarden Euro flossen 2025 aus der Erbschaftsteuer in den niedersächsischen Haushalt. Auffällig bleibt vor allem die starke Konzentration auf hohe Vermögensübertragungen: Ein kleiner Teil der Fälle steht für den größten Teil des steuerpflichtigen Vermögens und der festgesetzten Steuer.

Damit ist die Entwicklung weniger eine Geschichte über plötzlich sehr viel mehr Erbfälle als über die Größenordnung der Vermögen, die steuerlich relevant wurden. Wie stark Goslar und die Harzregion daran beteiligt sind, bleibt mangels veröffentlichter Regionaldaten offen.

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