
Goslar, 30. Dezember 2025 – Wer sein Auto in Goslar abstellt, wird ab dem Jahreswechsel genauer hinschauen müssen. Mit dem Beginn des neuen Jahres greift eine neue Gebührenordnung für das Parken im öffentlichen Raum. Die vertrauten Tarife verschwinden, stattdessen führt die Stadt ein zonenbasiertes Preissystem ein, das vor allem in der Innenstadt höhere Kosten mit sich bringt.
Der Beschluss ist gefasst, die Umsetzung steht unmittelbar bevor: Ab dem 1. Januar gelten in Goslar neue Parkgebühren. Die Stadt reagiert damit auf sinkende Einnahmen, gestiegene Betriebskosten und eine veränderte Nutzung des öffentlichen Raums. Das Parken soll neu geordnet, transparenter strukturiert und wirtschaftlich tragfähiger gestaltet werden. Für viele Autofahrerinnen und Autofahrer bedeutet das vor allem eines: Parken wird teurer – insbesondere in zentralen Lagen.
Neue Parkgebühren in Goslar: Das gilt ab Januar
Kern der Neuregelung ist die Einführung eines klaren Zonenmodells. Künftig unterscheidet die Stadt zwischen zwei Gebührenzonen, die sich am Standort der Parkflächen orientieren. Diese Differenzierung ersetzt die bislang teils uneinheitlichen Tarife an den Parkscheinautomaten.
Zwei Zonen, klare Preise
In der sogenannten Zone 1, die die Innenstadt und besonders frequentierte Bereiche umfasst, beträgt die Parkgebühr künftig zwei Euro pro Stunde. Dazu zählen vor allem Einkaufsstraßen, zentrale Geschäftsbereiche und Parkflächen mit hoher Nachfrage.
In der Zone 2, die sich aus innenstadtnahen Randlagen und angrenzenden Wohngebieten zusammensetzt, gilt ein reduzierter Tarif von einem Euro pro Stunde. Auch hier erfolgt die Abrechnung weiterhin über Parkscheinautomaten oder digitale Parkangebote.
Mit dieser Staffelung verfolgt die Stadt das Ziel, den begrenzten Parkraum in der Innenstadt stärker zu steuern und gleichzeitig Alternativen in weniger stark belasteten Bereichen attraktiver zu halten. Das Parken in Goslar wird damit nicht nur teurer, sondern auch bewusster gelenkt.
Umstellung der Parkscheinautomaten im Januar
Die Einführung der neuen Parkgebühren erfordert eine technische Anpassung der bestehenden Infrastruktur. Insgesamt 46 Parkscheinautomaten im Stadtgebiet müssen neu programmiert werden, um die geänderten Tarife korrekt abzubilden.
Übergangsphase mit alten Tarifen
Die Umstellung der Automaten ist für den Zeitraum vom 5. bis 7. Januar vorgesehen. In diesen Tagen werden die Geräte schrittweise angepasst. Solange ein Automat noch nicht umprogrammiert ist, gelten dort vorübergehend weiterhin die bisherigen Gebühren.
Die Stadt setzt bewusst auf dieses gestaffelte Vorgehen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Gleichzeitig sollen neue Beschilderungen an den Parkflächen deutlich machen, welche Parkgebühren aktuell gelten. Autofahrerinnen und Autofahrer sind dennoch angehalten, genau auf die Angaben am jeweiligen Automaten zu achten.
Warum Goslar die Parkgebühren anhebt
Die Entscheidung für höhere Parkgebühren ist das Ergebnis einer längerfristigen Entwicklung. In den vergangenen Jahren sind die Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung zurückgegangen, während die Kosten für Wartung, Personal und technische Infrastruktur gestiegen sind.
Sinkende Einnahmen, steigende Kosten
Nach städtischen Angaben beliefen sich die Einnahmen aus Parkscheinautomaten im Jahr 2024 auf rund 750.000 Euro. Damit lagen sie unter den Werten früherer Jahre. Gleichzeitig verursachen Betrieb, Instandhaltung und Kontrolle der Parkflächen kontinuierlich höhere Ausgaben.
Vor diesem Hintergrund sah sich die Stadt Goslar gezwungen, die Gebührenstruktur zu überprüfen und anzupassen. Ziel ist es, die Parkraumbewirtschaftung langfristig kostendeckend zu gestalten, ohne dabei die Nutzbarkeit des öffentlichen Raums aus dem Blick zu verlieren.
Die neuen Parkgebühren sind somit nicht isoliert zu betrachten, sondern Teil einer umfassenderen kommunalen Strategie, die finanzielle Stabilität und funktionale Stadtentwicklung miteinander verbinden soll.
Auswirkungen auf Autofahrer und Besucher
Für viele Menschen wird sich der Alltag durch die neuen Parkgebühren spürbar verändern. Besonders wer regelmäßig in die Innenstadt fährt, muss künftig höhere Kosten einkalkulieren.
- Parken in der Innenstadt kostet künftig 2 Euro pro Stunde.
- In innenstadtnahen Randlagen gilt ein Tarif von 1 Euro pro Stunde.
- Während der technischen Umstellung können noch alte Tarife gelten.
- Neue Schilder informieren über die jeweils gültige Gebührenzone.
Bereits kurze Aufenthalte summieren sich damit schneller als bisher. Zwei Stunden Parken in der Innenstadt schlagen ab Januar mit vier Euro zu Buche. Für Pendler, Beschäftigte im Einzelhandel oder Besucher mit längeren Aufenthalten kann dies eine relevante Zusatzbelastung darstellen.
Anwohnerparken: Weitere Anpassungen in Sicht
Die Neuregelung der Parkgebühren betrifft nicht nur Besucher und Kurzzeitparker. Auch das Thema Anwohnerparken steht in Goslar vor Veränderungen. Zwar greift hier zum Jahreswechsel noch keine neue Regelung, doch die Richtung ist klar.
Gebühren sollen bis 2028 deutlich steigen
Nach den bisherigen Planungen der Stadtverwaltung sollen die Gebühren für Anwohnerparkausweise in den kommenden Jahren schrittweise angehoben werden. Bis 2028 ist eine deutliche Steigerung vorgesehen, in einzelnen Fällen um ein Vielfaches der bisherigen Beträge.
Die Stadt begründet diese Perspektive mit dem Ziel, den Parkdruck in Wohngebieten zu reduzieren und den öffentlichen Raum gerechter zu verteilen. Gleichzeitig sollen zusätzliche Einnahmen die Kosten für Kontrolle und Verwaltung decken.
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Parken in Goslar insgesamt teurer und stärker reguliert wird – ein Trend, der in vielen deutschen Städten zu beobachten ist.
Reaktionen und Diskussionen in der Stadt
Die Erhöhung der Parkgebühren bleibt nicht ohne Resonanz. In der Stadtgesellschaft wird kontrovers darüber diskutiert, ob die neuen Tarife der richtige Weg sind.
Zwischen Haushaltsdisziplin und Standortfaktor
Befürworter der Maßnahme verweisen auf die finanziellen Zwänge der Kommune. Sie argumentieren, dass der öffentliche Raum einen Wert habe, der sich auch in den Parkgebühren widerspiegeln müsse. Zudem könne eine höhere Bepreisung dazu beitragen, den Parksuchverkehr zu reduzieren und alternative Verkehrsmittel attraktiver zu machen.
Kritische Stimmen hingegen sehen die Gefahr, dass höhere Parkgebühren die Attraktivität der Innenstadt beeinträchtigen. Insbesondere der Einzelhandel könnte darunter leiden, wenn Kundinnen und Kunden längere Aufenthalte vermeiden oder auf andere Standorte ausweichen.
Die Stadt verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass das Zonenmodell bewusst Spielräume lässt und günstigere Parkmöglichkeiten in Randlagen erhalten bleiben.
Digitale Angebote ergänzen das Parksystem
Parallel zu den klassischen Parkscheinautomaten setzt Goslar zunehmend auf digitale Lösungen. Bereits seit März dieses Jahres können Autofahrerinnen und Autofahrer in der Stadt auch per Smartphone parken.
App-Parken als Ergänzung
Die digitalen Parkangebote ermöglichen eine flexible Abrechnung und sollen den Umgang mit den neuen Parkgebühren erleichtern. Auch hier gelten künftig die gleichen Tarife wie an den Automaten, abhängig von der jeweiligen Zone.
Die Stadt sieht in diesen Angeboten einen wichtigen Baustein für eine moderne Parkraumbewirtschaftung. Perspektivisch könnten digitale Lösungen weiter ausgebaut werden, um Prozesse zu vereinfachen und die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen.
Ein neuer Rahmen für das Parken in Goslar
Mit den neuen Parkgebühren ab Januar schlägt Goslar ein neues Kapitel in der Nutzung des öffentlichen Raums auf. Das Parken wird teurer, strukturierter und stärker an Standortfaktoren gekoppelt. Für Autofahrerinnen und Autofahrer bedeutet das eine Umstellung, für die Stadt ein Versuch, finanzielle Stabilität und urbane Ordnung miteinander zu verbinden.
Wie sich die neuen Parkgebühren im Alltag bewähren, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Sicher ist jedoch schon jetzt: Das Thema Parken bleibt in Goslar ein sensibles Feld – zwischen Haushaltsrealität, Mobilitätswandel und den Erwartungen einer lebendigen Innenstadt.







