Halberstadt

+++ Update +++ 500.000 Euro Schaden in Osterwieck: Zwei Wohnhäuser im Ortsteil Hessen zerstört

Hessen (Osterwieck), 2. Januar 2026 – Kurz nach Einbruch der Dunkelheit liegt ein beißender Geruch von Rauch über dem Ort. Blaulicht spiegelt sich in Fensterscheiben, Sirenen durchschneiden die winterliche Stille. Während andernorts das neue Jahr begrüßt wird, kämpfen Feuerwehrleute im Osterwiecker Ortsteil Hessen gegen ein Feuer, das binnen Minuten zwei Wohnhäuser unbewohnbar macht.

Was als lokaler Brand an einem Carport begann, entwickelte sich in der Silvesternacht zu einem Großeinsatz mit weitreichenden Folgen. In der Nobbenstraße im Ortsteil Hessen gerieten gegen 19.15 Uhr zunächst ein Carport und kurz darauf ein angrenzendes Fachwerkhaus in Brand. Die Flammen breiteten sich rasch aus, griffen auf ein zweites Wohnhaus über und richteten einen Sachschaden von mehr als 500.000 Euro an. Sechs Menschen verloren in dieser Nacht ihr Zuhause – verletzt wurde niemand.

Der Brand in Hessen: Minuten, die über alles entschieden

Nach bisherigen Erkenntnissen nahm das Feuer seinen Ausgang an einem Carport, der direkt an ein Wohngebäude grenzte. Durch die enge Bebauung und die Bauweise der angrenzenden Häuser – beide als Fachwerk errichtet – fand das Feuer schnell Nahrung. Innerhalb kurzer Zeit stand das erste Wohnhaus in Flammen, wenig später wurde auch das Nachbargebäude erheblich beschädigt.

Augenzeugen berichten von einem plötzlich aufflackernden Brand, gefolgt von einer rasch anwachsenden Rauchwolke. Die Flammen waren weithin sichtbar. Für viele Anwohner wurde der Jahreswechsel in diesem Moment zur Nebensache.

Hier die Meldung vom Harzer-Roller:

Großalarm für die Feuerwehren im Landkreis

Die Leitstelle löste umgehend Großalarm aus. Insgesamt 177 Einsatzkräfte aus rund 15 Feuerwehren rückten an, darunter Wehren aus Osterwieck und den umliegenden Ortschaften. Unterstützt wurden sie von mehreren Rettungswagen und einem Notarzt, die vorsorglich hinzugezogen wurden.

  • 177 Feuerwehrleute aus etwa 15 Ortswehren im Einsatz
  • Mehrstündige Löscharbeiten bis in die frühen Morgenstunden
  • Mehrere Rettungsfahrzeuge und ein Notarzt vor Ort

Die Einsatzkräfte konzentrierten sich zunächst darauf, ein weiteres Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Unter Atemschutz drangen Trupps in die betroffenen Häuser vor, während von außen mit mehreren Strahlrohren gelöscht wurde. Trotz des massiven Kräfteansatzes konnte nicht verhindert werden, dass beide Wohnhäuser schwere Schäden davontrugen.

Zwei Häuser, sechs Menschen, kein Zuhause mehr

Das zuerst vom Brand erfasste Fachwerkhaus wurde nahezu vollständig zerstört. Nach Einschätzung der Polizei liegt der Sachschaden hier zwischen 300.000 und 400.000 Euro. Das zweite Wohnhaus, ebenfalls ein Fachwerkbau, wurde durch Hitze, Rauch und Flammen erheblich beschädigt. Der Schaden wird auf rund 200.000 Euro beziffert.

Beide Gebäude gelten derzeit als unbewohnbar. Die sechs Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, mussten ihre Häuser jedoch in der Silvesternacht verlassen. Viele von ihnen konnten nur das Nötigste mitnehmen.

Sachschäden im Überblick

Gebäude Geschätzter Schaden Aktueller Zustand
Fachwerkhaus 1 300.000–400.000 € Nahezu vollständig zerstört, unbewohnbar
Fachwerkhaus 2 ca. 200.000 € Schwer beschädigt, unbewohnbar

Wie lange die Sanierung dauern wird oder ob ein Wiederaufbau wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Auch die endgültige Schadenshöhe könnte sich im Laufe der Untersuchungen noch verändern.

Brandursache weiterhin ungeklärt

Die Ursache des Feuers ist bislang nicht abschließend geklärt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und den Brandort beschlagnahmt. Spezialisten sollen in den kommenden Tagen untersuchen, wie es zu dem Feuer kommen konnte und ob technische Defekte, Fahrlässigkeit oder andere Auslöser eine Rolle gespielt haben.

In den Stunden nach dem Brand war vereinzelt die Vermutung aufgekommen, eine Feuerwerksrakete könnte das Feuer ausgelöst haben. Diese Annahme konnte bislang nicht bestätigt werden. Offizielle Stellen betonen, dass derzeit keine gesicherten Erkenntnisse zur Brandursache vorliegen.

Untersuchungen am Brandort

Die detaillierte Brandursachenermittlung soll nach Abschluss der Löscharbeiten und der Sicherung des Geländes beginnen. Dabei werden unter anderem:

  • der genaue Entstehungsort des Feuers untersucht,
  • mögliche Zündquellen analysiert,
  • bauliche Gegebenheiten und Materialien berücksichtigt.

Erst danach wird sich klären lassen, wie es zu dem Carport-Brand kam, der schließlich zwei Wohnhäuser zerstörte.

Ein Ort unter Schock

Der Brand hat den Ortsteil Hessen tief getroffen. Viele Anwohner verfolgten den Einsatz noch bis spät in die Nacht, standen hinter Absperrungen und versuchten zu begreifen, was geschehen war. Die winterliche Kälte, der Rauchgeruch und das anhaltende Blaulicht prägten ein Bild, das vielen noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte.

Für die Einsatzkräfte bedeutete die Silvesternacht keinen Jahreswechsel im Kreis der Familie, sondern einen kräftezehrenden Einsatz. Mehrere Stunden arbeiteten sie unter schwierigen Bedingungen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen auf weitere Gebäude zu verhindern.

Gemeinschaft und erste Hilfe

Aus der Gemeinde kamen bereits in der Nacht erste Hilfsangebote. Nachbarn boten Unterkünfte an, organisierten warme Kleidung und Verpflegung für die Betroffenen. Auch seitens der Kommune wurde Unterstützung in Aussicht gestellt, um den sechs obdachlos gewordenen Bewohnern kurzfristig zu helfen.

Ob es darüber hinaus zu Spendenaktionen oder weiteren Hilfsmaßnahmen kommen wird, ist derzeit offen. In vergleichbaren Fällen hatte sich in der Region jedoch häufig eine breite Solidarität gezeigt.

Feuerwehr im Fokus: Lob für den Einsatz

Die Polizei und Vertreter der Kommune würdigten den Einsatz der Feuerwehr. Trotz der enormen Ausbreitung des Feuers sei es den Einsatzkräften gelungen, Schlimmeres zu verhindern. Angesichts der dichten Bebauung und der Bauweise der Häuser hätte der Brand leicht weitere Gebäude erfassen können.

Dass es keine Verletzten gab, ist nach Einschätzung der Einsatzleitung auch dem schnellen Eingreifen und der koordinierten Zusammenarbeit der beteiligten Wehren zu verdanken.

Eine Silvesternacht mit Nachhall

Während andernorts Raketen den Himmel erhellten, stand in Hessen das neue Jahr im Zeichen von Rauch, Feuer und Verlust. Der Carport-Brand in Osterwieck ist ein Beispiel dafür, wie schnell aus einem lokalen Ereignis eine existenzielle Katastrophe werden kann.

Die kommenden Wochen werden für die Betroffenen von Unsicherheit geprägt sein: von Fragen nach dem Wiederaufbau, nach Versicherungsleistungen und nach der Rückkehr in ein normales Leben. Für den Ortsteil Hessen bleibt diese Silvesternacht mehr als nur eine Randnotiz zum Jahreswechsel – sie markiert einen Einschnitt, dessen Folgen noch lange spürbar sein dürften.

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Über den Autor

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Ich bin im Herzen des Harzes aufgewachsen; Diese mystische und sagenumwobene Region inspirierte mich schon früh. Heute schreibe ich aus Leidenschaft, wobei ich die Geschichten und Legenden meiner Heimat in meinen Werken aufleben lasse. Der Harz ist nicht nur meine Heimat, sondern auch meine Muse.