Aktuelles

Goslar: Frau (40) auf brutale Weise getötet – Obduktion bringt Todesursache ans Licht

19. Mai 2025, 11:58 Uhr – Goslar

Am frühen Morgen des 5. Mai 2025 ereignete sich im Goslarer Stadtteil Oker eine erschütternde Gewalttat: Eine 40-jährige Frau wurde in ihrer Wohnung mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Anschließend stürzte sie aus dem Fenster im ersten Obergeschoss. Trotz sofortiger medizinischer Versorgung erlag sie noch am selben Tag ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Die Obduktion ergab, dass die Frau an den erlittenen Brandverletzungen starb. Zwar wurden auch schwere Sturzverletzungen festgestellt, diese waren jedoch nicht todesursächlich. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen Mordes gegen den 50-jährigen Ehemann des Opfers, der noch am Tatort festgenommen wurde und sich derzeit in Untersuchungshaft befindet.

Während der Tat befanden sich die vier Kinder des Paares – zwei minderjährige und zwei erwachsene – in der Wohnung. Nach bisherigen Erkenntnissen haben sie die Tat nicht unmittelbar mitbekommen. Ein Sohn soll jedoch seine Mutter schwer verletzt vor dem Haus liegend gesehen haben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Ehemann seine Frau im Schlaf mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet hat. Ob sie anschließend in Panik aus dem Fenster sprang oder gestoßen wurde, ist derzeit noch unklar. „Die Frage der Sturzursache wird hoffentlich anhand von Spuren am Tatort zu klären sein“, erklärte Oberstaatsanwalt Christian Wolters.

Als mögliches Motiv wird Eifersucht vermutet. Zudem wird die psychische Gesundheit des Beschuldigten überprüft, um festzustellen, ob in der Vergangenheit Auffälligkeiten vorlagen.

Der Fall hat in der Region große Bestürzung ausgelöst und wirft erneut ein Schlaglicht auf das Thema häusliche Gewalt. Die Ermittlungen dauern an.

Kennst du das schon?  Zwei mögliche Standorte im Harz für ein Endlager hochradioaktiver Abfälle bestätigt

Das Umfeld des Opfers

Nachbarn berichten von einem zunächst unauffälligen Paar. Die Familie war in der Nachbarschaft bekannt, jedoch nicht auffällig. „Sie wirkten wie eine ganz normale Familie. Dass so etwas Schreckliches hinter den Türen passiert, hätte niemand geahnt“, sagte eine Anwohnerin. Laut weiteren Aussagen war das Opfer eine ruhige und freundliche Frau, die sich liebevoll um ihre Kinder kümmerte.

Mehrere Nachbarn und Bekannte haben der Familie inzwischen ihr Beileid ausgesprochen. Vor dem Wohnhaus legten Menschen Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Die Anteilnahme ist groß, ebenso wie die Fassungslosigkeit über die brutale Tat.

Psychologische Betreuung für die Kinder

Die vier Kinder, die das Geschehen teilweise miterleben mussten, stehen unter intensiver psychologischer Betreuung. Besonders für die minderjährigen Kinder ist die traumatische Erfahrung von großer Tragweite. Die Behörden haben in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Maßnahmen eingeleitet, um den Kindern Stabilität und Schutz zu bieten.

Ein Sprecher des Landkreises teilte mit: „Es ist unsere Aufgabe, den Kindern in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen. Sie haben ihre Mutter auf entsetzliche Weise verloren und benötigen nun professionelle Hilfe, um das Erlebte zu verarbeiten.“

Einordnung der Tat im Kontext häuslicher Gewalt

Die grausame Tötung reiht sich in eine bedrückende Serie häuslicher Gewalttaten ein, bei denen Frauen zu Opfern tödlicher Übergriffe durch ihre Partner oder Ex-Partner werden. Experten mahnen seit Jahren, dass die Gefahren innerhalb von Beziehungen oft unterschätzt werden.

Statistiken zeigen, dass jede Woche in Deutschland durchschnittlich eine Frau durch Gewalt im häuslichen Umfeld stirbt. Die Dunkelziffer bei psychischer und physischer Gewalt ist hoch. Oft schweigen Betroffene aus Angst, Scham oder Hoffnung auf Besserung.

Kennst du das schon?  Zwei mögliche Standorte im Harz für ein Endlager hochradioaktiver Abfälle bestätigt

Der vorliegende Fall aus Goslar verdeutlicht, wie wichtig präventive Maßnahmen, Beratungseinrichtungen und Hilfsangebote für Betroffene sind. Nur durch frühzeitiges Eingreifen kann verhindert werden, dass Partnerschaftskonflikte in tödlicher Gewalt enden.

Reaktionen aus der Politik

Auch aus der Politik kamen erschütterte Reaktionen. Mehrere Landtagsabgeordnete äußerten sich betroffen und forderten einen entschlosseneren Kampf gegen häusliche Gewalt. Eine Abgeordnete erklärte: „Wir müssen endlich aufhören, solche Taten als Einzelfälle zu betrachten. Häusliche Gewalt ist ein strukturelles Problem und muss mit aller Entschlossenheit bekämpft werden.“

Gefordert wird insbesondere ein Ausbau von Frauenhäusern, besser geschützte Notrufsysteme und niedrigschwellige Hilfsangebote für Betroffene – sowohl auf dem Land als auch in Städten. Zudem soll die Ausbildung von Polizei und Justiz zum Umgang mit häuslicher Gewalt intensiviert werden.

Ermittlungen gehen weiter

Die Polizei und Staatsanwaltschaft setzen ihre Ermittlungen mit Hochdruck fort. Neben der Spurensicherung vor Ort und den Ergebnissen der Obduktion sollen auch Zeugen aus dem familiären und nachbarschaftlichen Umfeld befragt werden. Auch forensische Gutachten und Analysen der Brandquelle spielen eine entscheidende Rolle für die Rekonstruktion des Tathergangs.

Bis zur endgültigen Anklage wird es voraussichtlich noch mehrere Wochen dauern. Der Beschuldigte schweigt bislang zu den Vorwürfen. Die Ermittlungsbehörden erhoffen sich aus den nächsten Untersuchungsschritten neue Erkenntnisse zum Ablauf der Tat und zu möglichen vorherigen Auffälligkeiten oder Warnsignalen.

In der Zwischenzeit bleibt die Gemeinde Goslar tief erschüttert. Die Tat hat viele Menschen sprachlos zurückgelassen – und wirft erneut die Frage auf, wie solche Verbrechen verhindert werden können.

Weiteres aus der Rubrik
Über den Autor

Berichte und Artikel

Ich bin im Herzen des Harzes aufgewachsen; Diese mystische und sagenumwobene Region inspirierte mich schon früh. Heute schreibe ich aus Leidenschaft, wobei ich die Geschichten und Legenden meiner Heimat in meinen Werken aufleben lasse. Der Harz ist nicht nur meine Heimat, sondern auch meine Muse.