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Harz | Neuer Wanderweg für FKK-Fans geplant: Nacktwandern bald offiziell erlaubt

12. Mai 2025, 22:42 Uhr – Wippra, Sachsen-Anhalt

Im Südharz erfreut sich der Harzer Naturistenstieg, Deutschlands erster offizieller Nacktwanderweg, zunehmender Beliebtheit. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2010 bietet der etwa 13 Kilometer lange Rundweg zwischen Dankerode und der Wippertalsperre Naturfreunden die Möglichkeit, die Landschaft textilfrei zu erkunden.

Der Weg ist durch Schilder mit der Aufschrift „Willst Du keine Nackten sehen, darfst Du hier nicht weiter gehen“ gekennzeichnet. Diese sollen sowohl auf den besonderen Charakter des Weges hinweisen als auch potenzielle Überraschungen für andere Wanderer vermeiden.

Initiator des Projekts war Heinz Ludwig, Betreiber eines Campingplatzes in Dankerode. Er erinnert sich an die Anfangszeit: „Damals gab es einige Aufregung“, sagte Ludwig. „Inzwischen ist das alles Normalität. Es spricht kaum noch jemand drüber, wenn er mal einem Nackten begegnet“.

Die Strecke führt durch das idyllische Wippertal und bietet neben der natürlichen Schönheit auch Möglichkeiten zur Abkühlung in nahegelegenen Teichen wie dem Zankwieser Teich oder dem Gräfingründler Teich. Der Weg wird regelmäßig gepflegt, wobei insbesondere auf die Entfernung von Dornen und Brennnesseln geachtet wird, um den Wanderern ein angenehmes Erlebnis zu ermöglichen.

Obwohl der Harzer Tourismusverband den Weg nicht aktiv bewirbt, zieht der Naturistenstieg Besucher aus ganz Deutschland und dem Ausland an. „Vor allem Leute aus den alten Bundesländern kommen zum Nacktwandern“, berichtet Helmut Wein, Vorsitzender des örtlichen Heimat- und Wandervereins „Harzklub“. „Bei schönem Wetter ist der kleine Parkplatz im Wald jedenfalls voll“.

Der Harzer Naturistenstieg steht exemplarisch für die wachsende Akzeptanz der Freikörperkultur in Deutschland und bietet Interessierten eine einzigartige Möglichkeit, Natur und Freiheit in besonderer Weise zu erleben.

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Gesellschaftliche Bedeutung der Freikörperkultur

Die Freikörperkultur (FKK) hat in Deutschland eine lange Tradition, insbesondere in den neuen Bundesländern. Der Naturistenstieg im Harz symbolisiert nicht nur ein Freizeitangebot, sondern auch ein gesellschaftliches Statement: Körperakzeptanz und persönliche Freiheit stehen im Mittelpunkt. In Zeiten, in denen Körperideale und digitale Selbstdarstellung zunehmend Druck auf Individuen ausüben, wirkt ein FKK-Wanderweg wie eine stille, aber wirkungsvolle Gegenbewegung.

Touristische Relevanz für die Region

Für die strukturschwache Region rund um Wippra stellt der Naturistenstieg einen wirtschaftlichen Faktor dar. Kleine Pensionen, Campingplätze und Gaststätten profitieren vom Besucherverkehr. Die authentische Verbindung von Naturerlebnis und Nacktheit lockt vor allem naturverbundene Gäste an, die oft auch länger in der Region verweilen. Einige Übernachtungsbetriebe haben sich sogar auf die Bedürfnisse von Naturisten spezialisiert.

Zukunft des Naturistenstiegs

Die Verantwortlichen vor Ort planen, das Angebot rund um den Naturistenstieg behutsam auszubauen. Diskutiert wird unter anderem die Einrichtung eines Barfußpfades sowie eines kleinen Rastplatzes mit Infotafeln zur Geschichte der Freikörperkultur. Wichtig sei dabei, den ursprünglichen Charakter der Strecke zu bewahren, betonen lokale Akteure. Die Nachfrage zeigt, dass ein respektvoller Umgang mit dem Thema FKK nicht nur möglich, sondern auch gefragt ist.

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Über den Autor

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Ich bin im Herzen des Harzes aufgewachsen; Diese mystische und sagenumwobene Region inspirierte mich schon früh. Heute schreibe ich aus Leidenschaft, wobei ich die Geschichten und Legenden meiner Heimat in meinen Werken aufleben lasse. Der Harz ist nicht nur meine Heimat, sondern auch meine Muse.